7-8. Tag: Abschied mit Regen & Schnee

Noch einmal zum Vessel und dann zurück nach Frankfurt...

Ich hatte viel Glück mit dem Wetter bisher: Bis auf leichte Schauer am Freitagabend und Samstagmorgen gab es keinen Grund zur Klage. Am letzten vollen Reisetag ändert sich das Bild leider; es schüttet von morgens bis abends. Gut, dass ich nahezu alles geschafft habe, was ich mir vorgenommen hatte!

Manhattan im Regen.

Kleiner Rundgang im Regen

Der Besuch eines Museums würde sich natürlich anbieten, allein die rechte Lust darauf fehlt mir. So entscheide ich mich für eine kleine Runde um mein Hotel, vorbei am Times Square, auf dem ich bei Tag noch nicht war, durch ein paar Geschäfte und wieder zurück zum Hotel.

Wirklich fündig werde ich in den Geschäften allerdings nicht und das ist dann auch einer von nur zwei kleinen Kritikpunkten, die ich anbringen könnte: In Hinblick aufs Shopping war New York für mich eher dürftig. Wer Klamotten sucht, bekommt hier natürlich eine Menge geboten – nicht zuletzt bei Macy’s, Bloomingdale’s und Nordstrom -, doch davon abgesehen sucht man eine breitere Auswahl weitgehend vergeblich. In den für die USA typischen Malls findet man mitunter mehr, was dann auch deren Popularität erklären mag.

Da kein Ende des Regens in Sicht ist, verbringe ich den frühen Nachmittag mit einem weiteren Kinobesuch. Groß ist die Auswahl an interessanten Filmen zwar nicht, aber der letzte Jumanji, irgendwann im Flugzeug gesehen, war nicht schlecht – warum also nicht das Sequel gucken?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Für ’nen Popcorn-Film ganz unterhaltsam, auch weil die Schauspieler an der Body-Switching-Nummer sichtlich Spaß haben und vor allem Jack Black, aber – erstaunlich – auch „The Rock“ und Awkwafina ihr Können unter Beweis stellen können. Allein das Publikum ist etwas unangenehmer als bei „Knives Out“ am Samstag; von ständigem Geraschel über Unterhaltungen bis hin zum Spielen auf dem Handy. Warum zahlt man 16$+ Eintritt, um dann nur auf einen Second Screen zu starren?

Danach gönne ich mir noch einmal zwei Stück Pizza, die mir schon letztes Mal so gut geschmeckt hat, und schaue anschließend kurz in der Morgan Library vorbei, die sich direkt hinter meinem Hotel befindet.

Der Eintritt in die Bibliothek an sich ist Dienstags erfreulicherweise zwei Stunden lang kostenlos, sonst wären mir die 22$ pro Person vielleicht etwas zu viel gewesen. So hingegen bestaune ich die drei, vier toll gestalteten Räume mit ihren verzierten Wänden und Decken sowie den unzähligen Büchern. Was man in der Library am meisten findet? Natürlich Bibeln…

Das Vessel bei blauem Himmel

Den Rest des Nachmittags und Abends verbringe ich im Hotelzimmer: Nachdem ich in sieben Tagen circa 145 Kilometer gelaufen bin, fühle ich mich doch ein bisschen geschafft, und mein Knirps kommt gegen Wind und Regen ohnehin nicht an.

Vessel bei blauem Himmel.

Am nächsten Morgen sieht es schon wieder anders aus, der Himmel blau, die Luft klar. Da ich erst gegen 12 Uhr zum Flughafen aufbrechen muss (der Flug soll gegen 16 Uhr das Gate verlassen), nutze ich die verbleibenden Stunden für einen erneuten Spaziergang zum Vessel, der vermutlich fotogensten Sehenswürdigkeit meiner Reise. Und bei blauem Himmel noch einmal doppelt so schön!

The High Line bei Sonne.

