Wie sicher New York wirklich ist

Viele Europäer, die eine Reise nach New York planen, plagt mitunter ein mulmiges Gefühl: Ist die Stadt nicht wahnsinnig unsicher? Muss man dort Angst vor Überfällen oder sogar noch schlimmeren Angriffen haben? Und wie streng sind auf der anderen Seite eigentlich die Sicherheitsvorschriften: Kann man einen Aufenthalt in Manhattan überhaupt genießen, wenn man ständig mit Kontrollen, schwer bewaffneten Polizisten, Terrorwarnungen und Metalldetektoren konfrontiert wird?

Lesen Sie hier unsere Einschätzung sowie ein paar harte Zahlen und Fakten zur Sicherheit in der Großstadt an der Ostküste!

Manhattan: Sicherer denn je

Wenn man heute eine Runde durch Manhattan dreht und den sich dort bietenden Anblick mit dem von vor 15 bis 30 Jahren vergleicht, ist der Stadtteil kaum wiederzuerkennen: Wo früher dreckige, mitunter dunkle Straßen und viele Obdachlose das Stadtbild prägten, gibt es heute in der Innenstadt kaum eine Ecke, die auf Touristen nicht einen sauberen, ordentlichen Eindruck macht – manchmal fast ein bisschen zu sauber. Von Obdachlosen ist so gut wie nichts zu sehen, auch herumliegenden Müll sucht man meistens vergeblich. Tatsächlich ist Manhattan heute so sicher wie nie zuvor.

Um ein paar Zahlen zu nennen: Im Jahre 1990 kam der südliche Stadtteil auf 124 Mordfälle, 207 angezeigte Vergewaltigungen, etwa 15.000 Überfälle und 16.000 Einbrüche. Im Jahre 2012 waren es 17 Mordfälle, 130 angezeigte Vergewaltigungen, 1.300 Überfälle und 1.600 Einbrüche. Das bedeutet mitunter einen Rückgang von über 90 Prozent und angesichts der Größe des Bezirks sind die absoluten Zahlen nicht nur für US-Verhältnisse sehr klein.

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Auch die U-Bahn sowie der Central Park, lange Zeit Schwerpunkte der Kriminalität, stellen heute in der Regel nicht den Hauch eines Problems dar: Selbst nachts kann man bedenkenlos mit der U-Bahn unterwegs sein, auch wenn es insbesondere für junge Frauen natürlich weiterhin sinnvoll ist, nicht unbedingt alleine zu fahren.

Aber auch außerhalb Manhattans ist New York City trotz in manchen Bereichen anhaltender Armut sicherer geworden: 414 Morde in 2012 bedeuten die niedrigste Zahl seit Einführung der Statistiken im Jahre 1963.

Um es kurz zu machen: So lange man sich nicht nachts mit mächtig Schmuck behangen in der Bronx herumtreibt, ist eine Reise nach New York in Hinblick auf Kriminalität sicherer als in die meisten anderen Großstädte der Welt.

Polizeistation in New York

Sicherheit und Terrorismus

Die zweite und uns inzwischen vermutlich noch viel gegenwärtigere Bedrohung ist die des Terrorismus, denn natürlich hat jeder von uns bis heute die Bilder des 11. September im Kopf.

Gleichzeitig sollte man sich jedoch vor Augen halten, dass seitdem mittlerweile über 14 Jahre vergangen sind, in denen dort nicht wirklich etwas passiert ist. Natürlich: Die Gefahr besteht immer, aber die Chance, dass es ausgerechnet Sie in Ihrem Urlaub in den USA erwischt, ist wiederum minimal – und sollte kein Grund sein, auch nur einen Hauch Angst vor einer Reise zu verspüren.

Ein wenig störend, wenn auch nachvollziehbar, sind höchstens die vielen Sicherheitsmaßnahmen, die einen in New York erwarten: Vor einem Besuch von Top of the Rock oder Empire State Building geht es durch einen Metalldetektor, oft werden die Taschen durchsucht, hier und da ist sogar das Mitbringen von Flüssigkeiten verboten. Und an den Anblick von schwer bewaffneten Polizisten in der U-Bahn, am Times Square und in der Wall Street muss sich der ein oder andere vielleicht auch erstmal gewöhnen.

Ob diese Maßnahmen helfen, sei dahin gestellt, zugleich geht es aber darum, ein Sicherheitsgefühl und ein Gefühle der Präsenz zu erzeugen – nicht zuletzt für die vielen Touristen, die zumindest stets den Eindruck haben wollen, in ihrem Urlaub absolut sicher zu sein.

Bildnachweis (von oben nach unten): Jason Lawrence, Tony Fischer, beide (CC BY 2.0)

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