5. Tag: Petrified Forest & Canyon de Chelly

Es ist zusammen genommen unsere insgesamt elfte USA-Reise, doch heute schaffen wir es tatsächlich, ein kleines Novum zu erleben. Aber der Reihe nach…

Die Nacht in der Globetrotter Lodge war im wahrsten Sinne des Wortes holprig, denn die auch nachts regelmäßig verkehrenden Züge tuten nicht nur fleißig, sondern bringen auch Bett und Wände hin und wieder zum Wackeln. Trotzdem haben wir recht gut geschlafen und ruhiger ist es bei der Konkurrenz vermutlich auch nicht.

Dennoch sind wir wieder recht früh auf den Beinen, offenbar haben wir uns ans Aufstehen um 5 Uhr bereits gewöhnt. Auch im Hinblick aufs Frühstück bleibt alles beim Alten: Bagels und Peanut Butter, bei der wir uns aus den circa elf Marken mit je acht verschiedenen Varianten eine wirklich sehr leckere ausgesucht haben. Jif Natural Crunchy, falls es interessiert!

Petrified Wood

Petrified Forest National Park

Um kurz nach sechs geht es dann schon wieder auf die Weiterreise und zu unserem ersten Ziel, dem Petrified Forest National Park, ist es nicht weit. Wir wollen den Park von Süden nach Norden durchqueren: Im Süden befinden sich in erster Linie die versteinerten Baumstämme, während sich im Norden das Painted Desert befindet.

Eine gute halbe Stunde später am Parkeingang angekommen, erleben wir dann das schon angesprochene Unerwarte: Wir stehen vor einem verschlossenen Tor. „Park opens at 7 am“ verrät uns ein Schild – das haben wir noch nicht erlebt, allerdings waren wir zuvor auch nur selten zu so früher Stunde in einem National Park, höchstens zum Sonnenaufgang.

Die Wartezeit vergeht jedoch recht schnell, das Tor öffnet sich um 6:55 von alleine und wir sind erstaunlicherweise nicht die einzigen Besucher, die pünktlich zur Öffnung hineinfahren. Zu unserer Verteidigung sei gesagt: Man muss die frühe Stunde bei den gegenwärtigen Temperaturen einfach ausnutzen, um es halbwegs aushalten zu können.

Giant Logs

Am Visitor Center drehen wir eine kleine Runde auf dem kurzen, einfachen Giant Logs Trail, auf dem man einen guten Eindruck von dem „versteinerten Wald“ gewinnen kann. Die teilweise kristallisierten Baumstämme sind schon ganz nett, aber ihre wirkliche Bedeutung (bzw. ihr enormes Alter) bleibt auch aus der Nähe ungreifbar.

Painted Desert im Petrified Forest Painted Desert Holbrook

Wir haben es jedoch ohnehin vor allem auf das Painted Desert abgesehen und so steuern wir danach ohne Umschweife zunächst Blue Mesa an, das sich in der Mitte des Parks befindet.

Auf einem schönen Rundweg steigen wir zwischen die bunten Felsen hinab, bei denen man die unterschiedlichen Gesteinsschichten wirklich bestens erkennt: Verschiedene Arten Sandstein, erkaltete Lava, Ablagerungen eines Flussbetts und… das vierte hab ich vergessen.

Painted Desert Ausblick

Sehenswert auf jeden Fall, genauso wie die weiteren Ausblicke sowie der kurze Rim Trail im Hauptgebiet des Painted Desert im Norden. Hier sind die Felsen überwiegend rot statt blau, unterwegs haben wir aber auch viel weiß und sogar das recht seltene Schwarz gesehen.

Alles in allem ein sehr lohnenswerter Besuch, zumal es selbst zu späterer Stunde überraschend leer ist. Vielleicht sollte man sich in Painted Desert National Park umbenennen, um mehr Touristen anzulocken?

Canyon de Chelly

Canyon de Chelly

Anschließend geht es weiter ganz in den Osten Arizonas, wo das Canyon de Chelly National Monument auf uns wartet. Das Monument befindet sich auf Navajo-Land, also wird es wieder einmal Zeit, die Uhr umzustellen, denn die Navajos folgen anders als Arizona der Sommerzeit.

Wie so häufig in der Region ist die zugehörige Stadt, Chinle, verdammt trostlos; außer zwei Hotels, zwei Tankstellen, einem kleinen Supermarkt und zwei Lokalen gibt es hier nun wirklich gar nichts. Wie man in so einem Dorf (oder in den noch winzigeren Ansiedlungen, auf die man unterwegs regelmäßig trifft) lebt und leben kann, werden wir wohl nie verstehen.

Canyon de Chelly

Der Canyon de Chelly jedoch ist äußerst sehenswert, mit Betonung auf „äußerst“, denn etwas Vergleichbares im Südwesten der USA gibt es kaum.

Auf den zahlreichen Viewpoints entlang des Rim Drives blickt man von oben in einen weiten und unglaublich grünen Canyon hinab, besonders der letzte Aussichtspunkt auf Spider Rock – siehe Foto – haut uns um. Würde Canyon de Chelly ein wenig weiter westlich liegen, wäre er vermutlich ähnlich bekannt wie Page oder sonstwas.

Spider Rock

Anschließend gönnen wir uns einen Burger bei Denny’s, einem der besagten zwei Lokale von Chinle, und fahren dann in die Thunderbird Lodge, in der wir heute übernachten. Die Bewertungen im Internet lasen sich sehr durchwachsen, doch wir hatten erfahren, dass das Motel letztes Jahr einen neuen Eigentümer sowie eine Grundsanierung erhalten hat.

Burger bei Denny's Thunderbird Lodge

Und was sollen wir sagen: Es ist eines der besten Motels, das wir jemals in den USA gesehen haben. Eine schöne, ruhige Anlage direkt am Canyon, große Zimmer, neue Betten, schnelles Internet und eine unerschöpfliche Auswahl an TV-Sendern – besser geht es kaum. Vielleicht sollte man auch die Lodge mal umbenennen, um die schlechten Bewertungen vergessen zu machen? Nur so eine Idee!

Morgen geht es weiter in Richtung Moab. Auf welchem Weg und mit welchen Zwischenstopps, das steht noch zur Debatte…

Gefahrene Strecke: ca. 300 Kilometer
Essen: Burger bei Denny’s, ziemlich üppig
Hotel: Thunderbird Lodge, tolles Motel in Chinle

Und jetzt?
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