Reisekosten USA: Wie man für 2017 kalkulieren muss

Bei der Planung einer Reise in die USA ist vor allem zu Beginn nur wenig so wichtig wie eine grobe Kalkulation der Reisekosten.

Wie viel Geld sollte man im Jahr 2017 für den Flug, das Fahrzeug, für Hotels und Motels oder Campingsplätze, Eintrittsgelder und Verpflegung einplanen? Macht es einen Unterschied, ob man mit dem Mietwagen oder mit dem Wohnmobil unterwegs ist? Und lassen sich die Kosten irgendwie senken?

Im Folgenden finden Sie Antworten auf all diese Fragen sowie zwei aktuelle Beispielrechnungen für das Jahr 2017, die Ihnen einen ersten Überblick über das für eine USA-Reise notwendige Budget verschaffen!

Eine Ansammlung Euronoten und Münzen

Überblick: Welche Reisekosten fallen an?

Die meisten Kosten für eine Reise in die USA liegen auf der Hand: Der Flug, insbesondere bis zur Westküste, verschlingt eine Menge Geld, aber auch die Unterkünfte sind – vor allem in Großstädten und anderen Touristenzentren – alles andere als günstig, genauso wie ein Mietfahrzeug über einen üblichen Zeitraum von zwei bis vier Wochen hinweg durchaus aufs Portemonnaie schlagen kann.

Überhaupt sind die Preise in den USA, auch für Eintritt und Essen, durchaus als „happig“ zu bezeichnen, was nicht zuletzt dem für europäische Urlauber ungünstigen Dollarkurs zu verdanken ist. Aber der Reihe nach!

Der Flug
Der Flug stellt naturgemäß einen der größten Kostenpunkte dar, allerdings in den meisten Fällen (das ist vielleicht ein wenig überraschend) nicht den größten. Im Detail sind die Kosten unter anderem von der Reisezeit, den exakten Terminen und der Wahl zwischen Non-Stop und einem Flug mit Zwischenlandung abhängig.

Grundsätzlich kann man aber rechnen: Flüge an die Ostküste (New York) kosten im Schnitt 400 bis 500 Euro pro Person, bei Non-Stop-Flügen an die Westküste (Los Angeles, San Francisco) ist die Preisspanne größer: Zwischen knapp 600 bis 1000 Euro pro Person ist abhängig von der Buchungs- und Reisezeit alles drin.

Das Fahrzeug
Das Fahrzeug kann der größte oder auch nur der drittgrößte Kostenpunkt sein – abhängig davon, ob man ein Wohnmobil oder einen PKW mieten möchte. Inklusive aller wichtiger Versicherungen (natürlich ohne Selbstbeteiligung) und mit einer sinnvollen Tankregelung landet man für einen Mietwagen der Mid- bis Full-Size-Kategorie aktuell im Schnitt zwischen 200 und 250 Euro pro Woche.

Bei einem Wohnmobil sollte man inklusive der notwendigen Meilenpakete sowie meistens notwendiger Kitchen Kits (Töpfe, Teller, Besteck) und Personal Kits (Kopfkissen, Decken, Handtücher) etwa 750 bis 1000 Euro pro Woche einkalkulieren. Je größer das Wohnmobil, desto teurer.

Das Benzin
Die Benzinkosten sind logischerweise von der Nutzung des Fahrzeugs abhängig, ganz grob kann man beim Mietwagen knapp 4 Euro pro 100 Kilometer und beim Wohnmobil gut 10 Euro pro 100 Kilometer erwarten. Schwankende Benzinpreise und zahlreiche weitere Faktoren (Modell und Alter des Fahrzeugs, Verkehrsaufkommen, Fahrstil) sorgen für Abweichungen, sind in der Relation jedoch zu vernachlässigen.

Die Unterkünfte
Die Hotelpreise in den USA sind denen in Europa recht ähnlich. Für ein durchschnittliches 3-Sterne-Hotel zahlt man in einer „normalen“ Stadt zwischen 80 und 100 Euro die Nacht, während in einer beliebten Großstadt wie New York oder San Francisco durchaus 200 bis 300 Euro fällig sein können.

