Anza-Borrego Desert State Park

Das Anza-Borrego Desert ist vergleichsweise unbekannt, dabei verdient der hiesige State Park durchaus Beachtung, handelt es sich bei ihm doch um den größten in Kalifornien und sogar um den zweitgrößten der kontinentalen USA. Lediglich der Adirondack Park in New York ist noch größer.

Doch nicht allein die Größe macht diese Wüste so bemerkenswert, nein, auch die bunte Flora, etliche Wanderwege und Ausblicke können sich sehen lassen und erinnern an Joshua Tree und das Death Valley. Ein Abstecher kann sich also durchaus lohnen – hier lesen Sie, wie, wo und wann!

Anza-Borrego Desert State Park Trail

Orientierung

Der Anza-Borrego Desert State Park liegt im Süden von Kalifornien, etwa 30 km nördlich und gut 100 km östlich von San Diego. Nicht weit von dem großen Naturschutzgebiet findet man im Osten zudem Salton Sea, einen riesigen, künstlichen See, aber auch zum Joshua Tree National Park ist es von hier aus nicht mehr weit.

Ein Besuch der Wüste bietet sich daher auch in erster Linie auf dem Weg von San Diego nach Joshua Tree an, wenn man nicht die etwas schnellere Route über die Interstates wählen will. Ebenfalls denkbar wäre Anza-Borrego als Zwischenstopp auf dem Weg von Los Angeles zum Saguaro National Park; in dem Fall würde man anschließend nach Yuma und Tuscon in Arizona weiterfahren.

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Wie auch immer man seine Route plant, erste Anlaufstelle bei einem Besuch ist in der Regel das Visitor Center, das sich in der Kleinstadt Borrego Springs im Norden des Parks befindet. Tiefer in selbigen hinein geht es dann über mehrere kleine Straßen, die mitunter nicht asphaltiert, mit niedrigem Tempo aber oft gut zu befahren sind – am Visitor Center hängen Infos über die aktuellen Straßenzustände aus. Aber auch auf den asphaltierten Straßen, etwa der 78 und der S2, kommt man schon recht weit.

Oase in Anza-Borrego

Trails & Viewpoints

Aufgrund der Größe des Parkgebiets und dessen Unterteilung in weitere, kleinere Abschnitte, fällt es nicht ganz leicht, eine wirklich sinnvolle Route durch die Wüste zu empfehlen, zumal die zur Verfügung stehende Zeit enormen Einfluss auf Auswahl und Möglichkeiten hat.

„Pflicht“ ist ein Stopp im Borrego Palm Canyon nahe des Visitor Centers, der bereits einige tolle Ausblicke bereithält und eine schöne, etwa 5 km lange Wanderung durch eben jenen Palmen-Canyon erlaubt. Dort treiben sich häufig auch verschiedene Tiere herum, etwa das hier heimische „Desert Bighorn Sheep“ sowie zahlreiche Reptilienarten. Der Trailhead befindet sich auf dem Campground.

Großartig und gut zu erreichen ist der Carrizo Badlands Overlook, sehr an das Death Valley erinnernd, im Südosten des Parkgebiets an der S2, und auch der Viewpoint Font’s Look (im Osten, Abfahrt von S22) ist vor allem gegen Abend atemberaubend, allerdings mit normalen Fahrzeugen ohne Allradantrieb meistens nicht zu erreichen.

Zahlreiche weitere Viewpoints und kurze bis mittellange Trails zu verschiedenen Oasen befinden sich entlang der Straßen, die man spontan nach Zeit und Laune besichtigen kann. Außerdem sollte man den von zahlreichen Erdbeben „geöffneten“ Split Mountain mal gesehen haben.

Borrego Springs

Motels, Hotels & Campgrounds

In dem kleinen Borrego Springs gibt es gleich mehrere Unterkünfte, die sehr ordentlich sind und angesichts geringen Besucheraufkommens im Anza-Borrego Desert auch eingermaßen verträgliche Preise verlangen.

Gut und recht günstig ist vor allem das Borrego Springs Resort & Spa, das Zimmer ab etwa 100$ die Nacht anbietet. Darf es etwas mehr sein, übernachtet man im La Casa del Zorro, das allerdings oft schon um die 150$ verlangt.

Camper kommen auf dem offiziellen Campground direkt im State Park bestens unter, zahlreiche Stellplätze stehen im schon zuvor erwähnten Palm Canyon bereit. Reservierungen sind zum Teil online möglich und dann auch oft sinnvoll, ein Stellplatz für ein Wohnmobil kostet etwa 35$ die Nacht.

In Borrego Springs findet man im Übrigen auch Tankstellen und ein, zwei kleine Supermärkte, sonst aber nur wenig Infrastruktur – nicht einmal die üblichen Fast-Food-Lokale verschlägt es hierhin. Meist ist statt einer Übernachtung daher die Weiterfahrt sinnvoller.

Anza-Borrego Wüste Kalifornien

Abstecher nach Salton Sea

Eine mitunter empfohlene Option soll hier nicht unerwähnt bleiben: Ein Abstecher zu dem schon zuvor erwähnten Salton Sea, einem fast tausend Quadratkilometer großen Salzsee, der im Jahre 1905 in Folge eines Dammbruchs beim Bau eines Kanals entstanden ist. Wasser aus dem Colorado River konnte so in das tiefer gelegene Salton Basin fließen und den heutigen See bilden.

Obwohl es sich bei der Entstehung also um ein Unglück handelte, das die Landschaft in dieser Region komplett auf den Kopf stellte, begrüßte die Bevölkerung den neu geschaffenen See zunächst. Ein regelrechter Tourismus entstand, der auch neue Ansiedlungen begünstigte.

Doch der sinkende Wasserspiegel, der hohe Salzgehalt und die zunehmende Verschmutzung des Wassers durch Industrie und Landwirtschaft lassen Salton Sea zumindest heute kaum noch attraktiv wirken – viele touristische Einrichtungen sind mittlerweile geschlossen. In zehn, zwanzig Jahren mögen Teile der Region daher möglicherweise als Geisterstadt taugen, aktuell jedoch spricht eigentlich nichts für einen Abstecher zum See.

  • Eintritt: kostenlos
  • Öffnungszeiten: täglich, Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
  • National Park Pass:
  • Wandern: einige schöne und nicht zu lange Wege
  • Zugänglichkeit: einige Dirt Roads, aber machbar
  • Zeitaufwand: von ein paar Stunden bis zu ein, zwei Tagen
Hotels in der Umgebung

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