Mesa Verde National Park

Ein möglicher Abstecher von Utah über die Grenze nach Colorado ...

Ein National Park wie kein zweiter in den USA ist Mesa Verde, steht hier doch nicht die Natur, sondern das von Menschenhand geschaffene im Vordergrund: Klippenhäuser, die von den Anasazi-Indianern vor etwa 800 Jahren zwischen den Felsen des gleichnamigen Tafelberges errichtet wurden, und trotz schon um das Jahr 1300 herum eingestellter Nutzung bis heute erkennbar erhalten sind.

Über 4000 Ausgrabungsstätten befinden sich insgesamt in diesem ungewöhnlichen Park, für den man trotz der Anfahrt nicht allzu viel Zeit mitbringen muss, um in ihm das Wichtigste zu sehen …

Auf einen Blick: Mesa Verde National Park im Südwesten von Colorado beeindruckt mit historischen Felsbehausungen und malerischen Ausblicken. Der Besuch der Klippenhäuser im Rahmen einer Tour ist im Grunde ein Muss, setzt aber eine durchschnittliche Konstitution und die Abwesenheit von Höhenangst voraus. Aufgrund der Lage lohnt sich der Abstecher zudem nur in der Hauptsaison.

Zeitaufwand: ein halber Tag
Geöffnet: täglich, sinnvoll von Mai bis Oktober
Eintritt: 30 $ pro Fahrzeug bzw. America the Beautiful Pass (Tour extra, 8 $ pro Person)
Hotels: Retro Inn ($) oder Hampton Inn ($), beide in Cortez
Camping: Morefield Campground im Park, sehr gut

Unsere Einschätzung: ungewöhnlich, aber mit der richtigen Erwartung äußerst sehenswert!

Ein Abstecher nach Colorado

Der Mesa Verde National Park liegt im Südwesten von Colorado. Der Bundesstaat zählt genau genommen nicht mehr zum Südwesten der USA, lässt sich aber auf einer großen Rundreise von der Westküste in Kalifornien bis in den Osten von Utah bestens erreichen: Fährt man bei Monticello zwischen dem Monument Valley und Moab (Arches National Park und Canyonlands National Park) von Highway 191 auf die US-491 ab, erreicht man Mesa Verde nach lediglich 125 km in gut anderthalb Stunden.

Kurz zuvor passiert man mit dem kleinen Cortez zudem die wichtigste Stadt in der Umgebung des National Parks, die für Übernachtungen und Verpflegung stets erste Wahl ist – mehr dazu weiter unten.

Karte vom Mesa Verde National Park.

Touren im Mesa Verde National Park

Nach der Abfahrt vom Highway erblickt man umgehend das Visitor and Research Center des National Park Services, dem hier eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Denn da die Ausgrabungen im Parkgebiet natürlich gleichermaßen schützenswert wie zerbrechlich sind, dürfen die schönsten Klippenhäuser nur im Rahmen einer von Rangern geführten „Cliff Dwelling Tour“ besucht werden.

Drei Touren stehen im Jahr 2025 zur Auswahl: die Cliff Palace Tour, die Balcony House Tour und die Long House Tour.

Ranger auf einer Führung in Mesa Verde.

Bei Cliff Palace handelt es sich um die einfachste Führung; sie dauert regulär 45 Minuten und setzt lediglich voraus, dass man neben etlichen Stufen auch vier kleine Leitern hinaufsteigen kann. Die 60-minütige Balcony Tour ist einen Tick anspruchsvoller und erfordert neben dem Erklimmen einer knapp 10 m langen Leiter auch das Durchqueren eines schmalen Tunnels.

Die Long House Tour schließlich ist mit 90 Minuten die umfangreichste, siedelt sich in puncto Schwierigkeitsgrad jedoch zwischen den beiden anderen an.

Leiter auf der Balcony House Tour.

Wie schwierig sind die Touren?

Unserer – natürlich rein subjektiven – Einschätzung nach sind alle Touren mit „durchschnittlicher“ Konstitution gemeinhin zu bewältigen. Nicht umsonst nehmen an ihnen auch Kinder im Grundschulalter sowie „typische“ US-Amerikaner teil.

Leidet man unter ausgeprägter Höhenangst oder körperlichen Einschränkungen, sollte man sich vorab vielleicht ein Video der Tour zu Gemüte führen. Zu beachten ist, dass sich der Mesa Verde National Park in einer Höhe von etwa 2200 m befindet und die Luft einem etwas dünner erscheinen mag.

Ausblick auf den Mesa Verde National Park.

Tickets für die Touren können inzwischen glücklicherweise online reserviert werden, jeweils 14 Tage im Voraus. Die Kosten belaufen sich auf lediglich 8 $ pro Person, was für das Gebotene äußerst „fair“ ist.

Unter normalen Bedingungen finden in der Hauptsaison täglich statt; im Jahr 2025 vom 4. Mai bis zum 19. Oktober bis zu zwölfmal im Halbstundentakt zwischen 9 und 15:30 Uhr. In der Nebensaison ist der direkte Besuch der Klippenhäuser nicht möglich.

Traut man sich jede der drei Touren zu, stellt die Balcony House Tour gemeinhin die beste Wahl dar.

Am Visitor Center von Mesa Verde.