Im Gegenzug findet man aber abseits der Großstädte hin und wieder auch einwandfreie Motels für 75 Euro oder weniger. Wenn man im Schnitt mit 100 Euro pro Tag und Doppelzimmer rechnet, ist man meistens auf der sicheren Seite.

Campgrounds hingegen sind deutlich billiger, die allerschönsten in der freien Natur liegen preislich überwiegend zwischen 20 und 40 Euro, manche sind sogar komplett kostenlos. Kalkuliert man nur 30 Euro pro Nacht ein, hat man am Ende womöglich sogar noch etwas übrig!

USA Südwesten: Städte & National Parks von Kalifornien bis Utah

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Die Verpflegung
In Hotels und Motels erhält man üblicherweise ein einfaches, aber kostenloses Frühstück, das aus Kaffee, Toast und Donuts oder Muffins besteht, was sicher nicht jedermanns Geschmack ist, wovon man jedoch satt wird. In den typischen Fast-Food-Ketten werden 5 bis 10 Euro für ein komplettes Menü (also Burger, Pommes und ein Getränk) fällig, in einem etwas besseren Diner wie beispielsweise Denny’s ist mit 10 bis 15 Euro für eine typische Mahlzeit zu rechnen.

Die Selbstverpflegung bewegt sich aufgrund der recht hohen Preise im Supermarkt in etwa auf dem gleichen Niveau, weshalb man im Schnitt – so oder so – mit mindestens 15 Euro pro Tag und Person rechnen sollte.

Die Eintrittsgelder
Hier gilt fast das Gleiche wie für die Unterkünfte: In den großen Städten kann es verdammt teuer werden, denn allein der Besuch eines Vergnügungsparks kostet bis zu 100 Euro, etwa im Disneyland oder in den Universal Studios Hollywood. Auch Museen, Zoos, Aquarien und andere Sehenswürdigkeiten sind nicht gerade zimperlich, wenn es um die „Admission Fee“ geht.

Auf der anderen Seite kommen bis zu vier Erwachsene für nur 80$ im Jahr in sämtliche National Parks und National Monuments, auch State Parks kosten so gut wie nie mehr als 5-10$ pro Fahrzeug. Eine pauschale Einschätzung ist schwierig, deshalb kann man als Faustregel höchstens die Tage in den großen Städten überschlagen und für sie etwa 50 Euro pro Tag und Person einplanen.

Sonstige Kosten
Soweit die offensichtlichen Kosten, doch unter Umständen ist das noch nicht alles. Weitere mögliche Kostenpunkte, die es zu bedenken gilt: Der ESTA-Antrag zur Einreise schlägt mit 14$ pro Person zu Buche, eventuell benötigen Sie auch überhaupt erst mal einen Reisepass, der für Urlauber ab 24 Jahren sage und schreibe 59 Euro kostet.

Und wie sieht es mit Koffern, Taschen oder Rucksäcken aus – haben Sie alles, was Sie brauchen? Auch in Hinblick auf Kleidung (etwa Wanderschuhe für National Parks!) und elektronische Geräte (Fotoapparat, Camcorder, Speicherkarten) gibt es mitunter Nachholbedarf.

Highway 1

Rechnung #1: 2 Personen im Mietwagen

Natürlich sind die Kosten vor allem davon abhängig, mit wie vielen Personen Sie reisen, wohin genau Sie fliegen und ob Sie mit dem Mietwagen oder mit dem Wohnmobil durch das Land fahren wollen.

Hinzu kommt die Dauer der Reise, wobei die relativen Kosten mit zunehmender Reisedauer sinken. Sprich: Wenn Sie vier Wochen verreisen, zahlen Sie pro Woche weniger, als in zwei Wochen. Grund dafür sind in erster Linie die enorm hohen Flugkosten, die sich mit zunehmender Reisezeit relativieren, aber auch die Kosten für das Fahrzeug sinken im Schnitt betrachtet bei längerer Mietdauer.

Betrachten wir zunächst die Kosten einer Rundreise mit einem Mietwagen im Südwesten der USA – hier wählen wir einen Zeitraum von drei Wochen und mit zwei Reisenden, die häufigste Konstellation, wenn man den PKW gegenüber dem RV vorzieht.

