Highway 1: Sehenswürdigkeiten, Tipps & Sperrungen in 2024

Als eine der Traumstraßen der Welt gilt der Highway 1 in Kalifornien. Seine über weite Teile direkt an der Küste verlaufende Strecke begeistert mit Ausblicken auf den Pazifik, atemraubenden Bauwerken sowie einzigartigen Parks, die idyllische Buchten, pittoreske Wasserfälle und idyllische Wälder bieten.

Es gibt unzählige Sehenswürdigkeiten im Südwesten der USA, doch der Highway 1 ist eine – vielleicht sogar die eine -, die man auf einer Rundreise auf keinen Fall verpassen darf. Zumindest dann, wenn das Wetter mitspielt und die oft gesperrte Straße einem den Besuch nicht verbaut …

Weiterer Ausblick entlang der Straße.

Wo genau liegt der Highway 1?

Genau genommen beginnt der Highway 1 – auch als CA-1 oder Pacific Coast Highway (PCH) bekannt – auf etwa halber Strecke von San Diego nach Los Angeles und endet erst 400 km nördlich von San Francisco bei Leggett.

Für Urlauber relevant ist jedoch nur ein relativ kurzer Abschnitt der Straße. Er beginnt ca. 180 km im Süden von San Francisco auf Höhe des ehemaligen Fischerortes Monterey, in dessen Nähe sich der schöne 17-Mile-Drive sowie das märchenhafte Städtchen Carmel-by-the-Sea befinden. Auch die Point Lobos State Reserve mit ihrer zerklüfteten Küste und aufregenden Wanderwegen ist nicht fern.

Unmittelbar südlich daran knüpft Big Sur an, bei der es sich um die beliebteste Region mit den wohl schönsten Parks und Küstenabschnitten handelt. Ab Big Sur fährt man unter anderem über die bekannte Bixby Bridge rund 200 km lang mit Blick aufs Meer, bis man auf Höhe Morro Bay vor Pismo Beach das Ende dieses Abschnitts erreicht.

Anschließend entfernt sich der Highway mitunter ein wenig von der Küste und hört teilweise auf die Nummer 101, bietet aber mit der dänischen Enklave Solvang, dem einzigartigen Santa Barbara bis Santa Monica noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten, die mehr als nur einen kurzen Stopp wert sind.

Squirrel am Highway 1.

Mögliche Einteilung

Bevor wir zu den Highlights des Highway 1 kommen, vorab ein kurzes Wort zur Streckeneinteilung. Üblicherweise wird die Straße im Rahmen einer Rundreise an der Westküste von San Francisco nach Los Angeles (oder umgekehrt) befahren, die mit einer Entfernung von weniger als 700 km theoretisch an zwei Tagen absolviert werden könnte.

Doch zwei Tage mit viel Fahrerei würden dieser Traumstraße unter normalen Umständen nicht gerecht werden! Wesentlich schöner und sinnvoller ist es deshalb, mindestens drei Tage mit zwei Übernachtungen einzuplanen.

Die häufigste und für uns auch beste Einteilung ist:

Tag Strecke Highlights Hotels
1. Tag San Francisco bis Monterey, ca. 200 km Monterey, Carmel-by-the-Sea, 17-Mile-Drive, Point Lobos State Reserve Munras Inn ($), Spindrift Inn ($$), Monterey Plaza ($$$)
2. Tag Monterey bis Morro Bay, ca. 200 km Big Sur, Julia Pfeiffer Burns SP, Pfeiffer Big Sur SP, Hearst Castle The Landing ($), Estero Inn ($$), Hampton Inn ($$)
3. Tag Morro Bay bis Santa Monica, ca. 350 km Pismo Beach, Solvang, Santa Barbara, Santa Monica SureStay ($), Gateway Hotel ($$), Shore Hotel ($$$)

Diese Einteilung funktioniert natürlich genauso in der Gegenrichtung von Los Angeles nach San Francisco. Die Unterschiede sind dabei äußerst gering: Kommt man aus Norden, fährt man immer auf der Seite des Ozeans, aus Südrichtung hat man dafür die Sonne mittags im Rücken.

Mit anderen Worten: Im Grunde ist die Fahrtrichtung egal! Fahren Sie den Highway 1 in die Richtung, in die es im Rahmen Ihrer eigenen Route am besten passt!

