Tag #20: Red Rock Canyon, Premium Outlet & Pinball Hall of Fame

Dass Las Vegas mitten in der Wüste erbaut wurde, dürfte den meisten klar sein, aber wie sehr im Nichts die Stadt wirklich liegt, merkt man wahrscheinlich erst dann so richtig, wenn man mal da war.

Bis zum Grand Canyon im Osten fährt man fast einen halben Tag, das Death Valley im Westen ist auch ein gutes Stück entfernt und Lake Mead eher mäßig attraktiv – lediglich das Valley of Fire kann man recht schnell erreichen.

Grundsätzlich ist das kein Problem, wenn man sich die Zeit im Voraus einigermaßen einplant, aber falls das Wetter nicht mitspielt oder man – wie wir dieses Mal – gut zwei Tage früher ankommt als gedacht, stehen einem in der Umgebung der Stadt nicht gerade viele Optionen zur Auswahl, um die zusätzliche Zeit zu füllen.

Red Rock Canyon Foto

Bevor wir uns in den nächsten beiden Tagen wirklich Las Vegas und dem Strip widmen, fahren wir daher zunächst in den nicht weit entfernten Red Rock Canyon, der an diesem Morgen überraschend bemerkenswert ist.

Jedoch nicht in erster Linie aufgrund seiner im Vergleich zum Valley of Fire doch etwas spärlich gesäten roten Felsen, sondern weil sich hier Sonntags um 9 Uhr halb Las Vegas zu treffen scheint.

Die Parkplätze quellen über, der Scenic Drive, der durch das Parkgebiet führt, ist am Straßenrand dicht beparkt – dieses Mal jedoch fast ausschließlich von Fahrzeugen aus Nevada, nicht aus Kalifornien, wie wir es zum Beispiel aus Arches kennen.

Natürlich könnten es auch Mietwagen sein, doch die Besucher sehen fast alle so aus, als würden sie Red Rock Canyon und seine Trails schon kennen, manche joggen die Straße entlang (!), andere stapfen zielstrebig über die Berge.

Red Rock Canyon bei Las Vegas

Da Las Vegas selbst kaum Parks und erst recht keine Wälder bietet, ist Red Rock Canyon wohl eines der wenigen Gebiete, in das die Stadtbevölkerung am Wochenende einen Ausflug unternehmen kann. Äußerst interessant jedenfalls und auch unser gut zwei Stunden langer Trail zu einem Viewpoint hinauf gefällt.

Weil wir die nächsten zwei Tage das Auto zur Abwechslung mal stehenlassen wollen (und es sowieso erst Mittag ist), steuern wir danach das Premium Outlet im Norden von Las Vegas an, um ein bisschen Geld loszuwerden, was hier doch mehr Spaß macht als in den üblichen Shopping Malls. Zum einen, weil das ein klein wenig wie eine Fußgängerzone gestaltete Outlet schöner ist als die meisten Malls, zum anderen, weil die Preise trotz schlechten Dollarkurses dann doch etwas angenehmer sind.

Eigentlich brauchen wir nur neue Schuhe (die alten haben die Wüste nicht überlebt), aber dann sehen wir auch noch ein, zwei Hosen, ein paar T-Shirts und eine hübsche Sonnenbrille. Die Einkaufszettel werden natürlich brav aufgehoben, falls es auf der Rückreise Nachfragen geben sollte.

Premium Outlet Las Vegas North

Überhaupt – um mal wieder kurz etwas allgemeiner zu werden – sind die Preise in den USA manchmal recht schwer nachzuvollziehen.

Nur ein Beispiel: Ein großartiger, frischer und absolut satt machender Cheeseburger bei In-N-Out kostet etwa 2$. In den Filialen arbeiten jeweils etwa 15 (!) Angestellte parallel, bereiten die Burger „made to order“ zu, schälen Kartoffeln und verarbeiten sie zu Pommes weiter, räumen auf, wischen den Boden, putzen die Tische – und das laut Ausschreibung an der Eingangstür zu einem erstaunlich hohen Lohn für diese Branche.

Auf der anderen Seite zahlt man in ganz normalen Supermärkten wie Safeway teilweise 5$ für eine gewöhnliche Tüte Kartoffelchips, für eine Packung Kekse oder für ein 6er-Pack nicht ganz matschige Bagels, aber auch Getränke – außer Wasser und Softdrinks wie Cola – sind oft schweineteuer.

Ein wirkliches Schema, was warum wie viel kostet, können wir auch nach mehreren USA-Reisen bis heute nicht erkennen.

Pinbal Hall of Fame

Aber zurück zu Tag 20!

Nach etwa drei Stunden im Outlet (was für uns recht viel ist) unternehmen wir noch einen Abstecher zur Pinball Hall of Fame, was diese Lagerhalle in einem Industriegebiet zwar ein wenig glorifizieren mag, doch der Inhalt stimmt: Drinnen stehen Dutzende Flippertische, beginnend mit den Anfängen in den 50er-Jahren über die bekanntesten Klassiker aus den 80ern bis hin zu den wenigen modernen Tischen der Gegenwart.

Trotz der etwas lieblosen Atmosphäre einen Besuch unbedingt wert, wenn man mit Flippern etwas anfangen kann!

Pinball Flippertische

Danach geht’s dann endlich zum Strip, wo wir unserem Auto im Parkhaus nun erstmal eine Pause gönnen. Unser Hotel für die nächsten drei Nächte ist The Linq, bis vor ein paar Jahren als Imperial Palace bekannt und damals keine Empfehlung wert, doch aufgrund seiner günstigen Lage, der frisch renovierten Zimmer und der niedrigen Preise haben wir uns dieses Mal dafür entschieden.

Nach dem Aufstehen am Morgen hatten wir „aus Versehen“ noch eine Mail im Spam-Ordner gefunden, die uns den Online-Check-In anbot, und das erweist sich bei der Ankunft als äußerst glücklicher Zufall, denn die normale Check-In-Schlange ist etwa hundert Gäste lang. Wir hingegen dürfen zum Express-Schalter, der komplett frei ist!

Auch toll: Beim Online-Check-In kann man eine gewünschte Ankunftszeit angeben und erhält eine Mail, sobald das Zimmer zur Verfügung steht.

The Linq Hotel am Strip

Nachdem wir alles im Zimmer verstaut haben, machen wir uns auf dem Weg zum Bellagio-Büffet, das wie Red Rock Canyon ein bisschen Lückenbüßer ist, weil wir nur Studio B, Bacchanal und Wicked Spoon eingeplant hatten – dazu in den nächsten Tagen noch mehr.

Das Büffet im Bellagio ist erfahrungsgemäß immer ganz in Ordnung, aber nicht absolut herausragend, und dieser Eindruck bestätigt sich uns auch heute: Geschmacklich ganz gut, aber die Auswahl könnte etwas breiter sein, weshalb das Büffet im Vergleich zu den zuvor genannten (und vielleicht auch noch dem Wynn) ein klein wenig abfällt.

Dafür ist die Atmosphäre recht angenehm – und wir wollen ja morgen und übermorgen noch etwas essen können. ;)

Bellagio Buffet Foto

Gefahrene Strecke: nur in der Umgebung von Las Vegas, vielleicht 75 km
Wetter: überwiegend sonnig, aber ganz angenehm, wiederum um die 25° C
Hotel: The Linq (50$), neu und schön eingerichtet, aber furchtbares Wi-Fi!

Und jetzt? Zurück zur Übersichtsseite unseres USA Reisebericht, mehr Fotos auf Flickr angucken oder weiterlesen mit Tag 21!

Lesen Sie auch

Close