8. Tag: Calf Creek Falls & Hole-in-the-Rock Road

Nach einer guten, ruhigen Nacht im Broken Spur Inn versuchen wir an diesem Morgen zur Abwechslung mal, etwas später aufzustehen und das Frühstück mitzunehmen. Das beginnt um 7 Uhr im zum Motel gehörenden Steak House und wird als „Breakfast Buffet“ angepriesen – kann sich für US-Verhältnisse aber tatsächlich sehen lassen: Neben Toast und dem üblichen Süßkram gibt es auch Rührei, Würstchen und Speck. Nicht schlecht!

Highway 12

Zu den Calf Creek Falls

Nicht schlecht ist auch unsere etwas spätere Startzeit, denn hier um den Highway 12 herum ist es heute Morgen doch noch ziemlich kalt. Etwas wärmer als am Grand Canyon vor gut einer Woche, doch die Marke von 5° C wird knapp unterschritten. (Heute schreibe ich mal wieder von Celsius, weil’s nach unten hin dramatischer klingt als Fahrenheit!)

Unser erstes Ziel sind die Calf Creek Falls, weil wir uns nach dem vor allem im Auto und Hotel verbrachten gestrigen Tag unbedingt die Beine vertreten wollen.

Calf Creek Falls Trail

Auf dem Weg dorthin begegnen wir etlichen Rehen, die üblicherweise schnell das Weite suchen, doch wir staunen nicht schlecht, als wir nach einer Kurve auf einmal mindestens zwanzig Kühe auf der Straße vor uns stehen sehen, die keine Anstalten machen, sich von der Stelle zu bewegen.

Straßenschilder weisen zwar hier und da auf eine „Open Range“ hin, mehr als zwei, drei Kühe am Straßenrand sieht man jedoch nur selten. Aber Kuhslalom zu fahren, hat ja auch mal was!

Der Trail befindet sich an einem kleinen, idyllischen Campingplatz am Highway 12 und bringt einen auf knapp 9 km langer Strecke (hin und zurück) zu einem wirklich großartig sprudelnden Wasserfall, der in den namensgebenden Calf Creek fließt.

Calf Creek Falls Calf Creek Falls

Doch nicht nur der Wasserfall an sich kann sich sehen lassen, der gesamte Weg ist sehr schön und abwechslungsreich; mal direkt am Bach, mal zwischen hohen Felswänden, mal durchs dichte Gebüsch. Auf dem Hinweg ist auch noch sehr wenig los, sodass wir den Wasserfall am Ende ganz für uns allein haben, während uns auf dem Rückweg doch regelrechte Scharen entgegenkommen.

Der Trail nimmt etwa drei Stunden in Anspruch und gegen Ende brennt die Sonne trotz der angeblich nur 70° F doch schon ordentlich.

Hole in the Rock Road

Entlang der Hole-in-the-Rock Road

Gegen Mittag geht es weiter in Richtung Escalante, wo wir heute übernachten werden. Eine recht kurze Strecke, die uns wegen einer von zahlreichen Baustellen auf Highway 12 jedoch recht viel Zeit kostet: „We’ll be here waiting for the pilot car for 20 to 25 minutes. Get out, do stretches, or whatever!“, weist uns die Stop-Schild-Halterin – wie auch immer man diesen undankbaren Job korrekt nennen mag – zur Begrüßung an.

Knapp 20 Minuten später kommt dann tatsächlich das Pilot Car und fährt uns und ein Dutzend weitere Fahrzeuge vielleicht fünf Kilometer voran, von denen auf keinen hundert Metern tatsächlich gebaut wird. Die US-amerikanische Obsession mit Pilot Cars werden wir wohl nie verstehen.

Devils Garden Zebra Canyon Trail

Egal, weiter geht’s kurz vor Escalante, wo wir zumindest einen kleinen Teil der Hole-in-the-Rock Road fahren wollen, was mit unserem SUV nur mit mäßigem Tempo möglich ist. Vor allem die enormen Wellen in der Straße („Washboards“ laut Google) machen uns und dem Auto zu schaffen, auf dem (seltenen) Sand fährt es sich deutlich angenehmer als auf „Gravel“.

Dennoch erreichen wir ohne große Probleme den Devils Garden, in dem man auf eigene Faust einen kurzen Rundgang zwischen zahlreichen Hoodoos sowie kleinen Arches unternehmen kann. Die geben allesamt tolle Fotos ab, aber auch das Herumklettern über Stock und Stein macht hier wirklich Spaß.

Metate Arch

Erstaunlicherweise gibt es im Devils Garden sogar mehrere Picknickbänke, Grills und ein WC, obwohl die Straße nur sehr bedingt auf Touristen ausgerichtet scheint – auch wenn heute am Nachmittag nicht wenige den Weg über selbige wagen.

Zum Abschluss des Tages versuchen wir uns an Zebra Canyon, einem Slot Canyon, den man auf etwa dreistündigem Rundweg ebenfalls von der Straße erreicht. Der Trail ist erstaunlich gut besucht und führt recht gradlinig hinab in einen Wash und dann auf den Canyon hinzu.

Um Zebra Canyon problemlos anschauen zu können, muss man allerdings ein wenig Glück haben – das uns heute fehlt: Der Canyon ist mehr als kniehoch mit Wasser gefüllt, wir wagen ein paar Schritte, doch der rutschige Untergrund und die Eiseskälte lassen uns umkehren. Schade, aber der Weg bot auch so ein, zwei ganz nette Anblicke und im Gegensatz zum Vortag hatten wir zuvor schon einiges gesehen.

Devils Garden Hole in the Rock Devils Garden

Also weiter nach Escalante, ein Dorf eigentlich, das aber über eine erstaunliche Infrastruktur mit „Clinic“ und großer Schule sowie einem riesigen Sportplatz verfügt. Dürftiger die Auswahl an Grocery Stores und Diners, aber wir haben ohnehin nicht viel Hunger und belassen es mit einem akzeptablen Subway-Sandwich von der Tanke.

Morgen geht es weiter zum Bryce Canyon und dann ist der erste Teil unserer Reise, die Runde durch Arizona und Utah, auch schon fast vorbei…

Gefahrene Strecke: ca. 200 km
Essen: Subway in Escalante, ganz okay
Hotel: Circle D Motel, etwas zu altmodisch

Und jetzt?
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