Auch bei The High Line schaue ich noch einmal vorbei und laufe anschließend die Runde über Union und Madison Square Park zurück zum Hotel.

Rückflug nach Frankfurt

Für die Fahrt zu JFK greife ich statt zum Taxi zum Uber. Das macht in New York aufgrund diverser Regulierungen preislich zwar keinen Unterschied, aber ich hatten von meiner letzten USA-Reise noch Guthaben in der App, also warum nicht!

Den Flughafen erreiche ich in rund 25 Minuten, fast doppelt so schnell wie auf dem Hinweg. Auch am Flughafen stoße ich auf keinerlei Probleme: Die Schlange für die Security ist kurz und die Kontrolle selbst angenehm unaufdringlich. Die Metalldetektoren und Bodyscanner werden offenbar nirgendwo auf der Welt so sensibel eingestellt wie in Deutschland…

Terminal 1 in JFK.

Allein der Start verzögert sich um knapp eine Stunde, da ausgerechnet in dem Moment, in dem ich zum Take-off rolle, ein kleiner Schneesturm aufzieht und das Flugzeug anscheinend ausreichend verdreckt, um zum De-Icing zu müssen.

Das dauert etwa eine halbe Stunde, doch dann geht’s los, in sechseinhalb Stunden über den Atlantik. Erstaunlich kurz der Flug; die Zeit reicht kaum aus, um zwei Essen zu servieren und ein bisschen zu dösen – aber den Schlaf kann ich ja später nachholen…

Ausblick vom One World Observatory.

Fazit der Reise

New York hat mich aufs Neue begeistert: Wie im Flug vergingen die sieben Tage, unglaublich viel habe ich gesehen – und doch das Gefühl, lediglich einen Teil der Stadt erkundet zu haben.

In Brooklyn war ich nur kurz, nach Harlem habe ich es nicht geschafft und an einen Ausflug war nicht einmal zu denken. Dennoch stellte eine Woche einen guten Zeitrahmen dar; zum Ende hin ließ die Energie doch ein wenig nach.

Meine Highlights waren, wie oben vermutlich schon durchklang, das neue Vessel, die gesamte Anlage rund ums One World Trade Center, aber auch die Fahrt zur Freiheitsstatue und der Besuch von Sleep No More. Ein zweiter Theaterbesuch – oder der Besuch eines Musicals – wäre vielleicht noch nett gewesen, das fiel mir dann allerdings doch einen Tick zu spät ein und hätte mein Budget auch arg strapaziert.

Spaziergang über die Brooklyn Bridge.

Für mich gibt es keinen Zweifel daran, dass New York eine der drei interessantesten Städte der Welt ist: Wie unzählige Kulturen hier zusammenkommen und miteinander verschmelzen, und wie gelebtes America und American Dream aufeinanderprallen, ist wahnsinnig spannend und macht New York aus.

Dass ich Tokio für mich persönlich doch noch ein kleinen Tick über New York ansiedeln würden, liegt in erster Linie darin begründet, dass es sich dort entspannter reist: In New York wird gehetzt, geschubst und gestoßen, in Japan hingegen nimmt man (im Wesentlichen) aufeinander Rücksicht und respektiert gewisse Umgangsformen, trotz noch größerer Menschenmassen.

Ice Rink im Bryant Park.

So faszinierend Manhattan auch ist, die stetige Rennerei entlang der Bürgersteige und die Drängelei um Sehenswürdigkeiten strengt auf Dauer doch ein wenig an. Sein muss das nicht, aber dass der gerühmte US-amerikanische Individualismus in Wirklichkeit oft Egoismus bedeutet, kommt für mich jetzt auch nicht überraschend.

Nichtsdestotrotz: Alles in allem war es eine meiner schönsten Reisen und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Besuch der Stadt. Nicht nächstes oder übernächstes Jahr, vermutlich, aber in vier, fünf? Sicher!

Lesen Sie auch

Close