Yosemite National Park

Die schönsten Wanderwege, die besten Hotels & Campingplätze

Der Yosemite National Park liegt in der Sierra Nevada und somit recht zentral in Kalifornien, etwa 300 km östlich von San Francisco und 500 km nördlich von Los Angeles. Zum tollen Sequoia National Park ist es ebenso nicht allzu weit, hier fährt man etwa 250 km auf kurviger, aber im Normalfall gut machbarer Strecke.

Besonders sehenswert sind im Yosemite all die Berge und Felsen mit ihren häufig großartigen Ausblicken, die vielen grandiosen Wasserfälle, plätschernden Flüsse und klaren Seen sowie die riesigen Wiesen, aber auch den ein oder anderen Mammutbaum kann man entdecken.

Vernal Fall Footbridge
Footbridge an Vernal Fall.

Tipps zur Anfahrt

Aus Westen: Die am häufigsten gewählte Anfahrt erfolgt von San Francisco aus. Über I-580 geht es bis Tracy, wo man auf Highway 120 abfährt, der über Oakdale und Groveland in den Park hineinführt. Alternativ kann auch die Anfahrt über Mariposa und Highway 140 genutzt werden; die Strecke ist ein wenig länger, dafür jedoch weniger kurvig, sodass der Zeitaufwand nahezu identisch ist – ohne Zwischenstopps dreieinhalb bis vier Stunden.

Aus Südwesten: Von Los Angeles aus geht es zunächst auf der Interstate 5 nach Norden, bevor man kurz vor Bakersfield auf Highway 99 abbiegt. Bei Fresno fährt man auf Highway 41 über Oakhurst und Wawona in den National Park hinein. Die reine Fahrzeit beträgt im Optimalfall etwa sechs Stunden, allerdings gibt es hier mit dem Mariposa Grove unterwegs bereits einen guten Grund zum Stoppen.

Aus Osten: Nur in den Sommermonaten ist zudem die tolle Zufahrt im Osten in Richtung Death Valley geöffnet, die Tioga Road. Deren Befahrbarkeit ist aber stark vom Wetter abhängig; nur von Anfang Juli bis Mitte September kann man sich absolut sicher sein, dass der Pass befahrbar ist – auch wenn die Öffnung inzwischen üblicherweise bereits im Mai erfolgt.

Yosemite Karte

Orientierung im Park

Der riesige Yosemite National Park kann in zahlreiche kleinere Regionen unterteilt werden.

Yosemite Valley: Die zentrale Anlaufstelle, in der sich die Besuchermassen im wahrsten Sinne des Wortes drängen. Hier gibt es die meisten Lodges und Campgrounds, mehrere Geschäfte, zahlreiche Cafés, Imbisse und Restaurants – und noch so vieles mehr.

Der enorme Andrang und die geballte Infrastruktur haben jedoch ihren guten Grund, denn das Yosemite Valley bietet Wasserfälle, Wiesen, Flüsse, Seen, Wanderwege – fast alles, was man sich eben so wünscht. Mindestens einen Tag sollte man allein hier verbringen.

Da sich der Verkehr im Tal häufig staut und Parkplätze schon vormittags überfüllt sein können, lohnt sich die Nutzung der (allerdings nicht minder überfüllten) Shuttle-Busse, die von morgens bis abends hier alle „Attraktionen“ ansteuern.

Glacier Point: Nicht weniger bedeutend und beliebt ist der Glacier Point, der in erster Linie tolle Ausblicke auf das Tal bietet, aber auch Ausgangspunkt für den ein oder anderen Wanderweg ist – etwa für den großartigen Panorama Trail ins Valley hinab.

Die Anfahrt erfolgt entweder mit dem Auto, Fahrzeit etwa eine Stunde vom Tal aus, oder mit dem Bus für 26$ pro Fahrt. Abfahrt im Valley um 8:30, 10:30 und 13:30 Uhr, wenn das Wetter es zulässt. Im Winter ist der Glacier Point in der Regel eingeschneit. Alle weiteren Infos dazu in unserem Artikel über den Glacier Point.

Glacier Point mit Blick aufs Yosemite Valley
Blick vom Glacier Point ins Valley hinab.

