Tag #11: White Sands National Monument

Nach einer etwas unruhigen Nacht in Willcox, in der uns der ein oder andere laut tutende Zug dann doch hin und wieder aufgeweckt hat, machen wir uns an diesem Morgen auf den Weg ins nun nicht mehr weit entfernte New Mexico.

Dort werden wir unter anderem Santa Fe und Albuquerque besuchen, zunächst aber steuern wir das White Sands National Monument an, das sich optisch irgendwo zwischen einer strandartigen Dünen- und einer eiskalten Eislandschaft ansiedelt; ein spannender wie sehenswerter Widerspruch, wie wir finden.

Auf den Dünen im White Sands National Monument

Von Willcox aus geht es schnell auf die Interstate, die hier zwar mehr wie eine gut ausgebaute Landstraße als wie eine Autobahn aussieht, aber dank geringen Verkehrsaufkommens ein Durchschnittstempo von 75 Meilen pro Stunde zulässt.

Stoppen müssen wir daher nur ein einziges und hoffentlich letztes Mal für die Border Patrol, die in New Mexico ihren Checkpoint in erstaunlich großem Abstand von der Grenze zu Mexiko errichtet hat und es dieses Mal ganz genau wissen will: „Where are you going?“, „Where are you staying?“, „Please state your name as specified in your passport!“ und so weiter.

Besonders Letzteres ist recht amüsant, weil sich uns der Hintergrund beim besten Willen nicht erschließt, aber okay: Letzten Endes dürfen wir weiterfahren und allein das interessiert uns – auch wenn wir gut nachvollziehen können, dass manch ein Anwohner genervt reagiert, wenn er die Kontrollen täglich und vielleicht sogar mehrfach passieren muss.

Straßen in New Mexico

Insgesamt ist die Fahrt trotz einer Strecke von etwa 400 km bis zum Ziel recht angenehm, auch wenn es natürlich schöner ist, mehrere kleine Stopps unterwegs zu haben, doch das bot sich bei dieser Route nicht an. New Mexico fühlt sich beim Durchfahren deutlich leerer an als Arizona oder Utah, vielleicht am besten vergleichbar mit dem Norden von Nevada.

So halten wir dann auch nur ein einziges Mal zum Tanken und schauen kurz bei einem Dunkin‘ Donuts rein, die neben halbwegs brauchbarem Süßkram den besten Kaffee führen, den man in den USA bei einer Fast-Food-Kette bekommen kann.

Visitor Center am White Sands National Monument

Gegen Mittag erreichen wir dann das White Sands National Monument, gleich hinter der White Sands Missile Range. Der Highway 70 und damit der Weg zum Park ist hin und wieder aufgrund von Raketentests vorübergehend gesperrt, wir haben aber heute Glück und dürfen ohne Wartezeit hineinfahren.

Die Besuchszeit ist, zugegeben, nicht ganz optimal, denn zum einen steht die Sonne arg steil und zum anderen bietet sich die Mittagszeit grundsätzlich nicht gerade zum Wandern an, aber was soll’s: Augen zu und durch! „Augen zu“ im wahrsten Sinne des Wortes übrigens, denn der tatsächlich fast weiße Gipssand blendet trotz Sonnenbrille ganz ordentlich.

Nach einem kurzen Stopp beim Visitor Center – im für New Mexico recht typischen Adobe-Stil gebaut – fahren wir den schönen Dunes Drive entlang, der auf sehenswerter Strecke zwischen den Dünen hindurch in den Park hineinführt.

Ein Parkplatz auf weißem Sand

Wir halten zunächst kurz am Interdune Boardwalk, auf dem man – ohne große Anstrengung und ohne sich die Füße sandig zu machen – einen ersten, näheren Blick auf die Dünen und die dünne Pflanzenwelt werfen kann, bevor es mit dem Auto weitergeht, fast bis zum Ende der Scenic Road.

White Sands National Monument Foto

Dort wartet der Alkali Flat Trail, ein 8 km Rundweg durch beziehungsweise über die Dünen, auf dem man nach ein paar hundert Metern vollkommen alleine ist und – dank Dünenhügel und Dünentälern – rund um sich herum nur weiß sieht. Da man sich hier wunderbar verlaufen kann, gibt’s am Trailhead das schon in Organ Pipe Cactus und Saguaro vorgefundene Trail Register zum Ein- und Austragen.

Foto vom weißen Sand

Einzige Anhaltspunkte auf dem Trail sind orange Stangen, die alle 50 bis 100 Meter im Boden stecken und einem grob die Richtung weisen, wenn der Wind sie nicht verweht hat.

Tatsächlich peitscht der Wind uns den Sand an ein, zwei Stellen kräftig ins Gesicht, doch überwiegend kühlt er uns angenehm ab, denn in der Mittagshitze und ohne nennenswerte Wolken am Himmel gestalten sich die Auf- und Abstiege nach gut zwei Meilen doch recht anstrengend.

Im Großen und Ganzen sinkt man aber nicht so stark im Sand ein, wie man denkt, und so kommen wir letzten Endes angenehm geschafft wieder am Parkplatz an.

Grüne Pflanzen im Sand

Zurück über den Dunes Drive geht es nun noch ins nicht weit entfernte Alamogordo, einen der ganz wenigen Orte im Umkreis von über hundert Kilometern, wo wir zur Abwechslung mal in einem Super 8 übernachten – neben Motel 6 die billigste Motelkette, die man beinahe überall findet.

Die Unterkunft in Alamogordo soll allerdings zu den besseren zählen und so können wir uns dann auch nicht beklagen, obwohl die Einrichtung des Zimmers recht altmodisch wirkt.

Zimmer im Super 8 Alamogordo

Die Auswahl im Hinblick aufs Essen ist in Alamogordo hingegen recht begrenzt; statt Burgern gönnen wir uns heute eine Pizza bei Pizza Hut und sind mal wieder erstaunt, was für Monstrositäten hier als „Medium Size“ durchgehen. Die Hälfte bleibt deshalb über, geschmeckt hat’s aber trotzdem!

Pizza bei Pizza Hut in Alamogordo

Gefahrene Strecke: ca. 425 km, dank leerer Interstate angenehm
Wetter: sonnig, erneut nahezu durchweg zwischen 25 und 30° C
Hotel: Super 8 Alamogordo (68$), etwas alt, aber ordentlich

Und jetzt? Zurück zur Übersichtsseite unseres USA Reisebericht, mehr Fotos auf Flickr angucken oder weiterlesen mit Tag 12!

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