Tag #9: Arizona-Sonora Desert Museum & Saguaro National Park

Eigentlich wollten wir uns in Tucson vorrangig auf den Saguaro National Park mit all seinen Kakteen konzentrieren, aber nachdem wir die Stadt schon gestern und damit einen Tag eher erreicht haben, steht uns heute mehr Zeit zur Verfügung als geplant. Wie verbringt man die am besten?

Ein Blick auf Tripadvisor verrät uns, dass das Arizona-Sonora Desert Museum die beliebteste Attraktion von Tucson ist, und auch wenn man sich nicht immer auf die Mehrheitsmeinung verlassen kann, wollen wir dem eine Chance geben – auch, weil es sich in unmittelbarer Nähe des Westteils von Saguaro befindet.

Arizona Sonora Desert Museum Eingang

Nach dem üblichen Frühstück im übrigens sehr guten und schon wieder frisch renovierten La Quinta setzen wir uns ins Auto und durchqueren das überraschend freundlich und angenehm wirkende Tucson. Das Arizona-Sonora Desert Museum liegt im Nordwesten der Stadt und öffnet bereits um 7:30 Uhr, was uns als Frühaufstehern entgegenkommt, auch wenn wir natürlich nicht so früh eintreffen.

Wir sind aber trotz morgendlicher Stunde bei Weitem nicht die einzigen Besucher und werden trotzdem von einem sicher 75-jährigen Volunteer gleich freundlich begrüßt: „Where are you from?“

„Germany.“
„WHERE?“
„Germany!“
„Oh. I’ve only got these in English, so, uh, do your best!“, muntert er uns auf, während er uns eine Übersichtskarte des Museums in die Hand drückt. Schaffen wir gerade noch!

Der Begriff „Museum“ ist allerdings nur bedingt zutreffend, wie sich schnell herausstellt, denn tatsächlich handelt es sich um eine tolle, abwechslungsreiche Mischung aus Museum, Zoo und botanischem Garten: In einigen Gebäuden wird unter anderem die Geschichte der Wüste erklärt, während draußen allerlei Wüstentiere und -pflanzen auf die Besucher warten.

Botanischer Garten im Museum

Darüber hinaus gibt es einen schönen Trail, der einem ohne zu große Anstrengung die Wüste näherbringen soll. An wirklich jeder Ecke stehen zudem weitere Volunteers herum, die Führungen anbieten, Fragen über Park sowie Wüste beantworten, von sich aus auf die Besucher zugehen und anbieten, Fotos zu schießen. Toll!

Wir hatten im Voraus geschätzt, hier vielleicht anderthalb Stunden zu verbringen, doch letzten Endes sind es fast drei und wir haben uns nicht einmal besonders viel Zeit gelassen. Die 19$ Eintritt pro Person waren bestens angelegt – und ohne Tripadvisor wären wir hier wohl nicht gelandet. Good job, internet!

Foto eines Tiers im Museum

Anschließend geht es noch ein paar Kilometer weiter nach Norden, wo der Saguaro National Park beginnt. Wir haben auch heute (wie bisher im ganzen Urlaub) wieder einmal Glück mit dem Wetter, denn auch im Mai können es in Tucson mittags schon 35 bis 40° C sein, doch – wiederum – den schlauen Menschen in den Morgennachrichten zufolge, ist es derzeit sehr viel kühler als üblich, was 25 bis 30° C bedeutet. So lässt es sich auch in der Mittagszeit gut wandern.

Verschiedene Kakteen in Tucson

Interessant ist, wie anders die Landschaft im Saguaro National Park im Vergleich zum Organ Pipe Cactus National Monument gestern aussieht, obwohl die Mehrheit der Pflanzen die gleichen sind. Doch die teilweise sicher um die sechs bis acht Meter hohen Säulenkakteen sind hier noch häufiger anzutreffen als am Vortag, sie stehen dichter – und statt in einer flachen, sandigen hellen Wüste vorrangig auf hügeligen, rot-braunen Felsen, sodass sich das Gesamtbild doch deutlich von dem gestrigen unterscheidet.

Kakteenwald im Saguaro National Park

Wir fahren ein Stück über den Scenic Bajada Loop Drive, der bereits großartige Ausblicke bietet, und entscheiden uns dann für den Hugh Norris Trail, der in die Berge hinaufführt und somit noch etwas bessere Viewpoints auf dem Weg bietet. Wie auch schon gestern und vorgestern sind wir dabei nahezu völlig allein unterwegs – sehr angenehm!

Säulenkaktus in Tucson

Anschließend geht es zurück ins Hotel, denn nach neun Tagen wird es langsam Zeit, zum ersten Mal zu waschen. Im Hotel gibt es, wie in fast jedem mittelgroßen Motel oder Hotel in den USA, einen eigenen Waschraum für Gäste. Für Waschmaschine und Trockner werden jeweils 1,75$ fällig; etwas mehr als üblich, dafür ist die Waschmaschine jedoch auch moderner, geht weniger rabiat mit der Wäsche um und zeigt die verbleibende Zeit an. So müssen wir nicht alle fünfzehn Minuten runterlaufen, um zu gucken, ob die Wäsche fertig ist.

Ein Teil des Nachmittags geht also fürs Waschen drauf und so verlassen wir das Hotel gegen Abend nur noch einmal zum Essen und Einkaufen, stoppen aber auch kurz beim kleinen Reid Park im Stadtzentrum, um den Tag angenehm ausklingen zu lassen.

Nach dem tollen Museum und der natürlich nicht minder schönen Kakteenwüste im Saguaro fällt das jedoch nicht schwer – gleich nach unserer Runde durch Point Lobos und Carmel wohl der schönste Tag der bisherigen Reise!

Saguaro National Park Ausblick

Gefahrene Strecke: unter 100 km, nur in Tucson
Wetter: sonnig, nur vereinzelte Wolken, angenehme 25 bis 30° C
Hotel: La Quinta Tucson South (75$), gut, frisch renovierte Zimmer

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