12. Tag: Von Joshua Tree nach Los Angeles

„Entweder man hasst Los Angeles oder man liebt es“, behaupten viele. Ich behaupte: Wir schaffen beides.

LA ist eine faszinierende Stadt, wenn man dieses ausgekippte Etwas denn als Stadt bezeichnen will, mit vielen Sehenswürdigkeiten, hohem Wiedererkennungswert, aber auch mit furchtbaren Verkehr, unglaublich präsenter Armut und häufig schwer zu atmender Luft.

Weil wir eigentlich schon alles kennen, wollten wir auf dieser Reise nur an LA vorbeifahren, aber die Sperrung des Highway 1 hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht, wir hatten ein, zwei Tage über (San Francisco und Yosemite waren aus Platz- und Preisgründen frühzeitig gebucht) und so blieb zwischen Joshua Tree und San Francisco nicht viel.

Indian Canyons

Ein ganz normaler Tag in LA

Von Joshua Tree aus steuern wir allerdings zunächst die Indian Canyons in Palm Springs an. Eigentlich eine schöne, schattige und manchmal sogar recht kühle Oase in der Wüste, doch an diesem Morgen ist beim besten Willen nichts zu machen: Wir versuchen einen kurze Runde über den Palm Canyon / Victor Loop, aber gegen die 120° F sind wir hier absolut chancenlos.

Also Los Angeles. Immerhin kennen wir die Stadt inzwischen schon so gut, dass wir zum einen den gröbsten Verkehr einigermaßen meiden können, und zum anderen genau wissen, was wir noch einmal sehen wollen uns was nicht.

Griffith Observatory

Unsere „übliche“ Runde führt zunächst zum Griffith Observatory, für uns das Wahrzeichen von LA, das mit seinem faszinierenden Gebäude und dem nicht minder großartigen Ausblick auf die Stadt jedes Mal begeistert. Bei der Anfahrt stellen wir fest, dass sich seit unserem letzten Besuch sogar ein klein wenig geändert hat: Parkplätze kosten jetzt 4$ die Stunde, außerdem sind An- und Abfahrt „one-way“, was die zuvor recht schwierige Verkehrssituation ein wenig entschärft.

Griffith Park Ausblick

Das Wetter spielt zwar nicht ganz mit – über der Stadt liegt eine seltsame Mischung aus Nebel und Pollution -, aber das Observatorium ist sehenswert und beliebt wie eh und je. Auf der Weiterfahrt stoppen wir noch kurz am Canyon Lake Drive und nehmen ein weiteres Foto vom Hollywood-Sign mit.

Hollywood Sign

Anschließend steuern wir eine etwas weniger bekannte Sehenswürdigkeit von LA an: Echo Park. Die vielen Filmen und TV-Serien als Kulisse dienende Grünanlage besticht in erster Linie mit ihrem See und seinen Fontänen, welche einen ungewöhnlichen Vordergrund zur Skyline von Downtown Los Angeles bilden.

Echo Lake Echo Park

Die Umgebung schwankt zwischen hip und heruntergekommen, eine Runde um den See ist aber mit keinem Aufwand verbunden und insbesondere am Wochenende, wenn der Besucherandrang groß ist, den Umweg absolut wert. Zumal erstaunlich große, dichte Seerosen gerade Echo Lake zieren.

Seerosen Echo Lake

Danach zieht es uns zu The Grove, einem relativ kleinen, aber schön angelegten Shopping-Center, das sich direkt neben dem Farmers Market sowie den Studios des TV-Senders CBS befindet. Auch wenn wir nichts kaufen: Die Umgebung gefällt, genauso wie einer der letzten großen Buchläden im Südwesten, in dem man sich unter anderem über die neuesten Trends in Sachen Ernährung und Gesundheit informieren kann. Aufgepasst: Wer weniger isst, nimmt mehr ab!

The Grove

Zum Schluss geht es nach Santa Monica, genau genommen zwar nicht mehr LA, aber wen interessiert das schon, wenn die Grenzen fließend verlaufen? Zumal die Stadt mit ihrer wilden Mixtur aus Glamour, Obdachlosen, Straßen, Strand, Stau und Film-Locations all das vereint, was wir mit LA verbinden.

Santa Monica Pier

Eine kleine Runde am trotz Nebel recht belebten Beach entlang, über den Pier und durch die Third Street Promenade, eine Einkaufsstraße, muss einfach sein, auch wenn es hier nicht viel Neues gibt.

Santa Monica Beach Third Street Promenade

Unser Hotel für die heutige Nacht ist das Best Western Woodland Hills, ein wenig außerhalb gelegen, was in Hinblick auf den Verkehr für die morgige Weiterfahrt nach Santa Barbara und Monterey eine sinnvolle Wahl darstellen sollte. Das Motel wurde zudem erst kürzlich renoviert und bietet typische Best-Western-Qualität: Selten umwerfend, aber immer gut genug.

Zum Abschluss des Tages hat das TV-Programm dann doch noch ein kleines Highlight zu bieten: Eine Verfolgungsjagd durch LA, von vier verschiedenen Sendern mit eigenen Hubschraubern gleichzeitig übertragen. Wer dabei Kino-Action erwartet, liegt allerdings falsch; das Ganze spielt sich weitgehend bei Tempo 30 ab, weil weder Fahrer noch Polizei etwas riskieren wollen, und wenn der Verfolgte auf dem Highway mal die – hui-ui-ui! – 50 mph erreicht, geht der Kommentator schon mit der Stimme hoch.

Das Ganze endet reichlich unspektakulär: Das mutmaßliche Car Thief fährt in eine Sackgasse, bleibt in einem Feld stecken und ergibt sich nach etwa drei Stunden der Polizei. Wir hatten erwartet, er würde noch acht Stunden weitersparen und das Ganze sich als Werbegag für ein besonders spritsparendes Auto herausstellen…

Best Western Woodland Hills

Gefahrene Strecke: ca. 400 km
Essen: Cheeseburger von Fatburger, frisch serviert!
Hotel: Best Western Woodland Hills, eine gute Wahl

Und jetzt?
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