23. Tag: Zurück nach Deutschland!

Verlassen wir Las Vegas etwa einen Tag zu früh? Offenbar, wenn wir den hiesigen Nachrichten Glauben schenken dürfen – die sprechen nämlich schon die ganze Woche von nichts anderem als von der Freigabe von Recreational Marihuana, die am heutigen Abend, genau genommen um Mitternacht, erfolgt. (Okay: Von der Freigabe und natürlich von dem Kleinkind im Weißen Haus, das Präsident spielen möchte.)

Nevada ist damit der vierte Bundesstaat der USA, der Marihuana nicht nur zu medizinischen Zwecken freigibt, sondern auch zum Spaß an der Freude. Am Strip soll der Konsum von „Pot“ jedoch verboten bleiben, was witzig ist, denn:

a) Wer soll das kontrollieren? Hat schon mal jemand so etwas wie Polizei am Strip gesehen?
b) Wer soll sich daran halten? Man riecht jetzt schon beinahe mehr Gras als Tabak allerorts.

Mit anderen Worten: Nein, wir verlassen Las Vegas nicht einen Tag zu früh. Außerdem haben wir lange genug an der Grenze zu Holland gelebt…

Las Vegas Airport

Zurück nach Hause!

Full Disclosure: Wir haben diesen Reisebericht um zwei Tage gekürzt, an denen es nicht allzu viel zu schreiben gab – einmal in der Mitte des Urlaubs und einmal jetzt am Ende, weil uns beim besten Willen nichts mehr einfällt, das wir über Las Vegas, Pools, Hotels und Büffets noch schreiben können.

Also geht es heute nun am 23. Tag, der eigentlich der 25. Tag ist, zurück in die Heimat. Unser Flug startet um Viertel nach neun, was die perfekte Zeit ist: Wir müssen nicht früher aufstehen als gewöhnlich, morgens aber auch nicht herumgammeln und die Zeit bis zum Abflug totschlagen. Am letzten Tag macht man doch ohnehin irgendwie nie wirklich was.

McCarran Airport

Wir versuchen ein weiteres Mal unser Glück an Uber, von denen wir zum Flughafen gebracht werden wollen, scheitern jedoch auch mit einem zweiten Handy, zweiten Account und anderen Zahlungsmitteln und prophezeihen Uber eine furchtbar düstere Zukunft, wenn sie uns nicht als Kunden wollen.

Dann eben wieder das Taxi, was morgens um sieben allerdings ohnehin keine schlechte Wahl darstellt, denn ohne Verkehr ist man in Nullkommanichts am Flughafen und zahlt selbst mit großzügigem Tip gerade mal 20$.

Überhaupt ist es auf den Straßen und auch am Flughafen relativ ruhig – die Ruhe vor dem Sturm, denn es steht das Wochenende um den 4. Juli bevor, Independence Day also. (Und Recreational Marihuana Day, der ebenfalls viele Touristen in die Stadt spülen soll, wie Clark County, die Gemeinde, hofft.)

McCarran Las Vegas

Wie schon auf dem Hinflug haben wir es zunächst mit United zu tun, die uns von Las Vegas nach Houston bringen, und wieder einmal können wir über die Airline nur Gutes sagen: Der Flug ist zwar komplett voll, aber trotzdem recht ruhig, der Service gut und Start sowie Landung sind überpünktlich. Vielleicht hat die schlechte Presse aus dem Frühjahr für einen kleinen Motivationsschub gesorgt.

In Houston steigen wir in einen A388 der Lufthansa um, was insoweit problematisch ist wie Code-Sharing-Flüge eben immer problematisch sind. Vor allem mit Lufthansa. Denn Sitzplätze online aussuchen ist nicht – erst werden wir auf den Check-In verwiesen, dann auf das Gate, dann auf das nächste Gate… und dort sagt man uns dann nach 45-minütigem Anstehen, dass der Flug komplett ausgebucht sei und man leider nichts für uns tun könne.

Lufthansa A388

Also müssen wir mit den automatisch zugewiesenen Plätzen Vorlieb nehmen, die sich in Reihe 84 befinden. Zwar weit hinten im Flugzeug, aber noch nicht einmal in der letzten Kabine, Größe des Fliegers sei Dank.

Auch wenn Boarding und Deboarding bei diesem Ungetüm immer ewig dauern, fliegen wir eigentlich ganz gerne mit dem 388, weil man achtzig Prozent der Zeit überhaupt nicht merkt, dass man in der Luft ist. Die restlichen zwanzig Prozent sind halt die übliche Schiffsschaukel.

Wir fliegen mit erstaunlich hohem Tempo (im Schnitt um die 1000 km/h, wenn wir uns nicht verguckt haben) und über den Service kann man auch hier nicht meckern: Zum Abendessen gibt es nicht Chicken oder Pasta, sondern Beef oder Pasta, auch wenn die Farbe des Fleisches mehr über den Unterschied verrät als der Geschmack.

Lufthansa Pasta Lufthansa Beef

Danach geben sich die Flugbegleiter größte Mühe, alle Passagiere mit mehreren Nachschlägen an Bier, Wein und Schnaps ruhigzustellen, was allerdings nicht so recht gelingen mag. Die Lichter werden zwar für gut vier Stunden ausgeknippst, aber die meisten scheinen doch recht unruhig zu sein und auch wir können nicht wirklich schlafen.

Zum Frühstück wird’s dann kurz unangenehm: „Befindet sich ein Arzt oder eine Krankenschwester an Bord?“, schallt es aus den Lautsprechern. „Ein Passagier benötigt dringend medizinische Hilfe.“ Wir rechnen schon damit, in Shannon oder Dublin runterzugehen, doch anscheinend war es nur halb so schlimm, auch wenn die Flugbegleiter (offenbar auch aus anderen Gründen, die wir verpasst haben) reichlich gestresst wirken.

Lufthansa Houston Frankfurt Lufthansa Frühstück

Das Frühstück besteht übrigens aus Ei, Brötchen und einem Hauch von Obst – eben auch ziemlich genau das, was man erwartet. Man isst, was man kriegt!

Wiederum fast auf die Minute pünktlich landen wir schließlich in Frankfurt und werden von unserem ersten Regen der letzten vier Wochen begrüßt. Deutschland hat uns wieder…

Flughafen Frankfurt A380
Und jetzt?
Ganz vorbei ist unser Reisebericht allerdings noch nicht, denn hier werfen wir noch einen Blick auf die Reise zurück: Wie war unsere Planung, was hat uns gut gefallen, was weniger? Was würden wir nächstes Mal genauso machen, was anders?

Bis dahin aber schon einmal vielen Dank fürs eifrige Mitlesen – wir hoffen, es hat Ihnen ähnlich viel Spaß gemacht wie uns!

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