Olympic National Park

Raue Küste und Regenwald im Pazifischen Nordwesten

Der Olympic National Park wird von nur sehr wenigen USA-Urlaubern in ihre Reiseplanung mit einbezogen, was sich angesichts seiner Lage leicht erklärt, aber schade ist, denn in Hinblick auf Abwechslung, Wanderwege und Natürlichkeit macht dem gewaltigen Park kaum einem etwas vor.

Von großen Seen über atemberaubende Ausblicke bis hin zu riesigen Stränden und echtem Regenwald gibt es knapp drei Stunden westlich von Seattle auf der Olympic-Halbinsel fast nichts, was es nicht gibt. Lesen Sie hier alle wichtigen Informationen für einen Besuch!

Olympic National Park

Anfahrt & Ablauf

Aufgrund der Lage ganz im Nordwesten der USA empfiehlt sich ein Besuch des Olympic National Parks im Grunde nur in Verbindung mit einer Reise nach Seattle oder im Rahmen einer Fahrt an der gesamten Westküste entlang.

Sie erreichen die Olympic-Halbinsel entweder aus Süden kommend über die US-101 oder aber von Seattle aus. Hierbei empfiehlt sich die Nutzung der Fähre von Seattle nach Bremerton (Fahrzeit: ca. eine Stunde), um keinen unnötigen Umweg in Kauf zu nehmen; die gesamten Fahrzeit von Seattle bis zum ersten Visitor Center beträgt dann etwa drei Stunden.

Olympic National Park Olympic National Park

Das erste Visitor Center ist in diesem Fall Hurricane Ridge im Nordosten nahe Port Angeles, das jedoch nur eine von mindestens drei Stationen ist, die man bei einem Besuch der Halbinsel ansteuern sollte: Das zweite Muss ist der Hoh Rain Forest im Westen, darüber hinaus können unter anderem (!) die Sol Duc Falls, Lake Quinault und diverse Strände einen Abstecher und Umweg wert sein.

Zu beachten ist dabei in erster Linie der enorme Umfang des Olympic National Park. Wenn Sie von Bremerton aus „nur“ eine komplette Runde um die Halbinsel herum fahren wollen, sind das bereits über 350 Kilometer, was jedoch all die Ziele, die sich ausschließlich auf Stichstraßen erreichen lassen, nicht mit einschließt.

USA Südwesten: Städte & National Parks von Kalifornien bis Utah

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Anders formuliert: Wenn man nicht nur hier und da mal ganz kurz etwas sehen will, sollte man für einen Besuch gut drei Tage einplanen; einen für die Ecke rund um Hurricane Ridge, einen für Strände, Wasserfälle und Seen im Nordwesten sowie einen für den Hoh Rain Forest und eventuell Lake Quinault. Sinnvolle Zwischenstops sind Port Angeles und Forks, dazu mehr unter Übernachtungen.

Neben dem Zeitaufwand gilt es auch das Wetter zu beachten. Zwar halten sich die Kälte im Winter und die Hitze im Sommer – für die Gegend äußerst typisch – im Wesentlichen in Grenzen, allerdings sind starke Niederschläge keine Seltenheit und auch Nebel zieht über das ganze Jahr hinweg gerne in den Park hinein, was den ein oder anderen schönen Ausblick durchaus zunichte machen kann. Ein bisschen Glück gehört, ehrlicherweise, für einen perfekten Besuch dazu.

Olympic National Park

Trails & Viewpoints

Weil die Ausmaße des Olympic National Park so riesig sind, ist es kaum möglich, nur eine kleine Auswahl zu treffen und nicht einfach das eigene Erkunden der Natur zu empfehlen – natürlich gibt es aber so etwas wie ein „Pflichtprogramm“, das bei einem ersten Besuch sowie ausreichend Kondition und Zeit absolviert werden sollte.

