Grand Canyon National Park

Der Grand Canyon National Park liegt im Norden Arizonas und dürfte das mit Abstand bekannteste Naturschutzgebiet im Südwesten der USA sein.

Besonders sehenswert ist der Park natürlich aufgrund seiner atemberaubenden Schluchten, durch die sich der Colorado River schlängelt, auch wenn man aufgrund der Touristenströme, die von April bis Oktober an den im Grunde so tollen Abgründen von morgens bis abends Schlange stehen, etwas Geduld mitbringen muss. Wie man das Beste aus seinem Besuch macht, lesen Sie hier!

Grand Canyon National Park South Rim

Anfahrt & Ablauf

Der Grand Canyon lässt sich sowohl von seiner Nord- als auch seiner Südseite besuchen, die als North Rim und South Rim bezeichnet werden.

Der beliebtere und in der Regel auch einfacher zu erreichende South Rim verfügt über zwei Eingänge: Die Westeinfahrt ist über Highway 64 / 180 zu erreichen, der von der Interstate 40 auf Höhe der Kleinstadt Williams nach Norden abzweigt, sie wird meistens genutzt, wenn man aus Richtung Las Vegas anfährt. Kommt man hingegen aus Moab oder Page, geht es von Highway 89 aus über die Osteinfahrt ins Parkgebiet.

USA Südwesten: Städte & National Parks von Kalifornien bis Utah

  • Tipps zur Reiseplanung von der Buchung bis zum Abflug
  • Komplette Routenvorschläge für zwei, drei und vier Wochen
  • Alles über Los Angeles, San Francisco, Las Vegas & San Diego
  • Trails & Viewpoints in National Parks, National Monument & State Park
  • Praxisnah und aktuell, für Ihre Reise in 2017 oder 2018
  • Erhältlich als Buch und eBook

Im Rahmen der meisten Routen ist es sinnvoll, eine der beiden Einfahrten für den Start und die andere für die Weiterfahrt zu wählen. So könnte man beispielsweise im Westen beginnen, wo das so genannte Grand Canyon Village und das Visitor Center liegen: Das Village ist zentraler Ausgangspunkt, von dem aus man entweder zu Fuß an den Schluchten entlanggehen kann oder mit dem regelmäßig verkehrenden Shuttlebus von Punkt zu Punkt fährt.

Zwischen den einzelnen Ausblicken zu differenzieren, fällt schwer, empfehlenswert sind jedoch auf jeden Fall der Mather Point fast direkt am Visitor Center sowie Hopi Point, Mohave Point und Pima Point weiter im Westen.

Grand Canyon National Park Grand Canyon National Park Foto

Anschließend könnte es über Highway 64 am Grand Canyon entlang gen Osten gehen, wo sich weitere Gelegenheiten für Fotostopps bieten, darunter am großartigen Grandview Point und dem sehr schönen Lipan Point. Auch der Watchtower in Desert View, obwohl er keine historische Bedeutung hat, ist einen Blick wert, bevor es dann über die Osteinfahrt wieder aus dem Park hinausgeht.

Und jetzt kommen wir leider nicht umher, eine kleine Warnung auszusprechen, denn am Grand Canyon wird es fast das gesamte Jahr über verdammt voll. So voll, dass man schon an einem Vormittag vor der Hauptsaison häufig in der prallen Sonne Schlange stehen muss, um sich in den zweiten oder dritten stoppenden Shuttlebus zwängen zu können.

Ruhige Momente am Rim gibt es kaum und auch die Infrastruktur mutet mitunter etwas seltsam an – ausgerechnet in dem wohl wichtigsten National Park der USA bekommt man als Imbiss in erster Linie in Plastikfolie verschweißte, matschige Sandwiches mit unzähligen Zusatzstoffen serviert.

Das mindert natürlich nicht die Schönheit der Natur, aber man braucht mitunter schon recht starke Nerven, um hier wirklich Spaß zu haben. Wenn man im Voraus weiß, was einen erwartet, und sich mental ein wenig darauf einstellt, kann man die beeindruckenden Ausblicke deutlich entspannter genießen!

Grand Canyon National Park Foto

Trails & Viewpoints

Der Hauptwanderweg, wenn man ihn so nennen will, ist der Rim Trail, der – wie der Name schon sagt – am Rand des Grand Canyons entlang führt und überwiegend asphaltiert ist.

