Der Nordosten der USA

Bisher lag der Schwerpunkt von USA Reisetipps auf der Westküste und New York City, allerdings hat auch die Ostküste der Vereinigten Staaten einiges zu bieten: Sowohl im Nordosten als auch im Südosten finden sich etliche interessante Städte, National Parks und Naturereignisse, die eine Reise und somit auch einen Besuch zweifellos wert sind.

Hier wollen wir Ihnen einen ersten, groben Überblick über den Nordosten der USA verschaffen, bevor wir Sie in weiteren Artikeln näher über Städte und Natur in der Region informieren werden.

Nordosten der USA Foto

Einordnung & Erwartungshaltung

Anders als beim Südwesten gibt es im Nordosten der USA keine ganz klaren Grenzen, was denn nun genau dazu zählt und was nicht.

Manche meinen damit nur die tatsächliche Nordostküste von New York City bis Boston, aber das wäre uns etwas zu eng gesteckt, weshalb wir hier die komplette für Touristen in der Regel interessante Region meinen – und zu der zählen neben dem Küstenabschnitt die Niagara Falls, Städte wie Philadelphia und Washington DC, die sich weiter südlich befinden, aber auch Chicago wollen wir noch dazu zählen. Das liegt zwar bereits deutlich im Landesinneren, kann jedoch gerade noch so Start- oder Endpunkt einer Rundfahrt in dieser Ecke Amerikas darstellen.

Zur Erwartungshaltung für diese Region sei gesagt, dass sich das Flair mitunter doch recht deutlich vom Südwesten beziehungsweise der Westküste im Allgemeinen unterscheidet: Während es dort vor allem die Natur ist, welche die Besucher aus aller Welt anlockt, sind es hier neben dem Indian Summer in erster Linie die großen und mitunter etwas europäischer anmutenden Städte, welche die Touristen begeistern wollen.



Booking.com

Der Nordosten präsentiert sich, nicht nur aus Sicht der Temperaturen, einen Tick kühler als der Westen, was die Mentalität vieler Einwohner und die grundsätzliche Stimmung angeht. Gerade in den eher anonymen Großstädten lebt es sich eben ein bisschen anders als in kleinen Dörfern, in denen die Sonne fast das ganze Jahr über scheint.

Das soll die Region keineswegs schlecht reden, denn wer vorrangig an Städten interessiert ist, findet hier mehr „auf einem Fleck“ als sonst irgendwo in den USA – wobei auf einem Fleck selbstredend immer noch Entfernungen von ein paar hundert Kilometern bedeuten kann.

Grundsätzlich halten wir den Nordosten – New York ausgenommen – als gute Wahl für eine zweite oder dritte USA-Reise, wenn Sie Südwesten und Westküste bereits kennen, ein größeres Interesse an Städten als an der Natur verspüren oder aber eben den besagten Indian Summer einmal erleben wollen.

Davon abgesehen gelten nahezu alle generellen Tipps und Infos, die Sie bei uns online finden, natürlich auch für diese Region, mit dem kleinen Unterschied, dass schöne Campingplätze hier etwas spärlicher gesät sind und die Reisekosten einen Tick höher ausfallen können, weil Unterkünfte insbesondere in den großen Städten weniger erschwinglich sind.

Städte wie New York

Städte im Nordosten der USA

Neben New York zählen Philadelphia, Washington DC, Boston sowie Chicago zu den größten und für Touristen wichtigsten Städten in der Gegend – und zumindest bei den beiden letztgenannten handelt es sich auch um durchaus schöne Städte, die es mit New York City etwa hier und da durchaus aufnehmen können.

