7-8. Tag: Abschied mit Regen & Schnee

Noch einmal zum Vessel und dann zurück nach Frankfurt...

Wir hatten viel Glück mit dem Wetter bisher: Bis auf leichte Schauer am Freitagabend und Samstagmorgen gab es keinen Grund zur Klage. Am letzten vollen Reisetag ändert sich das Bild leider; es schüttet von morgens bis abends. Gut, dass wir nahezu alles geschafft haben, was wir uns vorgenommen hatten!

Manhattan im Regen.

Kleiner Rundgang im Regen

Der Besuch eines Museums würde sich natürlich anbieten, allein die rechte Lust darauf fehlt uns. So entscheiden wir uns für eine kleine Runde um unser Hotel, vorbei am Times Square, auf dem wir bei Tag noch nicht waren, durch ein paar Geschäfte und wieder zurück zum Hotel.

Wirklich fündig werden wir in den Geschäften allerdings nicht und das ist dann auch einer von nur zwei kleinen Kritikpunkten, die wir anbringen können: In Hinblick aufs Shopping war New York für uns eher dürftig. Wer Klamotten sucht, bekommt hier natürlich eine Menge geboten – nicht zuletzt bei Macy’s, Bloomingdale’s und Nordstrom -, doch davon abgesehen sucht man eine breitere Auswahl weitgehend vergeblich. In den für die USA typischen Malls findet man mitunter mehr, was dann auch deren Popularität erklären mag.

Da kein Ende des Regens in Sicht ist, verbringen wir den frühen Nachmittag mit einem weiteren Kinobesuch. Groß ist die Auswahl an interessanten Filmen zwar nicht, aber der letzte Jumanji, irgendwann im Flugzeug gesehen, war nicht schlecht – warum also nicht das Sequel gucken?

Für ’nen Popcorn-Film ganz unterhaltsam, auch weil die Schauspieler an der Body-Switching-Nummer sichtlich Spaß haben und vor allem Jack Black, aber – erstaunlich – auch „The Rock“ und Awkwafina ihr Können unter Beweis stellen können. Allein das Publikum ist etwas unangenehmer als bei „Knives Out“ am Samstag; von ständigem Geraschel über Unterhaltungen bis hin zum Spielen auf dem Handy. Warum zahlt man 16$+ Eintritt, um dann nur auf einen Second Screen zu starren?

Danach gönnen wir uns noch einmal zwei Stück Pizza, die uns schon letztes Mal so gut geschmeckt haben, und schauen anschließend kurz in der Morgan Library vorbei, die sich direkt hinter unserem Hotel befindet.

Der Eintritt in die Bibliothek an sich ist Dienstags erfreulicherweise zwei Stunden lang kostenlos, sonst wären uns die 22$ pro Person vielleicht etwas zu viel gewesen. So hingegen bestauenen wir die drei, vier toll gestalteten Räume mit ihren verzierten Wänden und Decken sowie den unzähligen Büchern. Was man in der Library am meisten findet? Natürlich Bibeln…

Das Vessel bei blauem Himmel

Den Rest des Nachmittags und Abends verbringen wir im Hotelzimmer: Nachdem wir in sieben Tagen circa 145 Kilometer gelaufen sind, fühlen wir uns doch ein bisschen geschafft, und unsere Knirpse kommen gegen Wind und Regen ohnehin nicht an.

Vessel bei blauem Himmel.

Am nächsten Morgen sieht es schon wieder anders aus, der Himmel blau, die Luft klar. Da wir erst gegen 12 Uhr zum Flughafen aufbrechen müssen (unser Flug soll gegen 16 Uhr das Gate verlassen), nutzen wir die verbleibenden Stunden für einen erneuten Spaziergang zum Vessel, der vermutlich fotogensten Sehenswürdigkeit unserer Reise. Und bei blauem Himmel noch einmal doppelt so schön!

The High Line bei Sonne.