Tioga Road: Wie oben bereits angesprochen, führt die Tioga Road (die Weiterführung von Highway 120) zur einzigen Osteinfahrt bei Lee Vining durch den National Park. Entlang der Straße befinden sich zahlreiche weitere Wanderwege und Aussichtspunkte.

Auch die Infrastruktur ist gut ausgebaut, selbst dort oben verkehrt ein, allerdings kostenpflichtiges, Shuttle. Alle weiteren Infos dazu in unserem Artikel über die Tioga Road – sie ist ein zu komplexes Thema um hier abgehandelt zu werden.

Mariposa Grove: Im Süden des Parkgebiets, an Highway 41, findet man bei Wawona den Mariposa Grove, eine Ansammlung von Mammutbäumen. Nicht ganz so imposant wie nebenan, aber falls man es nicht bis Sequoia schafft und der Mariposa Grove in die Routenführung passt, den Besuch wert!

Hetch Hetchy: Im Norden schließlich findet man mit Hetch Hetchy eine nur schwer zugängliche Region, die dem Yosemite Valley in Hinblick auf seine Sehenswürdigkeiten ähnelt, aber weitaus naturbelassener ist. Etwas für erfahrene Wanderer bei einem zweiten oder dritten Parkbesuch.

Bridal Creek
Bridal Creek – ein oft lebendiger Bach.

Die schönsten Wanderwege und Aussichtspunkte

Die Auswahl an Wanderwegen in Yosemite ist riesig und von ganz einfachen Spaziergängen bis hin zu kraftraubenden Tagesmärschen ist für jeden Geschmack was dabei. Die wichtigsten Wanderwege und Aussichtspunkte sind:

Vernal Fall auf dem Mist Trail
Vernal Fall auf dem Mist Trail.

*** Mist Trail: Ein – wie der Name schon erahnen lässt – oft feuchter Weg, der zu zwei vor allem im Frühling und Frühsommer großartigen Wasserfällen führt, Vernal und Nevada Fall.

Die gesamte Strecke nimmt einen halben Tag in Anspruch, was bei gemäßigten Temperaturen durchaus machbar ist. Es gibt allerdings mehrere Umkehrmöglichkeiten; zum ersten Blick auf Vernal Fall etwa braucht man maximal 45 Minuten.

Yosemite Falls
Blick auf die Yosemite Falls.

*** Yosemite Falls Trail: Für viele der Königstrail im Valley, da er großartige Ausblicke aufs Tal und danach auf die höchsten Wasserfälle im Park mit sich bringt.

Hinauf geht es auf einer vor allem anfangs sehr anstrengenden Strecke über enge, steile Serpentinen – ein lohnenswerter Tagesmarsch, wenn es nicht zu heiß ist.

Merced River im Yosemite National Park
Kleiner „Regenbogen“ über dem Merced River.

*** Panorama Trail: Der beste Wanderweg überhaupt im Parkgebiet ist der Panorama Trail, der vom Glacier Point hinab ins Tal führt, wobei man unter anderem an den schon zuvor genannten Vernal und Nevada Falls vorbeikommt.

Hinauf geht es in der Regel mit dem Bus, denn rauf und runter ist an einem Tag kaum zu schaffen.

Half Dome vom Glacier Point
Der Half Dome vom Glacier Point betrachtet.

*** Glacier Point: Der Aussichtspunkt schlechthin, von ihm kann man das gesamte Tal überblicken – inklusive des markanten Half Domes und zahlreicher Wasserfälle. Ein Muss für jeden Besucher!

Mehr dazu in unserem Artikel über den Glacier Point.

* Bridalveil Fall: Ein ganz einfacher, geteerter Weg, zu einem sehenswerten Wasserfall, der einen guten Einstieg (oder Abschluss) eines Parkbesuchs darstellt. Die Länge der Strecke wird mit 1,2 km hin und zurück angegeben, obwohl er sich kürzer anfühlt. Entsprechend groß ist der Andrang und der kleine Parkplatz in der Mittagszeit und an den Wochenenden wegen Überfüllung oft geschlossen.

Trailhead an der Wawona Road (Highway 41), fast unmittelbar an der Kreuzung zum Southside Drive (Highway 120 und 140).

Bridalveil Fall
Der hohe, oft eher schmale Bridalveil Fall.

