Vancouver

Wenn man es bis ganz in den Norden der USA nach Seattle schafft, wäre es fast schon als Fehler zu bezeichnen, nicht auch Vancouver einen Besuch abzustatten, das in vielerlei Hinsicht das schönere Seattle ist.

Eine tolle, moderne Innenstadt, nicht zuletzt den olympischen Spielen im Jahre 2010 dort zu verdanken, riesige Parks und wunderbare Strände in Stadtnähe, dazu die gewaltigen Berge im Hintergrund – all das zeichnet Vancouver aus und deshalb kann die Erwartungshaltung eigentlich kaum zu hoch sein.

Da Vancouver allerdings noch einmal gut 250 Kilometer nördlich von Seattle liegt, ist es ein wirklicher Abstecher dorthin nur sehr bedingt machbar, sinnvoller ist es vielmehr, die Reise entweder hier zu beginnen oder enden zu lassen. So wäre es zum Beispiel möglich, mit Lufthansa oder Air Canada zunächst nach Vancouver zu fliegen, dort ein paar schöne Tage zu verbringen, dann mit dem Zug nach Seattle weiterzufahren und dort einen Mietwagen oder ein Wohnmobil zu übernehmen, um die Reise durch die USA zu starten.

Bei einem Besuch gilt es, das Wetter zu bedenken, denn obwohl die Stadt genau genommen etwa auf der Höhe von Karlsruhe liegt (und somit wohl südlicher als üblicherweise angenommen), sinken die Temperaturen hier außerhalb des Sommers zum Teil doch sehr; von Oktober bis Mai sind Höchsttemperaturen von unter 15 Grad Celsius keine Seltenheit, von Juni bis September werden hingegen häufig angenehme 20 bis 25 Grad erreicht, aber nur selten mehr.

Ähnlich wie in Seattle wird es dafür aber selbst im Winter nie richtig kalt, sogar im Dezember und Januar halten sich die Temperaturen fast immer knapp über dem Nullpunkt, so dass es zwar häufig regnet, aber nur selten schneit. Wer Schnee sucht, wird aber natürlich nicht weit entfernt von der Stadt in den Bergen fündig.

Vancouver Downtown vom Stanley Park aus
Vancouver Downtown vom Stanley Park aus

Historie

Wie das nördliche Washington zeichnet sich auch Vancouver dadurch aus, dass sich in seinem Gebiet schon seit etlichen tausend Jahren diverse Siedlungen befanden, manche Quellen datieren die ersten Ansiedlungen der Ureinwohner gar auf etwa 9000 vor Christus.

Von Europäern wurde die Region erstmals im Jahre 1791 entdeckt, erste Siedlungen entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge des Goldrausches, bevor 1886 die offizielle Gründung der Stadt Vancouver erfolgte – vornehmlich, weil der natürliche Hafen einen idealen Endpunkt für die im Bau befindliche kanadische Eisenbahn darstellte.

Die sorgte dann auch für den zu erwartenden Boom und so stieg die Bevölkerung innerhalb von nur 14 Jahren auf 100.000 Einwohner an. Import und Export machten das Hauptgeschäft aus, aber auch die Forstwirtschaft kam – wie so oft im Nordwesten – dank gewaltiger Ressourcen schnell in Gang. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs kurbelte zudem die Produktion von Schiffen die Wirtschaft weiter an.

Davon abgesehen, gab sich Vancouver wie ganz Kanada jedoch weitgehend friedlich, so wuchs die Stadt auf zuletzt etwa 600.00 Einwohner an und so machte sie sich über die vergangenen siebzig Jahre hinweg als weltoffene Universitäts- und Wissenschaftsstadt einen Namen, auch wenn der Import und Export bis heute natürlich eine große Rolle spielt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Vancouver seine Weltoffenheit nicht nur behauptet, sondern tatsächlich lebt: Knapp die Hälfte der Einwohner stammt nicht aus dem europäischen, sondern vorwiegend aus dem asiatischen Raum, Menschen mit chinesischen Wurzeln machen mit knapp 30 Prozent den größten Anteil aus.

