20. Tag: Durchs Death Valley nach Las Vegas

Heute heißt es Abschied nehmen. Zum Glück noch nicht von den USA, aber zumindest schon einmal von unserem Auto, das uns über die letzten drei Wochen hinweg gute Dienste geleistet hat, obwohl es ein ziemlicher Spritfresser war: Wir hatten im Voraus um die 400$ fürs Benzin kalkuliert, tatsächlich dürften es eher so um die 700$ gewesen sein (genau rechnen wir das vielleicht im Nachhinein aus), trotz teilweise erstaunlich niedriger Spritpreise.

Death Valley Mesquite Flat

Im Death Valley

Zunächst aber muss uns das Auto ohnehin erst noch durch das Death Valley bringen, das wir auf direkter Route von Lone Pine nach Las Vegas möglichst schnell durchqueren wollen. Im Voraus hatten wir uns ein, zwei Trails ausgeguckt, die wir noch nicht kannten, doch wir haben fürs Erste genug vom Wandern in der derzeit wirklich unerträglichen Hitze.

Frühstück gibt es in unserem Motel leider nicht – obwohl das bei dem üblichen Continental Breakfast auch kein großer Verlust ist -, also werfen wir ein letztes Mal Bagels und English Muffins mit Peanut / Almond Butter ein und bedienen uns ein letztes Mal an der Kaffeemaschine auf dem Zimmer.

Von denen gibt es übrigens erstaunlich unterschiedliche Ausführungen: Mal fließt der Kaffee direkt in den Becher, mal erst in eine Kanne. Mal setzt man ein Pad ein, mal eine Art Filter. Mal ist die Anwendung wirklich idiotensicher, mal muss man ein wenig experimentieren. Und am Ende schmeckt der Kaffee doch immer gleich.

Dantes View

Die Fahrt von Lone Pine ins Death Valley führt anfangs ein gutes Stück bergab, von knapp 4000 Fuß auf zwischendurch unter 0. Entsprechend kurvig gestalten sich die ersten 60 Minuten, bis es dann wieder lange, lange, laaange fast nur geradeaus geht. Auch hier sucht man Radiosender übrigens weitgehend vergeblich.

Letzten Endes legen wir nur zwei Stopps ein: Zum einen bei den Mesquite Flat Sand Dunes, bei denen ich mir einbilde, sie sehen genauso aus wie bei unserem letzten Besuch, was aber vermutlich Quatsch ist, sind seitdem doch gut vier Jahre vergangen.

Death Valley Mesquite Flat Dantes View

Zum anderen bei Dantes View, einem der wenigen Aussichtspunkte im Death Valley, von dem aus man vor allem das Badwater Basin, den tiefsten Punkt des Tals, wunderbar sehen kann. Weniger wunderbar sind die Bienen dort oben, die einen zu hunderten gnadenlos jagen. Wir schaffen es auf dem Rückweg gerade so ins Auto, ohne zusätzliche Fahrgäste aufzunehmen.

Walmart

Zurück in Las Vegas

Aufgrund der wenigen Stopps erreichen wir Las Vegas bereits ziemlich genau zur Mittagszeit, was uns aber entgegenkommt, denn wir wollen nicht nur das Auto abgeben und ins Hotel einchecken, sondern auch einen letzten größeren Einkauf erledigen – zum einen für die nächsten Tage, zum anderen möchten wir aber natürlich auch das ein oder andere verzehrbare „Souvenir“ nach Hause mitnehmen.

Also finden wir uns in dem Walmart nahe des Flughafens wieder, in dem wir vor ziemlich genau drei Wochen bereits waren. Das fühlt sich gleichzeitig so lange her, aber auch kaum vorstellbar an, dass so viel Zeit schon vergangen ist.

Walmart Las Vegas

Die immer etwas lahmen Kassierer umgehen wir heute mal mit der Nutzung einer Self-Checkout-Kasse, die in der Regel recht gut funktionieren, so lange man nichts Alkoholisches kauft. Tut man das doch, schrillen erstmal drei Alarmglocken und alle (!) müssen ihre Ausweise vorzeigen. Den Sinn dahinter werden wir wohl nie verstehen, können doch auch Familien mit Kindern problemlos Alkohol kaufen? Einer der vielen Anachronismen und Widersprüche, auf die man in den USA erstaunlich regelmäßig trifft.

