Tag #6: Getty Villa, The Grove, Farmer’s Market und LA Downtown

Unsere Route sieht vor, dass wir nach unserer kleinen Runde entlang der Küste und durch Sequoia nun als nächstes Arizona und New Mexico ansteuern, wofür wir allerdings erst Los Angeles durchqueren müssen.

Wie viele andere wohl auch verbindet mich mit LA so eine Art Hassliebe. Auf der einen Seite fehlt der Stadt jeglicher Charme, viele Ecken möchte man bei Nacht nicht durchqueren müssen und der Verkehr ist furchtbar.

Auf der anderen Seite hat LA durchaus seine Attraktionen, die Hochhäuser vor dem Hintergrund der Hollywood Hills sind immer wieder einen Blick wert und man kennt so vieles aus dem Fernsehen, dass einem die Stadt auf eine angenehme, ungewöhnliche Weise vertraut vorkommt.

Der mit dem hohen Verkehrsaufkommen verbundene Stress überwiegt oft jedoch (besonders, wenn man im Grunde nur durchfahren will) und deshalb haben wir den längsten Streckenabschnitt bewusst auf den frühen Vormittag gelegt, wenn zumindest ein paar Autos weniger unterwegs sind.

Getty Villa ohne Wasser

Tatsächlich sind es in den Morgenstunden so wenige, dass wir für die Strecke von Bakersfield bis zur Getty Villa, unserem ersten Ziel, nicht ganz zwei Stunden brauchen, was quasi die Bestzeit darstellt, in der man die Strecke schaffen kann.

Das bedeutet aber auch, dass wir das Museum – westlich von Santa Monica gelegen – eine Stunde vor dem auf den vorab gebuchten Tickets angegebenen Termin erreichen. Das erweist sich jedoch zum Glück nicht als Problem; vermutlich auch, weil es angesichts des unberechenbaren Verkehrs ständig vorkommt.

Der Eintritt in die Villa ist kostenlos, lediglich fürs Parken muss man 15$ zahlen. Sie stellt das kleinere Gegenstück zum nicht weit entfernten Getty Center dar und zeigt fast ausnahmslos Werke und Funde aus der griechischen und römischen Antike.

Ausstellung in der Villa

Das ist für Europäer vielleicht nicht ganz so außergewöhnlich wie für manche US-Amerikaner, aber es ist die Gestaltung des Museums die dieses kleine Manko wettmacht. Statt im typischen Museumsstil werden sämtliche Ausstellungsstücke hier in einem Gebäude präsentiert, das einer Villa aus Herculaneum nachempfunden wurde – eine antike Stadt, die zusammen mit Pompeji einst dem Vesuv zum Opfer gefallen ist. (Ja, ich musste das auch googeln!)

Sieht schick aus, obwohl wie schon in Hearst Castle auch hier die Becken und einige Brunnen geleert wurden, um Wasser zu sparen. Gut zwei Stunden lassen sich dennoch angenehm verbringen.

Gärten der Getty Villa

Da dann der Hunger drängt, machen wir uns auf den Weg zum Farmer’s Market, einem für die USA eher untypischen, aber sehr schönen Markt, ein wenig wie der Pike Market in Seattle: Neben frischem Obst, Gemüse, Fleisch und auch Souvenirs, findet man hier vor allem etliche Imbisse, die von Sandwiches und Burger über allerlei asiatische Gerichte bis hin zu brasilianischem BBQ fast jede Geschmacksrichtung bedienen.

Auch wenn vor allem die asiatischen Gerüche sehr verlockend in unsere Nasen steigen, gehen wir es lieber etwas zurückhaltender an und begnügen uns mit einem leckeren, frisch gebackenen Slice Pizza.

Farmers Market in Los Angeles

Anschließend drehen wir eine Runde durch The Grove, wo wir auch unsere Auto geparkt haben: Das wohl schönste Shopping Center von Los Angeles, wenn nicht sogar das schönste der Westküste, gefällt mit seiner angenehmen und vor allem autofreien Kulisse, ohne dabei so kühl und kastenförmig auszusehen wie die meisten anderen Shopping Malls und Centers.

Wir wollen zwar eigentlich nichts kaufen, schlendern aber unter anderem durch einen großen Barnes & Nobles, eine Buchhandlung, die – wie so viele – inzwischen vorrangig DVDs, Blu-Rays, Spielzeuge und Geschenke verkauft, jedoch auch noch eine breite Auswahl an Büchern bereithält.

Besonders groß sind die Diet- und Life-Coaching-Sektionen – hier könnte man vermutlich schon erahnen, welche Trends in den nächsten ein, zwei Jahren zu uns rüberschwappen.

The Grove in Los Angeles

Da wir noch recht viel Zeit haben und unser heutiges Tagesziel nicht zu früh erreichen wollen, legen wir noch einen letzten Stopp in Downtown ein. In den vergangenen Jahren soll sich hier einiges getan haben, doch sichtbar ist das bei unserem Besuch nur bedingt.

Concert Hall in LA

Ein paar Straßen sehen tatsächlich einen Tick besser aus als früher, aber insgesamt ist Downtown doch noch weit davon entfernt, wirklich ein Pflichtbesuch zu sein: Union Station, Olvera Street und City Hall sind einen Blick wert, auch die Walt Disney Concert Hall und die Cathedral of Our Lady Angels kann man mal ablichten, aber viel mehr gibt es nicht zu sehen – und der Weg dazwischen gestaltet sich langatmig bis unangenehm.

Immerhin ist in der Olvera Street gerade einiges los, da etwas verfrüht Cinco de Mayo gefeiert wird – das ist dann doch ganz nett!

Union Station Los Angeles

Aber Downtown war ja ohnehin nur als Zwischenstopp gedacht und von dort aus gehen wir dann gegen 16 Uhr auch die knapp 100 km nach Riverside an… für die wir drei Stunden brauchen. Ausgleich für den angenehmen Verkehr am Vormittag? Vermutlich. Hassliebe und so.

Gefahrene Strecke: ca. 325 km, aber im Verkehr von LA
Wetter: sonnig, morgens etwa 25° C, dann bis zu 36° C
Hotel: America’s Best Value Inn in Riverside (85$), naja

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