PositionGeschätzte KostenSparmöglichkeiten
Flüge in den Westen der USAca. 1500 EuroNebensaison nutzen, Flüge mit Stop-Over
Mietwagenca. 750 EuroMietwagen-Preisvergleich für USA
Benzinkosten (für 4000 km)ca. 250 Eurosparsames, nicht zu großes Auto wählen
Verpflegungca. 1000 EuroFast Food statt Supermarkt & Diner
Übernachtungenca. 2000 Eurogünstige Motels statt teure Hotels
Eintrittsgelderca. 500 EuroTickets online kaufen, Rabatte nutzen
Rücklagenca. 500 Euro
Gesamte Reisekostenca. 6500 Euro

Natürlich handelt es sich hierbei nur um eine grobe Beispielrechnung für die Reisekosten, aber als Faustformel funktioniert die alte Regel von etwa 1000 Euro pro Woche und Person durchaus. Im Detail sind die Ausgaben selbstverständlich von allerlei verschiedenen Faktoren wie etwa dem Dollarkurs, Ansprüchen an Unterkunft und Verpflegung sowie dem Interesse an Shopping abhängig.

Derzeit ist der Dollarkurs für Urlauber aus dem Euro-Raum vergleichsweise ungünstig, eine Prognose über die Entwicklung in 2017 lässt sich kaum treffen, auch wenn die Banken derzeit offenbar nicht mit einer deutlichen Erholung des Euros gegenüber dem US-Dollar rechnen.

Fliegen Sie statt in den Westen der USA in den Osten des Landes, sinken die Flugkosten von etwa 750 Euro auf gute 500 Euro pro Person, im Gegenzug können allerdings die Unterkünfte ein wenig teurer werden – vor allem in den großen Städten im Nordosten wie New York -, so dass insgesamt kein großer Unterschied zu erwarten ist.

Wohnmobil USA

Reisekosten mit dem Wohnmobil

Wenn Sie statt einem PKW ein Wohnmobil wählen, steigen die Mietkosten etwa um den Faktor drei, doch dafür sinken im Gegenzug die Übernachtungskosten ein wenig, da Stellplätze auf Campgrounds in der Regel für 0 bis 50 Euro die Nacht zu haben sind. Im Schnitt kommt man für etwa 30 Euro die Nacht gut unter.

Dennoch wäre es unfair, einer PKW-Rundreise für zwei Personen eine Wohnmobil-Rundreise für zwei Personen gegenüberzustellen, denn Letztere zahlt sich vor allem dann aus, wenn man nicht zu zweit, sondern als Familie mit zwei bis drei Kindern verreist.

Dann nämlich müssten in fast allen Hotels zwei Zimmer reserviert werden, was die Kosten mit dem PKW enorm erhöht. Deshalb hier eine Übersicht der zu erwartenden Kosten für den Zeitraum von drei Wochen mit vier Reiseteilnehmern.

PositionGeschätzte KostenSparmöglichkeiten
Flüge in den Westen der USAca. 3000 EuroNebensaison nutzen, Flüge mit Stop-Over
Wohnmobilca. 2500 EuroPreise vorab vergleichen
Benzinkosten (für 4000 km)ca. 750 Eurosparsames, nicht zu großes RV wählen
Verpflegungca. 2000 EuroFast Food statt Supermarkt & Diner
Übernachtungenca. 500 Eurogünstige Campgrounds in der Natur
Eintrittsgelderca. 1000 EuroTickets online kaufen, Rabatte nutzen
Rücklagenca. 750 Euro
Gesamte Reisekostenca. 10500 Euro

Unter diesen Voraussetzungen läge man also bei knapp unter den 1000 Euro pro Woche und Person. Die Kosten für die Verpflegung im Wohnmobil lassen sich zwar nur grob einschätzen, aufgrund recht hoher Supermarktpreise in den USA ist der Unterschied zu Fast-Food und Diner aber von nicht allzu großer Relevanz – insbesondere Fleisch kann enorm teuer sein.