Dazu zählen wir im Einzelnen: Der Hurricane Hill Trail in Hurricane Ridge, der bei gutem Wetter mit atemberaubenden Ausblicken aufwartet. Der Weg kann aufgrund enormer Steigungen und einer Länge von knapp 5 Kilometern allerdings auch atemberaubend sein, fühlt sich aber weitgehend gut befestigt an und sollte auch Menschen mit Höhenangst keine allzu großen Probleme bereiten. Ab etwa 20° C und Sonne jedoch unbedingt an Kopfbedeckung und ausreichend Wasser denken!

Im Hoh Rain Forest sind der Hall of Mosses Trail und der Spruce Nature Trail Pflicht und mit einer Gesamtlänge von 3 Kilometern auf angenehmem Waldboden auch gut schaffbar. Zur Belohnung gibt es faszinierende Bäume, die vor allem bei geringem Besucheraufkommen eine märchenhafte bis unheimliche Atmosphäre erschaffen.

Zwischen Hurricane Ridge und Hoh Rain Forest liegen Lake Crescent und die Sol Duc Falls, bei denen in erster Linie die zur Verfügung stehende Zeit über die Wegwahl entscheiden sollte. Sehenswert sind auf jeden Fall der Ancient Groves Nature Trail und der Moments in Time Nature Trail (beide kurz, Hoh Rain Forest ähnlich), sowie der Sol Duc Falls Trail und der Marymere Falls (jeweils etwa 2,5 km).

Vor dem Abstecher nach Hoh Rain Forest empfiehlt sich darüber hinaus die Fahrt Richtung La Push, das mit etlichen einsamen Stränden aufwartet, die zum Teil nur durch lange Waldwege zu erreichen sind, was seinen ganz besonderen Reiz birgt. Unser Favorit ist der etwa 4 Kilometer lange Weg zum Third Beach, aber auch Rialto Beach und Second Beach sind einen Blick wert. Gleiches gilt für Lake Ozette und zahlreiche weitere Wege im Olympic National Park.

Olympic National Park Olympic National Park

Hotels, Motels & Campingplätze

Die gesamte Olympic-Halbinsel ist nur sehr spärlich besiedelt, die einzige wirklich nennenswerte Stadt mit guter Infrastruktur im Rahmen einer Rundfahrt ist Port Angeles im Nordosten, das zugleich das Tor zu Hurricane Ridge darstellt. Hier finden Sie neben zahlreichen brauchbaren Motels (z. B. das Quality Inn Uptown) auch noch diverse große Supermärkte und die obligatorischen Fast-Food-Ketten.

Je weiter Sie nach Westen kommen, desto dünner wird jedoch die Zivilisation: Forks, nahe der Einfahrt zum Hoh Rain Forest, verfügt über nur wenige (dürftige) Motels sowie eine Tankstelle, die zugleich „Supermarkt“ und Subway-Imbiss ist – das war’s dann aber auch. Akzeptabel wäre hier beispielsweise noch das Miller Tree Inn. Besser kommt man mit dem Mietwagen in einigen kleinen Hütten zwischen den genannten Städten sowie weiter südlich am Lake Quinault unter, die jedoch teuer und schnell ausgebucht sind.

Wohnmobile tun sich wie so oft in National Parks auch im Olympic etwas leichter; in fast jeder Ecke der Halbinsel finden Sie ein, zwei sehr einfache Campingplätze, die allerdings nicht alle das gesamte Jahr geöffnet sind, häufig kein fließend Wasser bieten und zudem nicht reserviert werden können: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Darüber hinaus müssen natürlich auch RVs die mäßige Infrastruktur in Betracht ziehen, ein letzter Großeinkauf in Port Angeles ist bei einer Fahrt gegen den Uhrzeigersinn Pflicht!

  • Eintritt: 15$ pro Fahrzeug / 5$ pro Person
  • Öffnungszeiten: täglich, rund um die Uhr
  • National Park Pass: gültig
  • Wandern: viele tolle Wege, von einfach bis anstrengend
  • Zugänglichkeit: für PKW und RVs problemlos
  • Zeitaufwand: zwei bis drei Tage
Hotels in Parknähe

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