13. Tag: Über Santa Barbara und Carmel nach Monterey

Wir gehen auf USA-Reisen seltsam gerne in Supermärkte. Zum einen, um zu sehen, was gerade angesagt ist und in zwei, drei Jahren vermutlich zu uns über den Ozean schwappen wird. Zum anderen, weil man im Supermarkt das Gefühl hat, einen kleinen Einblick in das Leben der Einheimischen zu gewinnen, was einem als Tourist sonst weitgehend verwehrt bleibt.

Normalerweise erledigen wir „größere“ Einkäufe bei Walmart, weil es dort wirklich alles gibt und man mitunter halb so viel zahlt wie bei der Konkurrenz, allerdings ist Walmart allein natürlich nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung – vor allem nicht an der Küste von Kalifornien, wo das Geld bei, absolut gesehen, vergleichsweise vielen deutlich lockerer sitzt.

Trader Joes

Deshalb nehmen wir uns in Los Angeles ein wenig Zeit, neben dem direkt gegenüber des Hotels gelegenen Ralphs (der Safeway ähnelt) auch Trader Joe’s und Whole Foods zu besuchen.

Trader Joe’s gehört interessanterweise zu Aldi Nord, verkauft jedoch beinahe ausschließlich eigene bzw. individuelle Produkte und legt dabei einen vergleichsweise großen Schwerpunkt auf natürliche Lebensmittel.

Auffällig ist hier vor allem das schlichte Produktdesign: Wo man in den USA sonst mit simplen Bildern überhäuft wird, muss man bei Trader Joe’s schon zwei oder drei Mal hinschauen und – huch! – lesen, um herauszufinden, welches Produkt sich überhaupt in einer Tüte befindet. Gewöhnungsbedürftig.

Trader Joes USA

Whole Foods hingegen ist das US-Amerikanische Hipster-Paradies; hier geht man einkaufen, wenn man den Namen der Kuh wissen will, die heute die Milch gegeben hat, wenn drei Bio-Siegel auf der Verpackung nicht genug sind und wenn man nicht nur den guten Herrn Washington, sondern auch Mr. Jackson und Mr. Grant nicht zwei Mal umdrehen muss.

Noch zumindest, denn Whole Foods wurde vor ein paar Tagen von Amazon übernommen, die kein Interesse daran haben dürften, nur einen Bruchteil der Bevölkerung zu bedienen.

Whole Foods

Wie auch immer, eine Runde durch die Gänge – vorbei an gluten free und organic, vorbei an tausenden Nahrungsergänzungsmitteln (dass die hier zu finden sind, entbehrt nicht einer gewissen Ironie), vorbei an natural und non GMO – lohnt sich auf alle Fälle.

Whole Foods USA

Wir gönnen uns dann auch ein Schlückchen Smoothie für knapp 10$. Schlagworte auf dem Label:

  • organic
  • non GMO (verified)
  • raw juice blend
  • cold pressed
  • pressed by hand
  • cleansing
  • kosher
  • dairy free
  • gluten free
  • vegan
  • vegetarian

Serviert in einer Plastikflasche. Prost.

Nebel Kalifornien

Über Santa Barbara nach Monterey

Davon abgesehen steht heute ein ziemlicher Fahrtag an, weiterhin bedingt durch die Sperrung des Highway 1 und die Tatsache, dass wir auf diesem Abschnitt der Route ohnehin schon alles mehrfach gesehen haben. Von Los Angeles geht es daher schnurstracks nach Santa Barbara zum Botanischen Garten. Den haben wir vor Ewigkeiten – vor knapp zwanzig Jahren, genau genommen – schon einmal besucht und es ist nicht davon auszugehen, dass sich seitdem viel geändert hat, aber vorbeischauen kann man ja mal!

Unterhaltsam ist an diesem Tag auf jedem Fall das Wetter, das regelmäßig zwischen circa 100° F und dem typischen Küstennebel mit 70° F oder sogar weniger schwankt. Die lange erwartete Abkühlung tut aber gut und wir haben sogar das Glück, dass der Botanische Garten hoch genug liegt, dass wir ungelogen auf den letzten knapp hundert Metern der Strecke gerade so aus dem Nebel herausfahren und den Garten bei Sonnenschein betreten können.

Santa Barbara Botanic Garden Santa Barbara Botanic Garden

Der Rundweg nimmt knapp anderthalb Stunden Zeit in Anspruch und ist ganz nett, aber nichts, das wir unbedingt weiterempfehlen würden. Dafür ist die hier dargestellte Pflanzenwelt von Kalifornien doch ein wenig zu farblos, zumal die Umgebung erstaunlich trocken wirkt. Davon, dass die Dürre überwunden sein soll, ist hier wie auf den Straßen jedenfalls nichts zu sehen.

Santa Barbara Botanic Garden Santa Barbara Botanic Garden

Und für die Straßen haben wir heute viel Zeit, denn von Santa Barbara aus geht es weiter nach Monterey, was mit gut vier Stunden Fahrzeit die längste oder zweitlängste Strecke dieses Urlaubs ist – und das, ohne irgendetwas Sehenswertes zu bieten. Es war ein langer Tag, aber ein in seiner Gestaltung für uns alternativloser.

Carmel by the Sea Carmel by the Sea

Um uns am Nachmittag doch noch ein bisschen die Beine zu vertreten, stoppen wir in Carmel, hier wieder im Nebel. Das kann den sympathischen Städtchen jedoch nur wenig von seinem Charme nehmen; ein kleiner Spaziergang entlang und nahe der Hauptstraße lohnt sich eigentlich immer.

Unsere Unterkunft für die heutige Nacht ist die Lone Oak Lodge in Monterey, ein nicht besonders neues, aber recht schönes, ordentliches und gut gelegenes Motel. Hier sammeln wir unsere Kräfte für die nächsten zwei Tage in San Francisco und für den Besuch der Point Lobos State Reserve morgen früh, einem der schönsten Parks des Südwestens!

Lone Oak Lodge

Gefahrene Strecke: ca. 500 km
Essen: frische Sandwiches von Safeway, ganz gut
Hotel: Lone Oak Lodge, ruhig und angenehm

Und jetzt?
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