Sehenswürdigkeiten am Highway 1

Monterey: Blick auf Fisherman's Wharf

* Monterey

Bei Monterey handelt es sich um eine kleine Küstenstadt, die einen sehr netten Einstieg (oder Ausklang) für diese Region darstellt. Sehenswert ist hier vor allem Fisherman’s Wharf mit seinen vielen kleinen Geschäften, Imbissen und Restaurants, doch auch das „historische“ Stadtzentrum kann einen Blick wert sein. Genauso wie Cannery Row, wo einst die Ölsardinenfabriken standen und sich heute ein Teil des touristischen Zentrums befindet.

Der Tourismus ist es auch, der hier ein Stück weit im Vordergrund steht – dennoch sind die bunten Häuser, der kleine Hafen und die Ausblicke aufs Meer den Stopp wert.
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Lone Cypress auf dem 17-Mile Drive

* 17-Mile-Drive

Gleich nebenan befindet sich der 17-Mile-Drive, der einmal um die Halbinsel von Monterey herumführt. Auch dieser „Scenic Drive“ wirkt ein wenig touristisch, führt er doch an zahlreichen Geschäften, Restaurants und einem Golfplatz vorbei. Zugleich bietet er aber genug natürliche Attraktionen und Anblicke – darunter die berühmte Lone Cypress, einer der am häufigsten fotografierten Bäume der Welt.

Vor allem aber bietet der 17-Mile-Drive einen grandiosen Vorgeschmack auf das, was einen in Big Sur noch erwarten wird. Insbesondere, wenn der Highway 1 in Teilen gesperrt ist, sollte man die 27 km lange Runde nicht verpassen!
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Ein kleines Lokal in Carmel

** Carmel-by-the-Sea

Unter keinen Umständen verpassen darf man hingegen Carmel (vollständig: Carmel-by-the-Sea), ein sympathisches, überaus individuelles und tatsächlich äußerst ungewöhnliches Dorf. Hier arbeiten viele Künstler, die Einheimischen wohnen in an Märchen erinnernden Häusern ohne Hausnummern und entlang der Main Street sowie ihrer unmittelbaren Umgebung reiht sich ein nettes Geschäft, Restaurant oder Atellier an das nächste.

Darüber hinaus gilt Carmel als eine der hundefreundlichsten Städte der USA, wenn nicht sogar weltweit.
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Küste mit Wald im Hintergrund

*** Point Lobos State Reserve

Das erste große Highlight in der Natur am Highway 1 ist dann schon die tolle Point Lobos State Reserve, die auf etlichen Wanderwegen mit fantastischen Ausblicken auf den rauen Pazifik punktet. Zudem findet man sowohl im Wald als auch an der Küste idyllische Picknickplätze für eine Rast.

Wer gerne wandert, könnte allein hier im Grunde einen kompletten Tag verbringen – drei, vier Stunden sollten daher das Minimum darstellen, um zumindest eine kleine, einfache Runde über die Felsen zu spazieren.
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Bixby Bridge am Highway 1

*** Big Sur

Kurz darauf beginnt das sagenumwobene und schwer einzugrenzende Big Sur, der mit Abstand beeindruckendste Streckenabschnitt. Im Grunde trifft man in dieser Region alle zwei, drei Kilometer auf einen Viewpoint, an dem es sich zu stoppen lohnt – was man für gewöhnlich, also bei gutem Wetter ohne Nebel, auch tut.

Neben den gleich noch genannten State Parks findet man hier unter anderem die legendäre Bixby Bridge, diverse Strände wie Pfeiffer Beach und Sand Dollar Beach, aber auch „Kuriositäten“ wie den Limekiln State Park mit seinen Kalköfen. Lassen Sie sich hier einfach ein wenig treiben!

Kleiner Wasserfall im Park

** Pfeiffer Big Sur State Park

Dass die Sehenswürdigkeiten entlang der Straße nicht nur zur Küste zählen müssen, beweist der Pfeiffer Big Sur State Park, manchmal dank seines Waldes und seiner Wasserfälle auch als kleines Yosemite bezeichnet. Das ist sicher übertrieben, doch der Park kann sich sehen lassen, auch wenn die Küste hier zu Gunsten der Bäume etwas in den Hintergrund rückt.

Und: Dort trifft man auf den größten Campingplatz der Region. Wenn er denn mal geöffnet ist …
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McWay Falls im Julia Pfeiffer Burns State Park

** Julia Pfeiffer Burns State Park

Fast genau das Gegenteil davon findet man im Julia Pfeiffer Burns State Park ein Stück weiter südlich, dessen Bucht mit ihrem kleinen Wasserfall der meistfotografierte Ort an der Straße sein dürfte. Die kurze Wanderung dorthin ist ein Muss und für jeden zu schaffen, der auch nur eine Stunde Zeit mitbringt.

