Route: Kakteen und Felsen in Arizonas Süden

Eine Runde durch den Süden von Kalifornien und vor allem Arizona ist für all diejenigen ein Muss, die „echte“ Kakteen auf ihrer Rundreise durch den Südwesten sehen wollen. Denn nur in der Umgebung von Tucson – im Saguaro National Park sowie im Organ Pipe Cactus National Monument – wird man so richtig fündig.

Das Schöne an dieser Route ist das sehr hohe Maß an Flexibilität, denn entlang der direkten Strecke findet man zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten, die einen Abstecher wert sein können: Von der Westernstadt Tombstone über das Chiricahua National Monument bis hin zum recht touristischen, aber dank seiner roten Felsen sehr eindrucksvollen Sedona.

Das „logische“ Ende dieser halben Runde führt über den Petrified Forest National Park und den Canyon de Chelly nach Utah, doch auch hier sind zahlreiche Varianten denkbar: Von einem Abstecher zum Mesa Verde National Park bis hin zu einem Trip nach New Mexico (White Sands National Monument, Sante Fe, Bisti Badlands) ist alles drin!

USA Südwesten: Städte & National Parks von Kalifornien bis Utah

  • Tipps zur Reiseplanung von der Buchung bis zum Abflug
  • Komplette Routenvorschläge für zwei, drei und vier Wochen
  • Alles über Los Angeles, San Francisco, Las Vegas & San Diego
  • Trails & Viewpoints in National Parks, National Monument & State Park
  • Praxisnah und aktuell, erhältlich als Buch und eBook

Mögliche Einteilung

ReisetagBeschreibungHoteltippStrecke
1. TagLos Angeles bis YumaFairfield Inn450 km
2. TagYuma bis AjoLa Siesta Motel350 km
3. TagAjo bis TucsonLodge on the Desert250 km
4. TagAufenthalt in Tucson(s.o.)
5. TagTucson bis WillcoxHoliday Inn Express250 km
6. TagWillcox bis HolbrookGlobetrotter Lodge450 km
7. TagHolbrook bis Monument ValleyThe View Hotel350 km
Gesamtstrecke: ca. 2000 Kilometer

Anza-Borrego Desert USA

Von Los Angeles bis Tucson

Als Startpunkt der Runde durch Arizonas Süden kommen sowohl Los Angeles als auch San Diego in Frage. Der Unterschied in der Distanz bis zum ersten Ziel auf dieser Strecke ist aber so gering, dass es letzten Endes kaum eine Rolle spielt, ob man in LA oder ein paar hundert Kilometer weiter südlich anfängt.

Das erste Ziel ist der Anza-Borrego Desert State Park, eine Wüste, die sowohl auf den ersten als auch auf den zweiten Blick recht stark an den Death Valley National Park erinnert. Auch hier findet man unendlich lang erscheinende Straßen inmitten des Sandes, von all den Ausblicken und Wanderwegen ganz zu schweigen. Im Frühling und Frühsommer kann man sogar das Glück haben, Anza-Borrego bunt blühend vorzufinden, was ein tolles, wenn auch sehr seltenes Bild abgibt.

Einziger Haken: Viele Viewpoints sind nur auf unbefestigten Dirt Roads zu erreichen. Dennoch ist mindestens ein halber Tag hier Pflicht, für “Einsteiger” ist das Parkzentrum (das diese Bezeichnung kaum verdient) in Borrego Springs erste Anlaufstelle.

Danach geht es weiter in Richtung Yuma, eine Stadt, deren Name einem aus dem ein oder anderen Film geläufig sein mag. Auf dem Weg dorthin könnte man am Salton Sea vorbeifahren, einem (unfreiwillig) künstlichen, riesigen See, der einst Naherholungsgebiet war, inzwischen jedoch kaum noch Touristen anzieht. Auch Yuma hat außer seinem historischen Gefängnis nicht viel zu bieten, stellt jedoch einen praktischen Zwischenstopp auf dem Weg zu den wunderschönen Kakteen im Süden Arizonas dar.

