Grand Canyon (South Rim)

Die schönsten Viewpoints, die besten Hotels & Campingplätze

Der South Rim des Grand Canyon National Park liegt im Norden Arizonas und dürfte das mit Abstand bekannteste Naturschutzgebiet im Südwesten der USA sein: Wenn man an diese Region und an den Wilden Westen denkt, hat man die gewaltigen Schluchten, durch die sich der Colorado River schlängelt, unweigerlich vor Augen.

Deshalb sollte es auch niemanden überraschen, dass der Grand Canyon im Allgemeinen sowie der South Rim – der Südrand – im Speziellen zu den am stärksten besuchten Parks des Landes zählen: Das ganze Jahr über drängen sich wahre Menschenmassen an allen Aussichtspunkten, weshalb man nicht nur Geduld mitbringen muss, sondern auch gut vorbereitet sein sollte.

Colorado River im Canyon
Gut zu erkennen: der Colorado River.

Lage, Anfahrt & Routen

Die Anfahrt zum South Rim ist im Vergleich zum North Rim relativ einfach, allerdings gibt es einen kleinen Haken: In der Nähe des Parks findet man kaum nennenswerte Ziele, sodass man entweder eine sehr lange Anfahrt in Kauf nehmen oder aber in einem uninteressanten Ort eine Übernachtung einlegen muss. In der Regel stellt Letzteres die bessere Option dar.

Von Las Vegas: In Las Vegas zunächst über Interstate 515 und Highway 93 nach Südosten, bis man bei Kingman auf die Route 66 und Interstate 40 trifft – Erstere ist ein wenig interessanter, Letztere deutlich schneller. Im Osten bei Williams geht es dann nach Norden, Highway 64 führt direkt zum Village. Gut fünf Stunden sollte man bei Nutzung der I-40 einplanen, sonst um die sechs Stunden.

Von Joshua Tree: Ähnlich gestaltet sich die Anfahrt vom Joshua Tree National Park. Auf Highway 62 geht es zunächst nach Osten und dann auf Highway 95 nach Norden, bis man bereits bei Needles auf die I-40 trifft. Die sechs bis sieben Stunden Fahrzeit sind allerdings nicht ohne.

Von Page: Wesentlich schneller gelangt man von Page aus zum South Rim, wobei man naturgemäß zunächst den Osteingang bei Desert View erreicht. Zunächst über Highway 89 nach Süden, dann bei Cameron auf Highway 64 nach Westen und schon ist man da, in nur zweieinhalb bis drei Stunden!

Vom Monument Valley: Auch das Monument Valley ist ein häufiger Ausgangspunkt für die Fahrt zum Grand Canyon. Über Highway 163/160 geht es nach Südwesten, hinter Tuba City stößt man auf Highway 89, dann geht’s weiter wie zuvor. In etwas weniger als vier Stunden locker zu schaffen.

Grand Canyon National Park Karte: Trails, Viewpoints & Wanderwege

Orientierung im Park

Der South Rim ist eine der drei Seiten des Grand Canyons, die besucht werden können, und mit Abstand die beliebteste. Sie beginnt im Westen kurz hinter dem Dorf Tusayan, wo man das große Grand Canyon Village mit zahlreichen Unterkünften, Shops und Restaurants findet.

Auch das Visitor Center sowie den Start der Shuttle-Linie findet man hier. Letztere bringt einen zu den Viewpoints entlang der Hermit Road im Westen, die mit dem eigenen Auto nur im Winter befahren werden darf.

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Anders sieht es im Osten aus, wo man entlang von Highway 64, dem Desert View Drive, weitere Aussichtspunkte findet, bis der National Park kurz hinter Desert View mit seinem Watchtower endet. Im Rahmen einer Rundreise nutzt man üblicherweise einen Entrance für die Einfahrt und den anderen für die Ausfahrt.

Wer den Grand Canyon hingegen nur als Tagesausflug besucht, stoppt üblicherweise zunächst am Village, fährt dann vielleicht den Desert View Drive (40 km je Richtung) ab und am Ende im Westen auch wieder hinaus.

Aussichtspunkte & Wanderwege

Der South Rim lebt natürlich von seinen grandiosen Ausblicken: Pima Point, Mojave Point, Hopi Point, Mather Point, Yaki Point findet man allesamt rund um das Zentrum am Grand Canyon Village.

Es ist kaum möglich, eine Einschätzung abzugeben, was der beste Aussichtspunkt ist oder welchen Viewpoint man unbedingt besuchen muss. Letzten Endes sollte die zur Verfügung stehende Zeit entscheiden, welche und wie viele man ansteuert.

Der South Rim des Grand Canyons

*** Hermit Road: Die meisten Aussichtspunkte findet man entlang der 12 km langen Hermit Road westlich vom Village, beginnend mit Maricopa Point und endend mit Hermits Rest. Theoretisch ist es möglich, die ganze Straße zu Fuß auf dem Rim Trail zu bewältigen, sinnvoller ist jedoch die Nutzung des kostenlosen, stark genutzten Shuttle Busses.