Auch hier gilt leider, dass es das Wetter und die staatliche Finanzierung nicht unbedingt immer gut mit dem Park meint. Deshalb unbedingt vor einem Besuch die aktuellen Bedingungen überprüfen – Sperrungen sind jederzeit möglich.
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Hearst Castle mit seinen Gärten

** Hearst Castle

Ein eigenwilliges, aber in vielerlei Hinsicht sehr sehenswertes Anwesen findet man bei San Simeon mit Hearst Castle. Das ungewöhnliche Schloss gehörte einst dem Zeitungsverleger William Randolph Hearst, begrüßte zeit seines Lebens zahlreiche Prominente und ist wohl am besten mit dem US-amerikanischen Adjektiv „wild“ zu beschreiben.

Neben dem auf einem Hügel gelegenen Hearst Castle selbst sowie seiner Pools und Gärten wissen vor allem die grandiosen Ausblicke auf die Umgebung zu gefallen, für die allein sich die Tour lohnt – genug Zeit vorausgesetzt.
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Morro Bay: Blick auf Morro Rock

Morro Bay

Das südliche Ende von Big Sur erreicht man spätestens auf Höhe von Morro Bay, einer bis vor zehn, fünfzehn Jahre sehr eingeschlafen wirkenden Kleinstadt, die mittlerweile aber zunehmend erwacht und dabei entfernt an Monterey erinnert: Schöne Unterkünfte und das ein oder andere Restaurant haben die Umgebung spürbar aufgewertet.

Und vor allem der gewaltige Morro Rock vor der Küste ist in Morro Bay zumindest einen Fotostopp wert.
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Surfer an der Westküste bei Pismo Beach

Pismo Beach

Ein kleines Paradies für Surfer, doch auch alle anderen Urlauber werden hier mit netten Spaziergängen an der Küste sowie auf dem weit ins Meer ragenden Pier fündig.

In der Nähe von Pismo Beach trifft man zudem auf die durchaus sehenswerten Oceano Dunes, eines der doch eher seltenen Dünengebiete. Kein absolutes Muss, aber auch hier lassen sich ein, zwei Stunden angenehm verbringen.
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San Luis Obispo

San Luis Obispo

Zwar schon nicht mehr direkt an der Küste, aber eine der wenigen etwas größeren Städte in der Region, die ein, zwei Sehenswürdigkeiten und schöne Wanderwege bietet, ist San Luis Obispo. Zusammenn mit seinen Nachbarstädten wie Arroyo Grande eignet es sich zudem bestens für Übernachtungen, sind die Hotels und Motel hier doch in der Regel etwas günstiger als in Morro Bay und Umgebung. Das eigentümliche Madonna’s Inn mal ausgenommen …
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Windmühle in Solvang

* Solvang

Eine dänische Enklave, mitten in Kalifornien? Gibt’s das? Aber ja! In Solvang trifft man auf Windmühlen, ein dänisches Theater, Fachwerkhäuser, großartige Bäcker und einen Laden, der das ganze Jahr lang Weihnachtsschmuck verkauft – was auch sonst? Solvang ist ein Touristenmagnet, das aber zu Recht: ungewöhnlich wie sehenswert.
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Santa Barbara Courthouse Building mit Clocktower

*** Santa Barbara

Eine der schönsten Städte von ganz Kalifornien befindet sich mit Santa Barbara schließlich an Highway 101 direkt an der Küste. Der spanisch-mexikanische Baustil der Häuser ist nicht das einzige Sehenswerte, auch Strand, der kleine Pier und vor allem das Stadtzentrum lohnen sich, genauso wie die alte Mission.

Da Santa Barbara eine Menge zu bieten hat, könnte man – wenn die Zeit ausreicht – sogar eine weitere Übernachtung einplanen. Allein die recht hohen Hotelpreise mögen dagegen sprechen …
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Third Street Promenade in Santa Monica.

** Santa Monica

Definitiv das Ende der Traumstraße erreichen wir in Santa Monica, das direkt vor den Toren von Los Angeles liegt und bereits zu dessen Metropolregion zählt. Wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt ist der weltbekannte Santa Monica Pier, doch auch das Zentrum rund um die Third Street Promenade ist als kleines Highlight zu bezeichnen, werden derartige Einkaufsstraßen doch zunehmend seltener, als sie es im Westen der USA ohnehin schon waren.

