7. Tag: Capitol Reef – oder: Vom Winde verweht

Auf jeder USA-Reise gibt es einen Tag zum Vergessen. Wir hoffen, dieser Tag war heute.

Eigentlich beginnt er ganz gut: Im Adventure Inn, in dem man genauso wie im ähnlich günstigen Inca Inn nebenan bestens schlafen kann, gibt es Frühstück zwar erst ab 7 Uhr, aber schon ab 5:30 Uhr guten “Early Bird Coffee” im Ice Machine Room, sodass wir nicht die Kaffeemaschine des Motelzimmers nutzen oder einen Abstecher zu McDoof unternehmen müssen.

Von Moab aus geht es nach Norden, über die I-70 (schon wieder eine 80er-Zone!) ein Stück gen Westen und dann über Highway 24 nach Süden. (Ein sicheres Zeichen dafür, dass wir wenig gemacht haben: Wenn wir schon die Anfahrt ausführlich beschreiben…)

Cathedral Valley Panorama

Im Capitol Reef

Ein gutes Stück vor Torrey wagen wir einen Abstecher in Richtung Cathedral Valley, bevor wir das Zentrum von Capitol Reef ansteuern. Dort haben wir uns den Cassidy Arch Trail vorgenommen, der am Ende einer kurzen Dirt Road am Grand Wash Parking Lot beginnt.

Cathedral Valley Road Fremont River Ford

Eigentlich ein schöner und nicht allzu anstrengender Weg, auch wenn es ordentlich bergauf geht, aber das Wetter wird unterwegs zunehmend zum Problem. Von den angesagten 57° F zwar keine Spur, es sind um die 72° F, dafür aber bläst der Wind unangekündigt so heftig, dass uns stellenweise nicht nur das Bewegen, sondern sogar das Atmen schwerzufallen scheint.

Capitol Reef bei Wind

Und wer schon einmal einen Sturm im Capitol Reef erlebt hat, der weiß, dass der Wind an sich nicht einmal das Schlimmste ist: Der Sand und die kleinen Steine, die von ihm aufgewirbelt werden, einem bis ins Gesicht und in die Augen peitschen, sind die wahre Qual. Wir kämpfen uns trotzdem wacker voran, denn was sollen wir schon gegen Mittag im Motel?

Cassidy Arch Trail

Oben angekommen, biegen wir zielsicher falsch ab, obwohl das Schild in die richtige Richtung zeigt, und ringen damit, unsere Kappen nicht dem Wind zu opfern. Vier Mal fange ich meine (reaktionsschnell wie heldenhaft, möchte ich betonen) im letzten Sekundenbruchteil ein. Beim fünften Mal nicht. Der Dank dafür ist am Abend ein kräftiger Sonnenbrand, trotz Spray.

Achja, der Cassidy Arch! Den erreichen wir letzten Endes dann doch und er war den weiten Weg durchaus wert, auch wenn die Sonne gerade von der falschen Seite scheint, um ihn wirklich gut fotografieren zu können.

Cassidy Arch Viewpoint Cassidy Arch

Bergab nimmt der Wind noch weiter zu, wir wollen jedoch nicht aufgeben und wagen uns an den Chimney Rock Trail ein paar Kilometer weiter.

Wir scheitern.

Der Wind oben ist zeitweise so stark, dass es unmöglich ist, sich vorwärts zu bewegen. Die Umkehr? Beinahe automatisch.

Wir fahren nach Torrey und setzen uns in Slackers, ein kleines Diner, wo gerade selbst die Einheimischen von “starkem Wind” sprechen. Das will schon was heißen, schätze ich. Der “Outlaw Burger” hier schmeckt immerhin sehr gut und spicy, noch besser sind aber die knusprigen Sweet Potato Fries mit irgendeiner leckeren Soße.

Slackers Torrey

Anschließend wieder einmal schnell das Auto auftanken (wir haben herausgefunden, dass eine unserer vier Kreditkarten die nervtötende Zip-Code-Abfrage bei allen Tankstellen aushebelt – ein Hoch auf Visa!) und dann geht es so früh wie nie zuvor ins Motel, das Broken Spur Inn.

Eine sehr nette Unterkunft, ruhig, große Zimmer, ordentlicher Fernseher, nur das Wi-Fi ist ein bisschen lahm. Aber vermutlich hängen heute auch alle im Motel ab, weil sie nichts Besseres zu tun haben.

Morgen geht es zu den Calf Creek Falls und auf die Hole-in-the-Rock Road, dann ohne Sturm!

Broken Spur Inn

Gefahrene Strecke: ca. 300 km
Essen: Burger bei Slackers in Torrey, sehr lecker!
Hotel: Broken Spur Inn in Torrey, eines der besten Motels

Und jetzt?
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