Bargeld oder Kreditkarte: Womit in den USA bezahlen?

Schon lange vor dem Urlaub stellt sich bei der Reiseplanung die Frage: Womit kann man in den USA eigentlich bezahlen? Nur mit einer Kreditkarte, wie man es so oft hört? Oder doch lieber mit Bargeld, wie man es vor allem aus dem europäischen Ausland gewohnt ist? Und wie spielen da eigentlich diese Travelers Cheques (Reisechecks) mit rein?

Im Folgenden finden Sie alle Antworten zum Thema Zahlungsmittel in den USA: Was man wirklich braucht und wo man wie am besten bezahlt, um möglichst wenig Gebühren an die Banken abzutreten!

Dollar Scheine

Bargeld: Immer dabei haben

Bargeld ist auch in den USA weiterhin Pflicht und auf einer Reise – Hotels ausgenommen – in der Regel sogar das Bezahlungsmittel Nummer eins. Man sollte immer mindestens 50$ in der Tasche haben, falls mal die Kreditkarte nicht funktioniert, und vielleicht sogar ein paar weitere hundert Dollar als versteckte, gut verstaute Reserve. Zu vermeiden sind jedoch Scheine, die größer als 20$ oder maximal 50$ sind, da diese eher ungern angenommen werden.

Es empfiehlt sich, im Vorfeld der Reise eine gewisse Summe an Bargeld bei einer deutschen Bank zu bestellen, um bei Reiseantritt schon etwas in der Tasche zu haben.

In den USA kann man weiteres Bargeld dann in der Regel problemlos mit der EC-Karte an den meisten Geldautomaten abheben. Zu bedenken ist allerdings, dass im Normalfall jede Abhebung extra kostet, man also lieber einmal eine größere Summe als x-mal eine kleine besorgen sollte.

Manche Kreditkarten erlauben auch die kostenlose Abhebung von Bargeld im Ausland, dafür benötigt man allerdings in jedem Fall seine PIN, die sonst bei der Kreditkarte nie zum Einsatz kommt. Also unbedingt vorher nachgucken!

  • Bei Eintrittsgeldern in der Regel erste Wahl
  • Im Fast-Food-Imbiss und im Diner meistens unverzichtbar
  • Auch in Supermärkten ist Bargeld zum Bezahlen sinnvoll
  • In State und National Parks oft erforderlich
  • Wichtiger Ersatz, wenn die Kreditkarte mal spinnt
  • Elementar, um Trinkgeld geben zu können
USA Südwesten: Städte & National Parks von Kalifornien bis Utah

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Kreditkarte: Ohne geht’s nicht

Vor allem bei Reservierungen und größeren Beträgen kommt dann die Kreditkarte zum Einsatz: Ohne kann man online nur ganz selten ein Motel oder Hotel vorbuchen. Sie dient zudem als Kaution für Mietwagen und Wohnmobil. Haben Sie keine Kreditkarte parat, könnte Ihr Gegenüber das falsch auffassen und Sie als unseriös einstufen!

Sinnvollerweise sollte man mindestens zwei verschiedene Kreditkarten für eine USA-Reise einpacken, falls ein Geschäft oder Hotel mal nur Mastercard oder nur Visa akzeptiert, was zum Glück zwar sehr selten geworden ist, aber vereinzelt noch vorkommt.

Ebenfalls ist das Limit wichtig: Wenn man seine Kreditkarte mit nur 500 Euro im Monat belasten darf, bringt sie einem bei einer ausgedehnten Rundfahrt in den USA herzlich wenig. Kontaktieren Sie daher im Vorfeld gegebenenfalls Ihre Bank, informieren Sie sie über Ihre Reise und erhöhen Sie das Limit, wenn nötig und möglich, vorübergehend.

  • Ist bei Hotelreservierungen Pflicht
  • Auch beim Check-in unerlässlich
  • Ohne wird’s schwierig mit Mietwagen & Co.
  • Mindestens zwei Kreditkarten sind sinnvoll
  • Prüfen Sie Ihre Limits!

Ansammlung von Kreditkarten

Travelers Cheques: Eher verzichtbar

Bis vor zehn, fünfzehn Jahren waren Travelers Cheques bei einer Rundreise durch die USA eigentlich unverzichtbar: Wenn das Bargeld knapp wurde und Kreditkarten nicht funktionierten, konnte man immer auf die guten alten Cheques ausweichen, die man vor der Reise kauft und dann bei Hotels oder Banken in den USA eintauscht. Heutzutage sind Travelers Cheques aber nahezu bedeutungslos.

Zwar gelten die Reiseschecks noch immer als sicheres Zahlungsmittel, das im Verlustfall sogar ersetzt werden kann und nur mit Unterschrift und Ausweis gültig ist, doch in der Mehrheit der Hotels sind sie nicht mehr gern gesehen. Selbst das Einlösen in einer Bank kann äußerst umständlich sein. Da die Kombination aus Bargeld, EC- und Kreditkarten überwiegend gut funktioniert, gibt es auch nur noch wenig Gründe, auf Travelers Cheques zurückzugreifen.

