Tunnel Arch im Devils Garden

Arches National Park

Einer der schönsten National Parks der USA ist Arches bei Moab im Osten von Utah: Mit seiner bunten Felslandschaft und vor allem natürlich mit den namensgebenden Steinbögen begeistert das Naturschutzgebiet jedes Jahr hunderttausende Besucher.

Der enorm große Besucherandrang liegt jedoch nicht nur in den Sehenswürdigkeiten an sich begründet, sondern auch in der leichten Erreichbarkeit – und daran, dass für jeden Geschmack etwas geboten wird. Lange Wanderungen sind genauso möglich wie schnelle, nicht weniger schöne Ausblicke von an der Straße gelegenen Viewpoints.

Inhalt: SehenswürdigkeitenOrientierungTippsHotels & Camping

Sehenswürdigkeiten: Viewpoints & Wanderwege

Landscape Arch: Ein Muss!

*** Devils Garden (bis zu 13 km): Die Sehenswürdigkeit im Park schlechthin ist der Devils Garden Trail. Auf einer Länge von knapp 13 km führt dieser Wanderweg einen durch eine farbenfrohe Felslandschaft und an insgesamt sieben verschiedenen Bögen vorbei. Vor allem der so zerbrechlich wirkende Landscape Arch, der mächtige Tunnel Arch und der ungewöhnliche Double O Arch stechen dabei hervor.

Der kleine Haken sind natürlich die Länge des Wanderweges und der recht hohe Schwierigkeitsgrad: Vor allem die Osthälfte des Weges, der so genannte Primitive Trail, stellt ungeübte Wanderer vor die ein oder andere Herausforderungen – mal muss man auf allen Vieren vorangehen, mal den nächsten Wegpunkt suchen.

Wandern auf dem Main Trail

Theoretisch ist es daher möglich, nur den halben Weg zu absolvieren, den besser befestigten und markierten Main Trail. Allerdings ist es nicht so, dass der Primitive Trail mit wirklichen Gefahren verbunden wäre. Wer auch nur halbwegs fit ist, sollte den Versuch daher wagen; im schlimmsten Fall kann man immer noch umkehren.

Tipp: Beginnen Sie mit dem Primitive Trail! Zum einen, weil Sie dann das schwierigste Stück recht schnell hinter sich haben, zum anderen, weil das Profil gegen den Uhrzeigersinn deutlich einfacher zu bewältigen ist.

Trailhead am Devils Garden Parking Lot ganz am Ende der Hauptstraße im Park, Zeitaufwand für die komplette Wanderung etwa fünf Stunden.

Arches National Park: Delicate Arch

*** Delicate Arch (bis 5 km): Nicht minder lohnenswert ist der Delicate Arch Trail, obwohl er – wie der Name schon sagt – nur zu einem einzigen Bogen führt. Im Vergleich zu den meisten anderen steht er jedoch quasi für sich allein exponiert inmitten der Felslandschaft, was seinen Anblick zu etwas ganz Besonderem macht. Nicht nur zu Sonnenuntergang ist er äußerst beliebt.

Die Wanderung klingt mit einer Länge von 5 km gut machbar, allerdings geht es zum Delicate Arch doch ordentlich hinauf, fast ganz ohne Schatten. Morgens und abends ist das kein Problem, doch in den Mittagsstunden zehrt der Weg im Sommer ordentlich an der Kondition. Unbedingt an genügend Wasser, Kopfbedeckung und Sonnenspray denken!

Immerhin ist der Weg in Hinblick auf seine Beschaffenheit einwandfrei, lediglich die letzten paar Meter muss man an einem (nicht allzu tiefen) Abgrund vorbeilaufen. Trailhead am gleichnamigen Parkplatz auf etwas mehr als halber Strecke der Hauptstraße, Zeitaufwand für die Wanderung zwischen zwei und drei Stunden.

Wer nicht so lange wandern möchte oder kann, findet gut 2 km östlich des Trailheads einen Viewpoint, der aus – recht großer Entfernung – zumindest einen kleinen Blick auf den Bogen erlaubt.

Double Arch in der Windows Section

** The Windows & Double Arch (2-3 km): Ohne großen Aufwand sind zudem die Windows und vor allem der sehr sehenswerte Double Arch zu besuchen. Beide den Windows handelt es sich, wie der Name schon erahnen lässt, mehr um Löcher im Felsen als um “echte” Arches, während der Double Arch mit seinen zwei Bögen zu den Highlights des Parks zählt.

Trailhead am Ende einer Stichstraße auf etwa halber Strecke der Hauptstraße. Die Wanderung zu den Windows und zurück ist maximal 2 km weit, die zum Double Arch weniger als 1 km. Zeitaufwand daher kaum länger als eine Stunde.

Foto vom Fiery Furnace

** Fiery Furnace: Keine Bögen, sondern ein Labyrinth aus engen Sandstein-Canyons erwartet einen im Fiery Furnace. Ausgeschilderte Wanderwege gibt es dort nicht, weshalb für einen ersten Besuch eine geführte Ranger-Tour dringend zu empfehlen ist – möchte man die Region auf eigene Faust besuchen, bedarf es entsprechender Vorabinformation und eines Permits.

