6. Tag: Monument Valley & Arches

Eigentlich hatten wir uns für heute die Bisti Badlands in New Mexico vorgenommen. Die hatten wir vor zwei Jahren schon einmal versucht, damals aber wegen zu schlechten Wetters abbrechen müssen. Die Runde von Chinle über die Badlands bis nach Moab wäre machbar, aber recht umständlich – und nachdem schon bei den Wahweap Hoodoos vorgestern das Gebotene und der Aufwand für uns in keinem Verhältnis standen, entscheiden wir uns gegen Bisti.

Im Gegenzug müssen wir uns allerdings nach einer Alternative umschauen, denn die Bauarbeiten im Arches National Park laufen noch, sodass wir den eigentlich geplanten Trail zum Tower Arch nicht machen können; der Öffnungstermin wurde zwei Mal verschoben. Da wir auf dem Weg nach Moab alles bereits mehrfach besucht haben, entscheiden wir uns spontan für das Monument Valley.

Monument Valley Panorama

Auf dem Wildcat Trail

Vielleicht nicht die einfallsreichste Wahl, aber zum einen ist unser letzter Besuch schon einige Jahre her, zum anderen haben wir den Wildcat Trail noch nicht gemacht, der um einen der großen Buttes herumführt. Also machen wir uns gewohnt früh bei bestem Wetter und wieder einmal hohen Temperaturen auf den Weg ins Tal an der Grenze von Arizona und Utah.

Am Visitor Center angekommmen, zahlen wir den mit 20$ recht fairen Eintrittspreis, werfen einen kurzen Blick auf die Buttes, die derzeit noch im Schatten liegen und begeben uns dann gleich auf den Weg.

West Mitten Butte

Die knapp sieben Kilometer lange Strecke führt zunächst etwa eine Meile auf verschlungenem Weg vom oben gelegenen Viewpoint und Campingplatz nach unten zum Grund des Tals. Dort teilt sich der Trail zu einem Loop, der den westlichsten Mitten Butte auf relativ ebener Strecke umrundet.

Trotz des vergleichsweise einfachen Weges kommen wir ganz schön ins Schwitzen, doch die Ausblicke lohnen sich: So nah kommt man dem Monument Valley selbst auf dem Scenic Drive nur selten – wahrscheinlich, weil man sich eben wirklich selbst mittendrin befindet und nicht nur für Viewpoints aussteigt.

Wildcat Trail

Allein zu Pferde mag das Western-Feeling noch ein wenig (okay: deutlich) stärker aufkommen und natürlich begegnen wir auch hier wieder einigen Urlaubern, die den Weg nicht zu Fuß, sondern im Sattel begehen. Das Ausweichen fällt zum Glück aber leichter als am Grand Canyon vor ein paar Tagen.

Pferde im Monument Valley

Erschöpft kommen wir nach gut zwei Stunden wieder oben an und stellen zu unserer Freude fest, dass die Sonne ausreichend weitergezogen ist, um ein besseres Foto vom Tal schießen zu können.

Straße zum Monument Valley Monument Valley

Ziemlich am Ende

Dann geht es weiter nach Moab. Auch hier haben wir noch etwas nachzuholen, denn den Trail zum Delicate Arch mussten wir bei unserem vorletzten Besuch aufgrund eines Unwetters auf etwa halber Strecke abbrechen – den wollen wir, auch mangels anderer Alternativen im Park, heute nachholen.

Die gut dreistündige Fahrt zieht sich ein wenig, zumal wir uns Sorgen machen, dass unsere Ankunftszeit in Arches nicht die beste sein könnte. Zwischen 13 und 14 Uhr muss man sich auf Besuchermassen einstellen und von den Temperaturen, die schon wieder an der 100°-F-Marke kratzen, wollen wir gar nicht anfangen.

Außerdem haben wir Hunger, also stoppen wir erstmal in Moab bei Wendy’s. Gewohnt gut, auch wenn wir die Standard-Burger aus den Fast-Food-Restaurants nach knapp einer Woche doch so langsam ein wenig über haben.

Wendys Burger in Moab

Bei der Fahrt durch Moab fällt uns auf, wie sehr sich die Stadt über die Jahre hinweg gewandelt hat: Ein neues Hotel nach dem anderen wird aus dem Boden gestampft (zwei weitere befinden sich aktuell schon wieder im Bau – welche Ketten fehlen hier eigentlich noch?), gleichzeitig hat „Downtown“ allerdings auch an Charme gewonnen; so ein schönes Touristenstädtchen sieht man in den USA sehr selten.

Gegen 13:30 Uhr erreichen wir dann die Entrance Station von Arches und stellen zu unserer Überraschung fest, dass die erwartete Schlange nicht vorhanden ist, im Gegenteil: Viele kommen uns sogar entgegen und fahren schon wieder aus dem Park raus.

Vielleicht ist es die Hitze, vielleicht aber auch, dass man bei geschlossenem Devils Garden kaum mehr als einen halben Tag in Arches verbringen kann. Schon voller ist der große Parkplatz am Delicate Arch Trailhead, aber wir finden schnell und problemlos einen Platz.

Delicate Arch Trail

Und dann folgt die wohl anstrengendste Wanderung, die wir jemals gemacht haben. Und das, obwohl wir schon mehr als doppelt so lange Trails in Arches, den Canyonlands und anderen National Parks gewandert sind.

Doch die knapp 100° F in Verbindung mit der Höhe, dem Mangel an Schatten und der Tatsache, dass wir schon knapp 8 km in den Knochen haben, sind ein echter Killer. Achja, 5 Liter Wasser schleppen wir auch noch mit, zumindest anfangs, denn neun der zehn Flaschen kriegen wir tatsächlich leer.

Mit letzter Kraft erreichen wir den Bogen und wundern uns einmal mehr über all die anderen Wanderer, die zum Teil, nun, nicht besonders sportlich aussehen, lange Jeans und schwarze Oberteile tragen, lediglich eine kleine Wasserflasche mitnehmen und es trotzdem irgendwie schaffen.

Delicate Arch

Es gibt allerdings auch solche, denen es noch schlechter geht als uns: Die, die auf dem Rückweg feststellen, dass sie ihr (pinkes) iPhone oben verloren haben und zurück laufen, um es zu suchen.

Ich würde gerne behaupten, die Anstrengungen seien es wert gewesen, aber ich erinnere mich nur noch dunkel daran – unseren Fotos nach muss es sich aber gelohnt haben. Immerhin: Morgen erwarten wir mit 57° F den wohl kältesten Tag unserer Rundreise…

Adventure Inn Moab

Gefahrene Strecke: ca. 450 km
Hotel: Adventure Inn, sparsam eingerichtet, aber gut
Essen: Burger bei Wendy’s, wie immer sehr gut essbar

Und jetzt?
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