Die Sehenswürdigkeiten von Vancouver
Knallige Farben in der Innenstadt

Sehenswürdigkeiten in Vancouver

Tag #1: Downtown, Gastown, Chinatown
Eine Besichtigung von Vancouver gestaltet sich im Wesentlichen sehr angenehm, weil sich die meisten Sehenswürdigkeiten problemlos zu Fuß erreichen lassen und sich der Verkehr in der Innenstadt doch in Grenzen hält. Zum Start empfiehlt sich üblicherweise der Besuch des eigentlichen Stadtzentrums, das am nördlichen Rand der Halbinsel liegt – hier findet man das recht moderne Downtown, das eher an eine Altstadt erinnernde Gastown sowie Chinatown.

Guter Startpunkt für einen Rundgang ist Canada Place direkt am Meeresufer, das im Jahre 1986 im Zuge der Expo in Vancouver erbaut wurde. Heute dient der schicke Gebäudekomplex als Veranstaltungszentrum und Hotel, zugleich legen hier jedoch die gewaltigen Kreuzfahrtschiffe an, die fast immer einen Blick wert sind.

Nur ein paar Schritte westlich von hier befindet sich auch das Vancouver Harbour Flight Center, ein Wasserflughafen, auf dem tagsüber im Minutentakt kleine Wasserflugzeuge zu Rund- oder Transportflügen abheben oder von eben solchen landen. Allein das ist einen längeren Aufenthalt durchaus wert, denn ein vergleichbares Schauspiel in so angenehmer Lage gibt es fast nirgendwo zu bestaunen.

Canada Place Foto
Wasser gibt es reichlich…

Nur etwa eine Straße weiter südlich trifft man auf das Marine Building, ein noch relativ kleines Hochhaus, das im Jahre 1930 erbaut wurde und mit seinem beeindruckenden Art-Deco-Stil die Blicke auf sich zieht. Noch ein Stück weiter südlich, kurz vor der recht großen Georgia Street, findet man zudem die Christ Church Cathedral, eine so gar nicht in die moderne Hochhäuserlandschaft passen wollende Kirche aus dem Jahre 1889, die mit viel Holz im Inneren wie im Äußeren einen interessanten Kontrast zur Umgebung darstellt. Der Eintritt ist kostenlos.

Geht man über die Georgia Street nun weiter nach Osten, erreicht man eine Straße weiter südlich zum einen den schönen Robson Square, der im Winter auch eine kleine Fläche zum Schlittschuhlaufen bietet, zum anderen die große Pacific Centre Mall, in der sich unzählige Geschäfte und natürlich auch der obligatorische Food Court befinden – wenn man schon Hunger hat, findet man hier eine große Auswahl an verschiedenen Geschmacksrichtungen auf kleiner Fläche zu fairen Preise, aber natürlich ohne Flair und Individualität.

Folgt man weiter der George Street, trifft man ein paar Straßen hinter dem Shopping Center auf die Vancouver Public Library, die das vielleicht ungewöhnlichste Gebäude der Stadt darstellt, sind ihre Außenmauern doch in zwei Halbkreisen angelegt, die ein klein wenig an ein Kolosseum erinnern. Erst von innen lässt sich erkennen, was wirklich hinter dieser ungewöhnlichen Fassade steckt.

Hinter der Public Library sollte man nach Norden abbiegen, da die im Osten folgende Gegend rund um BC Place, ein Stadion, sich doch weitaus weniger schön und bisweilen etwas zwielichtig gestaltet. Folgen Sie also beispielsweise der Hamilton Street, bis Sie auf die Pender Street stoßen und biegen Sie hier nach rechts ab, um zunächst Chinatown zu erreichen.

Entlang der Pender Street stehen der Sun Tower, das Millenium Gate und das Sam Kee Building sowie Dr. Sun Yat-Sen Classical Chinese Garden. Sun Tower, im Jahre 1912 erbaut und damals das höchste Gebäude des britischen Imperiums, sowie Millenium Gate und Sam Kee Building, das bis heute das angeblich schmalste gewerblich genutzte Gebäude der Welt, sind nur einen kurzen Fotostop wert.

Ein Besuch von Dr. Sun kann jedoch durchaus in Erwägung gezogen werden, gestaltet sich die Kulisse des Chinese Gardens doch noch etwas anders als der sonst so häufig angetroffene Japenese Tea Garden, zumal diese kleine Oase des Grünen mit dem modernen, gläsernen Hochhäusern im Hintergrund ganz besonders wirkt. Täglich geöffnet von etwa 10 Uhr bis 18:00 Uhr, in den Sommermonaten zum Teil auch länger, im Winter etwas kürzer. Erwachsene zahlen 12$, Senioren ab 65 zahlen 10$, Familien (zwei Kinder und zwei Erwachsene) treten zusammen für 25$ ein.