Touren kann man teilweise online buchen, die Reservierung muss meistens weit im Voraus erfolgen. Permits erfragt man am Visitor Center, sie werden bis zu sieben Tage im Voraus vergeben und sind spontan, also für den gleichen Tag, nur äußerst selten zu bekommen. Kosten der Tour 16$ für Erwachsene, Permit 6$.

Blick von unten auf den Tower Arch

** Tower Arch (1-5 km): Ein kleiner Geheimtipp im Park ist der Tower Arch, was in erster Linie daran liegt, dass die Anfahrt zu seinem Trailhead nicht asphaltiert ist – es handelt sich um eine so genannte Dirt Road, die mit Mietwagen nicht befahren werden darf.

Die Straße befindet sich für gewöhnlich jedoch in einem guten Zustand, lediglich bei und nach starken Regenfällen sollte sie unbedingt gemieden werden. Ansonsten ist sie mit langsamen Tempo allerdings gut zu befahren, auch wenn sich die ca. 12 km lange Strecke doch ein wenig zieht.

Abzweigung kurz vor Devils Garden gen Westen. Kurz vor dem Ziel hat man die Wahl: Die erste Straße führt zu einem nur knapp 1 km langen Wanderweg, erfordert aber zwingend ein Auto mit Allradantrieb. Die zweite Straße führt zu dem häufiger genutzten Trailhead, an dem sich auch ein WC befindet – dafür muss man von dort aus gut 2,5 km je Richtung laufen.

Petroglyphs an einer Felswand

* Viewpoints: An der Hauptstraße, die durch den National Park hindurchführt, findet man einige weitere Aussichtspunkte, die einen Stopp wert sind. Dazu zählen vor allem der Fiery Furnace Overlook, der Courthouse Towers sowie der Petrified Dunes Viewpoint und der Balanced Rock. Da der Zeitaufwand minimal ist, kann man überall einmal kurz stoppen, wenn Parkplätze vorhanden sind.

Orientierung im Park

Es gibt nur eine Einfahrt in den Arches National Park hinein; sie zweigt ein Stück nördlich der Kleinstadt Moab von Highway 191 nach Nordosten ab. Hinter der Entrance Station trifft man auf das Visitor Center sowie auf den Scenic Drive, der Hauptstraße durchs Parkgebiet.

Diesem etwa 30 km langen Scenic Drive folgt man dann auch, bis zu den Viewpoints oder Stichstraßen, die von ihr abzweigen und zu den anvisierten Wanderwegen führen. Die Ausschilderung ist gut, zumal man bei der Einfahrt auf Wunsch stets eine kostenlose Karte erhält, sich also kaum verfahren kann.

Am Ende des Scenic Drives findet man den zuvor erwähnten Devils Garden mit dem einzigen Campingplatz im Parkgebiet. WCs gibt es an etlichen Trailheads und Viewpoints, Picknickbänke hingegen seltener.

Double O Arch: Zwei Bögen auf einmal

Anfahrt und Routen

Aufgrund seiner Lage kann Arches eigentlich nur auf einer großen Runde durch den Südwesten besucht werden, zwischen dem Capitol Reef National Park im Westen und den Zielen in Utahs Südosten – vom Needles District der Canyonlands über das Natural Bridges National Monument bis hin zum Monument Valley.

Nähere Informationen zur Anfahrt erübrigens sich daher im Grunde, da man, egal aus welcher Richtung, stets Highway 191 in Richtung Moab folgen muss.

Besucheraufkommen

Aufgrund seiner Schönheit zählt Arches zu den bestbesuchten National Parks im Südwesten, zumal sich nahezu alle Besucher auf die drei wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Devils Garden, Delicate Arch und Windows) konzentrieren. Trotz stetiger Erweiterung der Kapazitäten und umfangreicher Bauarbeiten im Jahr 2017 ist daher tagsüber immer mit vollen Parkplätzen zu rechnen.

Der National Park Service empfiehlt, vor 8 Uhr oder nach 15 Uhr zu kommen, um lange Warteschlangen am Eingang und überfüllte Parkplätze zu vermeiden. Ein wenig Geduld ist bei einem Besuch also gefragt!

Devils Garden Trail: Hier kann's heiß werden!

Wetter

Arches liegt auf dem Colorado Plateau, einer “High Desert”-Region, was bedeutet: In den Sommermonaten wird es mit Temperaturen von bis zu 40° C tagsüber enorm heiß, dafür werden von Oktober bis April nachts (und im Winter oft auch tagsüber) die 0° C deutlich unterschritten. Niederschläge sind im Gegenzug selten und fallen – einige schwere Gewitter ausgenommen – eher dürftig aus.