Auch bei The High Line schauen wir noch einmal vorbei und laufen anschließend die Runde über Union und Madison Square Park zurück zum Hotel.

Rückflug nach Frankfurt

Für die Fahrt zu JFK greifen wir statt zum Taxi zum Uber. Das macht in New York aufgrund diverser Regulierungen preislich zwar keinen Unterschied, aber wir hatten von unserer letzten USA-Reise noch Guthaben in der App, also warum nicht!

Den Flughafen erreichen wir in rund 25 Minuten, fast doppelt so schnell wie auf dem Hinweg. Auch am Flughafen stoßen wir auf keinerlei Probleme: Die Schlange für die Security ist kurz und die Kontrolle selbst angenehm unaufdringlich. Die Metalldetektoren und Bodyscanner werden offenbar nirgendwo auf der Welt so sensibel eingestellt wie in Deutschland…

Terminal 1 in JFK.

Allein der Start verzögert sich um knapp eine Stunde, da ausgerechnet in dem Moment, in dem wir zum Take-off rollen, ein kleiner Schneesturm aufzieht und unser Flugzeug anscheinend ausreichend verdreckt, um zum De-Icing zu müssen.

Das dauert etwa eine halbe Stunde, doch dann geht’s los, in sechseinhalb Stunden über den Atlantik. Erstaunlich kurz der Flug; die Zeit reicht kaum aus, um zwei Essen zu servieren und ein bisschen zu dösen – aber den Schlaf können wir ja später nachholen…

Ausblick vom One World Observatory.

Fazit unserer Reise

New York hat uns aufs Neue begeistert: Wie im Flug vergingen die sieben Tage, unglaublich viel haben wir gesehen – und doch das Gefühl, lediglich einen Teil der Stadt erkundet zu haben.

In Brooklyn waren wir nur kurz, nach Harlem haben wir es nicht geschafft und an einen Ausflug war nicht einmal zu denken. Dennoch stellte eine Woche einen guten Zeitrahmen dar; zum Ende hin ließ die Energie doch ein wenig nach.

Unsere Highlights waren, wie oben vermutlich schon durchklang, das neue Vessel, die gesamte Anlage rund ums One World Trade Center, aber auch die Fahrt zur Freiheitsstatue und der Besuch von Sleep No More. Ein zweiter Theaterbesuch – oder der Besuch eines Musicals – wäre vielleicht noch nett gewesen, das fiel uns dann allerdings doch einen Tick zu spät ein und hätte unser Budget auch arg strapaziert.

Spaziergang über die Brooklyn Bridge.

Für uns gibt es keinen Zweifel daran, dass New York eine der drei interessantesten Städte der Welt ist: Wie unzählige Kulturen hier zusammenkommen und miteinander verschmelzen, und wie gelebtes America und American Dream aufeinanderprallen, ist wahnsinnig spannend und macht New York aus.

Dass wir Tokio für uns persönlich doch noch ein kleinen Tick über New York ansiedeln würden, liegt in erster Linie darin begründet, dass es sich dort entspannter reist: In New York wird gehetzt, geschubst und gestoßen, in Japan hingegen nimmt man (im Wesentlichen) aufeinander Rücksicht und respektiert gewisse Umgangsformen, trotz noch größerer Menschenmassen.

Ice Rink im Bryant Park.

So faszinierend Manhattan auch ist, die stetige Rennerei entlang der Bürgersteige und die Drängelei um Sehenswürdigkeiten strengt auf Dauer doch ein wenig an. Sein muss das nicht, aber dass der gerühmte US-amerikanische Individualismus in Wirklichkeit oft Egoismus bedeutet, kommt für uns jetzt auch nicht überraschend.

Nichtsdestotrotz: Alles in allem war es eine unserer schönsten Reisen und wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Besuch der Stadt. Nicht nächstes oder übernächstes Jahr, vermutlich, aber in vier, fünf? Sicher!

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