Eine Straße in Gastown
Eine Straße in Gastown

Nach einem etwaigen Besuch des Garden, geht man über die Carrall Street nach Norden, bis man etwa auf Höhe von Powell / Water Street das Gastown Quarter erreicht, ein schon in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts errichtetes Stadtviertel, in dem sich viele kleine, sehenswerte Häuser befinden, die sich angenehm von der Hochhausskyline in Downtown abheben.

Hier empfiehlt es sich, einfach durch die Straßen zu schlendern – nicht verpasst werden dürfen lediglich die Steam Clock, eine etwas kitschige, aber doch zumindest in die Umgebung passende Uhr, die alle fünfzehn Minuten Dampf spuckt und ein beliebtes Ziel für Touristen darstellt, sowie das Dominion Building am westlichen Ende des Viertels, das 1910 ebenfalls zu den höchsten Gebäuden des britischen Imperiums zählte.

Zum Abschluss des Tages ist bei gutem Wetter ein Besuch des Vancouver Lookout Towers in Erwägung zu ziehen, auf den man am Ende der Water Street automatisch stößt – ein schöner Aussichtspunkt auf die Berge, sofern diese nicht in Dunst oder Nebel liegen. Immer geöffnet von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends, im Sommer zum Teil auch länger. Die Fahrt hinauf kostet für Erwachsene knapp 16$, für Senioren 13$, für Jugendliche 11$ und für Kinder 8$. Lohnenswert ist der Ausblick vor allem um die Dämmerung herum.

Markt auf Granville Island
Markt auf Granville Island

Tag #2: Yaletown, Granville Island, Strände
Einen zweiten Tag in Vancouver könnte man in Yaletown starten, einem sehr modernen und aufgrund der Stadtlage überwiegend enorm teuren Wohngebiet, das zudem im Zuge der Olympischen Spiele 2010 doch spürbar überholt wurde. Wirkliche Sehenswürdigkeiten gibt es hier allerdings nicht, wenn man mal von einem Blick auf das einstige Olympische Dorf auf der anderen Seite des Wassers absieht.

Interessanter wird es, sobald man im Süden das Ufer von False Creek erreicht, denn hier stößt man auf zwei schöne Parkanlagen, George Wainborn Park und David Lam Park, die vor allem am frühen Vormittag von den Einheimischen zum Joggen, für Yoga oder Spaziergänge mit dem Hund genutzt werden. Zudem strahlt das Wasser in einem besonders schönen Licht, wenn die Sonne noch ein wenig schräg steht.

Weiter geht es auf Granville Island, das man am besten mit Hilfe einer False Creek Ferry von eben jenem David Lam Park ansteuert. Der Weg über die Brücke nebenan ist für Fußgänger zwar auch möglich, allerdings mit einem enormen Umweg verbunden, da kein direkter Weg von der Brücke zu der kleinen Halbinsel hinunterführt und man somit ein ganzes Stück hin- und wieder zurücklaufen müsste.

Granville Island ist in erster Linie bekannt für seinen nicht besonders großen, aber doch sehr schönen Markt, auf dem man frisches Obst, Gemüse und Fleisch, vor allem aber auch viele nette, kleine Imbisse und Cafés findet, da sich die Insel mittlerweile doch deutlich stärker an Touristen als an Einheimische richtet. Dennoch ist diese Ausrichtung zur keiner Zeit aufdringlich und so lädt die Markthalle dazu ein, einen frischen Bagel und einen Kaffee zu holen, um sich damit anschließend draußen auf eine Picknickbank am Wasser zu setzen und ein zweites Frühstück zu sich zu nehmen. Nur Vorsicht vor den doch arg aufdringlichen Möwen!

Neben der Markthalle bietet Granville Island aber auch zahlreiche kleine Geschäfte, Kunstgalerien und Restaurants, die allesamt einen Blick wert sind – ein Eindruck davon lässt sich am besten gewinnen, wenn man schlichtweg durch die paar Straßen der Halbinsel schlendert. Am belebtesten ist die Gegend gegen Nachmittag, die meisten Geschäfte öffnen aber schon gegen 10 Uhr morgens.

