Zion National Park

Der Zion National Park liegt im Südwesten Utahs, gut 250 Kilometer nordöstlich von Las Vegas und knapp 150 Kilometer vom Bryce Canyon National Park entfernt. Besonders sehenswert ist der Park aufgrund seiner riesigen und zum Teil fast ein wenig beklemmend wirkenden Felsformationen, die dank unterschiedlicher Gesteinsschichten in vielen verschiedenen Farben erstrahlen und interessante Canyons formieren. Darüber hinaus begeistert beim Wandern und beim Camping die enorme Natürlichkeit der Umgebung.

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Zions Sehenswürdigkeiten

Wer an National Parks in den USA denkt, der denkt als Europäer an den Grand Canyon oder Yosemite. Aber Zion? Damit können nur die wenigsten vor einem Urlaub etwas anfangen, dabei handelt es sich hier um den drittmeistbesuchten National Park im Südwesten – noch vor Bryce Canyon, Arches, Death Valley und wie sie alle heißen.

Natürlich spielt die Lage am Rande Utahs eine Rolle, sind es von Las Vegas aus doch nur zweieinhalb Stunden mit dem Auto dorthin, vor allem aber begeistert Zion mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten, atemraubenden Ausblicken und abwechslungsreichen Wanderwegen.

Insbesondere die Vielfalt der Natur ist es, die dieses Schutzgebiet zu so etwas Besonderem macht: Teile des Parks liegen in der staubtrockenen Wüste, in anderen kann man sich vor sprudelndem Wasser und wild wachsenden Pflanzen kaum retten. Und immer ist man umring von sich auftürmenden, vielfarbigen Felswänden, die beeindruckend wie erdrückend wirken.

Auch wenn man mit dem Zion National Park vor einem Besuch nicht viel anzufangen mögen weiß – nach dem Besuch sind bleibende Eindrücke garantiert!

Die besten Wanderwege & Ausblicke

Zion Canyon Overlook Trail
*** Canyon Overlook Trail (2 km): Der wohl schönste Wanderweg im Park führt auf einer Strecke von knapp einem Kilometer zu einem Viewpoint hinauf, der einen großartigen Ausblick auf Pine Creek Canyon und Lower Zion Canyon bietet – und auch unterwegs gibt es auf dem holprigen Weg einiges zu sehen.

Die Länge von nur 2 km täuscht ein wenig, denn die zu überwindenden Höhenmeter, der Untergrund und die Sehenswürdigkeiten entlang des Weges sorgen dafür, dass anderthalb bis zwei Stunden einzuplanen sind.

Der Schwierigkeitsgrad ist als gehoben moderat einzustufen: Starke Höhenangst sollte man nicht haben, denn es geht hier und da auf dem teilweise recht engen Pfad steil bergab. Mit ein wenig Überwindung aber gut zu schaffen und den Aufwand wert!

Trailhead im Ostteil des Parks, gleich hinter dem Tunnel.

Zion Narrows
** The Narrows (bis zu 15 km): Einer der bekanntesten Wanderwege im Zion National Park führt einen auf einer Länge von bis zu knapp 8 Kilometer durch Felsdurchbrüche, die – je weiter man kommt – mehr und mehr an einen Slot Canyon erinnern. Narrow, eng, eben.

Der Weg ist beeindruckend wie sehenswert, er hat nur einen Haken: Er befindet sich auf dem Flussbett des Virgin Rivers, das vor allem im Frühling und Frühsommer oft stark mit Wasser gefüllt ist und manchmal nur teilweise, manchmal sogar überhaupt nicht begangen werden kann. Und selbst bei optimalen Konditionen im Sommer muss man sich auf nasse Füße einstellen. Dennoch: Die Mühen lohnen sich.

Trailhead ganz am Ende des Scenic Drives, am Temple of Sinawava, Shuttle-Stop 9.

** Angel’s Landing (9 km): Im Grunde außer Konkurrenz läuft Angel’s Landing, denn die Wanderung ist wirklich nur Profis zu empfehlen. Sie führt zu einem großartigen Ausblick hinauf, doch schon unterwegs muss man an steilen Abgründen vorbei und der letzte Abschnitt ist im wahrsten Sinne des Wortes atemraubend…

Mit Mut, Erfahrung und angemessener Ausrüstung aber sicher ein Traum – wir selbst haben es uns, um ehrlich zu sein, bisher noch nicht getraut und listen Ange’s Landing hier daher nur der Vollständigkeit halber auf. Trailhead bei The Grotto, Shuttle-Stop 6.

