USA-Reise 2015: Ein kleines Fazit

Gut vier Wochen in den USA liegen hinter uns und gut vier Wochen lang haben viele Leser uns auf unserer Reise begleitet.

Nun ist es an der Zeit, zuerst einmal „Danke!“ zu sagen und dann, mit inzwischen ein klein wenig Abstand, ein erstes Fazit zu ziehen: Was hat uns in diesem Jahr besonders gefallen, was war nur okay und wovon waren wir vielleicht sogar ein bisschen enttäuscht? Was würden wir beim nächsten Mal genauso und was womöglich anders machen?

Fangen wir mit dem Positiven an: Die ersten fünf Urlaubstage hätten schöner kaum sein können. Wir haben schon in den ersten Tagesberichten von der Küste Kalifornien geschwärmt, aber auch rückblickend war die Strecke über den Highway 1 für uns das Highlight dieser Reise.

Point Lobos State Reserve

Die Ausblicke in der Point Lobos State Reserve, das schöne Carmel-by-the-Sea, die Wanderungen in den State Parks der Big-Sur-Region und überhaupt die ganze Atmosphäre, die relative Ruhe und das schöne, angenehme Wetter – viel besser geht es nicht und das ist gleich zu Beginn gleichermaßen Vorteil wie Nachteil.

Vorteil, weil so sofort die ganz große Begeisterung aufkam. Nachteil, weil sich alles danach an diesem Highlight messen lassen musste.

Sequoia National Park

Sequoia gelang das sehr gut, weil die Stimmung zwischen den Mammutbäumen der Stimmung an der Küste auf eine gewisse Weise durchaus ähnelt, der Runde durch Süd-Arizona und New Mexico jedoch einen Tick weniger; vor allem am Organ Pipe Cactus National Momument hatten wir uns doch ein wenig schneller sattgesehen als erwartet, weil sich die Abwechslung von Trail zu Trail in Grenzen hält.

Saguaro National Park

Tucson mit dem Saguaro National Park und auch das Chiricahua National Monument hingegen haben uns wieder deutlich besser gefallen und waren den weiten Weg absolut wert, während die Strecke durch New Mexico ein wenig schwerer zu bewerten ist.

Das White Sands National Monument wirkt spannend, auf Fotos aber fast stärker als in der Realität, denn auch dort hatten wir uns an den weißen Dünen recht schnell sattgesehen. Es liegt vermutlich daran, dass das Besondere hier die Gleichförmigkeit der Umgebung ist; man versinkt förmlich in diesem Sandmeer, was auf den ersten Blick enorm beeindruckt – doch auf den zweiten und dritten Blick kommt dann nichts wirklich Neues mehr nach.

White Sands National Monument

Ein bisschen gilt das auch für Santa Fe, eine eigentlich ganz nette Stadt, doch der anfangs noch ungewohnte und deshalb sehenswerte Adobe-Baustil erschien uns etwas zu schnell eintönig. Kein Abstecher, den wir bereut haben, aber mit etwas Abstand ehrlicherweise auch keiner, den wir ein zweites Mal machen würden.

Das zweite große Highlight war dann die Runde durch den Osten Utahs, die aber eigentlich schon mit dem Mesa Verde in Colorado begann: Vier Tage durch National Parks, National Monuments und State Parks, an denen wir uns die Füße wundgelaufen haben und an deren Ende wir nicht zufriedener hätten sein können.

Mesa Verde National Park

Die Klippenhäuser in eben jenem Mesa Verde, der wirkliche „scenic drive“ über die UT-261 und die folgenden Trails zu den Natural Bridges, die Wanderung im Needles District und die Runde durch den Devils Garden von Arches – viel besser geht’s nicht.

Dass uns das Wetter anschließend ein wenig aus Utah vertrieben hat, war nicht zu ändern, aber schade, da wir so die eigentlich letzte Woche des Urlaubs leicht verfrüht antreten mussten und ein, zwei Ziele im Vergleich zu den zuvor genannten Highlights doch wie Füllmaterial wirkten.

Las Vegas in Nevada

Las Vegas ist der ideale Abschluss einer USA-Reise, schrieben wir, als wir in der Stadt waren, und wirklich fühlte sich das Bauchvollschlagen an den großartigen Büffets im Cosmopolitan, in Caesars Palace und im M Resort schon wie ein Abschluss an. Auch wenn LA zum Ende noch einmal besser war als gedacht.

