5. Tag: Central Park und Upper West Side

Und: Christmas Tree am Rockefeller Center, erster Versuch...

Für gewöhnlich wünscht man sich beim Besuch von Sehenswürdigkeiten keinen zu großen Andrang, am heutigen Sonntag hingegen habe ich meine Planung bewusst so gestaltet, vormittags möglichst viele Menschen zu sehen: Der Central Park steht auf dem Programm und zu dem gehört einfach auch ein bisschen „People Watching“.

Ganz so actionreich wie im Sommer geht es bei Temperaturen um den Nullpunkt und eisigen Winden natürlich nicht zu, aber dass die halbe Stadt heute auf den Beinen zu sein scheint, merkt man schon.

5th Avenue in Richtung Rockefeller Center.

Vorbei am Rockefeller zum Central Park

Gegen neun Uhr begebe ich mich auf den Weg zum Central Park, vorbei am Rockefeller Center, von dem ich bei heute deutlich klarerem Himmel noch einmal schnell ein Foto schießen will. Das Gedränge um den Ice Rink herum ist noch nicht ganz so groß wie gestern, der Ring selbst hingegen schon wieder bestens besucht.

Security vor dem Trump Tower.

Selbiges gilt nicht für den Trump Tower, der sich in Vergangenheit in erster Linie dadurch auszeichnete, ordentliche Toiletten zu haben, heute im Grunde nur noch durch all die Absperrungen drumherum auffällt. Aber wer sich schon immer mal abtasten lassen wollte, nur um einen Starbucks besuchen zu können, hat hier die Chance dazu…

Food Carts in New York City.

Ich verzichte auf das Vergnügen und arbeiten mich, vorbei an den unzähligen Food Carts, die schon zu früher Stunde weitgehend angenehm riechende Maronen, Kebaps und Spieße verkaufen, zum Central Park vor.

Neue Hochhäuser südlich vom Central Park.

Der aufkommende Sonnenschein erlaubt von dort aus bereits einen tollen Blick auf den Südrand des Parks, an dem seit meinem letzten Besuch das ein oder andere neue Hochhaus errichtet wurde und sich die nächsten bereits im Bau befinden.

Ice Rink im Central Park.

Im Central Park richte ich mein Augenmerk zunächst auf den dortigen Ice Rink, der im Vergleich zu Bryant Park und Rockefeller Center naturgemäß deutlich größer ist und zumindest zu dieser Zeit noch „echtes“ Schlittschuhfahren erlaubt – andernorts ist das ja doch mehr ein Wettbewerb darum, wer am langsamsten laufen kann, ohne umzufallen.

Santas im Central Park.

Auch Spaziergänger – bevorzugt mit kleinen Pudeln oder großen Golden Retrievern -, Radfahrer (zum Teil in Santa-Kostümen, jedoch nüchtern), ein paar Yoga-Treibende und natürlich die unvermeidbaren Cops auf ihren hohen Rössern sehe ich reichlich. Allein das im Sommer so beliebte Baseball wird nicht gespielt.

Bethesda Fountain im Winter.

Ursprünglich hatte ich überlegt, heute das Met oder das Natural History Museum zu besuchen, aber da ich in den vergangenen Tagen doch etwas weniger geschafft habe, als vorab erwartet, verzichte ich vorerst darauf. Zumal es Dienstag noch einmal kräftig regnen soll und sich der Besuch eines Museums dann natürlich anbieten würde.

Natural History Museum in Manhattan.

Rundgang durch die Upper West Side

Also knipse ich nur schnell ein Foto vom Natural History Museum und steuern dann das „Zentrum“ der Upper West Side an. Die gilt als gehobenes Wohnviertel, was man zwar dem ein oder anderen Hauseingang – häufig mit Weihnachtsbaum, fast immer mit Doorman – ansieht, nicht jedoch der Umgebung im Allgemeinen: Hier gibt es viele normal wirkende Geschäfte, Cafés und Imbisse sowie deutlich weniger Touristen.

Die Upper West Side.

Ich bummel zur Abwechslung mal ein bisschen und schauen bei einem Barnes & Nobles rein, offiziell ein Buchladen, der aber – mehr noch als seine Pendants in Deutschland – auch Blu-rays, Zeitschriften, Geschenke und Spielwaren führt. Von letzteren sogar mehr als der FOA Schwarz am Rockefeller Center, von dem ich gestern doch ein wenig enttäuscht war.

Häuser in der Upper West Side.

Mit rapide nachlassenden Kräften schleppe ich mich bis zum Columbus Circle am südwestlichen Ende des Central Parks, wo es neben einem großen Shopping Center auch einen weiteren Weihnachtsmarkt gibt. Der fünfte mittlerweile?

Weihnachtsmarkt am Columbus Circle.

Die Läden sind im Wesentlichen die gleichen wie im Bryant Park und auf dem Union Square, die Gestaltung der Hütten wirkt aber einen Tick liebevoller. Und: Erstaunlich viele deutsche Artikel findet man hier, von Glühwein über Zimtsterne bis hin zu Weihnachtssternen von einem Berliner Künstler, den man offenbar auch vor Ort treffen kann.

Vorbei an der Carnegie Hall schlurfe ich zurück zum Hotel, um dort zwei, drei Stunden die Beine hochzulegen.

Gedränge am Rockefeller Center.

Der Versuch mit dem Christmas Tree…

Gegen Abend mache ich mich auf den Weg zum Rockefeller Center, um den beleuchteten Christmas Tree bei Dunkelheit zu sehen. Oder besser: Ich versuche es.

Schon etliche Blöcke entfernt sind die Bürgersteige so überfüllt, dass man auf die Straße ausweichen muss – und als ich mich dann tatsächlich auf vielleicht fünfzig Meter dem Center nähern, geht es kaum noch einen Schritt vorwärts. Es ist ein unglaubliches, rücksichtsloses Gedränge und Geschubse, wie ich es noch nie und nirgendwo erlebt habe.

Nachdem ich zum ersten Mal auf dem Boden liegen, gebe ich auf und ziehen mich ins Hotel zurück, … um zu googeln, wann genau die Lichter am Baum morgens eigentlich angehen. War er bei den schlauen Menschen vom Frühstücksfernsehen um 6 Uhr nicht immer schon am Leuchten?

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