16. Tag: Golden Gate Bridge & Point Reyes National Seashore

Die Umgebung unseres Hotels in San Francisco ist ganz interessant: An der Lombard Street findet man (schon seit Ewigkeiten) ein Motel nach dem anderen, allerdings nur sehr wenige Geschäfte oder auch nur Imbisse.

Direkt hinter dem Cow Hollow Inn jedoch, in der Chestnut Street, ist über die letzten Jahren hinweg ein mittelgroßer Shopping District entstanden, in dem man neben den unvermeidbaren Starbucks und Walgreens auch einen geräumigen Apple-Shop sowie diverse normale Geschäfte findet. Der erstreckt sich über knapp drei Blöcke und dann steht man wieder in einer ganz gewöhnlichen Wohngegend.

San Francisco Straße

Wobei “ganz gewöhnlich” auf San Francisco immer weniger zutrifft: Die einst in weiten Teilen so schmuddelig wirkende Stadt hat sich in der jüngeren Vergangenheit extrem gewandelt; mittlerweile gibt es nördlich von Market kaum noch eine Straße, bei der man auch nur einen zweiten Blick riskieren muss, bevor man sie entlanggeht.

Für Touristen wie uns ist das großartig, für die (einstigen) Einheimischen aber vermutlich weniger, verdrängen die hochbezahlten Silicon-Valley-Angestellten doch zunehmend die “normale” Bevölkerung aus der Nähe des Zentrums.

Auch wenn man sich die Frage stellt, wie man allen Ernstes jeden Tag von San Francisco nach San José, Cupertino oder Mountain View pendeln kann – der Verkehr in der Bay Area ist zwar bei Weitem nicht so schlimm, wie in LA, zwei bis drei Stunden dürfte man auf dem Weg zur Arbeit und zurück dennoch im Auto verbringen.

So schön San Francisco auch ist und so sehr uns die Stadt mal für mal begeistert: Welch eine Qual!

Golden Gate Bridge

Marin County

Nach unserem üblichen morgendlichen Frühstück – Bagels mit Peanut und Almond Butter – sowie einem Kaffee – von Peet’s, nicht von Starbucks – begeben wir uns auf den Weg zur Golden Gate Bridge.

Wir haben die Brücke zwar schon aus fast allen erdenklichen Perspektiven gesehen, aber da das Wetter heute Morgen erstaunlicherweise mitspielt (ein sanfter, grauer Schleier, aber kein echter Nebel) wollen wir die Bridge noch einmal mitnehmen, da wir ohnehin über sie und dann erstmal gen Norden weiterfahren.

Golden Gate Bridge Viewpoint

Wir stoppen kurz auf dem Parkplatz direkt neben der Golden Gate Bridge, knipsen ein Foto, und fahren dann weiter in Richtung Point Diablo hinauf. Nicht die optimale Zeit für diesen Viewpoint – besser ist’s am Nachmittag -, aber dafür ist es relativ ruhig. Nur erstaunlich viele Radfahrer sind hier unterwegs, an die wir uns aus der Vergangenheit zumindest in so großer Anzahl nicht erinnern können.

Point Diablo

Unsere heutige Endstation ist Oakdale, von wo aus wir morgen den Yosemite National Park ansteuern werden. Weil es auf dem direkten Weg dorthin jedoch nur sehr, sehr wenig zu sehen gibt, fahren wir zuvor noch zur Point Reyes National Seashore im Norden, knapp eine Stunde von San Francisco entfernt.

Sie dient vielen Einheimischen als Naherholungsgebiet, obwohl sich die Anfahrt durch zahlreiche Dörfer und Wälder bei im Schnitt vielleicht Tempo 35 reichlich zieht. Und auch Point Reyes ist kein ganz typisches Parkgebiet, befinden sich auf der (mehr oder weniger) Halbinsel doch auch zahlreiche Farms und kleine Gemeinden, das unorthodoxe Straßennetz ist auf den ersten Blick sogar ziemlich verwirrend.

Aber: Wenn man einmal da ist, versteht man, warum es so viele Städtler an den Nachmittagen und Wochenenden hierhin verschlägt. Hier kann man wunderbare Ausblicke genießen, meilenweit wandern – besonders beeindruckend ist jedoch die Vielseitigkeit!

Auf dem etwa 8 km langen Estero Trail, den wir laufen, beginnen wir in recht gelbem Farmland, das tatsächlich von zahlreichen Kühen genutzt wird, teilweise hinter einem Zaun, teilweise Open Range.

Point Reyes National Seashore

Dann durchqueren wir einen kleinen, grünen Wald, der an die Redwoods oder sogar leicht an den Regenwald im Olympic National Park erinnert…

Point Reyes National Seashore

… bevor es in den Ausläufern der zahlreichen kleinen Buchten regelrecht sumpfig wird und wir am Ende einen Ausblick in Richtung der breiten Drakes Bay genießen.

Point Reyes National Seashore Point Reyes National Seashore

Anschließend fahren wir noch ein Stück weiter gen Osten, wo wir am riesigen Point Reyes Beach dem wilden Pazifik ins Auge blicken.

Point Reyes National Seashore Point Reyes National Seashore

Eigentlich stand für heute auch noch der Tomales Trail auf dem Programm, der ganz zur Spitze der Tomales Bay im Norden und einem weiteren beeindruckenden Ausblick führt, nach den zwei Tagen in San Francisco schmerzen uns aber weiterhin ein wenig die Beine. In der Natur – egal ob im Wald, auf Sand oder in den Canyons – läuft es sich wirklich angenehmer als auf Asphalt.

Am frühen Nachmittag steuern wir dann Oakdale an. Das Aufwendigste ist auch hier schon fast wieder die Rückfahrt durch die Dörfer von Point Reyes, denn wir müssen leider die gleiche Strecke zurück wie hin. Danach noch ein bisschen durch Oakland und Umgebung schleichen, dabei einen letzten Blick auf San Francisco werfen und dann recht zügig über die erstaunlich vollen Interstates gen Osten.

Oakdale befindet sich etwa 90 Meilen, zwei bis zweieinhalb Stunden, vom Yosemite Valley entfernt, sodass man hier ganz gut und einigermaßen günstig übernachten kann, um am nächsten Vormittag recht früh den Park zu erreichen. Unser Hotel für die heutige Nacht ist das örtliche Best Western Plus, in dem wir auch noch einmal waschen wollen.

Best Western Oakdale

Blöderweise ist der Trockner “out of order”, aber einen Laundromat wird’s in der Nähe schon geben, denken wir uns, und schmeißen die Wäsche in die Maschine. Fünf Minuten später verrät uns Google: Es gibt nur einen einzigen Laundromat, am anderen Ende der Stadt und noch dazu schlecht bewertet.

Aber fragen hilft: Die freundliche Dame an der Rezeption lässt uns unsere nasse Wäsche in einen Hochleistungstrockner des Hotels werfen, dreißig Minuten später ist alles staubtrocken. Ob wir jetzt noch etwas essen dürfen, um in unsere Sachen zu passen, wird sich aber wohl erst in den nächsten Tagen herausstellen…

Gefahrene Strecke: ca. 350 km
Essen: In-N-Out, wohl zum letzten Mal in diesem Urlaub
Hotel: Best Western Plus in Oakdale, große, neue Zimmer

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