Dennoch: Die Erinnerungen an Meer und Klippen sowie an Canyons und Bögen sind es, die von dieser Reise am längsten in Erinnerung bleiben werden und die diesen Urlaub zu einem unserer schönsten gemacht haben.

Arches National Park

Zur Reiseplanung kann ich rückblickend eigentlich nur sagen, dass wir mit ihr im Großen und Ganzen zufrieden waren; wirklich gezogen haben sich nur ein paar Fahrten durch Los Angeles und die Strecke von Fresno über den Sequoia National Park nach Bakersfield, vor allem das letzte Stück.

Es fällt, sowohl bei neuen als auch bei den altbekannten Zielen, nie leicht, den „Zeitaufwand“ vorab richtig einzuschätzen, und der Grad zwischen zu kurzen und zu langen Aufenthalten an einem Ziel ist schmal – aber wenn man in Hinblick auf Strecken und Übernachtungen einigermaßen flexibel ist, kann man unterwegs ja noch etwas nachbessern, was wir auch hier und da getan haben.

Die mögliche Flexibilität mit einem Mietwagen hängt natürlich auch stark vom Besucheraufkommen ab und das war in den ersten zwei Reisewochen recht gering, ab Utah dann jedoch recht hoch. Unsere Reisezeit mag da allerdings auch mit reingespielt haben, ist Anfang Mai doch meistens noch ein kleines bisschen weniger los als zwei, drei Wochen später.

Arches National Park Devil's Garden

Und schließlich: Wir haben zwar als Kinder gelernt, dass man über Geld eigentlich nicht spricht, aber ein paar Leser haben uns gebeten, doch noch etwas mehr zu den Preisen bzw. den Reisekosten zu schreiben und es gehört ja irgendwie dazu, also sei’s drum!

Bei den Flügen hatten wir, wie anfangs schon geschrieben, wahnsinnig Glück, insgesamt nur etwa 500 Euro pro Person zahlen zu müssen. Der Mietwagen, Mid-Size, kostete gut 700 Euro für knapp vier Wochen, für das Benzin sind wohl um die 350 Euro draufgegangen. (Die Preise zogen zum Ende der Reise hin allerdings recht deutlich an und das nicht nur in Kalifornien, wo man ohnehin immer mehr zahlt.)

Motel in Monterey

Übernachtet haben wir überwiegend in recht einfachen, aber fast durchweg einwandfreien Motels und Hotels. Im Detail sind die Preise in den Tagesartikel zu finden, meistens lagen sie aber bei 50 bis 80 Euro für zwei Personen. Teurer waren vor allem die letzten zwei Tage in Los Angeles, dank Memorial Weekend.

Bleiben die drei Es: Essen, Einkäufe und Eintrittsgelder. Wir hatten aus der Erfahrung früherer Urlaube etwa 50-60$ pro Tag dafür einkalkuliert, doch die Inflation ist in den USA offenbar deutlich höher als in Europa – vor allem im Supermarkt sind wir mehr Geld losgeworden als in der Vergangenheit.

Whole Foods Regal

Wir haben uns aber ohnehin vorrangig in guten Fast-Food-Ketten wie In-N-Out sowie dem ein oder anderen Diner (und natürlich von den Büffets in Las Vegas) ernährt, vor allem Ersteres ist deutlich billiger als die Selbstverpflegung – mehr als 5$ pro Person muss man für schmackhafte Burger und Pommes nichts ausgeben, aber auch in Diners (sei es nun Denny’s oder ein eigenständiges Etablissement), kommt man mit gut 10$ pro Person für eine riesige Portion häufig günstiger weg als im Supermarkt.

Die Eintrittsgelder schließlich hielten sich bei uns in Grenzen. 80$ für den National-Park-Pass, gut 90$ für Knott’s Berry Farm, 5-10$ für ein paar State Parks sowie hier und da mal 10-30$ für ein Museum.

Fast Food USA im Test

Um zum Punkt zu kommen: Es war ein sehr schöner Urlaub, der uns mit einigen neuen Eindrücken sowie vielen aufgefrischten Erinnerungen lange im Gedächtnis bleiben wird – und wir hoffen, Ihnen / Euch hat das Mitlesen zumindest ähnlich viel Spaß gemacht wie uns das Reisen!

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