Harlem: Sicher und sehenswert?

Über Jahrzehnte hinweg hat Harlem einen schrecklichen Ruf genossen, dabei liegt das Stadtviertel noch auf der Halbinsel von Manhattan und somit nur ein kleines Stück von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten entfernt. Mittlerweile jedoch soll das Viertel sich stark gewandelt haben – genug, um als „sicher“ zu gelten und auch für Touristen sehenswert zu sein?

Hier lesen Sie unsere Einschätzung, ob sich ein Besuch des Viertels lohnt, ob man dort sogar übernachten kann und was es überhaupt zu sehen gibt!

Straße in Harlem

Lage & Infos

Wenn man nur Manhattan besuchen würde, könnte man den Eindruck gewinnen, New York City sei eine nahezu perfekte, saubere und sehr wohlhabende Stadt, doch schon beim Weg vom Flughafen durch Queens oder spätestens beim Betreten der U-Bahn merkt man, dass das nicht ganz der Wahrheit entsprechen kann und die Probleme der Stadt nur aus den Augen der Wohlhabenden und Touristen geschoben werden sollen. Und das ursprünglich nicht einmal besonders weit, denn Harlem, einst eines der größten Problemviertel, beginnt, grob gesagt, nördlich des Central Parks, im Osten schon an der 96th Street nach dem See.

Das Stadtviertel setzt sich aus mehreren weiteren „Zonen“ zusammen: West, Central und East Harlem, die sich in erster Linie durch ihre Bewohnerstruktur voneinander unterscheiden – der Ostteil beispielsweise ist aufgrund des hohen Latino-Anteils auch als Spanish Harlem bekannt.

Das gesamte Viertel hat in den letzten hundert Jahren etliche Wandlungen durchgemacht; einst ein Zentrum nicht zuletzt der italienischen Mafia, dann Mittelpunkt für die afroamerikanischen Einwohner von New York City und schließlich, bedingt durch viel Arbeitslosigkeit, Armut und eine niedrige Lebenserwartung, Zentrum der Kriminalität.

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Harlem heute: Einen Besuch wert?

Seit etwa Mitte der 90er-Jahre hat Harlem sich jedoch schrittweise gewandelt. Nicht, weil die Probleme wirklich kleiner geworden wären, sondern aufgrund einer härteren Linie der Polizei und Stadt, wodurch die Kriminalitätsrate nach und nach deutlich gesenkt werden konnte – das echte Armutsviertel von New York hat sich ein Stück weiter nach Norden in die Bronx verschoben, die man als Tourist auch heute noch möglichst meiden sollte.

Harlem hingegen kann man vor allem bei Tag weitgehend als „sicher“ beschreiben, wobei dieser Begriff natürlich wie immer relativ geprägt ist: Sicher ist man nirgendwo und auch in Harlem gibt es noch immer bessere und schlechtere Ecken. Grundsätzlich kann man hier aber auch als „Weißer mit Camcorder“ herumspazieren, ohne sich ernsthaft Sorgen machen zu müssen.

Die viel wichtigere Frage ist jedoch vermutlich, ob sich das lohnt, denn echte Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinne hat Harlem nur sehr bedingt zu bieten. Das Stadtviertel lebte stets in erster Linie von seinem „Flair“, auch wenn das in Hinblick auf seine Geschichte ein wenig irritierend klingen mag, und naturgemäß sind die architektonischen Meisterwerke hier eher spärlich gesät.

Harlem

Sehenswert, vor allem aus historischer Sicht, sind das Apollo Theater, in dem zahlreiche bekannte Künstler wie etwa die Jackson 5 ihre ersten großen Auftritte hatten, sowie die Dunbar Apartments, die 1926 als erstes großes Housing Project für „Menschen afrikanischer Herkunft“ in den USA galten.

Darüber hinaus befinden sich vor allem im südlichen Teil Harlems neuerdings auch einige Szene-Hotels und Jugendherbergen, die natürlich mit niedrigeren Preisen als in Central Manhattan locken, gleichzeitig aber eine gute, schnelle U-Bahn-Anbindung zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten anbieten können. Hier heißt es von Fall zu Fall Tripadvisor für eine genaue Einschätzung zur Rate zu ziehen – grundsätzlich kann Harlem heute auch eine brauchbare Wahl für Übernachtungen darstellen.

Bildnachweis (von oben nach unten): The All-Nite Images (CC BY-SA 2.0), David Jones, brianac37, beide (CC BY 2.0)

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