Erfahrungen mit verschiedenen Fluggesellschaften

„Ich fliege nur noch Lufthansa“, sagen die einen. „Lufthansa? Auf keinen Fall, mit denen hatte ich nur schlechte Erfahrungen!“, behaupten die nächsten. Wieder anderen ist die Fluggesellschaft vollkommen egal, auf den Hersteller des Flugzeugs kommt es ihnen an: Die einen schwören auf Boeing, die anderen auf Airbus, weil „bei denen die Sitze so viel angenehmer sind“.

Was steckt tatsächlich hinter diesen Einstellungen? Gibt es große Unterschiede zwischen den Fluggesellschaften und gar den Flugzeugtypen? Lesen Sie hier zahlreiche Fakten sowie unsere eigenen Erfahrungen in Hinblick auf USA-Reisen!

Boeing oder Airbus Foto

Boeing oder Airbus?

Beginnen wir mit den Fakten: Nein, man kann nicht sagen, dass die Sitze bei Boeing angenehmer sind oder der Sitzabstand bei einem Airbus grundsätzlich größer ist, denn die Ausstattung eines Flugzeugs liegt allein bei der Fluggesellschaft, nicht bei dem Hersteller.

Der Betreiber sucht Sitze, In-Flight-Entertainment und vieles mehr aus, wozu natürlich auch der Sitzabstand sowie die Sitzbreite zählen. Es ist möglich, einen Airbus mit sehr geringem Sitzabstand zu erwischen, genau das gleiche kann aber auch bei einer Boeing passieren.

Tatsächlich sind die Unterschiede von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft im Hinblick auf die Ausstattung aber in der Economy-Class eher gering: Einen Zentimeter mehr oder weniger merken auch bei einem acht- bis zwölfstündigen Flug nur die wenigsten Passagiere.

Sehr wohl eine Rolle dafür, als wie angenehm der Flug empfunden wird, spielt hingegen der Flugzeugtyp, denn hier gilt prinzipiell die Regel: Je größer, desto besser.

Studien haben belegt, dass es vor allem das Gefühl der Enge ist, dass Fliegenden Angst macht und diese Enge ist in modernen, großen Flugzeugen wie dem A380, dem A340, der 747-800 oder der 777 deutlich weniger spürbar als in Flugzeugen der Kategorie 767 oder A330. Und Turbulenzen sind an Bord von großen Fliegern in der Regel ebenfalls weniger stark zu spüren als an Bord von kleineren.

Der einzige echte Nachteil von größeren Flugzeugen: Je mehr Passagiere, desto mehr Koffer und desto länger müssen Sie unter Umständen am Gepäckband sowie an der Immigration stehen. Letzteres ist aber von zahlreichen anderen Faktoren abhängig und daher vernachlässigbar.

Und falls auch die vermeintliche Sicherheit für Sie bei der Wahl des Flugs relevant sein mag: Wirkliche Unterschiede in Hinblick auf die Sicherheit gibt es von Hersteller zu Hersteller und von Flugzeugtyp zu Flugzeugtyp statistisch gesehen nicht.

Bis vor kurzem galt die Boeing 777 etwa in Hinblick auf seine Flugkilometer als das sicherste Flugzeug, bis dann innerhalb gut eines Jahres drei verschiedene Maschinen in ein Unglück verwickelt waren. Auf der anderen Seite halten nicht wenige Urlauber den A380 aufgrund seiner vermeintlichen „Probleme mit den Tragflächen“ für bedenklich, doch einen Unfall gab es bisher nicht, lediglich einen recht schweren Zwischenfall.

Mit anderen Worten: Abgesehen von der Größe des Flugzeugs gibt es bei der Auswahl in der Economy Class nichts Nennenswertes zu beachten.

Fluggesellschaften im Vergleich Foto

Welche Fluggesellschaft ist die beste?

Anders sieht es bei den Fluggesellschaften aus, denn hier gibt es tatsächlich zahlreiche und häufig durchaus spürbare Unterschiede. Viele davon betreffen nur Kunden von Business und First Class, doch die Austattung, das Essen und der Service sind selbstredend auch in der Economy Class von Bedeutung. Eine gewisse Subjektivität lässt sich hierbei nicht vermeiden und auch das „Glück“ spielt eine Rolle, denn eine unfreundliche Servicekraft oder ein schlechtes Essen kann es bei jeder Fluggesellschaft mal geben.

Allerdings lässt sich unserer eigenen Erfahrung nach nicht abstreiten, dass Airlines aus dem asiatischen und dem arabischen Raum (für die inzwischen viele ehemalige Angestellte von asiatischen Fluggesellschaften arbeiten) den freundlichsten Service und das beste Essen bieten.

Während man sich bei europäischen und vor allem amerikanischen Fluglinien oft als Passagier wie ein reines Transportgut fühlt, versucht beispielsweise Singapore Airlines, den Flug möglichst angenehm zu gestalten. Hier blickt man in freundliche Gesichter, fühlt sich willkommen und hat bei Servicewünschen nicht das ungute Gefühl, dem Personal eigentlich furchtbar auf die Nerven zu gehen.

Der große Nachteil dieser Fluggesellschaften ist, dass Flüge in die USA mit ihnen meistens nur mit Umstiegen möglich sind, allein Singapore Airlines fliegt von Frankfurt aus direkt nach New York – und das nicht nur häufig zu einem sehr günstigen Preis, sondern auch zu einer großartigen Tageszeit mit Ankunft um 11 Uhr morgens. Ein echter Geheimtipp!

Wollen Sie direkt an die Westküste (oder zu einer anderen Stadt an der Ostküste) fliegen, bleibt Ihnen in der Regel nur die Wahl zwischen europäischen und nordamerikanischen Airlines, wobei die europäischen für uns klar im Vorteil sind: Lufthansa und British Airways sind durchaus empfehlenswert, auch Air Canada lässt sich noch empfehlen. Und, ohne Namen nennen zu wollen: Von US-Airlines sowie einer großen französischen Airline können wir aufgrund vielen Erfahrungen nur abraten.

Was die Ausstattung angeht, geben sich die einzelnen Fluggesellschaft, wie bereits erwähnt, in der Economy Class nicht viel: IFE mit persönlichem Monitor bietet inzwischen nahezu jede Airline bei Transatlantikflügen und auch hinblicklich der Sitze gibt es nur sehr geringe Unterschiede.

Das gilt übrigens auch für den Preis: Bei USA-Flügen, die noch in weiter Ferne liegen, bewegen sich Lufthansa, Air Canada, United, British Airways, Delta, Air France, Iberia und wie sie alle heißen (teilweise auch Codesharing-bedingt) etwa auf einem Niveau.

Große Preisunterschiede gibt es nur bei Angeboten oder relativ „spontanen“ Flügen – bei denen Ihnen dann eine Suchmaschine wie Google Flights hilft, den billigsten zu finden.

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