9. Tag: Willis Creek & Bryce Canyon

Nach einer etwas unruhigen Nacht (Motels, in denen man den Kühlschrank nicht abstellen kann, zählen selten zu unseren Favoriten) begeben wir uns am Morgen auf den Weg nach Bryce Canyon. Zuvor wollen wir aber noch einen Stopp am Willis Creek Slot Canyon einlegen, nachdem uns Zebra am gestrigen Tag doch ein bisschen zu nass war.

Willis Creek Slot Canyon

Willis Creek Canyon

Die Fahrt dorthin ist nicht der Rede wert, wenn man einmal davon absieht, dass wir schon wieder wegen „Road Works“ ein paar Minuten warten und einem Pilot Car folgen müssen, obwohl von einer wirklichen Baustelle oder gar von der versprochenen One Lane Road nichts zu sehen ist.

Ein wenig Sorge macht uns, dass sich der Fahrer der Pilot Cars nach Ankunft auf unserer Seite erst einmal unter sein Auto legen muss, um dort nach dem Rechten zu sehen. Was machen die wohl, wenn das Pilot Car ausfällt? Ein paar Stunden lang niemanden vorbeifahren lassen?

Aber zum Glück bringt er die Karre doch wieder zum Laufen und so geht es nur mit kurzer Verzögerung voran. In Cannonville biegen wir zunächst Richtung Kodachrome State Park und dann auf die Skutumpah Road ab. Im Gegensatz zur Hole-in-the-Rock Road am Vortag besteht der Untergrund hier überwiegend aus Sand und Lehm, was das Fahren leichter macht, lediglich die unangenehmen „Washboards“ gibt es auch hier.

Willis Creek Slot Canyon Trail

Nach gut zehn Kilometern erreichen wir unser Ziel, den Trailhead. Wir sind die ersten auf dem doch recht großen Parkplatz und machen uns auf den Weg…

… der sich mehr als kurzer Spaziergang denn als echte Wanderung herausstellt. Vom Parkplatz bis in den Canyon hinein läuft man keine zehn Minuten, obwohl man mehrmals den sanft fließenden Willis Creek überqueren muss.

Ein bisschen Balance ist auf den Steinen im Bach schon gefragt, wenn man keine nassen Füße bekommen will, davon abgesehen könnte es sich hierbei jedoch um den einfachsten Trail der gesamten Reise handeln.

Skutumpah Road

Und: Es lohnt sich! So viel Slot Canyon für so wenig Aufwand bekommt man vermutlich nirgendwo anders; die etwa 20-minütige Anfahrt war schon das Anstregendste. Die noch recht flach stehende Sonne sorgt zudem für ein angenehmes Licht und beschert uns einige nette Fotos. Weiterzuempfehlen!

Bryce Canyon Panorama

Auf nach Bryce Canyon

Dass wir nach knapp einer Stunde schon mit Willis Creek fertig sind, wirft jedoch die Frage auf, wie wir den Rest des Tages gestalten wollen. Eigentlich hatten wir uns für Bryce Canyon nur den relativ kurzen Trail zur Tower Bridge vorgenommen, der mit fünf Kilometern nicht mehr als zwei Stunden in Anspruch nimmt. Dann wären wir allerdings schon gegen Mittag fertig.

Wir entscheiden uns daher, den Fairyland Loop in Angriff zu nehmen, den wir aufgrund seiner Länge von knapp 14 Kilometern und einem Zeitaufwand von vier bis fünf Stunden für den heutigen Tag für zu lang erachtet hatten. Doch wir fühlen uns fit, die Temperaturen bewegen sich mit um die 70° F auf einem erträglichen Niveau, warum also nicht?

Fariyland Trail

Falls es uns unterwegs zuviel wird, können wir an der Tower Bridge (an welcher der Fairyland Loop vorbeiführt) immer noch umkehren, reden wir uns ein – obwohl wir uns ziemlich sicher sind, dass wir das nicht tun werden.

Tatsächlich ist der Weg zur Tower Bridge relativ kurz, denn vom Sunset Point aus geht es in einem Stück bergab. Die 2,5 km sind in weniger als 30 Minuten geschafft und die mit einer „Brücke“ verbundenen Hoodoos geben ein schönes Fotomotiv ab. Überraschend ruhig ist es hier unten auch; kein Vergleich zu den Viewpoints oben oder dem sehr beliebten Navajo / Queens Garden Loop ein Stück weiter.

Tower Bridge

Genau den haben wir übrigens aus einem früheren Urlaub als einen der schwierigsten, anstrengendsten Trails in Erinnerung (obwohl die Runde gar nicht soo lang ist), was vermutlich die Ursache unserer Skepsis gegenüber dem Fairyland Loop war.

Doch die ist erstmal unberechtigt: Die knapp 7 km lange Strecke hinauf zu Fairyland View empfinden wir heute nur als mäßig anstrengend, was auch damit zu tun haben mag, dass es nicht in einem Stück steil bergauf geht, sondern immer mal wieder ein bisschen rauf und runter.

Vorbei an zahlreichen großartigen Panoramen und Gesteinsformationen erreichen wir den Viewpoint deutlich schneller und entspannter als angenommen. Der Haken: Irgendwie müssen wir von Fairyland View noch zum Sunrise Point zurückkommen, wo unser Auto steht.

Bryce Canyon Hoodoos Bryce Canyon Fairyland Trail

Eine Möglichkeit wäre, den Shuttle-Bus zu nehmen, aber wir fühlen uns noch gut und um den Fairyland Loop abzuschließen, müssen wir nur noch knapp fünf Kilometer den Rim Trail entlanggehen. Am Rim entlang ist immer easy, keine große Sache! Oder?

Tatsächlich ziehen sich diese letzten Kilometer deutlich mehr als der Weg von der Tower Bridge zu Fairyland View hinauf, was natürlich auch mit der fortgeschrittenen Stunde, unserem langsam aufkommenden Hunger sowie der allgemeinen Erschöpfung zu tun haben mag.

Letzten Endes kommen wir mit ziemlich verkrampften Waden aber wieder gut am Auto an – und sitzt man erstmal, kehrt sich die Erschöpfung schnell in ein Erfolgserlebnis um.

Bryce Canyon Viewpoint

Zum Abschluss unseres Besuchs von Bryce Canyon steuern wir noch Bryce Point an, wo sich gegen Nachmittag allerdings zeigt, warum man mit dem Shuttle-Bus hier oft besser beraten ist als mit dem Auto: Bis wir einen Parkplatz gefunden haben, müssen wir schon drei Runden drehen. Aber immerhin sitzen wir dabei!

Rim Trail

Nach diesem kurzen Foto-Stopp verlassen wir den National Park und checken ins Ruby’s Inn vor dem Parkeingang ein, unsere Unterkunft für die heutige Nacht. Der riesige, immer größer werdende Komplex erschlägt einen zunehmend, der Besucherandrang im zugehörigen Shop und Restaurant ist der Wahnsinn, über das Zimmer kann man allerdings nichts Schlechtes sagen: Hier bekommt man trotz der guten Lage etwas für sein Geld.

Und es gibt einen recht großen Waschsalon, in dem wir die nächsten zwei Stunden verbringen…

Ruby's Inn

Gefahrene Kilometer: ca. 150 km
Essen: Pizza im Diner neben Ruby’s Inn, muss nicht sein
Hotel: Ruby’s Inn, nicht ganz billig, aber durchaus gut

Und jetzt?
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