Capitol Reef National Park

Der Capitol Reef National Park liegt im Süden Utahs, etwa 220 Kilometer östlich vom Bryce Canyon National Park und gut 250 Kilometer westlich von Moab, wo man den Arches National Park sowie den Canyonlands National Park findet.

Das Capitol Reef ist ein recht ungewöhnlicher National Park, berühmt vor allem für seine tollen, riesigen, überwiegend rot leuchtenden Gesteinsformationen, die viele schöne Ausblicke und einige tolle Gelegenheiten zum Wandern in der Stille der Natur bieten – hier ist man manchmal wirklich ganz allein!

Capitol Reef National Park Reiseführer

Anfahrt & Ablauf

Sie erreichen das Capitol Reef über die Utah SR-12, eine sehr spannende Route, die nicht den einfachsten, aber den kürzesten und schönsten Weg von Bryce Canyon nach Moab bietet.

Die Straße führt direkt durch den National Park und bietet – auch ohne das Zahlen eines Eintrittsgeld oder den Besitz des America the Beautiful Passes – schon tolle Sehenswürdigkeiten wie die Twin Rocks und den Chimney Rock oder auch den Gooseneck Overlook.

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Eintrittsgeld beziehungsweise das Vorzeigen des National Park Passes wird erst beim Befahren des Scenic Drive verlangt, an dem auch das Visitor Center des Parks liegt. Der Scenic Drive ist eine nach Süden führende, langgezogene Stichstraße, an der zahlreiche weitere Aussichtspunkte liegen.

Wollen Sie die Straße lediglich einmal mit kurzen Foto-Stopps auf- und abfahren, benötigen Sie zwei bis drei Stunden, aber die Schönheit des Capitol Reef erfordert es eigentlich, zumindest einen knappen Tag dort zu verbringen.

Capitol Reef National Park Reiseführer

Besonders hervorzuheben ist hierbei die Naturbelassenheit: Während es in Bryce Canyon und besonders in Arches sowie am Grand Canyon vor Touristen nur so wimmelt, verschlägt es (noch) nur relativ wenige Menschen ins Capitol Reef – hier können Sie im besten Fall stundenlang in der Natur wandern, ohne auch nur eine Menschenseele zu sehen oder zu hören.

Trails & Viewpoints

Ein Grund für besagte Naturbelassenheit mag die etwas schwierige Erreichbarkeit des Parks sein, doch seine Aussichtspunkte machen den Aufwand schnell wieder wett und auch einige sehr lohnenswerte Wanderwege gibt es.

Einfach ist der Weg zum Capitol Gorge (etwa 2 Kilometer), ebenfalls empfehlenswert aber etwas anstrengender sind der Cohab Canyon Trail sowie der Fremont River Trail, die mit knapp 3 Kilometern nicht wesentlich länger ausfallen, bei denen es aber etliche Höhenmeter zu überwinden gilt. Denken Sie im Sommer auch aufgrund der Einsamkeit an ausreichend Wasser und Verpflegung!

Sehr sehenswert finden wir auch den Cassidy Arch (3 Kilometer) sowie den Chimney Rock Loop Trail (6 Kilometer), die aber schon in die Kategorie “anspruchsvoll” fallen und auch eine gewisse Schwindelfreiheit erfordern, obwohl der Zustand der Trails derzeit im Wesentlichen ordentlich ist. Problemlos möglich ist hingegen der kurze Wanderweg zur hier abgebildeten Hickman Bridge.

Capitol Reef

Auch das “Geisterstädtchen” Fruita inklusive seiner in ein Museum umgewandelten Farm ist einen Blick wert – hier stoppt man allerdings ohnehin nahezu automatisch, wenn man über die Scenic Route fährt, da dort mehrere Trails starten.

Informieren Sie sich im Voraus, am besten direkt am Visitor Center, über die aktuellen Weg- und Wetterbedingungen: Die Gefahr von kleinen “Flash Floods” besteht hin und wieder, aber auch Gewitter sind nicht gerade angenehm, wenn Sie sich alleine auf den Bergen befinden, ohne eine Möglichkeit, sich unterzustellen.

Was tun in welcher Zeit?

In drei Stunden: Das “Pflichtprogramm” bei einem Besuch des Parks ist das Abfahren des Scenic Drives, der von Highway 24 gen Süden abzweigt, und das lässt sich in drei Stunden ganz gut schaffen, sofern man sich auf ein paar Ausblicke entlang der Straße konzentriert.

An einem halben Tag: Auch an einem halben Tag sollte man sich auf den Scenic Drive konzentrieren, kann dabei aber auch ein, zwei Trails in Angriff nehmen. Sehr lohnenswert ist der etwa 3 km lange Trail durch den Cohab Canyon, nicht allzu anstrengend, der mit schönen Ausblicken auf die roten Felsen und das kleine Fruita belohnt. Eine Überlegung wert wäre zudem der Weg zur Hickman Bridge an Highway 24, um auch abseits des Scenic Drives etwas von dem Parkgebiet zu sehen.

An einem ganzen Tag: Weil das Capitol Reef nicht ganz so abwechslungsreich ist wie manch ein anderer National Park im Südwesten, verbringt man die zweite Hälfte eines am besten auf einem etwas längeren Trail, der einem einen möglichst viel von der Parklandschaft zeigt. Wie so oft gilt auch hier: Gute Kondition ist ein Muss! Dann könnte man zum Beispiel den Rim Overlook in Verbindung mit den Navajo Knobs angehen.

Capitol Reef National Park Reiseführer Capitol Reef Foto

Hotels, Motels, Campingplätze

Im Capitol Reef National Park selbst gibt es kein Lodging, aber immerhin den schönen Fruita Campground, der sich an der Scenic Road nahe des Visitor Centers befindet.

71 Stellplätze stehen zur Verfügung und es gilt First Come, First Serve, was von Mai bis September durchaus für Probleme sorgen kann, da oft schon in der Mittagszeit alle Plätze vergeben sind.

Trinkwasser, Dump Station und Toiletten mit fließendem Wasser gibt es, Duschen jedoch leider nicht. Ein Stellplatz kostet 10$ die Nacht.

Nicht weit entfernt vom Park liegt die Kleinstadt Torrey, der einzige echte “Ort” in der Nähe, wo es immerhin eine Tankstelle und einen Subway-Imbiss, jedoch keinen echten Supermarkt oder dergleichen gibt.

Mehrere Hotels und Motels laden hier recht halbherzig zum Übernachten ein, wir können aus eigener Erfahrung das Red Sands Hotel und das Days Inn Torrey durchaus empfehlen – aber auch über Howard Johnson und Best Western haben wir keine Klagen gehört.

Capitol Reef

Capitol Reef – und dann?

Nach einem Besuch des Parks fahren Sie nach Südwesten üblicherweise über die sehr schöne Straße 12 weiter, die Sie nach knapp 200 Kilometer zum Bryce Canyon führt, dabei aber mit so vielen tollen Ausblicken aufwartet, dass regelmäßig Zwischenstops Pflicht sind und für die Strecke mindestens vier Stunden einkalkuliert werden sollten – zumal sich die Straße zum Teil stark durch die Berge schlängelt.

Gen Osten hingegen geht es üblicherweise über die Straße 24 in Richtung Moab weiter, wo Arches und Canyonlands auf Sie warten. Ebenfalls möglich, aber in der Regel nicht zu empfehlen ist die “Abkürzung” über den Highway 95 nach Südosten sowie die häufig von Routenplaner vorgeschlagene Fahrt über die Straße 89 im Südwesten; beide lassen Sie einige der schönsten Ausblicke und Attraktionen verpassen.

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