Genauso wie Santa Barbara bietet sich auch Santa Monica wunderbar für Übernachtungen an, für die man jedoch überwiegend ein wenig tiefer in die Tasche greifen muss. Aber: Es lohnt sich!
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Hotel in Monterey

Hotels am Highway 1

Wie anfangs bereits mit Blick auf die Einteilung erwähnt, kommen für Übernachtungen vor allem Monterey, Morro Bay und Umgebung sowie abschließend Santa Barbara oder Santa Monica infrage. Im nördlichen Abschnitt bewegen sich die Preise außer an Wochenenden für gewöhnlich auf einem „normalen“ Niveau, ab Santa Barbara wird es teurer.

Empfehlenswerte Hotels und Motels entlang der Straße sind:

Highway 1 gesperrt?

So beeindruckend die Küstenstraße auch ist, sorgt ihre Lage – direkt am Abhang in Erde und Fels geschlagen – in Verbindung mit den Wetterbedingungen leider dafür, dass es im Winter und Frühling einigermaßen regelmäßig zu Erdrutschen kommt.

Die Konsequenz daraus ist, dass der Highway 1 fast jedes Jahr an einer oder mehreren Stellen für einige Wochen oder gar Monate gesperrt wird. Da es kaum Alternativrouten gibt, ist die Umkehr an diesem Punkt oft die einzige Möglichkeit; selbst notdürftige Nebenstraßen durch die Berge wie die nicht ganz einfache Nacimiento-Fergusson Road sind nicht immer erreichbar oder befahrbar.

Beachten Sie daher die offiziellen Informationen der kalifornischen Straßenverkehrsbehörde vor und während der Reise, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben!

Aktuelle Sperrungen im Mai 2024

Auch im Jahr 2024 haben mehrere Unwetter die Straße schwer in Mitleidenschaft gezogen, weshalb sie für mehrere Monate an zwei Punkten gesperrt werden musste.

Die erste Sperrung, ca. 15 km südlich von Point Lobos nahe der Rocky Creek Bridge, wurde am 17. Mai 2024 aber aufgehoben, sodass weite Teile von Big Sur aus Nordrichtung wieder zugänglich sind.

Eine zweite Sperrung besteht jedoch weiterhin, etwa 50 km weiter im Süden (100 km nördlich von Morro Bay) auf Höhe des Limekiln State Parks bei Lucia. Einen Termin für die Wiederöffnung gibt noch nicht, ganz grob wird jedoch der Sommer angepeilt.

Die aktuelle Alternativroute

Für die aktuelle Planung bedeutet das: Von Norden aus können Big Sur sowie die State Parks bis inklusive Julia Pfeiffer Burns erreicht werden, dann sollte bzw. muss man umkehren. Von Süden aus könnte man bis Lucia fahren, allerdings reichen Hearst Castle und der Elephant Seal Vista Point bei San Simeon in der Regel aus.

Die Fahrzeit erhöht sich in dem Fall um etwa drei bis vier Stunden (inklusive Umkehr nahe Lucia), da zwischen Salinas und El Paso de Robles der Highway 101 im Landesinneren befahren werden muss.

Der June Gloom: kein schöner Anblick.
Ein typischer June Gloom: kein schöner Anblick.

June Gloom, Nebel und Alternativen

Um den Juni herum wird Kalifornien recht zuverlässig von dem sogenannten June Gloom heimgesucht, der die Pazifikküste beinahe täglich in eine Mischung aus Wolken und Nebel hüllt. Besser sind die Wetterbedingungen üblicherweise im April und Mai sowie ab Juli wieder, weshalb die beste Reisezeit hier tatsächlich der Sommer ist, wenn Wetter und Straßenbedingungen üblicherweise mitspielen.

Sollte Himmel oder Straße einem die Planung verhageln, fährt man alternativ durchs Landesinnere – auf kurzer Strecke vorbei am Pinnacles National Park oder die große Runde über den Sequoia National Park.

Campingplätze: Mangelware

Ein kleiner Haken des Highway 1 ist für Wohnmobilreisende die doch recht dürftige Auswahl an Campingplätzen: In Monterey und Umgebung findet man außer dem ganz ordentlichen KOA in Salinas fast gar nichts, doch auch in Big Sur sieht es überraschend dürftig aus.

Lediglich der große Campingplatz im Pfeiffer Big Sur State Park stellt eine gute Option dar – wenn er denn nicht gesperrt ist. Aus verschiedenen Gründen (wiederholte, starke Regenfälle, Waldbrände und der übliche Geldmangel) war das in der jüngeren Vergangenheit häufig der Fall. Der nächste KOA (Avila) befindet sich bei San Luis Obispo.

Besser wird es im südlichen Abschnitt, in dem man auf einigen Campgrounds, häufig am Strand, bestens mit dem Wohnmobil unterkommt – etwa auf Refugio State Beach (aktuell: gesperrt) und dem El Capitan State Beach.