Tag #7: Anza-Borrego Desert State Park und Yuma

Nachdem wir gestern Los Angeles durchquert haben, steht heute noch ein weiterer halber „Fahrtag“ an, bevor wir uns ab morgen den Parks und Kakteen im Süden von Arizona widmen können.

Der führt uns von Riverside, wo wir übernachtet haben, durch den Anza-Borrego Desert State Park nach Yuma, das einen guten Ausgangspunkt für den morgen anstehenden Besuch des Organ Pipe Cactus National Monuments an der Grenze zu Mexiko darstellt.

Die Anza-Borrego-Wüste wird relativ selten besucht – und wenn, dann eigentlich nur auf der Durchreise wie bei uns -, was ein wenig erstaunlich ist, da es sich bei ihr um den größten State Park in Kalifornien handelt und sie dem Death Valley National Park ein paar hundert Kilometer weiter nördlich durchaus ähnelt, häufig aber eine buntere Pflanzenwelt bietet.

Anza Borrego Desert State Park Foto

Der große Haken: Viele Trails und Viewpoints in Anza-Borrego können nur über Dirt Roads und zum Teil sogar nur mit Autos mit Allradantrieb erreicht werden, was den Besuch erschwert.

Deshalb (und natürlich aufgrund der enormen Hitze) macht der State Park rund um das Zentrum Borrego Springs herum im Sommer auch beinahe dicht; lediglich an den Wochenenden hat dann das Visitor Center geöffnet.

So beschränken auch wir uns bei unserem Stopp in der Wüste auf die Umgebung von Borrego Springs, das über eine recht kleine, aber gut zu befahrende Straße angesteuert werden kann. Und, von Westen kommend, zählt die Anfahrt auch bereits zu den Highlights, geht es dort doch von den Bergen ins Tal hinab, sodass man die weite Wüste ganz wunderbar überblick kann.

Straße in Anza Borrego

Unten, in der „Hauptstadt“ von Anza-Borrego, trifft man auf ein, zwei Tankstellen und kleine Shops sowie mehrere Unterkünfte, die aber doch ein wenig trostlos wirken. Was macht man hier länger als einen Tag und vor allem: Wie kann man in so einer Stadt leben? Aber die Frage kann man sich bei einer USA-Reise ohnehin an jeder zweiten Ecke stellen, wenn man die Küste und die Großstädte hinter sich gelassen hat.

Ausblick auf die Wüste

Wir steuern das kleine Visitor Center des State Parks an, neben dem sich ein Campground befindet, auf dem wiederum man auf den Start des Palm Canyon Trails trifft: Ein recht einfacher, aber schöner, etwa fünf Kilometer langer Weg, der erst unscheinbar in der Wüste beginnt, dann aber ein Stück weit in die Berge hineinführt, wo man am Ende auf die schon im Namen versprochenen Palmen trifft.

Trail in Anza Borrego

Obwohl es nur etwa 30° C sind – für Anza-Borrego recht wenig -, strengt der Trail mangels Schatten und der sehr steil stehenden Sonne erstaunlich an, belohnt aber unterwegs mit einigen interessanten Infos über die Wüste und mit der netten Palmenoase nach 2,5 km, die an den Joshua Tree National Park erinnert.

Auch mit Tieren kommen wir wieder in Kontakt; dieses Mal sind es aber keine Bären, sondern kleinere Big Horn Sheeps – mit denen lässt es sich leben!

Big Horn Sheep in Anza Borrego

Im Voraus hatten wir uns noch einen zweiten Trail notiert, aber nach gut zwei Stunden (die ständigen Fotostopps machen Wanderungen immer länger, als man denkt) in der knallenden Sonne geht uns ein wenig die Puste aus und wir entscheiden uns, direkt nach Yuma weiterzufahren.

Die Stadt ist dem ein oder anderen vielleicht seit ein paar Jahren dank des Films 3:10 to Yuma (deutsch: Todeszug nach Yuma) oder aus anderen Western zuvor ein Begriff.

Tatsächlich identifiziert sich Yuma stark mit seiner Vergangenheit, wobei die US-typische, romantische Verklärung nicht zu kurz kommt.

Wir wollen der Vergangenheit dennoch Tribut zollen und besuchen deshalb den Territorial Prison State Historic Park, ein altes Gefängnis, welches die Sehenswürdigkeit der Stadt sein soll, obwohl es nur von 1876 bis 1909 in Betrieb war und lediglich drei, vier Gebäude übrig geblieben sind; vor allem der Zellenblock ist ganz sehenswert.

Foto des Historic Prisons in Yuma

Äußerst freundlich und auf eine gewisse Weise amüsant ist allerdings die Einweisung, die jeder der (wenigen) Besucher zu Beginn erhält: Nach dem Zahlen des Eintritts von 6$ pro Person, erklären einem die Angestellten etwa fünf Minuten lang, was es zu sehen gibt, wie man sich auf dem Gelände zurechtfindet und in welcher Reihenfolge man seinen Rundgang am besten absolvieren sollte.

Das ist in etwa die gleiche Zeit, die man für den Rundgang selbst benötigt. Aber besser zuviel Aufmerksamkeit als zu wenig, finden wir.

Etwas früher als üblich erreichen wir dann das Comfort Inn & Suites im Osten von Yuma, ein gutes Mittelklassehotel, das mit erstaunlich großen und hohen Zimmern gefällt. Optimal, um sich vor den morgen bevorstehenden Wanderungen gut erholen zu können!

Zimmer im Comfort Inn in Yuma

Gefahrene Strecke: ca. 375 km bei weitgehend hohem Tempo
Wetter: sonnig, in der Wüste etwa 30° C, in Yuma fast 40° C
Hotel: Comfort Inn & Suites, gut und sehr großes Zimmer

Und jetzt? Zurück zur Übersichtsseite unseres USA Reisebericht, mehr Fotos auf Flickr angucken oder weiterlesen mit Tag 8!

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