Lassen Volcanic National Park
Kaliforniens kleine und doch beeindruckende Alternative zu Yellowstone...
Das große Yellowstone ist vermutlich fast jedem USA-Reisenden ein Begriff, aber den weiten Weg dorthin kann nicht jeder Reisende so ohne Weiteres in Kauf nehmen, denn von den üblichen Routen an der Westküste ist das Naturschutzgebiet doch weit entfernt.
Aber es gibt eine kleine Alternative: Der Lassen Volcanic National Park ist so etwas wie eine Miniaturausgabe von Yellowstone und im Norden von Kalifornien durchaus gut erreichbar. Knapp 400 km nordöstlich von San Francisco gelegen, begeistert der Park mit vulkanischer Aktivität, tollen Viewpoints und atemraubenden Wanderwegen …
Zeitaufwand: ein kompletter Tag
Öffnungszeiten: Juni bis Oktober, je nach Wetter
Eintritt: 30 $ oder mit dem America the Beautiful Pass
Camping: zwei sehr gute Campingplätze, ca. 25 $ pro Nacht
Unsere Einschätzung: ein sehenswerter Abstecher!
Die besten Wanderwege & Ausblicke
Lassen Volcanic National Park besticht mit der leichten Zugänglichkeit zu seinen wichtigsten Attraktionen, aber auch einigen faszinierenden Wanderwegen.
Allen voran steht sicher der knapp 5 km lange Trail zu Bumpass Hell und zurück, dem geothermisch aktivsten Gebiet, in dem der Boden nur so brodelt und qualmt – und das man schon aus großer Entfernung riechen kann. Das Bild, das sich einem nach der Ankunft bietet, ist jedoch großartig, und auch die Wanderung in die Bumpass Hell wartet bereits mit einigen großartigen Ausblicken auf.

Der Wanderweg an sich ist nicht leicht, aber bei durchschnittlicher Konstitution problemlos machbar, und sollte im Mittelpunkt jedes Besuchs stehen – auch weil die drei kleineren Highlights von Lassen sich allesamt in unmittelbarer Nähe der Straße befinden: Im Norden stößt man kurz nach der Einfahrt auf die sogenannte Devastated Area, die dem letzten schweren Vulkanausbruch zum Opfer gefallen ist, was allerdings beeindruckender klingt, als es tatsächlich ist; außer ein paar erstarrten Lavabrocken ist nicht mehr viel davon zu sehen.
Direkt am Parkplatz von Bumpass Hell befindet sich ein sehenswerter, sehr klarer See, der insbesondere von Kindern im Sommer gerne zur Abkühlung genutzt wird, und in der Nähe der Südwesteinfahrt (Richtung Red Bluff) stößt man schließlich auf die Sulphur Works, ein bisschen blubbernden Schlamm und Qualm direkt neben der Straße. Mehr als ein Foto braucht es davon nicht.
Weitere sehr sehenswerte Wege führen zu mehreren Wasserfällen und Seen, erfordern aber einen mitunter großen zeitlichen Aufwand, der erst bei einem zweiten Besuch des Parks oder einem zweitägigen Aufenthalt zu empfehlen ist. Den tollen Aufstieg zum Lassen Peak schließlich kann man nur äußerst erfahrenen Wanderern nahelegen.

Hotels nahe Lassen Volcanic
Wie so oft bei National Parks sind Camper in Hinblick auf Übernachtungen klar im Vorteil, befinden sich doch einige gute Campingplätze in Lassen Volcanic sowie seiner unmittelbaren Umgebung.
Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist und nach einem Hotel oder Motel sucht, kommt am besten in Redding oder Red Bluff unter, die sich 80 bis 120 km westlich der Eingangsstationen befinden. Insbesondere Redding verfügt über eine hervorragende Infrastruktur und eine große Auswahl an meist preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten.
Gut sind dort zum Beispiel Home2 Suites ($) und Hampton Inn ($), auch in Red Bluff stellt das örtliche Hampton Inn ($) eine der überzeugendsten Optionen dar.