Darüber hinaus sind die Eintrittsgelder natürlich stark vom persönlichen Interesse abhängig. Vor allem Besuche von Vergnügungsparks wie Disneyland oder den Universal Studios schlagen mit über 100$ pro Person stark aufs Portemonnaie.

Reisekosten für die USA

Tipps: Wo man Geld einsparen kann

Günstige Motels und Hotels buchen: Der Preis für eine Übernachtung sagt gerade in den USA nicht alles über die Qualität einer Unterkunft aus. Online ist es einfach möglich, verschiedene Hotels zu vergleichen und die Bewertungen der Kunden in die Auswahl miteinzubeziehen.

Ketten der Mittelklasse wie La Quinta, Quality Inn, Howard Johnson und Best Western bieten fast immer gute Qualität zu erträglichen Preisen, aber auch in der unteren Mittelklasse (zum Beispiel Days Inn) schläft es sich häufig sehr gut. Vergleichen Sie daher im Voraus!

Flüge mit Stop-Over aussuchen: Auch wenn echte Flugangebote in der Hauptsaison selten sind, kann man bei den Flügen doch oft ein paar hundert Euro (!) pro Person sparen, wenn man sich flexibel zeigt. Flexibel bedeutet: Man sollte einen Flug mit Zwischenlandung in Erwägung ziehen und im besten Fall nicht an einen festen Tag gebunden sein, sondern den Reisebeginn und das Reiseende um zwei, drei Tage verschieben können.

Nur ein Beispiel: Laut der sehr guten Flugsuchmaschine Google Flights kosten Non-Stop-Flüge (also ohne eine Zwischenlandung) von Frankfurt nach San Francisco vom 7. bis zum 28. Juni derzeit 1135 Euro pro Person.

Bei leichter Verschiebung der Reisedaten und mit einer Zwischenlandung in Atlanta sind es hingegen nur 900 Euro pro Person. Startet man noch dazu in Düsseldorf statt in Frankfurt, kann man sogar schon für etwa 760 Euro fliegen – und spart somit über 350 Euro pro Person ein!

Tipp: Besonders billig fliegt man manchmal mit der Lufthansa, indem man nicht direkt in Frankfurt startet, sondern sich mit der Bahn zum Beispiel von Dortmund (DTZ), Düsseldorf (QDU) oder Köln (QKL) nach Frankfurt fahren lässt.

Billigen Mietwagen buchen: Mit einem Mietwagen-Preisvergleich für USA findet man gleich dutzende Angebote verschiedenster Anbieter und kann so häufig bei gleichem Angebotsumfang eine Menge Geld sparen.

Günstig essen & einkaufen: Auch wenn Flüge und Unterkunft natürlich den allergrößten Kostenpunkt ausmachen, so lässt sich auch beim Essen und bei den Einkäufen ein wenig sparen. Am billigsten kommt man durch die USA, wenn man sich vor allem von Fast-Food ernährt, was meistens sogar günstiger ist als die Selbstverpflegung aus dem Supermarkt.

Auch in denen lässt sich Geld sparen: Die günstigsten Preise findet man bei Walmart, während Ketten wie Safeway / Vons und Whole Foods eher zu meiden sind. Gleiches gilt für Convenience Stores wie 7-Eleven. Machen Sie außerdem Gebrauch von aktuellen Angeboten, genauso wie in der Heimat!

Kombitickets & Coupons: Nicht viel billiger als das Essen sind häufig die Eintritte, denn allein für einen Besuch von Disneyland wird man beim aktuellen Dollarkurs gut 100 Euro pro Person los. Billiger geht es bei vielen Attraktionen mit Hilfe von Kombitickets wie etwa dem CityPass oder der Go Card. Weitere Infos dazu finden Sie auf unseren Seiten über Los Angeles, San Francisco, Las Vegas und New York.

Die Reisekosten für die USA sind ein solch komplexes Thema, dass sich sämtliche mögliche Überlegungen kaum in einem einzigen Artikel abhandeln lassen. Um sich tiefer in die Materie einzuarbeiten, empfehlen wir:

Bildnachweis: Bild 1 – Avij (CC0)