Tag #15: Canyonlands National Park (Needles District)

Wahrscheinlich versteht jeder unter „Urlaub“ ein bisschen was anderes. Manche sind glücklich, wenn sie drei Wochen lang nur am Strand liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Für andere bedeutet Urlaub vor allem Essen und Trinken an endlos langen Büffets. Und wieder andere freuen sich vor allem darauf, Städte auf Sehenswürdigkeiten hin abzuklappern.

Ich kann mich mit all diesen Interpretationen in Maßen anfreunden, aber am zufriedensten bin ich meistens doch, wenn ich einen Großteil des Tages auf ruhigen und naturbelassenen Trails verbringe, die mich unterwegs oder an ihrem Ziel mit einzigartigen Ausblicken belohnen, die man von den bequemen Viewpoints an der Straße nicht bekommen würde – und wenn ich dann abends todmüde ins Bett fallen kann.

Straße zum Needles District

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum mir die Südhälfte Utahs so gefällt, denn sie strotzt vor spannenden, anstrengenden, lohnenswerten Hikes, und einige der besten findet man im Needles District des Canyonlands National Parks.

Tatsächlich bietet Needles, anders als Island in the Sky weiter nördlich, sogar fast ausschließlich lange Trails, weshalb er manchmal mit Missachtung gestraft wird. Die Wanderer hingegen, die sich etwas vorgenommen haben, treffen frühzeitig ein, um die morgens noch recht erträglichen Temperaturen auszunutzen – und dazu zählen auch wir, als wir gegen 9 Uhr im Park eintreffen.

Needles District am Morgen

Schon die Anfahrt dorthin bietet einige großartige Ausblicke auf die vom morgendlichen Licht mal verdeckten, mal wunderbar erleuchteten Felsen und die schöne Strecke durch ein recht grünes Gebiet, eine Open Range, trägt ihr Übriges dazu bei. „Open Range“ bedeutet: Hier treiben sich Kühe frei auf unumzäunter Fläche herum und wirklich sehen wir ein paar direkt an der Straße grasen.

Aber zurück zum Park! Es gibt nicht allzu viele asphaltierte Straßen im Needles District und so müssen wir den für heute auserkorenen Trail über eine kurze Gravel Road ansteuern, die Elephant Hill Access Road, die bei gutem Wetter aber bestens zu überqueren ist, wenn man ein wenig vorausschauend fährt und die wenigen Turnouts nutzt, um etwaigen Gegenverkehr vorbeizulassen.

Felsen auf dem Weg zu den Needles

Die Betonung beim Straßennamen liegt übrigens auf Access, denn die echte Elephant Hill Road ist selbst mit einem Auto mit Allradantrieb eine äußerst holprige Herausforderung und so sehen wir auch nur ein, zwei kleine Jeeps, die sich mit Ach und Krach den Berg hinaufquälen.

Wir hingegen steuern den Parkplatz an, an dem sich unter anderem der Trailhead des Chesler Park Loops befindet – und der ist, wie bereits erwähnt, schon zu früher Stunde recht voll. Gut, das mag eine Übertreibung sein, denn „recht voll“ heißt in diesem Fall lediglich etwa zwanzig Autos, aber immerhin!

Chesler Park Loop Trail

Der Chesler Park Loop ist ein 18 km langer Trail, der zu eben jenem Chesler Park führt, welcher mit den Felsnadeln aufwartet, die dem District seinen Namen gegeben haben, aber auch schon auf dem Weg dorthin tolle Einblicke in die Felslandschaft abseits der Needles erlaubt.

Ausblick auf die Needles

18 Kilometer mögen abschreckend klingen, wie ein Tagesmarsch, allerdings erreicht man den Rand von Chesler Park bereits nach etwa 5 Kilometern, so dass man nur knapp 10 Kilometer laufen muss, um einen Eindruck zu bekommen. Wir wählen einen Mittelweg und kommen am Ende auf ungefähr 12 Kilometer auf wunderbarer Strecke.

Wanderweg im Park

Sehr angenehm: Auf dem Hinweg, als sowohl wir als auch die Temperaturen noch angenehm frisch sind, geht es überwiegend bergauf, auf dem Rückweg dann also im Umkehrschluss überwiegend bergab. Deutlich besser als andersrum!

Viewpoint im Canyonlands National Park

Nach etwa vier Stunden erreichen wir wieder den Parkplatz, der – und das bestätigt unsere anfängliche These – nicht wesentlich stärker gefüllt aussieht als bei unserer Ankunft. Anschließend drehen wir noch eine Runde durch den Park, halten an ein paar Viewpoints und laufen den kurzen Trail am Pothole Point, von dem man ebenfalls die Needles erblicken kann, wenn auch in weiter Ferne.

Fotos vom Pothole Point

Danach geht es weiter in Richtung Moab, wo wir morgen den Arches National Park besuchen werden. Obwohl die Fahrt dorthin recht kurz ist, zieht sie sich überraschenderweise doch ein wenig. Warum? Gute Frage. Solche Tage gibt es wohl einfach.

Moab aber ist und bleibt eine angenehme Stadt, die neben unzähligen Motels und „Dining Options“ unserem Gefühl nach sich auch zunehmend bemüht, den unzähligen Touristen ein bisschen mehr zu bieten. Sicher keine ganz schlechte Idee.

Wir übernachten zum wiederholten Mal im Inca Inn, einem der wenigen noch halbwegs günstigen Motels der Stadt, auch wenn die Preise in der Umgebung sich stärker und stärker an Page (Arizona) zu orientieren scheinen. Noch jedoch ist das Inca Inn für den Preis eine sehr gute Wahl, nur Internet und Fernseher könnten langsam mal überholt werden.

Inca Inn in Moab

Gefahrene Strecke: ca. 225 km, zieht sich gegen Ende ein wenig
Wetter: nahezu durchweg sonnig, überwiegend zwischen 25 und 30° C
Hotel: Inca Inn (120$) in Moab, bestes, „günstiges“ Motel in der Stadt

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