11. Tag: Mojave Desert & Joshua Tree National Park

Auf unserer letzten Rundreise durch den Südwesten vor zwei Jahren hatten wir im Mai mit einer Menge Schnee zu kämpfen. Im Vergleich dazu ist Hitze für einen Urlaub das bessere Wetterphänomen, schließlich bremst sie im Gegensatz zu Schnee nur, stoppt aber nicht.

Allerdings fällt es uns heute, als die schlauen Menschen im Frühstücksfernsehen eine „extreme heat warning“ für die nächsten sechs Tage aussprechen, nicht ganz leicht, uns selbst davon zu überzeugen. Bis zu 115° F werden erwartet, 20° F „above the average“, und das ausgerechnet, wo wir mit dem Mojave Desert und Joshua Tree eine der heißesten Regionen ansteuern.

Teutonia Peak Trail

Aber diesen vorerst vorletzten Tag in der Wüste werden wir auch noch überstehen, denn morgen geht es an die Küste und danach zumindest für ein paar Tage in den etwas kühleren Norden weiter.

Außerdem haben wir im ganz netten South Point Casino gut geschlafen und das schon angesprochene Frühstücksfernsehen hat neben dem üblichen Programm (Mord, Totschlag, Trump und andere Unfälle) auch ein wenig Humor zu bieten: „Weather is beautiful right now, only 84 degrees, so go outside, exercise!“, empfiehlt man den Zuschauern.

Wir kommen schon auf dem Weg zur Parking Garage ins Schwitzen.

Mojave Desert

Im Mojave Desert

Jetzt aber genug vom Wetter! Wir haben uns für heute drei Ziele in der Mojave-Wüste ausgeguckt, an denen man auf dem Weg zum Joshua Tree National Park üblicherweise höchstens vorbeifährt.

Den Anfang macht der Aufstieg zum Teutonia Peak, ein knapp 5 km langer Trail, auf dem (und auf der Anfahrt zu dem) man den dichtesten Joshua-Tree-Wald durchquert, mit dem es selbst der nach ihnen benannte National Park nicht aufnehmen kann. Vor allem die hohe Anzahl großer und weit verzweigter Bäume ist beeindruckend.

Mojave Preserve Mojave Preserve

Auf dem Weg hinauf zum Peak kommen wir an den Überresten einer alten Mine vorbei, die ehrlicherweise aber nicht der Rede wert sind. Dafür werden wir mit einem sehenswerten Ausblick auf den Joshua-Wald und die Umgebung belohnt.

Kelso Depot

Weiter geht es am Visitor Center der Mojave National Preserve, die sich im Kelso Depot befindet, einer ehemaligen Train Station, die in ein Museum umgewandelt wurde. Der einst vor allem im zweiten Weltkrieg bedeutsame Bahnhof erklärt ein Stück weit, warum inmitten dieser Wüste überhaupt Menschen leben – definitiv einen kurzen Stopp wert.

Kelso Dunes

Dritte Station sind schließlich die nicht weit entfernten Kelso Dunes, bis zu zweihundert Meter hohe Sanddünen, von erstaunlich vielen Pflanzen überzogen. Ganz schaffen wir es zwar nicht hinauf, aber der Weg zu den Dünen, die man sonst in der Wüste des Südwestens doch selten sieht, lohnte sich.

Joshua Tree

Weiter in Joshua Tree

Die weitere Fahrt gestaltet sich trotz vergleichsweise kurzer Strecke reichlich ermüdend. In absolut öder Gegend, so wie man sich Wüste eben vorstellt, geht es lange, lange geradeaus, auch wenn man ein, zwei ganz interessante Ecken passiert – einen auf der Karte tatsächlich in blau eingezeichneten Salzsee beispielsweise.

Dennoch sind wir froh, als wir endlich wieder die Zivilisation von Twentynine Palms erreichen. Dass der Joshua-Wald in Mojave noch etwas dichter ist als hier, war übrigens nicht als Diss zu verstehen: Joshua Tree ist ein wirklich schöner National Park, was vor allem den riesigen Felsen zu verdanken ist, die der Kulisse trotz ähnlicher Vegetation einen anderen Anstrich verleihen.

Big Horn Sheep

Wir belassen es mit einer Rundfahrt und zwei kurzen Trails, bei denen wir aber noch richtig Glück haben und eine Weile von einem Big Horn Sheep begleitet werden. Dass es die hier geben könnte, wird zwar immer auf Hinweistafeln erwähnt, doch vor allem in der Mittagszeit bei recht hohem Besucheraufkommen sieht man sie tatsächlich nur selten. Ein schönes Erlebnis!

Viel Hunger haben wir aufgrund der Hitze zwar nicht, aber irgendetwas muss man nachmittags ja essen, also entscheiden wir uns für Jack in the Box, wo wir in diesem Urlaub noch nicht waren, das wir jedoch als eher mäßig in Erinnerung hatten. Doch dieses Mal schmeckt uns der Burger, ein „Buttery Jack“ wirklich gut – könnte man nochmal hingehen!

Barker Dam Trail

Unser Hotel für die heutige Nacht ist das Roadway Inn, in dem wir vor einigen Jahren schon einmal waren, als es (genauso wie sein Nachbarhotel) allerdings noch einen anderen Namen trug. Seitdem hat sich nicht viel getan, aber eigentlich war das auch nicht nötig, in Twentynine Palms sind seltsamerweise fast alle Hotels recht gut.

Außerdem verfügt das Roadway Inn über eine einigermaßen großen Pool, in den wir – zum ersten Mal in einem US-Urlaub – gleich mal reinspringen. Das musste heute einfach sein…

Gefahrene Strecke: ca. 300 km
Essen: Buttery Jack bei Jack in the Box, überraschend gut!
Hotel: Roadway Inn in Twentynine Palms, gut und preiswert

Und jetzt?
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