Sicherheit in Los Angeles

Welche Stadtviertel man 2024 meiden sollte und wo es sicherer ist

Um die Sicherheit in Los Angeles ist es schlecht bestellt, sollte man meinen: Gangs an jeder Ecke, die sich noch dazu regelmäßig bekämpfen, und wenn im Fernsehen zufällig mal eine Verfolgungsjagd zu sehen ist, dann findet sie höchstwahrscheinlich in LA statt.

Die Wirklichkeit sieht für Urlauber in 2024 jedoch ein wenig anders aus, auch wenn man den ein oder anderen Tipp doch beherzigen und mit der hohen Zahl an Obdachlosen umgehen können sollte – denn insbesondere Pandemie, Lockdowns und deren wirtschaftlichen Folgen haben die ohnehin schon bestehende Krise seit 2020 verschärft …

Obdachlose in Los Angeles.

Kriminalität, Gangs & Co.

Natürlich liegt die Kriminalitätsrate in Los Angeles deutlich über dem US-Schnitt, aber das sollte nicht verwundern, handelt es sich doch um eine Metropole. Um keine außergewöhnlich gefährliche jedoch, denn (und das mag überraschen) die Kriminalitätsrate liegt deutlich unter der von San Francisco.

Warum die Stadt oft als so gefährlich wahrgenommen wird, ist also schwer zu beurteilen. Vielleicht spielt das Fernsehen hier eine Rolle, ermitteln dort doch Woche für Woche dutzende Detectives in unzähligen Mordfällen – zumal die Serien sich natürlich häufig Mühe geben, die Umgebung unheimlicher darzustellen, als sie tatsächlich ist.

Auch Las Vegas kämpfte dank der Darstellung in Film und Fernsehen jahrzehntelang mit seinem Ruf als Hauptstadt des Mobs, obwohl für Touristen nie eine außergewöhnliche Gefahr ausging – im Gegenteil: Wenn, dann traf und trifft es vorrangig Einheimische.

Daher sind es auch die sogenannten „property crimes“, also Vergehen an fremdem Eigentum (vor allem in Form von Einbrüchen und Autodiebstählen), die den Großteil der Verbrechen ausmachen.

Sichere und unsichere Viertel in LA.
© OpenStreetMap

Unsichere Stadtviertel

Realistisch betrachtet sind das einzige darüber hinaus ernstzunehmende Problem in der Region von LA die schon angesprochenen Gangs, welche vor allem die ärmeren Stadtviertel unter sich aufteilen und sich dort regelmäßig Kleinkriege liefern. Kleinkriege, von denen man als Tourist allerdings nichts mitbekommt, denn nahezu alle Sehenswürdigkeiten befinden sich außerhalb dieser Problemviertel.

Das „Gangland“, wie es umgangssprachlich mitunter auch genannt wird, beginnt südlich der Interstate 10 und reicht grob von Inglewood und Hawthorne über die Eastside bis Carson und Compton. Wirkliche Sehenswürdigkeiten gibt es in diesem Bereich, meist als South Central zusammengefasst, keine.

Hotels in guter Umgebung

Situation am Flughafen

Der einzige Haken: Westlich von Inglewood und Hawthorne befindet sich der Los Angeles International Airport (LAX). Wer vor dem Abflug oder nach der Ankunft in einem Flughafenhotel übernachtet, landet unweigerlich in der Nähe der beiden Stadtviertel.

Die Wahl eines guten Flughafenhotels ist in Los Angeles daher wesentlich wichtiger als in anderen Städten an der Westküste – insbesondere von Motels, bei denen die Zimmertüren direkt auf den Parkplatz hinaus führen, ist unseres Erachtens unbedingt Abstand zu nehmen.

Gute, aber nicht allzu teure Optionen nahe LAX stellen Holiday Inn Express, Hampton Inn, Courtyard by Marriott und Hyatt Regency dar. Das Personal achtet dort unter anderem genau darauf, dass niemand Unbefugtes das Gelände betritt.

