16. Tag: Über Bryce Canyon in den Kodachrome State Park

Eine schöne Wanderung über den Peek-a-Boo-Loop

Nach dem gestrigen Ansturm auf den Zion National Park bereiten ich mich heute vor meinem Besuch von Bryce Canyon sicherheitshalber auf das Schlimmste vor, auch wenn der Park in der Vergangenheit auf mich stets etwas weniger bevölkert wirkte als sein etwa zwei Stunden entfernter Nachbar.

Gegen 7:45 Uhr breche ich von dem durchaus netten KOA in Cannonville auf, erreiche die Entrance Station von Bryce Canyon etwa 20 Minuten später…

Ausblick vom Bryce Point.

… und zumindest hier bekomme ich noch problemlos einen Parkplatz gegenüber des Visitor Centers, auf dem alle RVs abgestellt werden müssen, wenn sie nicht gleich draußen vor dem Eingang auf dem Shuttle-Parkplatz bei Ruby’s Inn bleiben.

Die Wahrheit in Hinblick auf das Besucheraufkommen in Bryce Canyon liegt irgendwo zwischen dem gestrigen Massentourismus in Zion und einer entspannten Naturerfahrung: An den Aussichtspunkten – vor allem an Sunrise und Sunset Point – geht es auch hier zu wie auf dem Jahrmarkt, trotz Shuttle sind auch hier viele Parkplätze überfüllt, doch auf manchen Wanderwegen ist es (noch) ruhiger.

Wanderung im Bryce Canyon.

Ein Keuchen und Schwitzen

Und auf einen eben solchen Wanderweg begebe ich mich umgehend! Mit dem Shuttle fahre ich vom Visitor Center zwei Stationen bis zum Bryce Point und laufen von dort aus ins Tal hinab, wo der Peek-a-Boo-Loop beginnt.

Ausblick auf dem Peek-A-Boo-Loop.

Der insgesamt etwa 9 km lange Trail führt mich ein wenig abseits des so beliebten „Amphitheaters“, doch zahlreiche sehenswerte Hoodoos und etliche sehr sehenswerte Ausblicke findet man natürlich trotzdem. Zumal ein Teil des Navajo- / Queens-Garden-Trails erstaunlicherweise noch geschlossen ist und ich den Fairyland Loop erst letztes Mal gelaufen bin.

Serpentinen in Bryce Canyon.

Was mich beim Wandern in Bryce Canyon jedes Mal überrascht: Wie anstrengend es ist! 9 km sind ja nun nicht die Welt, anfangs geht es ganz entspannt nur hinab, die Temperaturen halten sich mit etwa 22° C ebenfalls in Grenzen – und doch bin ich schon nach einer halben Stunde ziemlich KO.

Pferde warten auf Touristen.

Vielleicht steckt mir Angels Landing von gestern in den Knochen, vielleicht sind es aber auch die einen umringenden Felsen, die von der Sonne angestrahlt wie ein Ofen wirken. Hinzu kommt natürlich, dass es zu Beginn zwar ganz angenehm ist, entgegen der Gewohnheit nicht gleich bergauf zu müssen, doch dafür schwitzt und keucht man am Ende umso mehr.

Bäume im Bryce Canyon.

Aber genug gejammert; ich reise ja nicht in den Südwesten, um mich auszuruhen! In Erinnerung bleibt mir eine weitere schöne Wanderung in Bryce Canyon, die es zumindest mit dem Fairyland Loop problemlos aufnehmen kann.

Felsen im Kodachrome State Park.

Weiter nach Kodachrome

Mit dem Shuttle-Bus geht es gut zweieinhalb Stunden später wieder zurück zum Visitor Center, wo der Parkplatz inzwischen proppenvoll ist. Eigentlich hatte ich angedacht, mir noch irgendwo ein kleines Picknick im Park zu gönnen, doch das streiche ich mit Blick auf die vor allem aus den Tourbussen strömenden Massen.

Kodachrome Basin State Park.

Weiter geht es stattdessen in den Kodachrome State Park, mit einem kurzen Zwischenstopp in Tropic, eine Viertelstunde östlich von Bryce Canyon. Dort tanke ich fast auf – 120$ haben leider nicht ganz gereicht, um das Wohnmobil zu füllen – und versuchen, etwas fürs abendliche Grillen einzukaufen, doch das Fleisch im eigentlich gut sortierten General Store ist wohl gerade leergeplündert.

Panorama Trail in Kodachrome.

Dann eben ohne Fleisch nach Kodachrome! Der kleine, etwas versteckte Park liegt nur eine gute halbe Stunde von Bryce Canon entfernt, doch seine Felslandschaft erinnert eher an das Valley of Fire oder an das Capitol Reef denn die überwiegend orangegelben Felsen von nebenan.

Basin Campground in Kodachrome.

Ich drehe eine Runde über den Panorama Trail, begebe mich danach dann aber doch recht zügig auf den schönen, ruhigen Campingplatz, dessen Ausstattung mal wieder überrascht: Während auf Zions Watchman Campground etwa die Installationen bestenfalls als rudimentär zu bezeichnen sind, findet man hier neben einer Laundry auch Full Hook-Up (also Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss am Stellplatz) sowie großartige Duschen vor.

Dusche in Kodachrome.

Um ehrlich zu sein: Es sind sogar bessere Duschen als ich in den Hotels dieses Urlaubs bisher hatte.

Den Grill schmeiße ich am Abend dann trotzdem an, ein bisschen Gemüse hatte ich zum Glück noch im Kühlschrank…

Gefahrene Strecke: ca. 225 km
Gelaufene Strecke: ca. 19.500 Schritte, 15 km
Campingplatz: Basin Campground, Kodachrome Basin SP

Und jetzt?
Entweder zurück zum Reisebericht im Überblick oder gleich weiterlesen mit Tag 17!

Lesen Sie auch

Close