Trails mittlerer Länge gibt es kaum, dafür kommen Profi-Wanderer voll auf ihre Kosten: Der knapp 20 km lange Bright Angel Trail ist als „Tagestrip“ zu empfehlen, erfordert aber sehr gutes Schuhwerk, reichlich Ausdauer und Verpflegung – Wasser gibt es auf der Strecke nicht immer, Schatten nur wenig. Ebenfalls sehr schön, aber noch deutlich anspruchsvoller, ist der Grandview Trail.

Wollen Sie bis in den Grand Canyon hinunterwandern, müssen Sie mindestens zwei Tage einplanen; an einem Tag hin und zurück zu laufen, ist nicht zu empfehlen. Wer es doch versucht, geht das Risiko ein, zu den mehreren hundert Touristen zu zählen, die Jahr für Jahr gerettet werden müssen.

Wollen Sie den durchaus lohnenswerten Ab- und Aufstieg wagen, sollten Sie sich im Vorfeld unbedingt über die Wetterbedingungen informieren. Die Parkaufsicht empfiehlt neben dem obligatorischen Zelt und Verpflegung auch die Mitnahme einer Taschenlampe, eines Erste-Hilfe-Kits und einer Trillerpeife oder eines Spiegels, um notfalls auf sich aufmerksam zu machen.

Was tun in welcher Zeit?

In drei Stunden: Unter den National Parks im Südwesten der USA stellt der Grand Canyon eine recht krasse Ausnahme dar, denn er ist im Grunde der einzige, in dem man schon in knapp zwei, drei Stunden „das Wichtigste“ gesehen haben kann – die unglaublichen Ausblicke auf die sich vor einem auftuenden Schluchten nämlich.

Am South Rim findet man diese um das Grand Canyon Village herum; Hopi Point sei hier nur als einer von mehreren genannt. Am North Rim sieht es ähnlich aus, hier sollte man sein Augenmerk auf Bright Angel Point richten. Auch eine kurze Wanderung am Rim entlang ist auf beiden Seiten problemlos möglich.

An einem halben Tag: Steht mindestens ein halber Tag zur Verfügung, könnte man den kompletten South Rim besuchen und vom Village im Westen bis nach Desert View im Osten fahren – oder umgekehrt. Unterwegs ist vor allem Grandview Point einen Halt wert, unter normalen Umständen schafft man aber auch fast alle anderen Stopps zeitlich ohne Probleme, denn lange Wanderungen sind, außer am Rim entlang, ohnehin kaum möglich. Am North Rim muss man sich etwas knapper fassen, die Fahrt zum Point Imperial wäre aber beispielsweise möglich und lohnenswert.

An einem ganzen Tag: Wer einen ganzen Tag Zeit hat, sollte das vor allem dazu ausnutzen, einen Sonnenaufgang oder einen Sonnenuntergang mit Blick auf die Schluchten zu erleben. Die zuvor genannten Viewpoints bieten sich dafür im Grunde ausnahmslos an, Hopi Point ist vor allem abends sehr beliebt, jedoch häufig überlaufen. Yaki Point und Pima Point stellen dann die besten Alternativen dar.

Grand Canyon National Park Foto Grand Canyon National Park Foto

Motels, Hotels & Camping

In Grand Canyon Village findet man den über 300 Plätze großen Mather Campground, der das ganze Jahr über offen hat. Reservierungen für 18$ die Nacht sind mittlerweile online möglich und dringend empfohlen, da der Campingplatz fast immer ausgebucht ist.

Ganz im Osten des South Rims gibt es in Desert View einen weiteren Campground, mit 50 Stellplätzen etwas ruhiger und nur von Mai bis Oktober geöffnet. Hier gilt „First Come, First Serve“ für 12$ die Nacht – wer einen Platz erwischen will, sollte aber nicht nach Mittag ankommen. Die Infrastruktur ist gewohnt einfach, Hookups gibt es nicht.

Mietwagenreisende finden in Grand Canyon Village selbst mehrere Lodges, die im Wesentlichen dem National-Park-Standard entsprechen: Irgendwo zwischen altmodisch und charmant, in bester Lage, aber ebenfalls lange im Voraus ausgebucht und teuer; unter 200$ die Nacht geht nur wenig.

Einen Tick billiger kann man nahe der Westeinfahrt in der Kleinstadt Tusayan unterkommen. Noch etwas preiswerter geht es in Williams oder Flagstaff, die jedoch nur vor oder nach einem Besuch des Grand Canyons angesteuert werden sollten, da sich die An- und Abfahrt doch arg zieht.

Hotels am South Rim

Empfehlenswerte Campgrounds

Ziele in der Nähe