Hopi Point, Maricopa Point und Pima Point sowie The Abyss stellen übliche, sinnvolle Stopps dar.

Blick aufs Grand Canyon Village

*** Grand Canyon Village: Das erstaunlich große Village mit seinen zahlreichen Hotels und Lodges, einem Zug-Depot, dem Market Plaza sowie dem wichtigsten Visitor Center im Osten ist für sich genommen bereits als kleine Sehenswürdigkeit einzustufen.

Statt Viewpoints auf den Canyon sind es hier vor allem die so dicht an seinen Rand gebauten Häuser, welche die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen. Beim Anblick des Lookout Studios oder auch des El Tovar Hotels kann einem schon schwindelig werden.

Desert View Watchtower

*** Desert View Drive: Entlang des Desert View Drives im Osten findet man weitere beeindruckende Ausblicke – Mather Point, Grandview Point und Lipan Point sind hier vor allem zu nennen. Bei Sonnenuntergang ist der Desert View Point eine Wucht, auch der Desert View Watchtower (der allerdings nie ein Watchtower im eigentliche Sinne war) ist einen Blick wert.

Rim Trail am Südrand

* Rim Trail: Der Hauptwanderweg, wenn man ihn so nennen will, ist der Rim Trail, der – wie der Name schon sagt – am South Rim von Hermits Rest bis zum Visitor Center entlang führt und überwiegend asphaltiert ist. Ein Stück von ihm geht man immer und unweigerlich beim Besuch der zuvor genannten Viewpoints, der ganze Trail lohnt den Aufwand jedoch kaum.

Auf dem Bright Angel Trail hinab

Bright Angel Trail: Trails mittlerer Länge gibt es wenige, dafür kommen Profi-Wanderer nicht zuletzt mit dem knapp 20 km langen Bright Angel Trail voll auf ihre Kosten. Er führt oben vom Village bis zum Fuße des Canyons hinab – um ihn komplett zu bewältigen, benötigt man mindestens zwei volle Tage. Die meisten dürften nach dem ersten oder zweiten Umkehrpunkt genug haben; die Anstrengungen sind nicht zu unterschätzen.

Dafür sind ein sehr gutes Schuhwerk, reichlich Ausdauer und eine Menge Verpflegung Pflicht. Wasser gibt es auf der Strecke nicht immer, Schatten nur wenig. Wer sich überschätzt, geht das Risiko ein, zu den mehreren hundert Touristen zu zählen, die Jahr für Jahr gerettet werden müssen.

Möchte man sich an den atemraubenden Ab- und Aufstieg wagen, sollte man sich im Vorfeld über die Wetterbedingungen informieren. Die Parkaufsicht empfiehlt neben dem obligatorischen Zelt auch die Mitnahme einer Taschenlampe, eines Erste-Hilfe-Kits und einer Trillerpeife oder eines Spiegels, um im Falle eines Sturzes oder Zusammenbruchs auf sich aufmerksam machen zu können…

Rundflug im Hubschrauber

Rundflug mit dem Hubschrauber

Großer Beliebtheit erfreuden sich auch Rundflüge mit dem Hubschrauber, die wahlweise in Las Vegas oder, praktischer, unweit des Villages starten. Sie erlauben noch einmal ganz andere An- und Ausblicke auf die Schluchten, womit man sich, im Grunde genommen, den Besuch des North Rims sparen kann – mit dem Hubschrauber sieht man den Grand Canyon aus fast jeder nur denkbaren Perspektive.

Preislich beginnen 30-minütige Helikopter-Touren bei etwa 200$ pro Person, für längere Rundflüge ab zwei Stunden muss man mit 400$ rechnen. Populäre Anbieter sind Mustang und Sundance.

Was tun in welcher Zeit?

In drei Stunden: Unter den National Parks im Südwesten der USA stellt der Grand Canyon eine recht krasse Ausnahme dar, denn er ist im Grunde der einzige, in dem man schon in knapp zwei, drei Stunden „das Wichtigste“ gesehen haben kann – die unglaublichen Ausblicke auf die sich vor einem auftuenden Schluchten nämlich. Am Südrand findet man diese um das Village herum; Hopi Point sei hier nur als einer von mehreren genannt.

An einem halben Tag: Steht mindestens ein halber Tag zur Verfügung, könnte man den kompletten South Rim besuchen und vom Village im Westen bis nach Desert View im Osten fahren – oder umgekehrt.

Unterwegs ist vor allem Grandview Point einen Halt wert, unter normalen Umständen schafft man aber auch fast alle anderen Stopps zeitlich ohne Probleme, denn lange Wanderungen sind, außer am Rim entlang, ohnehin kaum möglich.

An einem ganzen Tag: Wer einen ganzen Tag Zeit hat, sollte das vor allem dazu ausnutzen, einen Sonnenaufgang oder einen Sonnenuntergang mit Blick auf die Schluchten zu erleben.