Virgin River
** Emerald Pools Trail (2-4 km): Wieder in den Bereich des Machbaren für Normalsterbliche kommen wir mit den Emerald Pools, sehenswerten Wasserlöchern, die farblich einen tollen Kontrast zu den sie umgebenden Felsen darbieten.

Zu den Lower Emerald Pools ist es nur ein Kilometer auf recht einfacher Strecke, zu den Upper Emerald Pools ein weiterer Kilometer, nicht viel schwieriger. Für Familien und Einsteiger der beste Wanderweg am Scenic Drive!

Trailhead an der Zion Lodge, Shuttle-Stop 5.

Taylor Creek Trail in Kolob Canyons
** Taylor Creek Trail (8 km): Abseits des Zentrums von Zion, in den Kolob Canyons (direkt an der Interstate 15 im Nordwesten), trifft man auf den wunderschönen Taylor Creek Trail, der einen zum beeindruckenden Double Arch Alcove führt, der ein tolles Echo hergibt.

Doch auch der Weg dorthin hat einiges zu bieten, läuft man doch die ganze Zeit am kleinen Taylor Creek und überquert den Bach hin und zurück ein paar Dutzend Mal. Nasse Füße bekommt man jedoch in der Regel nicht. Bergab recht einfach, anschließend bergauf naturgemäß anstrengender, aber ohne echte Hindernisse und Abgründe.

Trailhead an der Kolob Canyons Road.

Weeping Rock
* Weeping Rock Trail (0,6 km): Eine der einfachsten und kürzesten Wanderwege führt zum Weeping Rock – einem Felsvorsprung, an dem das Wasser herabtropft, sodass es vor allem im Frühling und Frühsommer (sowie nach starken Regenfällen) so aussieht, als würde der Fels weinen.

Zu hohe Erwartungen sollte man nicht haben, aufgrund des geringen Aufwand ist der Weg jedoch eine Überlegung wert. Trailhead am gleichnamigen Shuttle-Stop 7.

Riverside Walk
Riverside Walk (bis 4 km): Möchte man ohne Aufwand nur einen kleinen Eindruck von Zion gewinnen, ist man am Riverside Walk richtig, der einen am Virgin River entlang zwischen den Felswänden durchs Grün führt.

Ein netter Spaziergang ohne Hindernisse, der am Ende in The Narrows übergeht. Trailhead daher auch am Temple of Sinawava, Shuttle-Stop 9.

Checkerboard Mesa in Zion
Checkerboard Mesa: Einen netten Viewpoint schließlich findet man ganz im Osten des Parks am Checkerboard Mesa, einem Felsen mit Schachbrettmuster. Keine Wanderung notwendig, mit einem Fotostopp ist es getan.

Orientierung im Park

Der Zion National Park besteht aus drei verschiedenen Regionen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander sind.

Virgin River

Zion Canyon: Das eigentlich Parkzentrum befindet sich nördlich der Kleinstadt Springdale, entlang des so genannten Scenic Drives. Hier findet man die meisten Wanderwege – etwa zu den Emerald Pools oder in die Narrows -, aber auch zahlreiche Aussichtspunkte, die ohne großen Aufwand besucht werden können.

Die Bezeichnung Scenic Drive ist allerdings ein wenig irreführend, denn tatsächlich darf man die Hauptstraße (und zugleich einzige Straße hier im Canyon) von März bis Oktober nicht mit dem eigenen Auto befahren.

Stattdessen verkehrt hier ein kostenloser Shuttlebus, der einen vom Visitor Center nahe des Parkeingangs zu allen Trailheads und Viewpoints bringt – am Visitor Center parkt man dann in der Regel auch das eigene Auto.

Ausnahme: Übernachtet man in Springdale, kann man sein Fahrzeug auch dort abstellen und dort bereits ins Springdale Shuttle einsteigen, das einen von der Majestic View Lodge im Süden bis Zion Canyon Village im Norden bringt.

Die genauen Fahrzeiten sind unter anderem von Wetter und Besucherandrang abhängig, doch in der Regel muss man selten länger als zehn, maximal fünfzehn Minuten warten, bis man einen Bus erwischt.

