Canyonlands National Park

Canyonlands National Park

Oft ein wenig vernachlässigt wird der Canyonlands National Park – zu Unrecht, findet man in ihm doch einige der schönsten Wanderwege und Viewpoints im Südwesten der USA, die noch dazu einen kleinen Geheimtipp darstellen.

Vor allem begeistert das Naturschutzgebiet mit seiner enormen Vielfalt: Im Island in the Sky District trifft man auf grandiose Ausblicke auf die Canyons und den sich schlängelnden Green River, während einen südlich im Needles District unglaubliche Felsformationen erwarten.

Wer es schon bis in den Osten von Utah und zum Arches National Park schafft, der darf die Canyonlands nicht verpassen!

Inhalt: SehenswürdigkeitenOrientierungTippsHotels & Camping

Sehenswürdigkeiten: Viewpoints & Wanderwege

Zu beachten gibt es neben der Teilung des Parks in drei Regionen – mehr dazu unten unter Orientierung -, dass viele der Wanderwege im Needles District enorm lang sind. Ihr Schwierigkeitsgrad ist bei Temperaturen unter 30° C überwiegend nicht allzu hoch, doch ein halber Tag will für den ein oder anderen Trail durchaus eingeplant sein.

Aber es lohnt sich, wie man spätestens bei seinem Besuch selbst feststellen wird!

Chesler Park Trail im Needles District

*** Chesler Park Loop Trail (12-18 km): Einer der schönsten und einfachsten Trails im Needles District. Führt durch eine atemraubende Landschaft, in der man eine faszinierende Felsformation nach der anderen trifft, bis man am Ende den namensgebenden Chesler Park erreicht. Möchte man den auch noch umrunden, kommt man auf 18 km, belässt man es beim Ausblick, sind es nur 12 km.

In gut vier Stunden mit Fotostopps zu schaffen und absolut lohnenswert, einer der besten Wanderwege im Südwesten. Trailhead am kleinen Elephant Hill Parking Lot am Ende einer kurzen, meistens gut zu befahrenden Dirt Road.

Druid Arch in den Canyonlands

*** Druid Arch Trail (18 km): Nicht minder schön, aber schon deutlich anstrengender ist der Wanderweg zum Druid Arch, auf dem man sich an ein paar Stellen auch auf allen Vieren fortbewegen muss. Alles machbar, aber in Verbindung mit der längeren Strecke eben doch deutlich anspruchsvoller: Sechs Stunden sind einzuplanen.

Spannende Felsformationen und das Wandern auf dem losen Canyonboden entschädigen jedoch für den Aufwand, wenn man genügend Kondition mitbringt. Trailhead ebenfalls am Elephant Hill Parking Lot.

Mesa Arch im Canyonlands National Park

** Mesa Arch Trail (1 km): Einfacher sind viele Wanderwege im Island in the Sky District, zu denen wir nun kommen. Einer der schönsten, der zum Mesa Arch führt, ist mit einer Länge von nur 1 km geradezu lächerlich kurz und nicht nur bei Sonnenuntergang großartig. Trailhead an der Hauptstraße, kurz vor der Kreuzung.

Viewpoint im Island in the Sky District

** Grand Viewpoint Trail (3 km): Ebenso ein “Muss” ist die kleine Wanderung am Grand Viewpoint, einem der schönsten Aussichtspunkte in den Canyonlands. Sie bringt ein paar zusätzliche, sehr sehenswerte Ausblicke mit sich. Trailhead am südlichen Ende der Hauptstraße, nicht zu verfehlen.

** White Rim Overlook Trail (3 km): Gleich nebenan findet man einen weiteren Viewpoint mit zugehörigem Trail, bei dem das Gleiche gilt. Ähnliche Ausblicke, aber auf Canyons mit weißem Rand, wie der Name schon verrät.

Ausblick auf die Canyonlands

* Upheaval Dome (2-4 km): Ganz im Norden von Island in the Sky findet man schließlich noch den Upheaval Dome, eine imposante, an einen Krater erinnernde Felsstruktur. Zum ersten Aussichtspunkt ist es 1 km – weil man das Ganze allerdings schon von weiter oben bestaunen sollte, lohnt sich der zusätzliche Kilometer bis zum zweiten Ausblick.

Orientierung im Park

Die kleine Schwierigkeit bei einem Besuch der Canyonlands stellt die Orientierung dar, denn das Naturschutzgebiet besteht aus drei verschiedenen Abschnitten, die allesamt einzeln angesteuert werden müssen.

Die am häufigsten besuchte Region ist der Island in the Sky District, den man gut 50 km nördlich der Kleinstadt Moab über Highway 191 erreicht. In ihm ähneln die An- und Ausblicke entfernt dem Grand Canyon, zudem ist die Infrastruktur mit recht großem Visitor Center, schönen Picknickplätzen und festen Straßen sehr gut. Auch der Dead Horse Point State Park befindet sich gleich nebenan und sollte nicht verpasst werden.

Schon einen Tick schwieriger gestaltet sich der Besuch des Needles Districts, den man etwa 120 km südlich von Moab an Highway 191 in Richtung Monticello findet. Hier gibt es die meisten Wanderwege mit Zugang zu den namensgebenden Felsnadeln und all den anderen faszinierenden Felsformationen. Ein Visitor Center findet man auch hier, doch die Infrastruktur ist etwas schlechter, einige Parkplätze sind nur auf Dirt Roads zu erreichen.

Dritte Region ist schließlich der Maze District, westlich von Needles, für Touristen kaum zu erreichen, da keine brauchbare Infrastruktur oder auch nur Anfahrt vorhanden ist.

