Zahlungsmittel für eine USA-Reise

Vor einer USA-Reise stellt sich die Frage nach den Zahlungsmitteln: Stimmt das alte Gerücht, dass in den USA alles mit Kreditkarte bezahlt wird? Oder ist man mit Bargeld, wie man es aus fast allen anderen Ländern gewohnt ist, doch besser beraten? Und was hat es eigentlich mit diesen Reiseschecks auf sich?

Im Folgenden finden Sie alle Antworten: Was man wirklich braucht und wo man wie am besten bezahlt, um möglichst wenig Gebühren an die Banken abzutreten!

Inhalt: Alles übers BargeldKreditkartenReiseschecksTipps & Empfehlungen
Zahlungsmittel für eine USA-Reise: Hier einige US-Dollar-Noten

Bargeld: Häufig im Einsatz

Die wichtigste Antwort gleich vorweg: Bargeld ist in den USA unverzichtbar und unterwegs auf der Reise – Hotels ausgenommen – in der Regel sogar Zahlungsmittel Nummer eins. Man sollte immer ein paar hundert Dollar in der Tasche haben, falls mal die Kreditkarte nicht funktioniert, und vielleicht sogar ein paar weitere hundert Dollar als gut verstaute Reserve. Zu vermeiden sind jedoch Scheine, die größer als 20$ oder maximal 50$ sind, da diese sehr ungern angenommen werden.

Es empfiehlt sich, im Vorfeld der Reise eine gewisse Summe an Bargeld bei einer heimischen Bank zu bestellen. Die Bank bietet einem zwar einen deutlich schlechteren Wechselkurs als den realen, sodass man 5-10% beim Umtausch verliert, doch “blind” ohne auch nur einen US-Dollar in der Tasche zu verreisen, ist nicht zu empfehlen. Was, wenn die EC- oder Kreditkarte am ersten Tag – aus welchen Gründen auch immer – nicht funktioniert?

Man muss sich aber natürlich nicht das komplette Bargeld-Budget schon zu Hause besorgen. Ein Betrag von vielleicht 500 US-Dollar ist eine gute Basis, den Rest holt man dann im Urlaub am Automaten.

Wichtig: Mit der EC-Karte sind Bargeldabhebungen im Ausland (in Fremdwährung) häufig mit Gebühren verbunden, mit manchen Kreditkarten hingegen sind sie kostenlos. Dazu gleich mehr.

Abschließend die Frage: Wie viel Bargeld verbraucht man in etwa pro Tag? Im Detail ist das natürlich von vielen Faktoren abhängig, wir rechnen in der Regel aber mit 20-25$ pro Person und Tag. Für zwei Reisende würde das in einem Zeitraum von drei Wochen also etwa 1000$ bedeuten.

Bargeld im Überblick:

  • Bei Eintrittsgeldern in der Regel erste Wahl.
  • Auch Fast Food wird noch überwiegend bar bezahlt.
  • Im Diner und Supermarkt kann man bar zahlen, muss aber nicht.
  • In State und National Parks hingegen ist Bargeld oft erforderlich.
  • Unverzichtbarer Ersatz, wenn die Kreditkarte mal Probleme macht.
  • Elementar, um Trinkgeld geben zu können.

Kreditkarten: Eine reicht nicht für eine Reise

Kreditkarte: Ohne geht’s nicht!

Vor allem bei Reservierungen und größeren Beträgen kommt die Kreditkarte zum Einsatz: Ohne sie kann man keine Motels und Hotels online vorbuchen, oder auch nur einen Mietwagen oder ein Wohnmobil anmieten – für die Kaution muss zwangsläufig eine “echte” Kreditkarte des Fahrers belastet werden.

Bei Kreditkarten unterscheidet man in den USA zwischen “Credit” und “Debit”, was für Europäer ein wenig verwirrend ist, da auf vielen neuen Kreditkarten eben jenes “Debit” groß draufsteht. Für Amerikaner hingegen sind die meisten europäischen Debit-Karten “echte” Kreditkarten, da sie mit Debit-Karten eher so etwas wie EC-Karten meinen.

