Olympic National Park

Graue Küste und grüner Regenwald im Nordwesten bei Seattle ...

Den Olympic National Park beachten nur wenige Urlauber im Rahmen ihrer Reiseplanung für die USA, was sich angesichts seiner Lage leicht erklärt, aber bedauernswert ist. Denn in Hinblick auf Abwechslung, Wanderwege und Natürlichkeit macht dem gewaltigen Park im Nordwesten des Landes kaum einer etwas vor.

Von großen Seen über atemberaubende Ausblicke im Gebirge und endlos erscheinenden Stränden bis zu echtem Regenwald gibt es auf der knapp drei Stunden westlich von Seattle gelegenen Olympic-Halbinsel fast nichts, das es nicht gibt …

Auf einen Blick · Olympic National Park ★★★★☆ Enorm vielseitig, aber auch zeitaufwendig.
Eintritt 30 $ ↗ oder America the Beautiful
Zeitaufwand 3 Tage weniger kaum möglich
Beste Besuchszeit April bis September stets mit Regen rechnen!
Besucheraufkommen eher gering verteilt sich gut
Wanderwege viele äußerst vielseitig!
Lodging ab ca. 300 € ↗ drei Lodges im Park
Hotel in Port Angeles ↗ Affiliatepartner
Camping ca. 30 $ ↗ mehrere schöne Plätze
💡

Der Olympic National Park im Bundesstaat Washington zählt zu den vielseitigsten Naturschutzgebieten der USA. Er begeistert nicht nur mit seiner Küste, sondern auch mit seinen Bergen, nicht nur mit seinen Seen und Wasserfällen, sondern auch mit seinen Regenwäldern. Der Zeitaufwand für das Umrunden der Halbinsel ist allerdings recht hoch und aufgrund der Lage ganz im Nordwesten der USA ergibt der Besuch im Grunde nur in Verbindung mit dem von Seattle Sinn.

Lage & Anfahrt

Wie bereits angesprochen, befindet sich der Olympic National Park ganz im Nordwesten der USA im Bundesstaat Washington auf einer Halbinsel.

Möchte man Olympic in eine Reise einbinden, liegen dafür gemeinhin drei Optionen nahe: als Abstecher eines Städtetrips nach Seattle, im Rahmen einer größeren Rundreise durch den Nordwesten mit Oregon oder Teilen Kanadas – oder aber auf einer Fahrt entlang der gesamten Westküste von Seattle oder sogar Vancouver bis Los Angeles oder San Diego.

Fähre von Seattle zum Olympic National Park.

Von Seattle nach Olympic: mit der Fähre?

Für die Anfahrt von Seattle aus gibt es zwei Möglichkeiten.

Entweder man umrundet die Bucht mit dem Auto über die Interstate 5 und ab Tacoma über diverse Highways, bis man nach etwa 225 km bei Port Angeles die erste Attraktion des National Parks erreicht. Oder aber man fährt mit seinem Mietwagen gleich in Seattle auf eine Fähre, die einen direkt hinüber nach Bainbridge bringt, von wo aus es dann nur noch gut 115 km nach Port Angeles wären.

Die Fahrzeit beträgt bei beiden Varianten zwischen 2,5 und 3 Stunden, die Fahrt mit der Fähre unseres Erachtens allerdings etwas entspannter und auch außergewöhnlicher. Die Fähre verkehrt vom Seattle Ferry Terminal in der Hauptsaison tagsüber etwa stündlich, auf dem Wasser ist man circa 35 Minuten.

Die Kosten für die Fähre belaufen sich auf etwa 15 $ für einen Pkw inklusive Fahrer, weitere Passagiere schlagen mit rund 10 $ zu Buche. Auch Wohnmobile kommen für gewöhnlich problemlos unter – und bis zu einer Länge von 30 Fuß sogar für nur knapp 30 $. Reservierungen für die Fähre sind nicht möglich.

Karte des Olympic National Park mit Wanderwegen und Attraktionen.