Zion Canyon Overlook Trail

Zion-Mount Carmel Highway: Der Ostteil des National Parks beginnt ein Stück hinter dem Visitor Center. Dort führt einen die Straße über Serpentinen in einen dunklen Tunnel hinein, für den Wohnmobile unter Umständen einen Permit kaufen müssen. Der Permit wird vor der Einfahrt in den Tunnel bezahlt und kostet 15$.

Hinter dem Tunnel beginnt der eigentliche Ostteil, in dem man ein paar weitere Wanderwege wie den Canyon Overlook Trail und Viewpoints wie Checkerboard Mesa findet.

Im Vergleich zum Parkzentrum ist der hierfür notwendige Zeitaufwand jedoch deutlich geringer, weshalb man die Straße üblicherweise auf der Weiterfahrt nach entweder Bryce Canyon im Norden oder Kanab im Süden mitnimmt. Hotels und Campingplätze gibt es keine.

Taylor Creek Trail in Kolob Canyons

Kolob Canyons: Größer, allerdings meistens umständlicher zu erreichen, sind die Kolob Canyons, die sich nordwestlich des Parkzentrums befinden. In diesem tatsächlich gänzlich unabhängigen Parkabschnitt findet man weitere sehenswerte Trails und Viewpoints, die mit großartigen Ausblicken auf die Umgebung begeistern.

Der Abstecher lohnt sich, allerdings muss man im Grunde einen ganzen Tag dafür “opfern”.

Anfahrt & Routen

Grundsätzlich gibt es drei verschiedenen Arten, wie man das Parkzentrum bei Springdale erreichen kann, das üblicherweise auf der Route Las Vegas – Zion – Bryce Canyon besucht wird. Alternativ ist statt Bryce Canyon auch die Weiterfahrt nach Kanab und Grand Canyon North Rim sowie Page denkbar.

Anfahrt von Las Vegas: Von Las Vegas aus nutzt man die Interstate 15, die einen bis kurz nach St. George gen Norden führt. Dort biegt man auf Highway 9 in Richtung Hurricane ab und folgt dann dem Straßenverlauf bis zum Parkeingang. Die gut 250 km sind mit dem Auto meistens in 2,5 Stunden gut zu schaffen, mit dem Wohnmobil braucht man nicht viel länger.

Anfahrt von Bryce Canyon: Von Bryce Canyon aus fährt man zunächst über Highway 12 nach Westen, bis man auf Highway 89 trifft, auf dem es nach Süden weitergeht. An der Mount Carmel Junction biegt man auf Highway 9 wieder gen Westen ab, auf dem man schon bald die East Entrance Station erreicht.

Bis zum Zentrum sind es auf dieser Route etwa 150 km (zwei Stunden), allerdings könnte man – siehe oben – auch ein, zwei Stopps im Ostteil einlegen.

Anfahrt von Kanab: Die Anfahrt von Kanab gestaltet sich ähnlich; hier fährt man zunächst auf Highway 89 nach Norden und biegt dann ebenfalls an der Mount Carmel Junction nach Westen ab. Die gut 70 km sind in etwas mehr als einer Stunde zu schaffen.

Anfahrt zu Kolob Canyons: Anders, aber nicht viel komplizierter, gestaltet sich die Anfahrt zu den Kolob Canyons, die direkt an der Interstate 15 liegen. Mit anderen Worte: Wer aus Las Vegas kommt, bleibt einfach stur auf der Straße, bis einen ein Schild auf die Ausfahrt hinweist. Nach St. George sind es noch etwa 50 km, also 30 Minuten.

Kommt man – unüblicherweise – aus Norden, ist Cedar City der beste Orientierungspunkt, von dem aus es noch 30 km beziehungsweise 20 Minuten sind.

Eintritt, Öffnungszeiten & Visitor Center

Öffnungszeiten: Das ganze Jahr rund um die Uhr, selbst die Zion Lodge schließt im Winter nicht. Visitor Center öffnen üblicherweise zwischen 8 und 9 Uhr und schließen zwischen 17 und 19 Uhr.

Eintritt: 30$ pro Fahrzeug für 7 Tage oder einfach mit dem America the Beautiful Pass ohne zusätzliche Kosten.

Visitor Center: Es gibt zwei Visitor Center, eins im Village im Zentrum sowie ein weiteres in Kolob Canyons. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Zion Human History Museum, ebenso im Village.

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