Kitsilano Beach mit Stadt im Hintergrund
Kitsilano Beach mit Stadt im Hintergrund

Anschließend geht es erneut weiter mit der Fähre, dieses Mal zwei Stationen nach Westen bis zum Vancouver Maritime Museum: Hier liegen einige alte Schiffe bereits direkt an der Anlegestelle der Fähre vor Anker, vor allem interessieren aber der sehr schöne Kitsilano Beach im Westen sowie der Vanier Park im Osten.

Kitsilano Beach ist vielleicht der “To-Go”-Beach in Vancouver, in gewisser Weise Venice Beach auf kanadische Art – ruhiger und ohne Geschäfte. Der Strand ist aber auch für sich genommen sehenswert, vor allem die enormen Mengen an Treibholz geben tolle Fotos ab.

Vom Vanier Park wiederum haben Sie bei gutem Wetter den vielleicht besten Blick auf die Stadt, können Sie von hier aus doch sowohl Downtown mit seinen Hochhäusern als auch die gewaltigen Berge dahinter erblicken und auf ein Foto bekommen. Dafür ist allerdings beste Sicht Voraussetzung, denn schon nur leicht diesiges Wetter kann dafür sorgen, dass die Berge im Dunst verschwinden.

Im Vanier Park befinden sich auch das H.R. MacMillan Space Centre and Planetarium sowie das Museum of Vancouver, ersteres ist ein typisches, leicht interaktives Museum, das sich vor allem an Kinder richtet, während das Museum of Vancouver – wie der Name schon sagt – die Geschichte der Stadt dokumentiert. Beides ist bei viel Zeit und eventuell schlechtem Wetter durchaus sehenswert. Das Space Center öffnet wochentags von 10 bis 15 Uhr, sonst 12 bis 17 Uhr, Eintritt 18$ für Erwachsene, 15$ für Jugendliche und Senioren, 13$ für Kinder. Das Museum of Vancouver hat außer Montag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, Eintritt 14$ für Erwachsene, 11$ für Senioren, 8$ für Jugendliche. Familien mit zwei Erwachsenen und drei Kindern zahlen 38$.

Sunset Beach Foto
Sunset Beach: Der Name ist Programm

Zum Abschluss des Tages geht es mit der Fähre rüber zum Vancouver Aquatic Center, an das im Westen unmittelbar der Sunset Beach angrenzt. Hier hat man – wieder bei gutem Wetter – einen großartigen Ausblick auf den Sonnenuntergang im Meer, einige Baumstämme liegen als vielfach genutzte Sitzgelegenheiten bereit.

Beaver Lake im Stanley Park Foto
Beaver Lake im Stanley Park

Tag #3: Stanley Park, Ausflüge oder Shopping
Ein Pflichtbesuch an einem dritten Tag in Vancouver ist der riesige Stanley Park, ganz im Nordwesten der Halbinsel gelegen, der sich irgendwo zwischen Central Park in New York und einem State Park ansiedelt. Besonders toll sind seine zahlreiche Wanderwege, sowohl an der Küste (die Seawall) als auch auf die im Inneren liegenden Berge hinauf.

Im Grunde kann man hier nur zu einem freien Erkunden der Natur raten, allerdings ist eine komplette Umrundung des Parks kaum sinnvoll, weshalb es empfehlenswert ist, sich an den etwas schöneren Ostteil zu halten: Vom Parkeingang aus geht man an der schönen Lost Lagoon, einem großen See, vorbei und stößt dann auf die Küste, wo zunächst viele kleine Yachten vor Anker liegen. Folgt man der Seawall vorbei an Deadman’s Island – eine Halbinsel, die aufgrund der darauf befindlichen “Royal Canadian Navy Reserve” leider nicht betreten werden darf – hat man von hier aus einen tollen Ausblick auf Downtown, zur Abwechslung mal aus der anderen Richtung.

Ein Stück weiter östlich trifft man auf das erste populäre Touristenziel, an dem von morgens bis abends zahlreiche Busse stoppen: Acht bunte und schön verzierte Totempfähle, die zumindest für ein, zwei Fotos gut sind.

Folgt man weiter dem Küstenweg, vorbei an Brockton Point Lighthouse und Vancouver Aquarium, bis man den Trail zum Prospect Point erreicht, einen großartigen Aussichtspunkt auf die Bucht, die Lions Gate Bridge sowie North Vancouver und Berge.