Danach fahren wir ins Flamingo, unser Hotel für die nächsten vier Nächte. Die Suche nach dem Parkhaus gestaltet sich etwas schwierig, einmal falsch abgebogen und schon ist man auf dem Strip! Wir stellen uns bereits darauf ein, die nächste Stunde im Stau zu stehen, doch der Verkehr ist so flüssig wie nur selten und der kleine Verfahrer kostet uns keine zehn Minuten.

Also sind wir bereits gegen 13 Uhr im Hotel – ob man so früh überhaupt schon einchecken kann? Man kann, wie die lange Schlange vor der Rezeption beweist. Zum Glück haben wir den Online-Check-In genutzt und müssen jetzt nur unseren Pass von einem Automaten scannen lassen, die unvermeidbare Resort Fee autorisieren und dann spuckt das Gerät unsere Key Cards aus.

Apropos Express-Kassen und Check-In-Maschinen: In fünf bis zehn Jahren kann man „dank“ Automatisierung vermutlich durch die USA reisen, ohne mit einem einzigen Menschen sprechen zu müssen. Bei Flug, Mietwagen, Tanken, Einkaufen, manchen Fast-Food-Ketten und großen Hotels geht das schon jetzt, lediglich die kleineren Motels und Restaurants sind noch nicht so weit. Mal gucken, wie lange es dort noch dauert…

Flamingo Hotel Go Room

Unser Zimmer im Flamingo ist ganz nett, wir hatten es uns in erster Linie aufgrund der guten Lage und des recht schönen Pools ausgesucht, den wir morgen mal aufsuchen werden.

Heute bringen wir erstmal nur unsere Sachen aufs Zimmer und laufen dann schnell zum Auto zurück, um die neue Parkgebühr zu umgehen, die bei Parkzeiten über 60 Minuten greift. Von dort aus geht es zum Rental Car Center, wir tanken noch einmal auf (ausgerechnet heute müssen wir sage und schreibe drei Tankstellen ausprobieren und bei der dritten sogar Cash zahlen – letztens hatten wir sie und unsere Kreditkarte noch gelobt!) und geben das Auto bei Alamo ab. Dort treffen wir dann doch noch einen Menschen, der einen Satz rausbekommt: „Here’s your zero balance check, goodbye!“

Weil die Rückfahrt mit dem Bus vom Flughafen bzw. vom Rental Car Center absurd kompliziert ist und wir bei der Hitze ohnehin keine große Lust aufs Busfahren haben, nehmen wir uns ein Taxi; die nur knapp 20$ sind es uns wert.

Wynn Buffet

Zum Abschluss des Tages steht dann noch (nach dem M Resort vor anderthalb Wochen) das zweite große Buffet an. Unsere Lieblingsbüffets im Caesars und Cosmopolitan wollen wir uns für morgen und übermorgen aufsparen, heute versuchen wir uns erst einmal am Wynn. Da waren wir vor, ich glaube, sechs Jahren zuletzt, seitdem wurde jedoch kräftig umgebaut, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten.

Im Detail bedeutet das: Auch im Wynn wird mittlerweile das meiste nicht mehr in großen Kantinenschüsseln, sondern auf kleinen Tellern fein angerichtet serviert, außerdem gibt es verschiedene Gerichte auf Wunsch „made to order“. Dazu zählen verschiedene Kartoffelpuffer, Tacos und Wraps sowie Pekingente.

Wynn Buffet

Die Auswahl ist im Großen und Ganzen ziemlich gut, was man für den Preis (ca. 105$ für zwei Personen mit Tax und Tip) aber wohl auch erwarten darf. Besonders gefallen haben uns der frisch-fruchtige Wassermelone-Feta-Salat, die knusprigen Kartoffelpuffer mit Lachs und das rauchig marinierte Rindersteak. In der Breite nicht ganz so stark und vielfältig wie Bacchanal und Wicked Spoon, aber auf dem Weg dorthin!

Satt und müde verbringen wir den Rest des Abends auf dem Hotelzimmer, von dem aus wir einen ganz netten Ausblick auf den Strip genießen.

Wynn Buffet Wynn Buffet

Gefahrene Strecke: 450 km
Essen: The Buffet im Wynn, sehr lecker
Hotel: Flamingo, zentral und ordentlich

Und jetzt?
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