Ein kleiner Rückblick auf unsere USA-Reise 2017

Gut dreieinhalb Wochen USA liegen hinter uns, nachdem wir gestern wieder gut zu Hause angekommen sind. Eigentlich braucht es für ein wirkliches “Fazit” ja ein wenig mehr Abstand, allerdings kommt uns vieles schon so weit weg und so lange zurück vor, dass wir uns heute trotzdem bereits an einem kleinen Rückblick versuchen wollen.

Calf Creek Falls

Die Highlights

Beim Durchgucken der Fotos und Videos unseres Urlaubs sind wir vor allem an Tag 8 und Tag 3 immer wieder hängengeblieben, an dem wir die Calf Creek Falls und die Hole-in-the-Rock Road respektive den North Rim des Grand Canyons und den Lower Antelope Canyon in Page besucht haben.

Die Calf Creek Falls waren für uns vermutlich sogar der schönste Trail der gesamten Reise: Der Weg war ruhig, sehr abwechslungsreich, es war nicht zu warm und er begeisterte am Ende mit seinem pittoresken Wasserfall, den wir – mit ein bisschen Glück – ganz für uns alleine hatten.

Es ist immer schön, für seine Anstrengungen belohnt zu werden, und das war hier absolut der Fall. Nicht einmal, dass es auf der gleichen Strecke zurück ging, konnte uns da stören. Vielleicht auch, weil der Rückweg aufgrund noch einmal ganz andere Ausblicke mit sich brachte.

Devils Garden

Ebenfalls sehr schön war der kleine Einblick in die Hole-in-the-Rock Road, auch wenn wir den Zebra Slot Canyon aufgrund des recht hohen Wasserstands umsonst gesucht haben. Dafür konnte uns der Devils Garden beeindrucken, zumal wir uns dort auf eigene Faust umschauen und ein klein wenig klettern und kraxeln konnten. Sich nicht immer an festgelegte Wege halten zu müssen, hat schon was.

Lower Antelope Canyon

Beim Lower Antelope Canyon sprechen die Fotos, denke ich, für sich. Toll war dabei nicht zuletzt, dass wir trotz des wirklich enorm hohen Besucheraufkommens nie das Gefühl hatten, gedrängt zu werden – unser guter Guide hat sich aber auch sehr viel Mühe gegeben, die nicht zu große Gruppe angemessen zu betreuen.

Grand Canyon North Rim

Zuvor am North Rim des Grand Canyons war es hingegen die relative Ruhe, die ihn uns positiv in Erinnerung hat behalten lassen. Natürlich trifft man auch am North Rim auf ziemlich viele Menschen, aber im Vergleich zum South Rim mit seinen unzähligen Tourbussen liegen doch Welten dazwischen.

Zumal es am North Rim etwas einfacher ist, ein Stück in den Canyon hinabzulaufen und dafür mit zwei, drei schönen Ausblicken belohnt zu werden – und innerhalb weniger Minuten von 0° C auf gefühlt knapp 30° C katapultiert zu werden, war auch mal eine interessante Erfahrung.

Taylor Creek Trail

Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns der Taylor Creek Trail in den Kolob Canyons, der den Calf Creek Falls nicht ganz unähnlich war – nur eben mit dem Double Alcove statt des Wasserfalls am Ende.

Der Weg hatte fast alles zu bieten, was wir an Wanderwegen schätzen: Viel Ruhe, Abwechslung, ein wenig Herausforderung, Belohnung… zugleich war er jedoch nicht zu schwierig, um ihn nicht am ersten Tag nach unserer Ankunft in den USA angenehm gehen zu können.

Delicate Arch

Nicht minder schön und sehenswert, aufgrund der Temperaturen jedoch ziemlich hart, waren die Wanderung zum Delicate Arch (nachdem wir am Morgen bereits eine Runde durchs Monument Valley gelaufen waren) und der Fairyland Loop in Bryce Canyon. Beides nur zu empfehlen, aber im Sommer mit Höchsttemperaturen jenseits der 30° C wirklich lieber in den Morgenstunden. Ähnliches gilt für unsere Wanderungen im Yosemite National Park.

Auch gut gefallen haben uns Point Lobos im Nebel, wie immer San Francisco und der Besuch von Bodie.

Joshua Tree

Was nicht so toll war

Die kleine Übersicht zuvor verrät es vielleicht bereits: Die meisten Highlights waren in der ersten Hälfte oder vielleicht sogar im ersten Drittel der Reise zu finden, in Arizona und vor allem Utah eben.

Vor allem in der Mitte hatten wir zwischen Bryce Canyon und Point Lobos einen kleinen Durchhänger: In Joshua Tree, Los Angeles und Santa Barbara waren wir vermutlich schon ein bisschen zu oft, Mojave war ganz nett, aber nicht viel mehr. Cedar Breaks mitzunehmen, war zeitlich zwar keine große Sache, aber selbst den kleinen Umweg rückblickend kaum wert.

Vermutlich hätten wir diesen Abschnitt anders und besser geplant, wenn der Highway 1 durchgängig befahrbar gewesen wäre, denn an dem können wir uns kaum satt sehen – womöglich wäre er aber auch wie Point Lobos und Santa Barbara teilweise im Nebel versunken.

Nebel Highway 1

Und dann war da natürlich das Wetter! Ein langweiliges und sinnloses Thema, schon klar, aber nachdem wir in unserem letzten Südwest-Urlaub auf so viel Schnee im Mai gestoßen waren, hatten wir dieses Mal extra auf den “etwas wärmeren” Juni gesetzt… nur war der eben nicht etwas wärmer, sondern mitunter doppelt so warm. Kann passieren, lässt sich nicht ändern, aber jeden Morgen im Fernsehen von Rekordtemperaturen zu hören und selbige wenig später am eigenen Leib zu spüren, schlaucht mit der Zeit ordentlich.