Die zuvor genannten Viewpoints bieten sich dafür im Grunde ausnahmslos an, Hopi Point ist vor allem abends sehr beliebt, jedoch häufig überlaufen. Yaki Point und Pima Point stellen dann die besten Alternativen dar.

Wetter

Der vielleicht größte Vorteil des South Rims gegenüber dem North Rim ist das Wetter – denn während Letzterer nur von Juni bis September einigermaßen zuverlässig besucht werden kann, ist der Südrand das ganze Jahr über zugänglich. Natürlich kommt es hier, auf einer Höhe von etwa 2100 Metern, auch zu Schneefällen, doch die Straßen bleiben meistens befahrbar.

Davon abgesehen, gestaltet sich das Wetter wie üblich in der Wüste: Im Sommer sind Temperaturen jenseits der 30° C nicht ungewöhnlich, auch im Frühling und Herbst bleibt es meistens angenehm warm, wenn nicht sogar heiß. Lediglich nachts wird es zwischen Oktober und Mai deutlich kälter.

Für Besucher bedeutet das Klima in erster Linie, dass man unbedingt an eine Kopfbedeckung sowie Sonnenspray denken sollte. Aufgrund der Höhe ist die Gefahr eines Sonnenbrands größer als anderswo, zumal man der Sonne fast pausenlos ausgesetzt ist.

Blick auf den Colorado River vom Südrand
Noch ein Ausblick auf den Colorado River.

Besuchermassen

Eine kleine Warnung sei ausgesprochen: Am South Rim wird es fast das gesamte Jahr über verdammt voll. So voll, dass man schon vormittags häufig in der prallen Sonne in der Schlange stehen muss, um sich in den zweiten oder dritten stoppenden Shuttlebus zwängen zu können. Grund dafür sind in erster Linie all die Tourbusse, die Touristen in Scharen abladen.

Ruhige Momente gibt es kaum und auch die Infrastruktur mutet etwas seltsam an – ausgerechnet in dem vielleicht wichtigsten National Park der USA bekommt man als Imbiss nicht zuletzt in Plastikfolie verschweißte Sandwiches mit unzähligen Zusatzstoffen serviert.

Das mindert natürlich nicht die Schönheit der Natur, jedoch braucht man in der Hauptsaison mitunter schon recht starke Nerven. Wenn man ahnt, was einen erwartet, ist es aber halb so schlimm.

Unterwegs auf dem Desert View Drive.
Unterwegs auf dem Desert View Drive.

Empfehlenswerte Hotels

Mietwagenreisende finden am Südrand einige Lodges, die dem National-Park-Standard entsprechen: Irgendwo zwischen altmodisch und charmant, in bester Lage, aber lange im Voraus ausgebucht und teuer; unter 200-250$ die Nacht geht nur wenig.

Sinnvoller, weil bezahlbarer, ist meistens die Übernachtung in Tusayan, unmittelbar vor dem Eingang, oder in Williams und Flagstaff, jeweils etwa eine Stunde vom Park entfernt.

Unterkünfte in Tusayan

$ Grand Canyon Plaza: Einfaches, uriges Hotel, faire Preise.
$$ Best Western Premier: Gute Wahl mit großen Zimmern.
$$ The Grand Hotel: Eines der schönsten Hotels der Region.

Hotels in Williams

$ Days Inn: Frisch renoviert, dennoch recht niedrige Preise.
$$ La Quinta: Schön und neu eingerichtet.
$$$ Best Western Plus: Bestes Hotel der Stadt.

Übernachten in Flagstaff

$ Sleep Inn: Einwandfreies Hotel für eine Nacht.
$$ Comfort Inn: Erstaunlich individuelle Filiale der Kette.
$$$ Hampton Inn: Top-Hotel mit viel Ruhe und Komfort.

Campingplätze im Park
In Grand Canyon Village findet man den über 300 Plätze gewaltigen Mather Campground, welcher das ganze Jahr über geöffnet hat. Reservierungen für 20$ die Nacht sind mittlerweile online möglich und dringend empfohlen, da der Campingplatz fast immer ausgebucht ist.

Ganz im Osten gibt es bei Desert View einen weiteren Campground, mit 50 Stellplätzen etwas ruhiger und nur von Mai bis Oktober geöffnet. Hier gilt „First Come, First Serve“ für 18$ die Nacht – wer einen Platz erwischen will, sollte aber nicht nach Mittag ankommen.

Die Infrastruktur ist gewohnt einfach, also ohne Hook-Up. Der Betrieb des Generators ist nur auf manchen Loops erlaubt.

Info-Box

  • Öffnungszeiten: Das ganze Jahr rund um die Uhr, auch im Winter vieles offen.
  • Eintritt: 30$ pro Fahrzeug oder mit dem America the Beautiful Pass.
  • Visitor Center: Östlich vom Village am Mather Point. Ausreichende Parkplätze sind vorhanden, um hier ins Shuttle umsteigen zu können.
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