Zu eben jenen Kakteen geht es am zweiten Tag dieser Route. Wer ausreichend Zeit mitbringt, fährt heute noch nicht direkt bis Tucson, sondern wagt zunächst einen Abstecher bis kurz vor die Grenze zu Mexiko, wo man südlich des Dorfes Ajo auf das Organ Pipe Cactus National Monument trifft. Die Vielfalt der hier vorzufindenden Kakteen wird von keinem anderen Naturschutzgebiet in den USA übertroffen – und auch die Stille sucht ihresgleichen.

Mangels brauchbarer Übernachtungsmöglichkeiten könnte man nach einem halbtägigen Besuch noch die Weiterfahrt nach Tucson ins Auge fassen, das als (recht sympathische) Großstadt im Süden Arizonas alles bietet, was man eben braucht. Wer mehr Zeit hat, kommt aber auch in Ajo unter.

Saguaro National Park

Von Tucson bis Chiricahua

Erste Anlaufstelle in Tucson ist natürlich der Saguaro National Park. Hier findet man von Kakteen geradezu überzogene Berge und Felder vor, über und durch die man – wenn die Temperaturen es zulassen – auch prima wandern kann.

Wem das zu heiß oder zu anstrengend ist, der beschränkt sich auf die Viewpoints entlang der Scenic Drives und stattet anschließend dem Arizona-Sonara Desert Museum einen Besuch ab. Das großartige Museum ist eigentlich viel mehr als das, hat es sich doch zur Aufgabe gemacht, die gesamte Wüste abzubilden; also auch echte Tiere und Pflanzen! Einen halben Tag kann man hier locker verbringen.

Film-Interessierte dürfen zudem die Old Tucson Filmstudios ins Auge fassen, wofür ein weiterer halber Tag in Anspruch genommen werden könnte.

Nach Tucson hat man die Qual der Wahl: Über Phoenix und Sedona nach Norden in Richtung Grand Canyon? Oder zunächst in den Südosten weiter, wo Tombstone und das Chiricahua National Monument locken?

Unserer Einschätzung nach die bessere Wahl ist die Südostroute, da es sich zum einen bei Phoenix doch um eine recht belanglose Großstadt handelt und man es zum anderen ausnutzen sollte, wenn man es schon so weit bis in den Süden Arizonas geschafft hat – wann kommt man hier sonst schon noch einmal hin?

Also nach Südosten! Tombstone ist eine Art Westernstadt, die zwar recht touristisch wirkt, was aber jeder für sich selbst beurteilen sollte. Uneingeschränkt den Umweg wert ist hingegen das Chiricahua National Monument, auch als Wonderland of Rocks beschrieben, geben seine Felsen doch die interessantesten Formen und Figuren ab. Eine ausgiebige Wanderung durch die Felslandschaft ist ein Muss, bevor man zum Beispiel in der Kleinstadt Willcox am Abend die Beine hochlegt.

White Sands National Monument

Anschlussmöglichkeiten

Im Anschluss an Chiricahua ist die Auswahl groß. Logisch wäre hier die Weiterfahrt in Richtung Utah, wobei man am Petrified Forest National Park sowie am Canyon de Chelly National Monument vorbeikäme, beide für sich sehr sehenswert.

Alternativ könnte man auch am Petrified Forest „links“ abbiegen und sich den Grand Canyon, Page oder womöglich doch noch Sedona als nächstes Ziel vornehmen.

Wer mehr Zeit mitbringt oder sich noch stärker von den ausgetretenen Pfaden entfernen will, der wählt weder Norden noch Westen, sondern lässt sich noch ein wenig weiter gen Osten treiben, wo man in New Mexico mit dem White Sands National Monument und Santa Fe zwei sehr sehenswerte Ziele findet. Anschließend könnte man zurück nach Westen auf die zuvor angesprochenen Routen oder aber sich auf den Weg zum Mesa Verde National Monument in Colorado begeben.

Weiterführende Links:

Lesen Sie auch

Close