Mit dem Auto durch diese Viertel zu fahren, stellt im Übrigen auch nachts kein großes Problem dar, sofern man sich nicht in die hintersten Gassen verirrt. Halten Sie sich an die großen Interstates, üblicherweise die I-405!

Pershing Square im Zentrum.

Wie sicher ist Downtown?

Ein klein wenig aufpassen sollte man zudem bei einem Besuch von Downtown: Vor allem die Skid Row und den Wholesale District, südöstlich von Pershing Square, möchte man meiden. Die dortigen Bürgersteige und Parkplätze sind bisweilen randvoll mit Zelten und Camps von Obdachlosen, aber auch Drogenabhängige treiben sich hier herum – sowohl bei Nacht als auch bei Tag.

Ist man sich selbst zu unsicher, könnte man über die Teilnahme an einer geführten Tour durch die Stadt nachdenken. Grundsätzlich ist der Besuch tagsüber aber auch auf eigene Faust möglich, wenn man ein wenig Umsicht walten lässt und Abstand wahrt. Wirkt eine Straße zu unangenehm, sollte man umkehren!

Parkplatz am Strand von Santa Monica bei Los Angeles.

Autoeinbrüche & Sicheres Parken

Da Autoeinbrüche in den letzten Jahren wieder zugenommen haben, sollte man seinen Mietwagen zudem nur auf einem überwachten Parkplatz oder in einem Parkhaus mit reichlich Publikumsverkehr abstellen.

In Downtown kommt hier zum Beispiel Union Station East infrage, am Walk of Fame das Ovation Hollywood (früher: Hollywood and Highland Center) und in Santa Monica eines der städtischen Parkhäuser, zum Beispiel Parking Structure 4.

Warnhinweis für Tsunamis und Erdbeben

Sonstige Risiken

Davon abgesehen gibt es zahlreiche Stadtteile, die zwar ein wenig schmuddelig wirken, in denen die Sicherheit jedoch nicht bedroht ist. Dazu zählen Santa Monica abseits der Küste und die Seitenstraßen in Hollywood sowie nicht zuletzt Venice Beach und eben Downtown.

Die dortigen Begegnungen beziehungsweise Anblicke sind mitunter unangenehm, tagsüber jedoch in der Regel nicht gefährlich. Nachts sollte man etwas mehr Vorsicht walten lassen und sich an die typischen Ausgehviertel halten.

Auch die Gefahr eines Erdbebens sollte man in Los Angeles natürlich im Hinterkopf haben. Doch das Risiko, dass es ausgerechnet an den drei, vier Tagen Ihres Besuchs zum „Big One“ kommt, ist wohl minimal. Kleine Erdbeben gibt es hin und wieder, sie stellen allerdings in der Regel keine Gefahr dar. Wer mit Kindern reist, sollte die Möglichkeit von Erdstößen und das richtige Verhalten im Falle eines Falles jedoch vorab ansprechen.

Tipps zur Sicherheit in Los Angeles

Das realistischste Risiko ist es daher – wie in jeder anderen Großstadt auch -, Opfer eines Taschendiebstahls oder Autoeinbruchs zu werden. Mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen kann man dieses Risiko deutlich verringern:

  • keine Wertsachen im Auto liegen lassen, auch nicht kurz
  • etwaige Koffer im nicht einsehbaren Kofferraum verstauen
  • wenn möglich, jegliche Geldreserven im Hotelsafe lassen
  • Pässe und Kreditkarten eventuell in einem Brustgurt tragen
  • vor allem nachts nicht zu sehr wie ein Tourist aussehen
  • an Touren teilnehmen – in Gruppen ist man immer sicherer

Mit anderen Worten: Nutzt man seinen gesunden Menschenverstand, ist man gut unterwegs – und das Risiko, sich zu verirren oder zufällig zwischen zwei Banden zu geraten, im Grunde nicht existent. Deshalb: Genießen Sie, entspannt, Ihren Urlaub – und lesen Sie bis dahin mehr über Los Angeles!