Tag #19: Valley of Fire & Studio B Buffet

Was will man als Tourist in seinem Urlaub am wenigsten hören?

„Tut uns leid, wir sind überbucht.“? Vielleicht: „Ja, der Pool wird gerade umgebaut. Aber keine Sorge: Diese Woche soll es eh nur regnen!“? Oder doch: „Haben Sie gestern Abend von den Austern gegessen? Warum ich das frage? Ach, nur so…“?

Alles möglich. Allerdings habe ich den Eindruck, dass es für manche deutsche Touristen etwas gibt, was sie im Urlaub noch weniger als das hören wollen: Deutsch.

Schon in Arches, dem üblicherweise wohl deutschsprachigsten National Park des Südwestens, war die ein oder andere Klage nicht auszublenden („Deutsche…“), aber noch höher scheint uns die Deutschenquote dieses Mal im Valley of Fire State Park zu sein.

Valley of Fire State Park Foto

Und hier hören wir dann auch eine ältere Dame kräftig schimpfen, jetzt müsse man sogar schon im Urlaub aufpassen, was man sagt, weil hier ja jeder einen verstehen könnte. Ironischerweise können wir uns gut vorstellen, dass sich die gleiche Dame in Deutschland darüber aufregt, dass man dort viel zu wenig Deutsch hört, natürlich mit einem klagenden „Aber das darf man ja nicht sagen…“ als Nachschub.

Vermutlich schenken wir dieser einen Person zuviel Beachtung und dennoch liegt im Valley of Fire eine passive Aggressivität in der Luft, die man sonst nur von Stränden auf Mallorca im Hochsommer kennt. Andere Wanderer grüßen seltener und seltener, ihre Blicke werden missbilligender, wenn man sich auf Deutsch unterhält – und sie selbst stellen ihre Gespräche provisorisch auf 50 Meter Entfernung ein.

„Schon wieder Deutsche?“, scheinen sie zu denken.

Rote Felsen im Valley of Fire

Bilden wir uns das ein? Leiden wir unter Verfolgungswahn? Bestimmt! Aber mit irgendetwas muss man sich ja beschäftigen, wenn man zwei Tage von der geplanten Route streicht und jetzt „zu viel“ Zeit zur Verfügung hat.

Also nochmal von vorne: Wir fahren heute durchs Valley of Fire nach Las Vegas, denn das Wetter ließ uns keine andere Wahl. Auf Facebook haben wir gelesen, dass vor ein paar Tagen in Sequoia sogar wieder Schneeketten notwendig waren, was uns nach den etwa 25° C dort vor zwei Wochen reichlich absurd vorkommt, aber im Mai kann das leider noch passieren.

Insofern hatten wir also durchaus Glück, auch wenn wir ein paar Ziele in Utah und im Norden Arizonas nicht ansteuern konnten.

Straße im Valley of Fire

Ein bisschen ungünstig ist unser Reiseverlauf nun zwar, denn wir erreichen Las Vegas am Wochenende, was wir aufgrund der Preise und des Besucheraufkommens eigentlich vermeiden wollten, aber was soll’s! Viele Alternativen gibt es in der Region nicht, wenn das Wetter nicht mitspielt.

So. Verdammt lange Vorrede heute, was aber daran liegt, dass es sonst nicht allzu viel zu schreiben gibt: Das Valley of Fire ist ein sehr schöner und sehenswerter State Park, aber wir kannten ihn bereits rechts gut und deshalb dient er uns mehr als Zwischenstopp.

The Wave im Valley of Fire

Auf diesem Zwischenstopp steuern wir als erstes The Wave an, neben den knallroten Felsstrukturen entlang der Scenic Road das Highlight des State Parks und entsprechend gut besucht. Dennoch ein Muss, wenn man ins Tal hineinfährt, und aus irgendwelchen Gründen bis heute nicht auf den offiziellen Maps eingezeichnet – obwohl der Trail an Parking Lot #3 klar gekennzeichnet ist.

Anschließend geht es noch auf den Rainbow Vista sowie den Mouse’s Tank Trail, zwei kurze, nette Wanderungen, auf denen man neben Eindrücken vom Parkgebiet vor allem reichlich knallroten Sand in seinen Schuhen ansammelt.

Die Fußmatten in unserem Mietwagen werden sich vermutlich noch lange an diese Reise erinnern!

Petroglyphs an Felsen

Danach fahren wir zu unserem Hotel in Las Vegas, mangels anderer Optionen ein Best Western am Flughafen. Für einen Besuch des Strips gänzlich ungeeignet, aber weil hier an diesem Wochenende ein großes Event stattfindet (irgendwelche Music Awards), waren andere Hotels zu bezahlbaren Preisen nicht mehr zu bekommen. Für eine Nacht geht das schon in Ordnung, zumal wir am Strip noch genug Zeit verbringen werden.

Best Western McCarran Las Vegas

Außerdem „zwingt“ uns die Lage am Flughafen dazu, abseits des Zentrums zu essen, sodass unsere Wahl auf das Studio B Buffet im M Resort fällt, immerhin eine Viertelstunde mit dem Auto entfernt. Die große Entfernung zum Strip sorgt dafür, dass das Studio B mit Qualität und Preisen punkten muss und – punkten kann!

M Resort in Las Vegas

Das Seafood Buffet braucht sich in Hinblick auf Qualität und Auswahl vor den besten Büffet der Stadt nicht zu verstecken und ist unbedingt einen Besuch wert. Nur die Rückfahrt fällt uns ein wenig schwer; so viel haben wir seit Wochen nicht mehr gegessen.

Seit Wochen? Ach was: Seit unserer letzten Reise nach Las Vegas!

Studio B Buffet M Resort

Gefahrene Strecke: ca. 225 km, nach den letzten Wochen eine kurze Strecke
Wetter: fast durchweg sonnig, aber für Nevada recht kühl, maximal 25° C
Hotel: Best Western McCarran Inn (90$), für eine Nacht ganz in Ordnung

Und jetzt? Zurück zur Übersichtsseite unseres USA Reisebericht, mehr Fotos auf Flickr angucken oder weiterlesen mit Tag 20!

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