Auch dass auf der anderen Seite der Tioga Pass aufgrund der Rekordniederschläge im Winter erst am 29. Juni – fünf Tage nach unserem Besuch – geöffnet wurde, war ein wenig schade.

Alamo SUV

Ein paar Worte zur Planung

Insgesamt waren wir mit unserer Reiseplanung recht zufrieden. Wir hatten uns im Voraus gut genug ausgeguckt, was wir machen wollten und was unter normalen Umständen gut machbar war, uns gleichzeitig aber genug Flexibilität bewahrt, um noch Spielraum für Variationen zu haben oder etwas auslassen zu können. Vielleicht hätten wir, siehe oben, ein paar Tage länger in Utah verbringen können, aber nach knapp zehn Tagen im Nichts freut man sich ein Stück weit auch wieder über die Zivilisation.

Was wir definitiv nächstes Mal anders machen würde, wäre die Fahrzeugwahl: Wir hatten uns für einen mittleren SUV entschieden, bei dem es uns vor allem um die “High Clearance” ging, um ein paar Dirt Roads in Utah gut bewältigen zu können. In der Choice Line wird man schon ein brauchbares Auto finden, dachten wir – nur, um dann nicht einen einzigen Mid-Size SUV zu sehen und selbst nach dem Upgrade auf den Standard SUV (schon ein ziemliches Ungetüm) keine Wahl zu haben.

Cathedral Valley Road

Besser wäre es jedoch ohnehin gewesen, für die nur zwei, drei Straßen, die wir fahren wollten, einfach einen Jeep in Torrey oder Umgebung zu mieten. Aufgrund der guten Straßenbedingungen – hier sind Hitze und Trockenheit klar von Vorteil – waren die Fahrten über Hole-in-the-Rock und Skutumpah kein Problem, auch Cathedral Valley wäre komplett machbar gewesen, aber man hat eben doch ein bisschen Angst um seine Reifen und fährt manchmal vielleicht zu langsam und vorsichtig.

Nicht besonders zufrieden waren wir daher auch mit Alamo, unserem Mietwagenverleih, weil es schwer nachvollziehbar ist, wie es heute noch sein kann, dass ein Auto der gebuchten Kategorie schlichtweg nicht verfügbar ist, wenn man schon die genaue Uhrzeit der Fahrzeugübernahme und sogar seine Flugnummer angibt. “Upgrade” klingt als Entschädigung zwar nett, das Fahrzeug war aber schlichtweg zu groß für uns und hat geschätzt 200-300$ mehr Benzin geschluckt als grob überschlagen.

(Davon abgesehen, war die Kalkulation unseres Budgets jedoch nahezu perfekt; die Ausgaben in den USA für Verpflegung etc. lagen ziemlich genau auf dem geschätzten Niveau.)

Motel in den USA

Auch mit vielen Motels beziehungsweise der schlechten Lärmisolierung hatten wir dieses Mal so unsere Probleme, obwohl ansonsten bis auf ein, zwei Unterkünfte alle mindestens in Ordnung, häufig sogar gut bis sehr gut waren.

Vielleicht sollten wir nächstes Mal wieder campen – dafür muss man in der Hauptsaison zwar zumindest teilweise noch mehr planen, hat aber häufig mehr Natur und Ruhe.

Flug mit United

Sehr zufrieden waren wir hingegen mit unseren guten und überpünktlichen Flügen mit United und Lufthansa, die besser nicht hätten verlaufen können. Vor allem um den ersten Umstieg in Chicago hatten wir uns wegen des Durchlaufens der Immigration im Voraus leichte Sorgen gemacht, aber das lief alles so entspannt und schnell wie noch nie ab. Ebenfalls problemlos waren die Buchungen und Umbuchungen der Unterkünfte.

Insgesamt sind wir laut Tacho übrigens in 21 Miettagen ziemlich exakt 6000 km gefahren, also nicht ganz 300 km pro Tag. Es gab ein paar Tage, an denen sich die Strecke doch ein wenig zog, im Wesentlichen war die Fahrerei jedoch okay: Die Entfernungen in den USA sind eben recht groß, vor allem wenn man bei der Auswahl der Ziele etwas selektiver ist, und bis auf wenige Ausnahmen (Los Angeles, Baustellen auf Highway 12, Yosemite) fuhr es sich sehr entspannt.

Devils Garden

Eine Art Fazit

Alles in allem war es wieder eine sehr schöne Südwest-Reise, bei der uns vor allem die ersten zehn Tage sowie die Aufenthalte in San Francisco und Yosemite durchweg begeistern konnten. In gewisser Weise auch eine recht erkenntnisreiche Reise, auf der uns klar geworden ist, wie stark wir inzwischen die Natur, die Wanderungen und ein Stück weit auch die Ruhe gegenüber den meisten Städten und mitunter dem Sitzen im Auto bevorzugen.

Je mehr wir darüber nachdenken, desto stärker bekommen wir das Gefühl, dass es wirklich mal wieder Zeit für einen Camping-Trip wird…

Wir danken noch einmal allen Lesern, die uns “in” unserem Urlaub über diesen Reisebericht hinweg begleitet haben, werden in den nächsten Tagen vor allem auf Flickr noch ein wenig in Hinblick auf die Foto-Beschreibungen nachbessern – und dann lesen wir uns in Zukunft hoffentlich (oder auch bestimmt) wieder!