Redwood National and State Parks
Die höchsten Bäume der Welt stehen im Norden von Kalifornien ...

Wer wahre Mammutbäume in Kalifornien sehen möchte, muss in den Sequoia National Park in der Sierra Nevada fahren? Nicht ganz! Denn auch die Redwood National and State Parks an der Küste begeistern mit ihren Wäldern, deren unglaubliche Bäume zum Teil sogar größere Höhen erreichen als in Sequoia. Tatsächlich ragt hier der wohl höchste Baum der Welt gen Himmel.
Der National Park sowie die im Grunde zugehörige Ansammlung von State Parks bringt für Reisende einige Vorteile mit sich – wenn es denn gelingt, sie sinnvoll in die Route für eine Rundreise einzubinden …
Zeitaufwand: etwa ein kompletter Tag (Karte)
Öffnungszeiten: überwiegend täglich, rund um die Uhr
Eintritt: kostenlos
Camping: vier gut ausgebaute Campingplätze
Unsere Einschätzung: Mammutbäume, die man gesehen haben sollte!
Überblick: Lage, Anfahrt & Eintritt
Die Redwood National and State Parks befinden sich im Grunde direkt an der Westküste, allerdings ganz im Norden von Kalifornien nahe der Grenze zu Oregon. Sie erstrecken sich über ein Gebiet von nahezu 100 km entlang Highway 101, das grob von den Städten Eureka/Arcata und Crescent City begrenzt wird.
Diese Lage stellt dann zumeist auch das größte Hindernis dar, denn in der Regel ergibt der Besuch nur Sinn bei einer längeren Runde durch Kaliforniens Norden oder aber im Rahmen einer Fahrt entlang der gesamten Westküste von Los Angeles oder San Diego bis Seattle oder sogar Vancouver.

Keine Parkgrenzen, kein Eintritt
Bemerkenswert beziehungsweise ungewöhnlich ist zudem, dass die Grenzen des Naturschutzgebiets eher vage angedeutet werden und der National Park sowie die State Parks als solche daher auch kostenlos besucht werden können. Höchstens für Übernachtungen muss man als Camper zahlen.
Eingestellt sein sollte man im Gegenzug auf etwas niedrigere Temperaturen, auch Niederschläge und Nebel stellen aufgrund der Lage keine Seltenheit dar.

Großer Vorteil: die Erreichbarkeit
Der größte Vorteil gegenüber Sequoia ist die einfache Erreichbarkeit und Zugänglichkeit: Während man in der Sierra Nevada stundenlang über kurvige Straßen fahren muss, um sein Ziel zu erreichen, liegen hier die Wanderwege zumeist nur ein paar Kilometer von Highway 101 entfernt.
Einschränkungen für Wohnmobile oder durch das Wetter, wie sie in den Bergen üblich sind, existieren hier kaum. Unter normalen Umständen können die Redwoods an der Küste das ganze Jahr über ohne nennenswerte Probleme besucht werden. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil!

Orientierung & Fotos
Erste Anlaufstelle für Besucher ist üblicherweise die Howland Hill Road im Jedediah Smith State Park bei Crescent City: ein Scenic Drive, der im Wesentlichen aus einer einspurigen Dirt Road besteht, die aber meist gut befahrbar ist und zwischen den Riesenbäumen durch den Wald hindurch führt. Die Ausschilderung lässt ein wenig zu wünschen übrig, zugleich ist das Gebiet aber natürlich. Der Zeitaufwand für den Scenic Drive beträgt circa eine Stunde.
Zahlreiche weitere Anlaufpunkte befinden sich entlang der 101, etwa der Del Norte Coast State Park sowie der Prairie Creek Redwoods State Park, zwischen denen zu differenzieren schwerfällt. Sie leben schlichtweg von dem Gefühl, neben diesen gewaltigen Bäumen zu stehen und durch ihre dichten, uralten Wälder zu laufen. Am besten pickt man sich, je nach Interesse und Zeit, einfach zwei, drei Ziele raus.

Eine kleine „Warnung“: Wie wahrscheinlich auch an unseren eigenen Fotos zu erkennen ist, lässt sich die enorme Höhe der Mammutbäume auf Fotos im Prinzip nicht wiedergeben. Allenfalls ihren ebenfalls oft beachtlichen Durchmesser kann man andeuten, indem man einen Menschen zum Vergleich danebenstellt.
Wer allerdings hauptsächlich auf der Suche nach fantastischen Fotomotiven oder Content für Social Media ist, wäre hier eher falsch. Möglicherweise ein weiterer Grund für den bisher nicht allzu großen Andrang …