* Cook’s Meadow Loop: Wer einfach nur einen Rundgang durchs Tal unternehmen möchte, ist auf dem Loop um Cook’s Meadow und Sentinel Meadow genau richtig. Die etwa 3,5 km lange Runde führt auf absolut ebener Fläche und stets gutem Untergrund an Wasser und Wiesen vorbei, wobei man einen guten Eindruck von der Vielfalt der Natur gewinnt sowie einige sehenswerte Ausblicke genießt.

Einsteigen kann man in den Weg fast überall, führt er doch von der Swinging Bridge im Westen vorbei am Village bis zur Sentinel Bridge im Osten.

* Mirror Lake Trail: Beim Mirror Lake handelt es sich genau genommen um keinen See, sondern um eine üblicherweise ruhige, weite Ebene im Tenaya Creek. Im Sommer rennen die Touristen daher in Scharen zum Baden hierhin, aber auch wenn man sich nicht abkühlen will, kann der ganz nette Weg die in unter anderthalb Stunden schaffbare Wanderung von 4 km Gesamtlänge wert sein, bringt sie doch Ausblicke auf Mount Watkins mit sich.

Der nächste Parkplatz befindet sich am Half-Dome Village, üblicherweise nutzt man jedoch das Shuttle und den gleichnamigen Shuttle-Stop für die Anfahrt.

Was tun in welcher Zeit?

An einem Tag: Yosemite stellt eine Ausnahme unter den National Parks im Südwesten der USA dar, denn während man anderswo an einem Tag fast überall zumindest einen sehr guten Eindruck von der Landschaft und ihrer Besonderheit gewinnen kann, kann man hier in 24 Stunden nur einen Teil sehen, was an der Größe des Parks sowie seiner Vielfalt liegt.

Dennoch: Auch wenn die Zeit so knapp ist, kann sich der Besuch lohnen, man muss sich nur eben auf einen kleinen Teil beschränken – und dieser Teil sollte das Yosemite Valley sein. Neben dem Pflichtbesuch von Glacier Point sind auch zwei, drei kurze Trails gut machbar, im Frühling und Frühsommer lohnen sich die Yosemite Falls, während im Sommer und Herbst die Seen und Berge die bessere Wahl darstellen.

An zwei Tagen: Stehen einem zwei Tage zur Verfügung, ist vieles von der Planung abhängig, genauer gesagt der Frage: Geht es über die Tioga Road gen Osten weiter? Dann ist es mit einem Tag im Tal getan und es steht die Weiterfahrt an. Oder fährt man im Westen wieder hinaus? Dann verbringt man die Zeit entweder auf dem Glacier Point oder im Mariposa Grove.

Geht es über die Tioga Road weiter, darf man den Olmstead Point und Tuolumne Meadows nicht verpassen, auch die Auffahrt zum Tioga Peak mit dem anschließenden Ausblick in Richtung Mono Lake ist überaus beeindruckend.

An drei Tagen: Ab drei Tagen kann man davon sprechen, sich wirklich „ausreichend“ Zeit für den Besuch von Yosemite genommen zu haben, denn dann sind zwei umfangreiche Tage im Valley inklusive Glacier Point sowie die Weiterfahrt über die Tioga Road gen Osten möglich – oder alternativ der Besuch des Mariposa Groves mit seinen Mammutbäumen.

Die beste Besuchszeit

Die Frage nach der besten Besuchszeit gestaltet sich in Yosemite etwas schwieriger als in anderen National Parks, bringt doch jede Jahreszeit kleine Vor- und Nachteile mit sich.

Von etwa März bis Mai sprudeln die Wasserfälle am kräftigsten, im Gegenzug kann jedoch noch hoher Schnee liegen, sodass Glacier Point und Tioga Road häufig nicht zugänglich sind. Von Juni bis August sind in der Regel alle Bereiche zugänglich, dafür sind der Besucherandrang und die Hitze (!) im Valley oft enorm. Und im September und Oktober schließlich können Waldbrände einem den Besuch vermiesen, zumal Wasserfälle mitunter bereits ab Juni oder Juli versiegt sind.

Der beste Monat für einen Besuch von Yosemite ist daher der Mai – mit ein bisschen Glück ist dann der gesamte Park bei angenehmen Temperaturen zugänglich. Auch Juni und April stellen in der Regel eine gute Wahl dar. Ab Juli hingegen könnte man überlegen, ob Sequoia mit seinen Mammutbäumen nicht vielleicht die bessere Wahl darstellen könnte.