Die schönsten Wanderwege & Aussichtspunkte

Allerdings sind nicht alle Bereiche des Parks nur mit Rangern erreichbar. Hinter Visitor Center und Entrance Station führt eine etwa 10 km lange Straße bereits an mehreren schönen Ausblicken wie dem Montezuma Valley Overlook und dem Park Point Overlook vorbei, bevor man auf Höhe der Far View Area auf eine Abzweigung trifft: Nach Westen geht es von Ende Mai bis Anfang September für Fahrzeuge bis 25 Fuß an weiteren Ausblicken vorbei zur Wetherill Mesa Area, während man im Süden Chapin Mesa erreicht.

In Wetherill Mesa befinden sich neben dem Long House weitere Ausgrabungen und Viewpoints wie beispielsweise Badger House, Step House und Kodak House, die allesamt über nicht allzu lange Fußwege erreicht werden können. Das Auto muss am Info-Center abgestellt werden, dahinter verkehrt lediglich eine Tram.

Aussichtspunkt auf Square House.

Auch in Chapin Mesa gibt es zahlreiche schöne und etwas längere Wege wie etwa den Spruce Canyon Trail (4 km, nicht immer geöffnet), zudem kann man den schönen Mesa Top Loop (10 km) sowie den nicht minder sehenswerten Cliff Palace Loop (ebenfalls 10 km) mit dem Auto abfahren, an denen sich zahlreiche weitere Viewpoints und Wege befinden, etwa der Soda Canyon Overlook Trail (2 km).

Far View House in Mesa Verde.

Wie viel Zeit braucht man für Mesa Verde?

So außergewöhnlich der Mesa Verde National Park auch ist, zeichnet er sich doch nicht unbedingt durch seine Vielseitigkeit aus. Zwar ist der ein oder andere Wanderweg durch die Felslandschaft durchaus „nett“, aber der Fokus nahezu aller Besucher liegt naturgemäß auf den Klippenhäusern – insbesondere Balcony House und Cliff Palace.

Ebendarum genügt es unter normalen Umständen, einen Blick auf eine der beiden Felsbehausungen aus der Ferne zu werfen und die andere mit Teilnahme an einer Führung aus der Nähe zu bestaunen. Ein halber Tag reicht dafür im Grunde aus. Nur, falls man wirklich den „kompletten“ Park inklusive des Südabschnitts erkunden möchte, wäre mehr Zeit sinnvoll: ein ganzer Tag vielleicht.

Als Abstecher von Utah aus wäre es daher beispielsweise denkbar, morgens am Monument Valley zu starten, in rund drei Stunden bis Mesa Verde zu fahren, dort an einer Tour teilzunehmen und die Nacht in Cortez zu verbringen. Am nächsten Tag könnte man nach Utah zurückkehren und wäre in wiederum lediglich drei Stunden in Moab.

Mit anderen Worten: Möchte man den National Park ansteuern, muss man lediglich einen Reisetag „opfern“.

Klippenhaus im Mesa Verde.

Hotels am Mesa Verde National Park

Wer ein Hotel oder Motel sucht, kommt zumeist gut und günstig im nicht weit entfernten Cortez unter, das auch die üblichen Fast-Food-Imbisse, einen Denny’s sowie ein großes Walmart Supercenter bietet.

Für eine Übernachtung ordentlich und individuell gestaltet sich dort das Retro Inn ($) mit Zimmern ab etwa 125 € die Nacht, aber auch das örtliche Hampton Inn ($) stellt eine gewohnt überzeugende Übernachtungsoption dar – und ist mit Zimmern ab ca. 175 € pro Nacht auch nicht allzu teuer.

Im Park selbst findet man zudem die Far View Lodge, eine für National Parks typische Unterkunft mit eher mäßiger Qualität, aber immerhin noch akzeptablen Preisen ab etwa 150 $ die Nacht für ein Doppelzimmer.

Infotafel mit Informationen.

Camping auf dem Morefield Campground

Camper haben es ähnlich einfach, denn der Morefield Campground im Park ist uneingeschränkt zu empfehlen. Seine Ausstattung übertrifft die der meisten Campingplätze in National Parks bei Weitem; unter anderem sind eine Wäscherei, ein Camp-Store, eine Dump Station und sogar 15 Stellplätze mit Full Hook-up vorhanden.

Reservierungen sind online möglich und für die Plätze mit Hook-ups dringend zu empfehlen. Im Jahr 2025 kostet ein regulärer Stellplatz 38 $ pro Nacht, inklusive Full Hook-up 51 $.

Gelingt es einem nicht, auf dem Morefield-Campingplatz unterzukommen, findet man in Cortez einige Alternativen wie das Cortez RV Resort.

Balcony House aus der Nähe.

Mesa Verde – und dann?

Nach einem Besuch von Mesa Verde könnte man tiefer in Colorado hineinfahren, wirklich spannende Ziele liegen allerdings ein gutes Stück entfernt. Sinnvoller ist daher meistens die angesprochene Rückkehr in Richtung Utah.

Kommt man aus Norden, könnte nach dem Monument Valley entweder Page (Antelope Canyon) oder der Grand Canyon National Park das nächste logische Ziel darstellen. Fährt man hingegen gen Norden weiter, geht es in der Regel nach Moab weiter, wo Arches National Park und Canyonlands National Park warten.

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