  • Sicheres, ersetzbares Zahlungsmittel
  • Wird nicht immer von Hotels akzeptiert
  • Inzwischen eigentlich obsolet

Unsere Empfehlung

Nehmen Sie zwei unterschiedliche Kreditkarten mit ausreichendem Limit für Ihre US-Reise mit und bestellen Sie zudem bei Ihrer heimischen Bank Bargeld, das für die ersten Tage in den USA ausreicht – um die 500$ sind sinnvoll. Weiteres Bargeld zieht man dann nach Bedarf vor Ort am Geldautomaten.

Travelers Cheques sind aus unserer Sicht überflüssig, vorsichtige Reisende können sie aber natürlich weiterhin verwenden – wirklich falsch macht man mit den guten, alten Reiseschecks letzten Endes eigentlich nichts. Nur das Einlösen nimmt jedes Mal recht viel Zeit und einen gewissen Aufwand in Anspruch.

Auswahl an Kreditkarten

Die beste Kreditkarte für die USA

Gleich vorweg: Die Kreditkarte, die einem die eigene Hausbank anbietet, ist in den meisten Fällen leider eine eher schlechte Wahl.

Auslandseinsatzgebühren von bis zu 2,5 Prozent für eine Fremdwährung wie den US-Dollar sind keine Seltenheit, was sich bei einem Urlaub schon läppert: Gehen wir als Beispiel davon aus, dass man knapp 5000 Euro für Hotels, einen Mietwagen, Verpflegung und Eintritte in seinem Urlaub ausgibt, kämen allein durch diese Gebühr 125 Euro zusammen.

Darüber hinaus verwenden viele Banken einen häufig ungünstigen Euro-Dollarkurs für die Umrechnung, so dass in diesem Beispiel weitere 125 bis 250 Euro an Extrakosten entstehen könnten. Auch das Abheben von Bargeld im Ausland ist häufig mit extrem hohen Gebühren versehen, meistens 1-2% des abgehobenen Betrages, aber mindestens 3-5 Euro.

Wichtig sind bei einer Kreditkarte für eine USA-Reise daher:

  • keine Grundgebühren
  • keine Auslandseinsatzgebühren
  • keine Gebühren für Bargeldabhebungen im Ausland
  • ein “guter” Umrechnungskurs
  • ein ausreichend hohes Limit

Ob man Visa oder Mastercard wählt, ist im Grund egal, denn beide Kreditkarten werden von nahezu allen Hotels, Supermärkten und Tankstellen akzeptiert. Doch angesichts dieser Voraussetzungen stehen Ihnen letzten Endes ohnehin nur sehr wenige Kreditkarten zur Auswahl, vorrangig die Advanzia Bank MasterCard Gold sowie die Barclaycard Germanwings Gold.

Erstere erfüllt die genannten Kriterien, mit der Einschränkung, dass für Bargeldabhebungen sofort Sollzinsen anfallen. Noch einen Tick besser ist daher die Kreditkarte von Germanwings, die unter Umständen sogar Auslandsreisekranken-, Reiserücktritts- und eine Mietwagenvollkaskoversicherung enthält, allerdings ab dem zweiten Jahr 49,99 Euro kostet, also nur ein Jahr lang kostenfrei nutzbar wäre.

Nachteil beider Kreditkarten kann das Limit sein, da die Banken hier von Fall zu Fall unterscheiden, was für einen Spielraum sie einem einräumen. Unter Umständen kann man aber etwa mit einen Gehaltsnachweis das Limit erhöhen.

Prepaid-Kreditkarten

Sollte das nicht möglich sein, ist eine Prepaid-Kreditkarte für die USA eine gute Alternative: Die Mastercard von Kalixa kostet zwar einmalig knapp zehn Euro in der Anschaffung, es fallen dann jedoch keine laufenden Kosten an und Auslandseinsatzgebühren existieren nicht – nur Bargeldabhebungen am Automaten im Ausland kosten, die man notfalls aber auch mit der EC-Karte (oft günstiger) vornehmen kann.

Der große Vorteil der Kalixa ist, dass man sie vorab zum Beispiel per Überweisung aufladen und somit das Limit anderer Kreditkarten weitgehend umgehen kann – falls einem die eigene Bank (aus welchen Gründen auch immer) nur ein niedriges Limit einräumt, ist eine solche Kreditkarte für die USA beinahe ein Muss, um die laufenden Kosten einer Reise zahlen zu können.

Einziges Manko: Weil es sich hierbei um eine so genannte Debit-Karte handelt, buchen viele Hotels zunächst etwas mehr Geld ab, üblicherweise 20-50$ extra, die sie anschließend aber innerhalb von ein bis vier Wochen wieder zurück zahlen. Es handelt sich dabei um eine Art Kaution.

Und jetzt?
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Bildnachweis (von oben nach unten): 401(K) 2012 (CC BY-SA 2.0), Sean MacEntee (CC BY 2.0), Petr Kratochvil (CC0)