San Francisco: Geschichte & Überblick

Los Angeles mag die größte Stadt an der US-Westküste sein, Las Vegas die verspielteste und San Diego die vielleicht kulturell attraktivste, doch wenn die Frage nach der schönsten Stadt im USA Südwesten aufkommt, dann nennt fast jeder sie: San Francisco. Denn wie kaum eine zweite Stadt im Westen der USA hat die City an der Bay ihren ganz eigenen Charme und Charakter, der manchmal furchtbar anstrengend sein mag, aber immer fasziniert.

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San Francisco Foto

Geschichte

Einen Teil des Charmes macht zweifellos aus, dass San Francisco gar nicht so groß ist, wie manch einer denkt: Mit gut 800.000 Einwohnern bewegt sie sich, um einen vermutlich eher seltsamen Vergleich zu wählen, auf einem Niveau mit Amsterdam, aber deutlich unter Köln. Doch San Francisco ist ein wenig seltsam und das beginnt schon mit seiner Lage im Inneren einer Bucht, der Golden Gate Bay, in unmittelbarer Nähe der stets bedrohlichen San-Andreas-Verwerfung und auf einer fast schon erschreckend hügeligen Landschaft – alles Teil des Charmes.

Gegründet wurde San Francisco im Jahre 1776 auf dem früheren Gebiet eines Indianerstammes und sollte zunächst, wie so oft, in erster Linie als Mission dienen. Ähnlich wie Los Angeles war die Stadt im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg ein wenig umkämpft, landete schließlich jedoch in den Händen der USA und erlebte schon bald, Mitte des 19. Jahrhunderts, mit dem Goldrausch ihren Aufschwung, worauf sich auch ganz banal der Name Golden Gate bezieht.

San Francisco wuchs und wuchs, zahlreiche bekannte Unternehmen und Banken wurde im Zuge des aufkommenden Wohlstandes gegründet – bis im Jahre 1906 bei einem großen Erdbeben, dem großen Erdbeben, ein beträchtlicher Teil der Stadt zerstört wurde. Doch der Wiederaufbau ließ nicht lange auf sich warten und mit der Eröffnung von Golden Gate Bridge und Oakland Bay Bridge in den 30er-Jahren des letzten Jahrtausends verfügte die Stadt auch endlich über eine gute Anbindung an die Außenwelt.

Bekannt ist San Francisco darüber hinaus natürlich als Zentrum der Hippie-Bewegung in den 60er-Jahren, das Aufkommen der Schwulen- und Lesben-Szene in den 70er-Jahren sowie als Standort zahlreicher Software-Unternehmen in den 90er- und 2000er-Jahren, bedingt nicht zuletzt durch die Nähe zum Silicon Valley. Zudem ist die Stadt für ihre große asiatische, vor allem chinesische Gemeinde bekannt.

San Francisco Infos Foto

Besuchsinfos

Man könnte San Francisco also ruhigen Gewissens als die facettenreichste Stadt der Westküste der USA, vielleicht sogar des gesamten Landes, beschreiben, was sie nicht nur für die Bewohner sondern auch für Reisende sehr interessant macht.

Nach Los Angeles hat San Francisco den am häufigsten angeflogene Flughafen im Südwesten, so dass die Stadt ganz wunderbar als Ausgangspunkt für Ihre Rundreise fungieren kann. Übliche Routen führen von hier aus entweder über den schönen Highway 1 nach Santa Barbara und Los Angeles oder aber gen Osten zum Yosemite und Sequoia National Park. Wollen Sie den klassischen Südwesten verlassen, ist auch eine Weiterfahrt nach Norden durch den Redwood National Park denkbar.

Vergessen Sie jedoch auf keinen Fall, ausreichend Zeit für San Francisco selbst mitzubringen, denn die Stadt bietet so viele Sehenswürdigkeiten, dass Sie hier locker drei volle Tage verbringen können, sogar vier oder fünf sind problemlos möglich – zwei sollten die absolute Untergrenze sein, wenn Sie zumindest die wichtigsten Sights wie Golden Gate Bridge, Golden Gate Park, Fisherman’s Wharf, Alcatraz und Chinatown sowie die Cable Cars sehen wollen.

San Francisco Sehenswürdigkeiten Foto

Erwartungshaltung

Grundsätzlich kann – anders als in Los Angeles und Las Vegas – die Erwartungshaltung für San Francisco eigentlich kaum zu hoch sein: Zu viele Sehenswürdigkeiten und zu viel Flair bietet die Stadt. Gleichwohl sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass ein Besuch durchaus mit Anstrengung verbunden ist, denn obwohl zahlreiche Attraktionen „auf der Karte“ in unmittelbarer Nähe zueinander liegen, kann der Weg von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten aufgrund des ständigen Aufs und Abs äußerst anstrengend werden. Im Vergleich dazu ist manch ein Wanderweg in den National Parks ein Kinderspiel!

Auch das Wetter kann einem hin und wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Zum einen ist es in San Francisco ohnehin nur selten wirklich warm und selbst in den Sommermonaten ist hin und wieder eine Strickjacke oder lange Hose angebracht, vor allem aber zieht spätestens gegen Nachmittag häufig Nebel in die Bucht, wodurch der Ausblick auf die Golden Gate Bridge oft getrübt wird, wenn sie denn überhaupt zu sehen ist. Im Gegenzug bleiben die Temperaturen aber auch in den Wintermonaten auf einem recht hohen Niveau, allerdings sollte man von November bis April verstärkt mit Niederschlägen rechnen.

Ebenfalls eine Erwähnung wert muss natürlich die schon angesprochene Erdbebengefahr sein: „Kleine“ Erschütterungen (die für unbedarfte Mitteleuropäer durchaus erschreckend sein können) sind in San Francisco keine Seltenheit und in gewisser Weise wartet man täglich auf das immer wieder prophezeite und für manche auch überfällige „The Big One“, also ein Erdbeben wie im Jahre 1906, wenn nicht schlimmer. Dass es ausgerechnet während Ihrer Reise auftritt, ist natürlich zutiefst unwahrscheinlich, zumindest mit mittelschweren Erdstößen sollten Sie jedoch rechnen und sich sowie inbesondere etwaige mitreisende Kinder darauf vorbereiten.

Cable Cars Foto

Infrastruktur

Erneut anders als Los Angeles verfügt San Francisco über recht gute öffentliche Verkehrsmittel, mit den Bussen von BART kommen Sie in der Stadt einigermaßen zurecht. Das müssen Sie auch, denn Parkplätze sind hier oft extreme Mangelware und die wenigen Parkhäuser verdammt teuer – selbst im Hotel kann ein Parkplatz gerne mal 40$ die Nacht kosten, wenn nicht mehr.

Camper wählen am besten einen schönen Campingplatz wie den KOA San Francisco North und lassen ihr Wohnmobil dort stehen, auch weil die Navigation in der Stadt dank unzähliger Einbahnstraßen und, bedingt durch die Hügel, oft mangelhafter Übersicht nicht ganz einfach ist.

Kein Problem stellt hingegen San Franciscos Flughafen SFO dar, der zwar von innen arg angestaubt daher kommt, aber einigermaßen übersichtlich ist. Insbesondere das Abholen eines Mietwagens stellt hier überhaupt kein Problem dar, viele Mietwagenverleihe bieten sogar eine so genante Choice Line zur Auswahl eines Autos an. Von Deutschland direkt nach SFO fliegen unter anderem Lufthansa, Air Berlin und United Airlines.

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