Canyonlands National Park

Die schönsten Viewpoints und Wanderwege, die besten Hotels

Oft ein wenig vernachlässigt wird der große Canyonlands National Park – zu Unrecht, findet man in ihm doch einige der schönsten Wanderwege und Viewpoints im Südwesten der USA, die noch dazu einen kleinen Geheimtipp darstellen.

Vor allem begeistert das Naturschutzgebiet mit seiner enormen Vielfalt: Im Island in the Sky District trifft man auf grandiose Ausblicke auf die Canyons und den sich schlängelnden Green River, während einen südlich im Needles District unglaubliche Felsformationen erwarten. Wer es bis in den Osten von Utah und zum Arches National Park schafft, sollte die Canyonlands nicht verpassen!

Karte des Island in the Sky Districts.

Orientierung im Park

Wie bereits angedeutet, besteht das Naturschutzgebiet aus mehreren Abschnitten, die sich entlang Highway 191 im Südosten Utahs erstrecken.

Die am häufigsten besuchte Region ist der Island in the Sky District, den man gut 50 km nördlich der Kleinstadt Moab findet. In ihm ähneln die An- und Ausblicke entfernt dem Grand Canyon, zudem ist die Infrastruktur mit einem recht großen Visitor Center, schönen Picknickplätzen und festen Straßen sehr gut. Auch der Dead Horse Point State Park gleich nebenan sollte nicht verpasst werden.

Canyonlands National Park: Chesler Park
Unterwegs auf dem Chesler Park Loop im Needles District.

Nicht minder schön, wenn auch etwas schwieriger zu besuchen, ist der Needles District, etwa 120 km südlich. Lange Wanderwege zu den namensgebenden Felsnadeln und weiteren faszinierenden Felsformationen zeichnen dieses Gebiet aus. Ein Visitor Center gibt es auch dort, doch die Infrastruktur ist insgesamt dürftiger, einige Parkplätze sind nur auf Dirt Roads zu erreichen.

Dritte Region der Canyonlands ist schließlich der Maze District, westlich von Needles – für Touristen jedoch kaum zu erreichen, da keine brauchbare Infrastruktur oder auch nur Anfahrt vorhanden ist.

Wanderweg im Needles District

Anfahrt & Routen

Vom Monument Valley: Vom Monument Valley folgt man Highway 163 nach Norden. Möchte man den kleinen, lohnenswerten Umweg über den Goosenecks State Park sowie das Natural Bridges National Monument fahren, biegt man bei Mexican Hat auf die 261 ab. Wenn nicht, bleibt man bis Bluff auf der 163, um dort auf die 191 zu gelangen.

Die Anfahrt zum Needles District beginnt ein Stück nördlich der Kleinstadt Monticello, die gesamte Strecke bis zu den Needles beläuft sich auf etwa 225 km beziehungsweise 2,5 Stunden. Um den Island in the Sky District zu erreichen, bleibt man bis kurz hinter Moab auf Highway 191 und biegt dann auf die 313 in Richtung Südwesten ab – gut 300 km oder 3 Stunden Fahrzeit.

Vom Capitol Reef: Fährt man im Uhrzeigersinn durch Utah, stellt in der Regel das Capitol Reef den Startpunkt dieser Etappe dar. In dem Fall folgt man Highway 24 über Hanksville bis zur I-70 bei Green River, bevor es bei Crescent Junction erneut auf Highway 191 geht.

Zum Island in the Sky District ist es von dort aus nicht mehr weit, die insgesamt 250 km sind in 2,5 bis 3 Stunden zu schaffen. Den Needles District würde man dann erst nach einem Stopp in Moab sowie dem Besuch der Arches ansteuern.

Viewpoints & Wanderwege

Während der Needles District vor allem Wanderer mit einer gewissen Kondition belohnt, sind die Highlights des Island in the Sky Districts auch ohne große Anstrengungen zugänglich. Im Rahmen einer ersten Rundreise durch den Südwesten der USA wird daher häufig Island in the Sky bevorzugt, während „erfahrene“ Urlauber sich eher an die Needles wagen.