Der Weg ist aufgrund der zu überwindenden Höhe nicht ganz leicht, aber durchaus schaffbar – ein bisschen frustrierend ist es lediglich, oben angekommen, die Touristenmassen zu sehen, die hier bequem mit Bussen eingefallen sind. Ein kleines (teures) Café, Picknickbänke und WCs stehen aber immerhin bereit, um sich von der Erschöpfung zu erholen.

Aussichtspunkt im Stanley Park Ausblick
Aussichtspunkt im Stanley Park

Zurück ist es ratsam, nicht erneut an der Küste entlangzugehen, sondern den kürzeren Weg durch das Innere des Parks zu wählen. Hier kann noch der große, idyllische Beaver Lake einen Abstecher wert sein.

Die weitere Gestaltung des Tages ist offen: Wer shoppen will, ist in der Pacific Centre Mall sowie in der angrezenden Robson Street bestens aufgehoben, aber auch ein kurzer Ausflug gen Süden wäre denkbar – schön und nicht allzu weit entfernt sind Queen Elizabeth Park, Van Dusen Botanical Garden nebenan sowie der Campus der University of British Columbia. Die Fahrzeit mit dem Bus dorthin beträgt 30 bis 45 Minuten.

False Creek Fähre
Kleine Fähre in False Creek

Hotels in Vancouver

Großstadt-bedingt gestaltet sich das Übernachten in guter Lage wie so oft kompliziert oder teuer: Im Stadtzentrum beginnen ordentliche Hotels in der Hauptsaison erst bei etwa 300$, allerdings spricht auch nichts gegen ein Hotel im West End oder etwas weiter südlich, nur auf der Halbinsel von Downtown sollte man schon bleiben, da sich die Anfahrt ansonsten zu umständlich gestaltet – zumal außerhalb ohnehin nur wenige brauchbare Hotels liegen, vom Flughafen natürlich abgesehen.

Ein kleiner Geheimtipp für Urlauber mit gehobenen Ansprüchen ist nahe des Stadtzentrums das Shangri-La Hotel mit Zimmern ab etwa 250$ die Nacht, auch das weiter südlich gelegene Residence Inn by Marriott erfüllt hohe Ansprüche und bietet zum Teil sogar Zimmer für unter 250$ – was aber üblicherweise dennoch um die 175 Euro entspricht und somit nicht gerade als preisgünstig umschrieben werden kann.

Billiger, aber dennoch ordentlich und in guter Lage sind das recht kleine Sunset Inn and Suites sowie zwei der insgesamt vier Best Western: Chateau Granville und Downtown Vancouver, die fast nebeneinander liegen. Hier sind gute Zimmer für unter 200$ die Nacht zu bekommen, im besten Fall sogar für um die 150$ – viel günstiger geht leider nicht.

Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass die beiden Best Western sich äußerlich in einer doch eher mäßigen Gegend zu befinden scheinen: Die große Granville Street ist die größte Straße, die von Süden nach Norden durch die Innenstadt führt und tatsächlich eine der letzten weniger schönen Straßen in diesem Gebiet, was der Stadt aber offenbar bewusst ist, denn die Veränderung in den letzten Jahren war spürbar.

Zudem ist die Gegend trotz einiger heruntergekommener Geschäfte und Obdachloser “sicher” – und je weiter man nach Norden kommt oder wenn man nur eine Straße weiter westlich oder östlich geht, sieht es schon wieder ganz anders aus.

Vancouver: Stadt vor Bergen
Stadt mit Bergen im Hintergrund

Essen & Trinken

Das kanadische Fast-Food-Gericht schlechthin ist vermeintlich Poutine, das jeder Urlauber einmal probiert haben sollten – so schreiben es zumindest viele Reiseführer.

Zumindest die meisten Deutschen dürfte das kulinarische Mysterium aber eher irritieren als begeistern, denn bei Poutine handelt es sich um nichts anderes als mit Bratensoße übergossene Pommes, auf die noch ein paar Käsewürfel geworfen werden, damit es beim Kauen schön quietscht. Anders formuliert: Es ist ein Jägerschnitzel ohne das Schnitzel!

Probieren kann man den meistens um die 5$ teuren Spaß natürlich trotzdem einmal, die noch beste Poutine gibt’s in Fritz European Fry House, bei Mean Poutine und bei La Belle Patate, unzählige Variationen mit verschiedenen Soßen und Käsesorten stehen zur Auswahl.