Der Unterschied ist übrigens, dass bei Debit der Betrag üblicherweise sofort vom Konto abgebucht wird, während Credit erst später, meistens einmal im Monat, beglichen wird. Zur besseren Orientierung: Haben Sie eine Mastercard oder Visa mit einem “fühlbaren” Zahlenrelief, wird es in den USA als Kreditkarte akzeptiert.

Sinnvoll ist es, mindestens zwei verschiedene Karten mit in den Urlaub zu nehmen: Falls eine mal nicht funktioniert, ihr Limit erreicht oder vorübergehend wegen Betrugsverdachts gesperrt wird, braucht man unbedingt einen Ersatz.

Wichtig bei der Auswahl der Karte sind folgende Punkte:

  • keine Grundgebühren
  • keine Auslandseinsatzgebühren
  • keine Gebühren für Bargeldabhebungen im Ausland
  • ein “guter” Umrechnungskurs
  • ein ausreichend hohes Limit

Apropos Limit: Unbedingt sollte man im Voraus auch überprüfen, bis zu welchem Betrag eine Karte pro Monat überhaupt belastet werden darf. Viele werden mit einem niedrigen Limit (500-1500 Euro) ausgeliefert – ein Betrag, der mit Kaution, Hotelreservierungen und etwaigen Bargeldabhebungen sehr schnell zusammenkommt. Wenn nötig, bitten Sie Ihre Bank, das Limit zu erhöhen!

Will man Bargeld mit der Kreditkarte am Automaten abheben, ist schließlich noch die PIN wichtig, die man sonst nie braucht. Also unbedingt nachgucken und auswendig lernen.

Kreditkarte im Überblick:

  • Ist bei Hotelreservierungen fast immer Pflicht.
  • Auch beim Check-In im Hotel unerlässlich.
  • Ohne gibt’s weder Mietwagen noch Wohnmobil.
  • Mindestens zwei verschiedene Karten sind sinnvoll.
  • Vorab unbedingt das Limit überprüfen.

Symbolbild für einen Reisescheck

Travelers Cheques: Verzichtbar

Bis vor zehn, fünfzehn Jahren waren Travelers Cheques bei einer Rundreise durch die USA beinahe unverzichtbar: Wenn das Bargeld knapp wurde und die Karten nicht funktionierten (was früher häufiger vorkam), konnte man immer auf die guten alten Cheques ausweichen. Man kauft sie vor der Reise und tauscht sie dann bei Hotels oder Banken in den USA gegen Dollars ein. Heutzutage sind Travelers Cheques allerdings nahezu bedeutungslos.

Zwar gelten Reiseschecks noch immer als sicheres Zahlungsmittel, das im Verlustfall sogar ersetzt werden kann und nur mit Unterschrift und Ausweis gültig ist, doch in der Mehrheit der Hotels sind sie nicht mehr gern gesehen. Selbst das Einlösen in einer Bank kann äußerst umständlich sein. Da die Kombination aus Bargeld, EC- und Kreditkarten überwiegend gut funktioniert, gibt es auch nur noch wenig Gründe, auf Travelers Cheques zurückzugreifen.

Reiseschecks im Überblick:

  • Sicheres, ersetzbares Zahlungsmittel.
  • Wird nicht immer von Hotels akzeptiert.
  • Selbst Banken lösen Reiseschecks nur ungern ein.
  • Inzwischen eigentlich obsolet.

US-Dollar mit Reisepass

Unsere Empfehlung

Nehmen Sie zwei Kreditkarten mit ausreichendem Limit auf Ihre US-Reise mit und bestellen Sie zudem bei Ihrer heimischen Bank Bargeld, das für die ersten Tage in den USA ausreicht – um die 500$ sind sinnvoll. Weiteres Bargeld zieht man dann nach Bedarf vor Ort am Geldautomaten.

Travelers Cheques sind aus unserer Sicht überflüssig, vorsichtige Reisende können sie aber natürlich weiterhin verwenden – wirklich falsch macht man mit den guten, alten Reiseschecks letzten Endes eigentlich nichts. Nur das Einlösen nimmt jedes Mal recht viel Zeit und einen gewissen Aufwand in Anspruch.

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