Wanderweg im Needles District

Anfahrt und Routen

Hier stellt sich also nicht die Frage, wie man den Park erreicht – es geht nur über Highway 191 -, sondern vielmehr, wie man ihn am besten in seine Route einbringt. Denn für den Needles District ist im Grunde ein ganzer Tag einzuplanen, für den Island in the Sky District zumindest ein halber.

Letzteren könnte man daher auf dem Weg von Moab zum Capitol Reef National Park (oder umgekehrt) ansteuern: Etwas mehr als ein halber Tag hier sowie ein halber Tag für die Fahrt sowie den Besuch des Goblin Valley State Parks wäre eine sinnvolle Einteilung.

Den Needles District hingegen baut man am besten zwischen dem Monument Valley und Moab ein, da üblicherweise fast ein ganzer Tag notwendig ist. Abhängig davon, ob man auch andere Attraktionen in Utahs Südosten (etwa das Natural Bridges National Monument) besuchen möchte, könnte auch Monticello oder Blanding einen guten Übernachtungsstopp darstellen.

Canyonlands National Park: Chesler Park

Wetter

Die Canyonlands sind Teil der “High Desert”-Region, die weite Teile von Utahs Süden und Südosten durchzieht. Bedeutet: Weil man sich hier in der Wüste befindet, sind von Mai bis Oktober tagsüber Temperaturen von bis zu 40° C möglich. Da man sich zugleich jedoch in enormer Höhe befindet, kann es von Oktober bis Mai nachts frieren und selbst im Sommer wird es nachts häufig noch recht kühl.

Der große Vorteil der Lage ist die äußerst geringe Niederschlagsmenge, die dafür sorgt, dass lange Straßensperrungen selbst im Winter einigermaßen selten sind. Im Sommer hingegen muss man sich bei langen Wanderungen darauf einstellen, dass die Hitze schnell unerträglich wird – dann unbedingt früh am Morgen starten, auf keinen Fall in der Mittagszeit!

Was tun in welcher Zeit?

In drei Stunden: Steht nur ein kurzer Vormittag oder Nachmittag zur Verfügung, sollte man sich auf die Ausblicke konzentrieren. Dead Horse Point vor dem Parkeingang des Island in the Sky Districts ist einen Besuch wert, drinnen könnte man Shafer Canyon Overlook, Green River Overlook und Grand View Point Overlook ansteuern.

Der Besuch des Needles Districts lohnt sich mit so wenig Zeit hingegen nicht, hier wäre lediglich die Fahrt zum Needles Overlook (Stichstraße nördlich des Parkeingangs) eine Überlegung wert.

Felsen in den Canyonlands

An einem halben Tag: Ein halber Tag ist ein guter Zeitraum, um im Island in the Sky District einiges zu sehen. Neben den zuvor angesprochenen Ausblicken, sind hier auch die schönen und recht kurzen Trails zum Mesa Arch sowie zum Upheavel Dome problemlos drin. Im Needles District könnte man in gut sechs Stunden den Weg zum Chesler Park hinauf schaffen – überaus sehenswert!

An einem ganzen Tag: Im Island in the Sky District gibt es kein “Must See”, das man unbedingt besucht haben müsste, wenn mehr als ein halber Tag zur Verfügung steht. Anders sieht es im Needles District aus, wobei allerdings wiederum die Kondition mitspielen muss. Denkbar wäre zum Beispiel der komplette Chesler Park Loop (also nicht nur bis zum Viewpoint), aber auch der Druid Arch ist sehenswert. Anschließend könnte man zum Erholen die kleineren, einfacheren Ziele ansteuern, etwa Pothole Point und den Newspaper Rock.

Eintritt, Öffnungszeiten & Visitor Center

Öffnungszeiten: Das ganze Jahr rund um die Uhr. Straßensperrungen im Winter sind selten, Dirt Road ausgenommen.
Eintritt: 25$ pro Fahrzeug oder mit dem America the Beautiful Pass ohne zusätzliche Kosten.
Visitor Center: Zwei Visitor Center, eins in Island in the Sky, eins im Needles District. Beide im Winter geschlossen.

Blick auf die Felsnadeln

Hotels, Motels & Camping

Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, der übernachtet für einen Besuch von Island in the Sky üblicherweise in Moab sowie zuvor oder danach in Torrey nahe des Capitol Reef National Parks.

Steuert man hingegen die Needles an, stellen neben Moab auch Monticello und Blanding (beide winzig) eine Option für Übernachtungen dar, findet man dort doch ein paar brauchbare Motels, bevor es zum Monument Valley weitergeht.

Hotels in Moab

Hotels in Torrey

Hotels in Monticello / Blanding

Campingplätze im Park
Camper haben es ausnahmsweise nicht wesentlich einfacher: In Island in the Sky gibt zwar es den Willow Flat Campground nahe des Green River Overlook und in Needles kommen sie auf dem Squaw Flat Campground unter, doch beide Campingplätze sind äußerst klein; sie verfügen nur über 12 beziehungsweise 26 Stellplätze.

Fließendes Wasser gibt es nur in Squaw Flat, hier kosten Übernachtungen 15$ die Nacht, in Willow Flat sind es 10$. Es gilt “First Come, First Serve”, von März bis Oktober braucht man daher schon viel Glück, um hier beim Camping unterzukommen.

Deutlich bessere Chancen haben Sie auf einem der zahlreichen Campgrounds in Moab, die allerdings ebenfalls recht stolze Preise, ab etwa 50$ die Nacht, aufrufen.

Ziele in der Umgebung

Bildnachweis Druid Arch: Snowpeak (CC-BY-2.0)