Tag #4: Von Monterey bis Fresno

Wahrscheinlich jeder, der mindestens einmal durch den Südwesten der USA gereist ist, hat so etwas wie einen Lieblingspark. Einen Park, der objektiv betrachtet, nicht „der beste“ sein mag, weil es ihm etwas an Abwechslung, an Wanderwegen oder an Einzigartigkeit mangelt, aber den man trotzdem lieber besucht als jeden anderen.

Für mich ist das die Point Lobos State Reserve bei Monterey und deshalb steht sie auch dieses Mal auf dem Programm – und das gleich als erstes am Morgen des vierten Reisetags, damit wir die Natur noch für uns alleine haben und sie in dem bestmöglichen Licht sehen können.

Foto von der Point Lobos State Reserve

Point Lobos öffnet um 8 Uhr und tatsächlich passieren wir nicht viel später den Eingang, steuern danach aber nicht den beliebten Sea Lion Point an, sondern biegen nach rechts zu Whaler’s Cove ab. Auf dem Weg dorthin kommen uns bereits einige Besucher entgegen; die einen sind mit riesigen Fotoapparaten bewaffnet, die anderen mit Sauerstoffflaschen und Taucheranzügen.

Wir hingegen steigen die Stufen zum North Shore Trail hinauf, der – wie der Name schon sagt – an der Küste entlangführt und die erhofften, großartigen Ausblicke auf die schroffen Klippen, rauschenden Wellen und pittoresken Zypressen mit sich bringt, für die wir gekommen sind.

North Shore Trail in Point Lobos

Tatsächlich knipsen wir auf dem North Shore Trail und dem daran anschließenden Cypress Grove Trail vermutlich weitaus länger Fotos als dass wir laufen, aber das muss ja auch mal sein, denn hier lohnt es sich für uns wirklich.

Blick auf die Küste in Point Lobos

Dass wir nicht mit dem Auto den Sea Lion Point angesteuert haben, stellt sich am Ende der beiden Trails übrigens als gute Entscheidung heraus, denn der Sea Lion Trail ist aufgrund der Paarungszeit der Seelöwen derzeit gesperrt – dafür kann man sie aus der Ferne am Strand liegend sehen und es sind nicht die einzigen Tiere, die sich im Park beobachten lassen.

Vögel, Eichhörnchen, Eidechsen und Schlangen laufen uns zahlreich über den Weg. Jetzt müsste man sich nur noch damit auskennen, um ihnen auch Namen zuordnen zu können!

Seelöwen am Sea Lion Point

Wie auch immer, die etwa drei Stunden in Point Lobos waren erneut großartig und so verlassen wir die State Reserve mit einem weinenden Auge – doch das versiegt schnell, als wir Carmel-by-the-Sea erreichen. Es gibt ja, bei aller Liebe, nicht gerade viele schöne Städte im Westen der USA, aber das idyllische Carmel braucht sich vor nichts und niemandem zu verstecken.

Natürlich zielt es mit seinen unzähligen kleinen Geschäften und Imbissen klar auf Touristen ab, doch der märchenhafte Charme des gesamten Stadtzentrums und seine Individualität, die den Städten im Westen sonst so häufig abgeht, begeistern.

Haus in Carmel by the Sea

Wir ziehen von Laden zu Laden, werden von unzähligen Schaufenstern und Auslagen angelockt, gönnen uns beim Bäcker einen Mittagssnack – ein Brownie sowie etwas mit Mandeln und Schokolade, dessen Namen wir vergessen haben – und genießen dabei die Kulisse.

Bäckerei in Carmel

Für den Nachmittag steht dann noch die Weiterfahrt nach Fresno an, von wo aus wir morgen Sequoia ansteuern werden, aber da uns noch recht viel Zeit zur Verfügung steht, entscheiden wir uns, eine Runde über den 17-Mile-Drive zu drehen.

Der stellt, wenn man ehrlich ist, nach dem Highway 1 und Point Lobos zwar kein absolutes Muss mehr dar, gibt aber einen recht schönen Abschluss dieses Abschnitts her. Vor allem die weite Spanish Bay, an der wir bei bestem Wetter über die Boardwalks spazieren, ist einen Besuch wert, ebenso darf ein Foto der Lone Cypress nicht fehlen, auch wenn der Drive insgesamt – nicht zuletzt im Vergleich zu Carmel nebenan – doch etwas einladender wirken könnte.

Lone Cypress am 17 Mile Drive

Für die knapp 30 Kilometer benötigen wir daher nicht viel mehr als zwei Stunden und machen uns dann auf den Weg nach Fresno, wobei des Thermometer zum ersten Mal auf der Reise die 100° F überschreitet – knapp 40° C! Darauf brauchen wir erstmal einen weiteren Burger und Milkshake…

Der Tag geht dann in eben jenem Fresno zu Ende, eine furchtbar hässliche Stadt, doch das im Internet recht mittelmäßig bewertete Best Western Village Inn, in dem wir übernachten, gefällt. Ein Blick auf ein Schild an der Straße erklärt’s: Alle Zimmer wurden gerade renoviert. Schöner Zufall!

Gefahrene Strecke: ca. 275 km
Wetter: sonnig, erst 22-25° C, dann knapp 40° C
Essen: nochmal Burger, Pommes und Shake bei In-N-Out (10$)
Hotel: Best Western Village Inn (70$), gut, frisch renoviert

Und jetzt? Zurück zur Übersichtsseite unseres USA Reisebericht, mehr Fotos auf Flickr angucken oder weiterlesen mit Tag 5!

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