An- oder Weiterfahrt aus/in Südrichtung

Kommt man aus Richtung Oregon oder fährt dorthin weiter, muss man im Normalfall keine Entscheidung treffen: Die Anfahrt oder Weiterfahrt erfolgt dann stets über Highway 101 (US-101) nahe der Küste.

Lediglich bei einem etwaigen Abstecher nach Portland könnte man die Route durch das Landesinnere wählen und dafür erneut die große Interstate 5 nutzen.

Bach im Olympic National Park in Washington.

Orientierung & Einteilung

Aufgrund der Ausmaße sowie der zahlreichen verschiedenen Regionen des Olympic National Parks ist es unverzichtbar, eine gute Vorstellung von der Orientierung im Inneren des Naturschutzgebiets zu haben. Im Grunde lässt es sich nämlich nicht vermeiden, die komplette Halbinsel zu umrunden, um tatsächlich alle Facetten der Region zu erleben.

Ausblick in Hurricane Ridge.

Kommt man aus Seattle, legt man üblicherweise den ersten Stopp (inklusive Übernachtung) bei Hurricane Ridge im Nordosten nahe Port Angeles ein. Anschließend fährt man gegen den Uhrzeigersinn weiter, bis man im nördlichen Westen der Halbinsel bei Forks auf den Hoh Rain Forest trifft. Mögliche Attraktionen auf dem Weg dorthin stellen Lake Crescent, die Sol Duc Falls sowie diverse Strände bei La Push im Westen dar.

Danach geht es gen Süden weiter, wo neben weiteren Ständen wie dem Kalaloch Beach auch Lake Quinault noch einen näheren Blick wert ist.

Olympic National Park

Wie viel Zeit braucht man für Olympic National Park?

Eine (fast) komplette Runde um die Halbinsel von Bainbridge Island bis zur Kleinstadt Aberdeen an der North Bay ist knapp 400 km lang, was jedoch all die Ziele, die sich zumeist ausschließlich auf Stichstraßen erreichen lassen, nicht einschließt. Inklusive dieser „Abstecher“ ist mit einer Gesamtstrecke von etwa 600 km zu rechnen.

Für einen Besuch von Olympic National Park benötigt man daher in der Regel drei Tage. Einen für das Gebirge rund um Hurricane Ridge, einen zweiten für die Strände, Wasserfälle und Seen im Nordwesten sowie einen dritten für den Abschnitt von Hoh Rain Forest bis Lake Quinault.

See im Olympic National Park.

Sinnvolle Zwischenstopps stellen Port Angeles und Forks dar, mehr dazu weiter unten bei den Tipps für Hotels und Übernachtungen.

Das Wetter: Einschränkungen im Winter

Neben dem Zeitaufwand gilt es unter Umständen auch das Wetter zu beachten. Zwar halten sich die Kälte im Winter und die Hitze im Sommer – für die Gegend äußerst typisch – im Wesentlichen in Grenzen, allerdings sind starke Niederschläge keine Seltenheit und auch Nebel zieht über das ganze Jahr hinweg gerne in den Park hinein, was den ein oder anderen schönen Ausblick durchaus zunichtemachen kann. Ein bisschen Glück gehört, ehrlicherweise, für einen perfekten Besuch dazu.

Im Winter ist zudem in Hurricane Ridge mit gewissen Einschränkungen aufgrund von Schneefällen zu rechnen. Da die Berge allerdings nur Höhen von rund 1500 Metern erreichen, schmilzt der Schnee üblicherweise im Laufe des Aprils, sodass spätestens ab Mai der Zugang uneingeschränkt möglich ist.

Olympic National Park

Die schönsten Wanderwege & Aussichtspunkte

Da die Ausmaße des Olympic National Parks so gewaltig sind, fällt es schwer, eine eindeutige Auswahl der schönsten Wanderwege und Aussichtspunkte zu treffen – und nicht schlichtweg das eigene Erkunden der Natur zu empfehlen. Natürlich gibt es aber sicher so etwas wie ein „Pflichtprogramm“, das bei einem ersten Besuch mit ausreichend Kondition und Zeit absolviert werden sollte.