Aufgrund des großen chinesischen Anteils an der Bevölkerung findet man in Vancouver vor allem auch eben solche Restaurants, die meisten befinden sich im Stadtzentrum um Robson Street herum oder aber – meistens etwas billger und authentischer – in Kitsilano und Umgebung.

Wasserflugzeuge Foto
Wasserflugzeuge: Nur zum Teil touristisch

Einkaufen

Vancouvers Einkaufsstraße Nummer eins im Stadtzentrum ist die Robson Street, an der sich Geschäfte aller nur erdenklichen Richtungen und Preiskategorien finden – wobei natürlich auch hier die üblichen Franchise-Filialen klar in der Mehrheit sind.

Auch das Pacific Centre mit seinen über 150 Geschäften stellt eine gute Option dar, vor allem auf der Suche nach Kleidung und Souvenirs. Etwas lokaler geht es in Gastown und auf Granville Island zu, auch hier werden Sie in Hinblick auf Souvenirs fündig, insbesondere auf Granville Island ist dabei auch das ein oder andere individuelle Andenken zu bekommen, das nicht für 10 Cent in China hergestellt wurde.

Wichtig ist: In Vancouver wird natürlich nicht mit US-Dollar, sondern mit Kanadischen Dollar bezahlt. Wenn Sie nur einen drei- oder viertägigen Abstecher nach Kanada unternehmen und den Rest Ihrer Reise in den USA verbringen, müssen Sie nicht unbedingt Bargeld von zu Hause aus mitbringen, da Sie es mit Kredit- oder EC-Karte üblicherweise problemlos und zu nahezu gleichen Konditionen wie zu Hause erhalten.

Im Normalfall ist der kanadische Dollar einen Tick schwächer als der amerikanische, obwohl die Preise sich auf einem vergleichbaren Niveau bewegen. Im Januar 2016 waren 10 CAD 6,50 Euro wert, 10 US-Dollar hingegen 9 Euro.

False Creek Ferries Überblick
So fahren die Fähren in False Creek

Infrastruktur

Öffentlicher Nahverkehr: Kanada ist in vielerlei Hinsicht europäischer als die USA und das gilt auch für den öffentlichen Nahverkehr, der hier in den meisten Städten zumindest als “ganz ordentlich” zu umschreiben ist, auch in Vancouver, das in seiner Vergangenheit auf eine große Autostraße in die Innenstadt verzichtet und im Gegenzug den öffentlichen Nahverkehr bewusst gestärkt hat.

Unter dem Namen “Trans Link” sind hier Busse, Bahnen und Fähren vereint, dazu gibt’s die Granville Island Ferries, um die Bucht False Creek im Süden von Downtown zu Granville Island oder Kitsilano Beach schnell zu überqueren. Bis zu fünf verschiedene Routen werden hier im Takt von 5 bis 15 Minuten tagsüber gefahren, die Kosten für eine Fahrt sind von der Länge abhängig: Erwachsene zahlen etwa 3$ für eine Einzelfahrt und 5$ bis 7$ für ein Return Ticket, auch Tageskarten für 11-15$ gibt es – aber es kommt selten vor, dass mehr als zwei Fahrten am Tag notwendig sind.

In der Innenstadt selbst bringen einen vor allem die zahlreichen Buslinien von A nach B, eine normale Fahrt kostet derzeit 2,75$. In den meisten Fällen kann man jedoch auch laufen, da die Sehenswürdigkeiten in Vancouver doch recht dicht beieinander liegen. Die Bahnen (SkyTrain) sind üblicherweise nur für einheimische Pendler sowie für die Fahrt vom Flughafen von Bedeutung.

Flughafen: Der Vancouver International Airport (kurz: YVR), nach Toronto der zweitgrößte Flughafen Kanadas, wird von Deutschland aus direkt von der Lufthansa in gut zehn Stunden angeflogen. Dort landet man auf dem International Terminal, an dem auch die Immigration stattfindet, zwischen den einzelnen Terminals des Flughafens kann gelaufen werden.

Wenn Sie keinen Mietwagen übernehmen (was bei einem Besuch nur von Vancouver nicht sinnvoll ist), nutzt man entweder ein Taxi (etwa 30$) oder die praktische Canada Line der SkyTrain, um in die Innenstadt zu kommen. Eine Fahrt kostet 9$ pro Person und dauert keine 30 Minuten, mögliche Ausstiegspunkte sind Olympic Village, Yaletown, City Centre oder Waterfront – je nachdem, wo sich Ihr Hotel befindet.