Chesler Park Trail im Needles District

*** Chesler Park Loop Trail (12-18 km): Einer der schönsten und einfachsten Trails im Needles District. Führt durch eine atemraubende Landschaft, in der man eine faszinierende Felsformation nach der anderen trifft, bis man am Ende den namensgebenden Chesler Park erreicht. Möchte man den auch noch umrunden, kommt man auf 18 km, belässt man es beim Ausblick, sind es nur 12 km.

In gut vier Stunden mit Fotostopps zu schaffen und unglaublich lohnenswert, einer der besten Wanderwege im Südwesten. Trailhead am kleinen Elephant Hill Parking Lot am Ende einer kurzen, meistens gut zu befahrenden Dirt Road.

Druid Arch in den Canyonlands

*** Druid Arch Trail (18 km): Nicht minder schön, aber deutlich anstrengender ist der Wanderweg zum Druid Arch, auf dem man sich an ein paar Stellen auch auf allen Vieren fortbewegen muss. Alles machbar, aber in Verbindung mit der längeren Strecke eben doch deutlich anspruchsvoller: Sechs Stunden sind einzuplanen.

Spannende Felsformationen und das Wandern auf dem losen Canyonboden entschädigen jedoch für den Aufwand, wenn man genügend Kondition mitbringt. Trailhead ebenfalls am Elephant Hill.

Mesa Arch im Canyonlands National Park

** Mesa Arch Trail (1 km): Einfacher sind viele Wanderwege im Island in the Sky District, zu denen wir nun kommen. Einer der schönsten, der zum Mesa Arch, ist mit einer Länge von nur 1 km äußerst kurz und nicht nur bei Sonnenuntergang großartig. Trailhead an der Hauptstraße, nahe der Kreuzung.

Viewpoint im Island in the Sky District

** Grand Viewpoint Trail (3 km): Ebenso ein „Muss“ ist die kleine Wanderung am Grand Viewpoint, einem der schönsten Aussichtspunkte in den Canyonlands. Sie bringt ein paar zusätzliche, sehr sehenswerte Ausblicke mit sich. Trailhead am südlichen Ende der Hauptstraße, nicht zu verfehlen.

** White Rim Overlook Trail (3 km): Gleich nebenan findet man einen weiteren netten Viewpoint mit zugehörigem Trail, bei dem das Gleiche gilt. Ähnliche Ausblicke, aber auf Canyons mit weißem Rand, wie der Name schon verrät.

Ausblick auf die Canyonlands

* Upheaval Dome (2-4 km): Ganz im Norden von Island in the Sky entdeckt man schließlich noch den Upheaval Dome, eine imposante, an einen Krater erinnernde Felsstruktur. Zum ersten Aussichtspunkt ist es 1 km – weil man das Ganze allerdings schon von weiter oben bestaunen sollte, lohnt sich der zusätzliche Kilometer bis zum zweiten Ausblick.

Was tun in welcher Zeit?

In drei Stunden: Steht nur ein kurzer Vormittag oder Nachmittag zur Verfügung, sollte man sich auf die Ausblicke konzentrieren. Dead Horse Point vor dem Parkeingang des Island in the Sky Districts ist einen Besuch wert, drinnen könnte man Shafer Canyon Overlook, Green River Overlook und Grand View Point Overlook ansteuern.

Der Besuch des Needles Districts lohnt sich mit so wenig Zeit hingegen nicht, hier wäre lediglich die Fahrt zum Needles Overlook (Stichstraße nördlich des Parkeingangs) eine Überlegung wert.

An einem halben Tag: Ein halber Tag ist ein guter Zeitraum, um im Island in the Sky District einiges zu sehen. Neben den zuvor angesprochenen Ausblicken, sind hier auch die schönen und recht kurzen Trails zum Mesa Arch sowie zum Upheavel Dome problemlos drin.

Im Needles District könnte man in gut sechs Stunden den Weg zum Chesler Park hinauf schaffen – überaus sehenswert!

An einem ganzen Tag: Im Island in the Sky District gibt es kein „Must See“, das man unbedingt besucht haben müsste, wenn mehr als ein halber Tag zur Verfügung steht.