Boston ist vor allem in Hinblick auf die Architektur eine der britischsten Städte in den USA (es heißt ja nicht umsonst New England) und auch wenn längst etliche Hochhäuser die Skyline bestimmen, finden sich dazwischen noch immer viele typisch „neuenglische“ Gebäude wie etwa das Old State House. Auch Museen wie etwa das Museum of Fine Arts und natürlich die Waterfront sind mehr als nur einen Blick wert, allerdings sollte man – seien wir ehrlich – Boston schon um den September herum besuchen, wenn der Indian Summer die Stadt in ihrem besten Licht erstrahlen lässt.

Bei Chicago hingegen spielt der genaue Reisemonat keine so große Rolle, nur von November bis März etwa sollte man die Stadt meiden, denn hier kann es verdammt eisig werden. Chicago besticht mit seiner tollen Lage an den Großen Seen, mit seiner Skyline und natürlich mit seiner Pizza, die in Konkurrenz zur Pizza im New York Style steht. Wichtigste Attraktionen sind das aus vielen Filmen bekannte Cloud Gate, aber auch Museen- und Theater-Liebhaber kommen hier auf ihre Kosten.

Einen Tick schwieriger als Boston und Chicago sind Philadelphia und Washington DC – zwei Städte, die aus historischer und politischer Sicht von großer Bedeutung sind, für Touristen aber davon abgesehen nicht so wahnsinnig viel zu bieten haben oder manchmal arg uneinladend wirken.

In Philadelphia etwa ist die Liberty Bell im Independence National Historical Park zwar einen Blick wert, doch Besucher müssen oft lange, lange Warteschlangen in Kauf nehmen. Und in Washington DC erinnert ein großer Teil der Stadt an Wochentag enorm an die Wall Street von New York, während am Wochenende die Straßen mitunter nahezu ausgestorben sind, was zumindest irritierend wirken kann.

Zu sehen gibt es dafür unter anderem mit dem Weißen Haus, dem Capitol, dem Nationalfriedhof, dem Washington Monument, dem Supreme Court und der Washington National Cathedral aber natürlich trotzdem eine Menge, auch wenn man dabei (verständlicherweise) stets mit Argusaugen bewacht wird.

Auch Natur gibt es reichlich

Natur und National Parks

Neben den Großstädten wartet der Nordosten der USA selbstverständlich auch mit etlichen interessanten Kleinstädten auf, die wie so oft vorrangig in Verbindung mit ihrer Natur interessant sind, obwohl es in dieser Region erstaunlich wenige National Parks gibt.

Der schönste Abschnitt ist die Küstenregion von etwa New York City bis hin zum Acadia National Park in Maine, was zugleich das populärste und das am häufigsten fotografierte Gebiet des Indian Summers darstellt. Der Acadia National Park befindet sich auf mehreren Insel unmittelbar vor der Küste und erinnert optisch mit seiner Mixtur aus Wald, Wasser und Klippen an Teile Oregons.

Ähnliches gilt für das schönere, aber auch „exklusivere“ Martha’s Vineyard zwischen New York City und Boston, das einen idyllischen, sehr europäischen Charme versprüht und vor allem bei den besser betuchten Amerikanern für Wochenendausflüge hoch im Kurs steht.

Darüber hinaus dürfen natürlich auch die Niagara Falls an der Grenze zu Kanada nicht in der Auflistung zählen, die allerdings nicht einmal National Park, sondern „nur“ State Park sind – obwohl sie zumindest in den USA ein recht einmaliges Bild abgeben.

Am anderen Ende des Abschnitts, noch ein Stück südlich von Washington DC befindet sich zudem der Shenandoah National Park, der, naja, mit gutem Willen als ein kleines Yosemite bezeichnet werden kann: Viel Wald, einige wilde Tiere, ein paar Wasserfälle und durchaus schöne Wanderwege, aber angesichts der umständlichen Anfahrt kein Muss für Urlauber – auch wenn man sich mit einem Besuch definitiv abseits der ausgetretenen Pfade bewegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Stöbern Sie in den Sehenswürdigkeiten von New York oder lesen Sie mehr über die Reiseplanung für die USA: Von der Flugsuche bis zur Hotelbuchung.

Close