Zelte im Half Dome Village
Fest installierte Zelte im Half Dome Village.

Hotels in und um Yosemite

Zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten stehen direkt im Tal zur Auswahl, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Von Hostel-ähnlichen Betten übers klassische Camping und fest aufgebaute Zelte bis zu komfortablen Hotels mit Klimaanlage und Pool.

Günstige Unterkünfte in Parknähe:

  • $ The Groveland Hotel: An Highway 120 unweit des Parkeingangs gelegen. Ordentliche Unterkunft mit recht modern eingerichteten Zimmern.
  • $ Hotel Charlotte: Ebenfalls in Groveland, manchmal sogar noch etwas günstiger und „uriger“ – im Positiven wie im Negativen.
  • $$ Best Western Plus Yosemite Gateway Inn: Schön gestaltetes Hotel in Oakhurst. Ideal, wenn man als nächstes den Sequoia National Park ansteuern will.
  • $$ Yosemite Southgate Hotel: Ebenfalls in Oakhurst, modern und neu eingerichtet, häufig vergleichsweise günstig.
  • $$ Best Western Yosemite Way Station: Gute Unterkunft in Mariposa, häufig nicht allzu teuer und nur etwa 50 km vom Park entfernt.

$ Housekeeping Camp: Von April bis Oktober kommt man mitten im Tal in ganz einfachen „Bunk Beds“ (Etagenbetten) unter, dem Zelten nicht ganz unähnlich. Die nach Camping billigste Übernachtungsmöglichkeiten, vor allem für junge Wanderer und Backpacker geeignet.

WCs und Duschen stehen natürlich zur Verfügung, außerdem ist das Zubereiten von Lebensmitteln im Freien hier – und sonst nirgendwo – erlaubt.

$$ Half-Dome Village: Die zweiteinfachste Übernachtungsmöglichkeit ähnelt dem Housekeeping Camp, allerdings kommen Urlauber in fest aufgestellten Zelten mit zwei bis drei Betten unter, die abgeschlossen werden können. Außerdem stehen innen ein kleines Regal und ein Safe zur Verfügung, WCs und Duschen gibt es draußen.

Für ein, zwei Übernachtungen in Ordnung, mit Preisen um die 150$ die Nacht aber teurer, als man denkt.

$$$ Yosemite Valley Lodge: Ein ganz nettes, allerdings recht einfaches Hotel, das zwar einen (sogar recht großen) Pool bietet, dessen Zimmer allerdings nicht über Klimaanlage verfügen. Angesichts von Temperaturen um die 35° C im Sommer ein nicht zu unterschätzendes Manko.

Eine gute Wahl daher vor allem, wenn man ein festes Dach über dem Kopf haben, aber keine Unsummen ausgeben will. Obwohl 250$ die Nacht minimum nun auch keinen Spottpreis darstellen…

$$$ The Majestic Yosemite Hotel: Luxuriös wird es schließlich im Majestic, ein großartiges Hotel, das allen nur erdenklichen Luxus bietet – Flat Screen TVs, WLAN, Klimaanlagen, einen beheizten Pool, und das alles in wirklich toller Kulisse mit stilvoller Einrichtung.

Der zu erwartende Haken: Preise von um die 500$ die Nacht.

Campingplätze im Park

Camper haben es wie so oft in National Parks auch in Yosemite etwas einfacher und finden insgesamt dreizehn gute, preiswerte Plätze direkt im Park, die im Sommer überwiegend knapp ein halbes Jahr im Voraus reserviert werden müssen – und deren Stellplätze nach der Freischaltung der Reservierung meistens in Minuten vergeben sind.

Im Yosemite Valley warten Upper Pines, Lower Pines und North Pines Campground mit insgesamt fast 400 Stellplätzen auf Camper, im Süden locken Wawona und Bridal Creek Campground mit etwa 200 Stellplätzen und an der Tioga Road kommt man am einfachsten auf dem Tuolumne Meadows Campground mit 300 Stellplätzen unter.

Die Kosten belaufen sich überwiegend auf 26$ pro Nacht, Trinkwasser ist auf den reservierbaren Campingplätzen vorhanden.

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