Anders sieht es im Needles District aus, wobei allerdings wiederum die Kondition mitspielen muss. Denkbar wäre zum Beispiel der komplette Chesler Park Loop (also nicht nur bis zum Viewpoint), aber auch der Druid Arch ist sehenswert. Anschließend könnte man zum Erholen die kleineren, einfacheren Ziele ansteuern, etwa Pothole Point und den Newspaper Rock.

Wetter & Besuchszeit

Das Parkgebiet ist Teil der „High Desert“-Region, die weite Teile von Utahs Süden und Südosten durchzieht. Bedeutet: Weil man sich hier in der Wüste befindet, sind von Mai bis Oktober tagsüber Temperaturen von bis zu 40° C möglich. Da man sich zugleich jedoch in enormer Höhe befindet, kann es von Oktober bis Mai nachts frieren und selbst im Sommer wird es nachts häufig noch recht kühl.

Der große Vorteil der Lage ist die äußerst geringe Niederschlagsmenge, die dafür sorgt, dass lange Straßensperrungen selbst im Winter einigermaßen selten sind. Im Sommer hingegen muss man sich bei langen Wanderungen darauf einstellen, dass die Hitze schnell unerträglich wird – dann unbedingt früh am Morgen starten, auf keinen Fall in der Mittagszeit!

Positiv sei erwähnt: Im Vergleich zu anderen National Parks werden die Canyonlands noch nicht allzu stark besucht; vor allem zwischen den Felsnadeln sieht man häufig weit und breit keine Menschenseele. Im Island in the Sky District ist das Besucheraufkommen höher, aber in Relation zu den Nachbarparks immer noch gering. In Hinblick auf die Besuchszeit gibt es somit kaum Einschränkungen.

Inca Inn in Moab
Das Inca Inn: Gutes, günstiges Motel für Moabs Verhältnisse.

Empfehlenswerte Hotels

Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, der übernachtet üblicherweise zwei Mal in Moab sowie zuvor oder danach in Torrey und Monticello oder Blanding.

Moab bietet eine enorme Auswahl an Hotels, teilweise „preiswert“, teilweise teuer – dafür verfügt der Ort über eine sehr gute Infrastruktur, zu der auch ein großer Supermarkt zählt. Bei den anderen drei genannten Orten handelt es sich um Dörfer, von denen man nicht viel erwarten sollte.

Hotels in Moab

  • Aarchway Inn, recht spartanisch, aber gut und günstig
  • Inca Inn, ein absoluter Spartipp, ordentlich und freundlich
  • Hampton Inn, sehr gutes Hotel, modern und komfortabel

Hotels in Torrey

Hotels in Monticello / Blanding

Campingplätze im Park
Camper haben es ausnahmsweise nicht wesentlich einfacher als Mietwagenfahrer: In Island in the Sky gibt zwar es den Willow Flat Campground nahe des Green River Overlook und in Needles kommen sie auf dem Squaw Flat Campground unter, doch beide Campingplätze sind äußerst winzig; sie verfügen nur über 12 beziehungsweise 26 Stellplätze.

Fließendes Wasser gibt es nur in Squaw Flat, dort kosten Übernachtungen 15$ die Nacht, in Willow Flat sind es 10$. Es gilt „First Come, First Serve“, von März bis Oktober braucht man daher schon viel Glück, um mit dem Wohnmobil unterzukommen.

Deutlich bessere Chancen haben Sie auf einem der zahlreichen Campgrounds in Moab, die allerdings ebenfalls recht stolze Preise, ab etwa 50$ die Nacht, aufrufen.

Info-Box

  • Öffnungszeiten: Das ganze Jahr rund um die Uhr. Straßensperrungen im Winter sind selten, Dirt Roads ausgenommen.
  • Eintritt: 25$ pro Fahrzeug oder mit dem America the Beautiful Pass ohne zusätzliche Kosten.
  • Visitor Center: Zwei Visitor Center, eins in Island in the Sky, eins im Needles District. Beide im Winter geschlossen.
Ziele in der Umgebung

Bildnachweis Druid Arch: Snowpeak (CC-BY-2.0)

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