Campingplätze in Lassen Volcanic
Trotz seiner Höhe und der damit verbundenen kurzen Saison bietet sich Lassen Volcanic National Park dank einer Vielzahl von Campingplätzen erstaunlich gut für Wohnmobilreisende an. Besucht man das Hauptparkgebiet entlang Highway 89, stellen dort die Campgrounds am Manzanita Lake nahe der Nordwesteinfahrt sowie am zentral gelegenen Summit Lake die beste Wahl dar.
Die Kosten für einen Stellplatz belaufen sich im Jahr 2026 auf 22 bis 26 $ pro Nacht, was dem üblichen Niveau entspricht. Reservierungen sind online möglich und aufgrund des großen Andrangs in der Regel auch erforderlich.
Die Ausstattung der schön gelegenen Campingplätze ist gewohnt einfach; WCs, Trinkwasser, Picknicktische und Grills sind vorhanden, Hook-ups oder eine Dump Station allerdings nicht.
Anfahrt, Orientierung & Besuchszeit
Es gibt insgesamt drei verschiedene Einfahrten in den Park, die letzten Endes aber alle auf die gleiche Straße führen: Highway 89, den man im Normalfall ohnehin komplett abfährt. Welche Einfahrt man wählt, ist daher prinzipiell egal. Die einfachste und schnellste Zufahrt führt von Redding über die CA-44.
Aufgrund seiner Lage kann Lassen Volcanic National Park nur im Hochsommer zuverlässig besucht werden: Frische Schneefälle sind von November bis in den Juni hinein möglich. Der Zeitraum von Juli bis September gilt als recht sicher, aber auch im Oktober sind die Bedingungen gemeinhin noch gut. Für gewöhnlich öffnet der zentrale Highway 89 gegen Ende Mai oder Anfang Juni, in Einzelfällen können die Schneepflugarbeiten jedoch sogar bis Juli dauern. Die Schließung erfolgt im Schnitt etwa Mitte November und selten vor Ende Oktober.
Mit anderen Worten: Möchte man das Parkgebiet im Juni ansteuern, sollte man sich vor der Anfahrt unbedingt über den aktuellen Zustand von Hauptstraße und Wanderwegen sowie das zu erwartende Wetter informieren. Von Juli bis mindestens Mitte Oktober stehen die Chancen hingegen optimal, dass dem Besuch nichts im Wege steht.
Davon abgesehen gilt es, bei einem Besuch unbedingt die Höhe zu beachten. Nicht nur, dass die Luft auf bis zu 3000 Metern Höhe doch ein wenig „dünner“ ist, auch bei der UV-Strahlung merkt man einen deutlichen Unterschied. Daher unbedingt an ein Sonnenspray mit hohem Lichtschutzfaktor sowie angemessene Kleidung denken und die eigene Konstitution nicht überschätzen: Zum Start im Zweifel lieber zunächst an einen leichten Wanderweg wagen, anstatt gleich zu Lassen Peak hochzusteigen!

Wie viel Zeit braucht man für Lassen?
Unter normalen Umständen besuchen Mietwagenreisende den National Park an einem Tag, üblicherweise mit jeweils einer Übernachtung in Redding und/oder Red Bluff.
In diesem Fall begibt man sich früh am Morgen auf den Weg und fährt auf der CA-44 oder CA-36 gen Osten, bis man das Parkgebiet erreicht. Im Inneren folgt man stur Highway 89, entlang dessen sich nahezu alle Attraktionen befinden: Bumpass Hell, Lassen Peak, die Sulphur Works und Seen wie Lake Helen, Summit Lake oder Manzanita Lake.
„Pflicht“ ist dabei im Grunde natürlich der rund 5 km lange Bumpass Hell Trail, aber auch die knapp 3 km lange Runde um Manzanita Lake lohnt sich, während es bei anderen Stopps wie der Devastated Area, dem Lily Pond oder den Sulphur Works mit ein paar Schritten und zwei, drei Fotos zumeist getan ist.

Bringt man genügend Ausdauer und Kraft mit, empfiehlt sich zudem der insgesamt 4 km lange Aufstieg zu Lassen Peak, der einen für die enormen Anstrengungen bei gutem Wetter mit großartigen Ausblicken belohnt. Da die 4 km anschließend selbstredend auch wieder hinab gestapft werden wollen, sollte man 4 Stunden dafür einkalkulieren.
Reist man mit einem Wohnmobil durch die USA, verbringt man gemeinhin eine Nacht auf einem der Campingplätze im Parkgebiet, sodass man die Wanderungen und Aussichtspunkte auf zwei Tage aufteilen könnte. Am grundlegenden Zeitaufwand ändert sich jedoch nichts.

Ziele in der Umgebung
Da sich der Lassen Volcanic National Park im Norden von Kalifornien befindet, wird er zumeist auch in eine Route durch selbigen eingebunden. Dazu zählt für gewöhnlich ein Besuch der etwa 350 km westlich an der Küste liegenden Redwood National and State Parks, aber auch Lake Tahoe oder die Bundeshauptstadt Sacramento im Süden könnte man ansteuern. Beide befinden sich rund 250 km entfernt, was in dieser Region des Staates aufgrund der dünnen Besiedlung schon als nähere Umgebung zu verstehen ist.
Alternativ bietet sich eine Fahrt entlang der gesamten Westküste an, die einen dann durch Oregon nach Washington führt, wo unter anderem der Olympic National Park und das vielseitige Seattle warten. Bis dorthin sind es knapp 1000 km, für US-amerikanische Verhältnisse nicht allzu weit also. Möchte man sich über die Grenze zu Kanada wagen, trifft man zudem circa 250 km weiter nördlich auf das fantastische Vancouver.