Olympic National Park

Dazu zählt beim ersten Stopp in Hurricane Ridge der Hurricane Hill Trail, der bei gutem Wetter mit fantastischen Ausblicken aufwartet. Der Weg kann aufgrund enormer Steigungen und einer Länge von knapp 5 km wahrlich atemraubend sein, fühlt sich aber weitgehend gut befestigt an und sollte auch Menschen mit Höhenangst keine allzu großen Probleme bereiten.

Ab etwa 20 °C und Sonne jedoch unbedingt an Kopfbedeckung und ausreichend Wasser denken!

Dichter Urwald im Hoh Rain Forest.

Im Hoh Rain Forest wiederum sind dann der Hall of Mosses Trail und der Spruce Nature Trail ein Muss und mit einer Gesamtlänge von 3 km auf angenehmem Waldboden auch bestens schaffbar. Zur Belohnung bekommt man einen faszinierenden, moosbehangenen Urwald zu Gesicht, der vor allem bei geringem Besucheraufkommen eine märchenhafte bis unheimliche Atmosphäre erschafft.

Zwischen Hurricane Ridge und Hoh Rain Forest liegen zudem Lake Crescent und die Sol Duc Falls, bei denen die zur Verfügung stehende Zeit entscheiden sollte, ob man sie und ihre unmittelbare Umgebung besucht. Sehenswert sind auf jeden Fall der Ancient Groves Nature Trail und der Moments in Time Nature Trail (beide kurz, dem Hoh Rain Forest ähnlich), sowie die Wanderungen zu den Sol Duc Falls und den Marymere Falls, jeweils etwa 2,5 km.

Olympic National Park

Vor dem Abstecher nach Hoh Rain Forest empfiehlt sich darüber hinaus die Fahrt in Richtung La Push, das mit etlichen einsamen Stränden aufwartet, die zum Teil nur durch lange Waldwege zu erreichen sind, was einen ganz besonderen Reiz birgt. Zu den Favoriten zählt der etwa 4 km lange Wanderweg zum Third Beach, aber auch Rialto Beach und Second Beach sind einen Blick wert. Gleiches gilt für Lake Ozette.

Der Hoh Rain Forest ist sehr naturbelassen.

Hotels am Olympic National Park

Die gesamte Olympic-Halbinsel ist äußerst dünn besiedelt.

Die einzige wirklich nennenswerte Stadt mit guter Infrastruktur im Rahmen einer Umrundung ist Port Angeles im Nordosten, das zugleich das Tor zu Hurricane Ridge darstellt. Dort findet man neben zahlreichen brauchbaren Unterkünften wie das Angeles Motel ($) und die Olympic Lodge ($) auch noch mehrere große Supermärkte wie Safeway und Walmart sowie die obligatorischen Fast-Food-Ketten von Jack in the Box bis Wendy’s.

Je weiter man nach Westen kommt, desto dünner erscheint einem jedoch die Zivilisation. Einzig und allein Forks im Westen nahe der Einfahrt zum Hoh Rain Forest ist noch eine Erwähnung wert, zumal es dank der Twilight-Filme in den vergangenen fünfzehn Jahren zunehmend an Popularität gewonnen hat.

Mittlerweile gibt es dort immerhin einen großen Supermarkt (Forks Outfitters), diverse Diners, einen Subway-Imbiss und zwei, drei brauchbare Unterkünfte – darunter das Pacific Inn ($) und das Woodlands Inn ($).

Olympic National Park

Campingplätze rund um Olympic

Wohnmobile tun sich wie so oft in National Parks auch im Olympic etwas leichter; in fast jeder Ecke der Halbinsel stößt man auf mehrere einfache bis bestens ausgestattete Campingplätze, vielfach in idyllischer Umgebung.

Am besten ist die Auswahl zwischen Hoh Rain Forest und La Push im Westen, aber auch in Port Angeles sowie noch weiter südlich unweit von Lake Quinault werden RV-Reisende fündig.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"