Wie viel Zeit braucht man für die Redwoods?
Üblicherweise sollte ein voller Tag für den Besuch der Redwood National and State Parks ausreichen, mit jeweils einer Übernachtung bei Arcata/Eureka und einer weiteren in Crescent City.
Das Abfahren der schon angesprochenen Howland Hill Road ist an diesem Tag „Pflicht“, an deren Ende sich zudem mehrere schöne Wanderwege im Stout Grove zwischen den höchsten Bäumen befinden. Einen hervorragenden Eindruck kann man im Zuge einer ein- bis maximal zweistündigen Wanderung gewinnen.
Der Stout Grove ist zugleich einer der ganz wenigen Orte in diesem Gebiet, an denen es einem doch etwas voller erscheinen kann – was allerdings hauptsächlich in einem Mangel an Parkplätzen begründet liegt. Wenn möglich, nicht zu spät am Tag kommen und die Wochenenden meiden.

Gleichermaßen sehenswert, wenn auch ein Stück weiter abseits der Hauptstraße, sind Fern Canyon sowie Teile der Küste, etwa Enderts Beach und Crescent Beach, die es zwar nicht ganz mit dem Highway 1 im Süden oder Oregons Küste im Norden aufnehmen können, aber den ein oder anderen spannenden Ausblick und eine lebendige Tierwelt bieten. Auch der Newton B. Drury Scenic Parkway lohnt sich.
Wissen sollte man darüber hinaus lediglich, dass die National and State Parks doch deutlich naturbelassener daherkommen als andernorts. Prinzipiell ist das selbstredend angenehm und wünschenswert, doch die bisweilen arg kleinen Parkplätze und der Zustand der ein oder anderen Straße mag einen dann doch nach einer besseren Infrastruktur dürsten lassen.

Hotels nahe den Redwoods
Wer mit dem Auto unterwegs ist, kommt sowohl in Crescent City am Nordrand der Redwoods als auch in Arcata oder Eureka am Südrand ganz gut unter – alles keine schönen Städte, die in erster Linie von der Holzindustrie leben (oder: lebten), aber viele bezahlbare und ganz brauchbare Optionen bieten.
In Eureka stellen unter anderem das noch junge Home2 Suites by Hilton ($) oder auch das örtliche Holiday Inn Express ($) eine gute Wahl dar, während bei Crescent City das Hiouchi Motel ($) nahe dem angesprochenen Stout Grove eine Überlegung wert ist.
Sowohl Crescent City als auch Eureka und Arcata verfügen zudem über alles, was man als Urlauber so zum Leben braucht; von Fast-Food-Ketten wie In-N-Out, Jack in the Box und Wendy’s über unzählige Diner und Tankstellen bis zu riesigen Supermärkten wie Safeway und Walmart.

Camping in den Redwoods
Wie üblich, sind Wohnmobile und andere Camper bestens versorgt. Im National Park selbst findet man zwar keinen Campground, dafür jedoch gleich vier Campingplätze in den diversen State Parks, die demzufolge vom Bundesstaat Kalifornien anstatt vom NPS (National Park Service) verwaltet werden.
Erste Anlaufstelle für RVs mit einer Länge von bis zu 25 Fuß ist zumeist der schöne Jedediah Smith Campground im gleichnamigen State Park, während noch etwas größere Wohnmobile gut im Mill Creek Campground im Del Norte State Park unterkommen. Weitere Optionen sind der Elk Prairie Campground sowie der kleinere Gold Bluffs Beach Campground im Prairie Creek Redwoods State Park.
Die Ausstattung der Campingplätze ist untereinander im Großen und Ganzen identisch; Trinkwasser ist überall vorhanden, Hook-ups hingegen nirgends. Eine Dump Station findet man im Jedediah Smith sowie saisonal im Mill Creek Campground.
Reservierungen sind online möglich und dringend empfohlen, die Kosten für einen Stellplatz belaufen sich im Jahr 2025 auf etwa 35 $ pro Nacht.

Ziele in der Umgebung
Im Anschluss an einen Besuch des Redwood National Parks bietet sich im Sommer die Weiterfahrt gen Osten an, wo der spannende Lassen Volcanic National Park in gut 350 km Entfernung von etwa Juli bis Oktober auf einen wartet. Von dort aus könnte es weiter zum Lake Tahoe und im Anschluss nach Nevada gehen.
Möchte man sich hingegen an die Westküste halten (und diese womöglich komplett entlangfahren), stünde im Norden als Nächstes die Küste von Oregon auf dem Programm, die sich hinter dem etwa 250 km entfernten Coos Bay von ihrer besten Seite zeigt.
Geht es in die Gegenrichtung weiter, ist San Francisco, knapp 450 km südlich, natürlich die wichtigste Attraktion. Auf dem Weg dorthin könnte man eventuell noch einen Stopp in der Point Reyes National Seashore einlegen.





