Tag #14: Goosenecks, Valley of the Gods & Natural Bridges

Auch wenn es uns immer Spaß macht und fasziniert, etwas Neues zu sehen – wie in den letzten Tagen in New Mexico -, freuen wir uns heute doch sehr, „endlich“ in Utah zu sein.

Neben der Küste des zentralen Kaliforniens ist die Südhälfte Utahs für uns die schönste Region im Südwesten der USA – und anscheinend stehen wir mit dieser Meinung nicht alleine da, denn das Besucheraufkommen ist schon an diesem Tag, bei den noch weniger populären Zielen, enorm: Gestern konnten wir die Urlauber an einer Hand abzählen, heute gibt es kaum einen Moment, in dem wir nicht andere Touristen sehen.

Straße in Colorado

Zunächst aber starten wir den Tag im kühlen Colorado, von wo aus wir die Umgebung von Mexican Hat ansteuern. Schon bei unserer Fahrt von New Mexico nach Colorado am Vortag ist uns aufgefallen, wie stark sich die Bundesstaaten optisch doch voneinander unterscheiden und heute gewinnen wir den gleichen Eindruck.

Während Colorado derzeit von schneebedeckten Bergen und grünen Wiesen geprägt ist, sind wir kurz nach dem Überqueren der Statesgrenze von Wüste und mal beigen, mal roten Felsen umgeben. Fast so, als hätte man die Borders einst nach dem Aussehen der Umgebung gezogen.

Straße in Utah

Wir stoppen zunächst am Goosenecks State Park, den wir am noch recht frühen Morgen bei hoffentlich gutem Licht erwischen wollen. Die Bezeichnung „State Park“ ist genau genommen eine Übertreibung, denn tatsächlich handelt es sich lediglich um einen Viewpoint, der sich – für Utah nicht unüblich – in einer Fee Area befindet, sodass man erst 5$ zahlen muss, bevor man den Ausblick genießen darf.

Ausblick im Goosenecks State Park

Der Ausblick fällt hier auf den San Juan River, der in der Tiefe mehrere Wendungen beschreibt. Der Blick erinnert ein wenig an den Dead Horse Point State Park nahe der Canyonlands weiter nördlich, allerdings sehen die Felsen der Goosenecks etwas finsterer aus und die Wendungen sind zahlreicher, weshalb sich der Besuch lohnt, auch wenn man Dead Horse Point und vielleicht auch den Horseshoe Bend in Page bereits kennt.

Darüber hinaus befindet sich hier ein schöner, sehr natürlicher Campingplatz und auch ein Picknick vor großartiger Kulisse könnte man auf einer der zahlreichen Bänke genießen, allerdings ist es noch zu früh am Morgen, als dass wir Hunger hätten, und so machen wir uns auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel.

Foto vom Valley of the Gods

Das befindet sich in unmittelbarer Nähe und hört auf den Namen Valley of the Gods; am besten lässt es sich wohl als kleine Variante des Monument Valleys beschreiben. Über eine ganz gut zu befahrende Dirt Road geht es in das Tal der roten Felsformationen hinein und auch wenn wir mit etwas zuviel Gegenlicht zu kämpfen haben, lohnt sich der Besuch.

Noch deutlich lohnenswerter (und überraschender) wird jedoch die darauf folgende Fahrt über die UT-261 sein, die uns vom Valley of the Gods zum Natural Bridges National Monument führen soll – denn auch bei der handelt es sich anfangs um eine Dirt Road, die sich auf atemraubend schöner Strecke in die Felsen hinaufschlängelt…

Foto der UT 261

… und die so schmal ist, dass man stets das Gefühl hat, zwischen dem kleineren Übel wählen zu müssen: Lieber auf der Bergseite mit den brüchig wirkenden Felsen fahren oder doch auf der Talseite, nur ein paar Zentimeter entfernt vom Abgrund?

Eine äußerst spannende Route mit großartigen Ausblicken, die, einmal oben angekommen, in einen ganz gewöhnlichen Highway übergeht, auf dem man mit Tempo 65 gen Norden brausen kann. Seltsam, aber wahrscheinlich gerade deshalb so faszinierend und zweifellos eine Empfehlung wert!

Ausblick von der UT-261

Kurz nach Mittag erreichen wir dann das Natural Bridges National Monument, das ein wenig zu Unrecht manchmal als kleineres Arches bezeichnet wird, denn die drei größten Brücken sehen doch ganz anders aus als die Bögen bei Moab und auch ihre Entstehungsgeschichte ist eine andere: Hier haben Flüsse so lange an den Felsen genagt, bis sie durchbrochen wurden und so über ihnen die natürlichen Brücken entstanden sind.

Natural Bridges National Monument Foto

Eine hübsche Scenic Road führt an den drei Brücken vorbei, die man allesamt von Viewpoints an der Straße bestens sehen kann, doch nachdem wir die letzten Stunden überwiegend im Auto verbracht haben, lassen wir es uns nicht nehmen, zu den Brücken hinabzusteigen.

Foto von unter einer Brücke

Die Trails sind jeweils nicht viel länger als ein, zwei Kilometer, doch da es im Grunde stets vom Start bis zum Ziel bergab und auf dem Rückweg wieder bergauf geht, fühlen sich die Wege einen Tick anstrengender an, als es ihre Länge vermuten lässt. Auf eine gute Art und Weise!

Direkt unter den Brücken zu stehen und die gewaltigen Felsgebilde über sich zu bewundern, ist dann doch nochmal ein ganz anderes Gefühl als sie nur von einem Viewpoint aus der Ferne zu betrachten – und wir fühlen uns für die Anstrengungen angenehm belohnt.

Weitere Brücke in Natural Bridges

So verbringen wir gut drei Stunden bei den Natural Bridges und fahren dann zum Abschluss des Tages nach Monticello, von wo aus wir morgen den Needles District des Canyonlands National Parks besuchen werden.

Dort übernachten wir im Blue Mountain Horse Head Inn, bei Tripadvisor deutlich schlechter bewertet als das Retro Inn in Cortez am Vortag und doch um Klassen besser: Freundliche Eigentümer, ein bequemes Bett und ruhige Zimmer. So können Bewertungen hin und wieder täuschen. (Auch wenn uns Tripadvisor grundsätzliche gute Dienste erweist!)

Gefahrene Strecke: ca. 350 km, nach dem Schnee ganz angenehm
Wetter: morgens noch recht kühl, in Utah dann warm und sonnig
Hotel: Blue Mountain Horse Head Inn (75$) in Monticello, sehr gut

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