Für Besucher heißt das vor allem, sich von Mai bis September darauf einzustellen, dass die Hitze hier tagsüber unerträglich sein kann. Wer lange Wanderungen unternehmen möchte, sollte dann unbedingt die Morgen- oder Abendstunden nutzen und nicht an Wasser sparen. Vor allem auf der Wanderung zum Delicate Arch gibt es so gut wie keinen Schatten.

Primitive Trail: Steinige Wanderung

Was tun in welcher Zeit?

In drei Stunden: Wer es extrem eilig hat, sollte die Windows Section aufsuchen, die sich auf etwa halber Höhe der Straße im Park befindet. Hier lassen sich ohne großen Aufwand und ohne nennenswerte Wanderung mehrere Bögen beziehungsweise Fenster in Augenschein nehmen, vor allem der tolle Double Arch ist den Besuch wert. Auf dem Rückweg hält man für ein Foto am Balanced Rock, stoppt am Petrified Dunes Viewpoint und fährt dann schon wieder aus dem Park hinaus.

An einem halben Tag: Das Highlight von Arches schlechthin ist der Devils Garden, ganz am Ende der Straße im Norden gelegen, dort befinden sich die schönsten Bögen. Der komplette Rundweg ist in etwa vier Stunden zu schaffen, man sollte allerdings recht beweglich sein. Alternativ läuft man nur den etwas kürzeren Main Trail ab, dann wäre anschließend auch noch der Besuch der Windows Section drin.

An einem ganzen Tag: Steht ein kompletter Tag zur Verfügung, sollte erneut der Devils Garden die höchste Priorität genießen, denn ihn muss man gesehen haben – und am besten, wenn es noch nicht allzu voll ist. Am frühen Nachmittag könnte man dann die Windows aufsuchen und / oder eine Verschnaufpause einlegen, um am späten Nachmittag den Weg zum Delicate Arch in Angriff zu nehmen, der bei Sonnenuntergang am schönsten ist. Dafür muss aber natürlich unbedingt die Kondition stimmen!

Noch mehr Zeit: Wer mehr als einen Tag in Arches verbringt, könnte noch einen Besuch von Fiery Furnace in Erwägung ziehen, eine tolle, zerklüfftete Region, die nur mit Ranger oder Permit besucht werden darf. Auch hierfür sollte man sportlich sein (und keine Höhenangst haben), der Aufwand lohnt sich jedoch!

Windows Section: Etwas klobiger Bogen

Eintritt, Öffnungszeiten & Visitor Center

Öffnungszeiten: Das ganze Jahr rund um die Uhr.
Eintritt: 25$ pro Fahrzeug oder mit dem America the Beautiful Pass ohne zusätzliche Kosten.
Visitor Center: Kurz hinter der Entrance Station, täglich geöffnet von 9 bis 16 Uhr.

Inca Inn in Moab

Hotels, Motels & Camping

Da es im Park selbst keine Lodges gibt, übernachtet man stets in Moab, fast direkt vor der Tür. Die Auswahl an Motels und Hotels ist riesig, allerdings sind auch die Preise nicht ohne. 125 bis 150$ sollte man für ein einfaches, akzeptables Motel mindestens einplanen – wer ein ordentliches Hotel sucht, muss mit 200 bis 300$ die Nacht rechnen.

Gute Hotels in Moab:

  • $$ Inca Inn: Günstig, ordentlich eingerichtet, beste Budget-Wahl.
  • $$ Adventure Inn: Direkt daneben, vergleichbar, ebenfalls gut.
  • $$ Aarchway Inn: Schöne Mischung aus urig und modern, höheres Niveau.
  • $$$ La Quinta Inn: Gutes, typisches Hotel der verbreiteten Kette.
  • $$$ Best Western Plus: Sehr gute Unterkunft mit tollen Ausblicken.
  • $$$ Hampton Inn: Hoher Komfort – beste Wahl, wenn der Preis stimmt.
USA Südwesten: Städte & National Parks von Kalifornien bis Utah

  • Tipps zur Reiseplanung von der Buchung bis zum Abflug
  • Komplette Routenvorschläge für zwei, drei und vier Wochen
  • Alles über Los Angeles, San Francisco, Las Vegas & San Diego
  • Trails & Viewpoints in National Parks, National Monument & State Park
  • Praxisnah und aktuell, für Ihre Reise in 2017 oder 2018
  • Erhältlich als Buch und eBook

Campingplätze im Park
Der einzige Campingplatz im Park selbst ist der Devils Garden Campground am Ende des Scenic Drives. Er ist mit 51 Stellplätze nicht allzu groß, also ganz nett, und typisch einfach ausgestattet: Trinkwasser, Grills, Picknickbänke und WCs (teilweise) mit fließendem Wasser sind vorhanden, Duschen oder gar eine Wäscherei allerdings nicht. Reservierungen sind sechs Monate im Voraus online möglich und zwingend erforderlich, Preis 25$ die Nacht.

Wer keinen Platz bekommt oder etwas mehr Komfort braucht, wird in Moab besser fündig.