Tag #22: Las Vegas & Wicked Spoon Buffet

Las Vegas bei Tag und Las Vegas bei Nacht zu sehen, ist ein Unterschied wie, naja, Tag und Nacht eben. Das mag keine neue Erkenntnis sein, zugegeben, und trotzdem überrascht es einen irgendwie doch jedes Mal wieder, wie stark sich das Stadtbild mit Anbruch der Dunkelheit ändert.

Vor allem die etwas älteren Hotels am Strip profitieren von der Nacht; zum einen, weil ihre Macken im harschen Licht der nichts verzeihenden Wüstensonne bei Tag umso sichtbarer sind, zum anderen, weil sie noch einen Tick mehr als die modernen Hotels auf klassische Leuchtreklame setzen.

Las Vegas Strip bei Nacht

So gibt vor allem das tagsüber arg farblose Flamingo bei Nacht dank seines pinken Lichtspiels ein tolles Bild ab, doch auch Harrah’s und sogar das Casino Royale, inzwischen ein Best Western, wirken bei viel Nacht einladender – und erinnern stark an das typische Bild, das man mit Las Vegas verbindet, heute aber fast nur noch abseits des Strips, etwa in der Fremont Street Experience, findet.

Was jedoch nicht bedeuten soll, dass wir die „billige“ Leuchtreklame am Strip wirklich vermissen würden oder die modernen beziehungsweise teureren Hotels bei Nacht nicht ebenfalls deutlich besser als bei Tag aussähen.

Paris Hotel am Abend

Im Gegenteil: Die bunt angestrahlten Brunnen des Caesars Palace, die Fontänenshow des Bellagio oder der Eiffelturm des Paris sorgen dafür, dass sich der Strip nach Anbruch der Dunkelheit durchweg von seiner besten Seite zeigt.

Vulkanausbruch vor dem Mirage

Wie vielleicht zu merken ist, fällt es uns heute – respektive in Las Vegas allgemein – schwerer, einen ganz normalen Reisebericht wie in den letzten drei Wochen zu schreiben, weil Las Vegas kein ganz normaler Ort ist.

Es gibt kein wirkliches Stadtzentrum (der Strip erfüllt zwar viele Funktionen eines Stadtzentrums, aber im Grunde nur für Touristen), keine Sehenswürdigkeiten außer der künstlich für die Besucher geschaffenen, keine Parks und, wie vorgestern bereits angesprochen, auch nur verdammt wenig in der Umgebung.

Das neue Cromwell Hotel

All das macht Las Vegas anders, einzigartig und außergewöhnlich, im positiven wie auch im negativen Sinne: Es ist eine Stadt, die man, ein minimales Interesse vorausgesetzt, mal gesehen haben „muss“, in der man wunderbar essen, sich amüsieren und unterhalten kann – aber es ist auch eine Stadt, in der man so ganz anders Urlaub macht als sonst im Südwesten der USA. San Francisco, Los Angeles und San Diego eingeschlossen.

Las Vegas stellt für uns den idealen Abschluss einer Rundreise dar, um sich nochmal ein paar Tage in der Sonne zu erholen, am Pool zu liegen und sich den Magen vollzuschlagen, aber es ist keine Stadt, in der man sich wirklich erholen, in der man abschalten kann. Dafür ist es meistens zu laut, zu voll und oft zu heiß, aber auch die Wege am Strip ziehen sich mitunter doch erstaunlich.

Las Vegas New York New York bei Nacht

Wir hatten vor ein paar Wochen kurzzeitig erwogen, dieses Mal ein Hotel am Ende des Strips zu wählen, um etwas mehr Ruhe zu haben, uns letzten Endes dann aber dagegen entschieden – und das war eine gute Entscheidung, denn obwohl das The Linq absolut zentral liegt, spüren wir unsere Beine nach zwei, drei Tagen in Las Vegas mehr als nach den längsten Wanderungen in den Canyonlands oder in Arches.

Vermutlich sind wir nicht die typischen Las-Vegas-Urlauber, weil wir uns hier nur selten mal an den Pool legen und auch bei Tag recht viel unterwegs sind, aber – uff! – auf ein Hotel im Strip-Zentrum würde ich auch in Zukunft bei etwaigen weiteren Besuchen nicht verzichten wollen.

Linq Lane zum High Roller

Achja, ein paar Eindrücke hatten wir gestern noch versprochen.

Also: Neben den Umbauarbeiten hin zu einem ein wenig ruhigeren „Stadtbild“ ist uns vor allem aufgefallen, dass alle Casinos plötzlich wieder einige alte Spielautomaten aufgestellt haben.

Bei unseren letzten Besuchen hatten wir am Strip fast ausschließlich digitale Automaten gesehen, deren Spiele an Facebook- und Smartphone-Games erinnern, doch inzwischen sieht man überall auch wieder ein paar mechanische Automaten mit echten Rollen.

(Der Gewinn wird allerdings weiterhin in Form von Tickets ausgezahlt; wer die Quarters klimpern hören will, ist in der Fremont Street besser aufgehoben als am Strip.)

Casino in Las Vegas

Wie gestern schon geschrieben, erschienen uns zudem einige Hotels (Venetian, Cosmopolitan, Wynn) deutlich weniger gut besucht als in der Vergangenheit und einige Shopping-Malls hatten schon etwas leicht Ghost-Town-mäßiges, aber dabei mag auch der Zeitpunkt unseres Besuchs eine Rolle gespielt haben.

Und schließlich, apropos Cosmopolitan: Hier haben wir mit dem Wicked Spoon Buffet das beste Essen unserer Reise genossen!

Das Wicked Spoon war schon kurz nach seiner Eröffnung 2011 unsere erste Wahl, 2013 gefiel uns dann das Bacchanal Buffet deutlich besser, doch das Cosmopolitan hat dem Konkurrenzdruck offenbar ein wenig nach- und sich beim Büffet wieder mehr Mühe gegeben.

Wicked Spoon Buffet

Was das Wicked Spoon so großartig macht? Neben der breiten Auswahl und dem tollen Geschmack vor allem die äußerst liebevolle Anrichtung der Speisen. In an Kantinen erinnernden Schalen ist hier nur wenig, stattdessen bekommt man sein Essen entweder frisch und nach Wunsch auf den Teller oder es steht in kleinen Pfannen, Töpfen und Schälchen bereit. Die asiatischen Beilagen warten stilecht sogar in kleinen Pappschachteln darauf, gegessen zu werden.

Und der Nachtisch… der Nachtisch!

Nachtisch im Cosmopolitan Buffet

Ich habe in meinem Leben sicher schon das ein oder andere Mal behauptet, ich sei so voll, dass ich gleich platzen würde – aber ich habe es noch nie so gefühlt wie an diesem Tag.

Gefahrene Strecke: 0! Aber auch heute wieder recht weit gelaufen.
Wetter: gemischt, teils wolkig, heute kam auch mal etwas Regen runter
Hotel: The Linq (50$), neu und schön eingerichtet, aber furchtbares Wi-Fi!

Und jetzt? Zurück zur Übersichtsseite unseres USA Reisebericht, mehr Fotos auf Flickr angucken oder weiterlesen mit Tag 23!

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