Mojave National Preserve

Es gibt im Südwesten der USA ein paar Parks und Naturschutzgebiete, an denen fahren jährlich zig tausende Touristen vorbei, aber kaum einer fährt hinein. Die Mojave National Preserve ist eines dieser Gebiete: Unmittelbar südlich an die Interstate 15, die von Los Angeles nach Las Vegas führt, grenzt das Wüstengebiet an, das mit einer Fläche von über 6000 Quadratkilometern wirklich gewaltig ist.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum sich ein kleiner Abstecher auf dem Weg nach Las Vegas oder Los Angeles durchaus lohnen kann…

Mojave Preserve

Sehenswürdigkeiten in Mojave

Wie so oft in Kalifornien und seiner näheren Umgebung bedeutet Wüste nämlich nicht unbedingt das, was man sich unter einer ganz klassischen Wüste zunächst vorstellen mag.

Die Landschaft ist nicht etwa einfach trocken, karg und sandig, sondern durchaus abwechslungsreich und überraschend bergig, was einmal mehr dem bekannten San-Andreas-Graben zu verdanken ist: Nicht zuletzt durch dessen Verschiebungen haben sich hier regelrechte Gebirgszüge aus überwiegend Kalkstein entwickelt, die eine Höhe von bis zu 2400 Metern erreichen!

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So kann die Mojave National Preserve dann unter anderem auch mit großartigen Ausblicken auf die Landschaft ihre wenigen Besucher begeistern, aber auch die Gebirge und Felsen an sich sind durchaus sehenswert – wie zum Beispiel der Hole-in-the-Wall Canyon, der mit seinen großen Löchern in den vermeintlich so massiven Felswänden ein wenig an die Beehives im Valley of Fire State Park erinnert.

Kelso Dunes

Ebenfalls sehr sehenswert sind die Kelso Dunes, klassische, aber äußerst schöne Sanddünen, die eine Fläche von etwa 120 Quadratkilometern bedecken und eine Höhe von bis zu 120 Metern erreichen. Eine ihrer Spitzen zu erklimmen, kann eine ungewöhnliche und deshalb äußerst lohnenswerte Wanderung darstellen.

Auch die unterschiedliche Fauna in dieser Wüste ist einen näheren Blick wert, zumal sie sich – je nach Bereich – doch stark voneinander unterscheidet. Im Lanfair Valley etwa findet man unter anderem die tollen Joshua Trees, während anderswo Kiefern, Wachholder oder gute, alte Yucca-Kakteen wachsen.

Wer das Death Valley auslässt oder noch nicht kennt, kann außerdem einen Blick auf Soda Lake werfen, einen Salzsee.

Kelso Depot

Besuch & Anfahrt

Das größte Problem der Mojave National Preserve ist, wie zu erwarten, ihre große Hitze: Von Mai bis September sind Temperaturen von knapp 40° C durchaus üblich, was angesichts der Nähe zum Death Valley (nördlich von der Interstate 15 gelegen) nicht verwunderlich ist.

Auch im April, Oktober und November kann das Thermometer mitunter noch über 30° C anzeigen, auch wenn sich das Wetter in diesen Monaten überwiegend ein wenig erträglicher gestaltet. Vor allem sorgen die kühleren Nächte dann dafür, dass zumindest am Vormittag sowie am späten Nachmittag Wanderungen durchaus möglich sind.

Wie immer gilt aber: Nehmen Sie unbedingt ausreichend zu trinken mit, ein Liter Wasser pro Stunde und Person ist eine gute Grundlage. Auch eine Kopfbedeckung und Sonnencreme sind Pflicht!

Beachten Sie darüber hinaus, dass es um den Zustand der Straßen, nicht zuletzt aufgrund zum Teil enormer Temperaturschwankungen, nicht immer zum Besten bestellt ist. Einige Bereiche können grundsätzlich nur mit Fahrzeugen mit Allradantrieb erreicht werden, aber auch die besseren Straßen werden mitunter durch Klima und Unwetter in Mitleidenschaft gezogen.

Teutonia Peak Trail

Camping in Mojave

Camper kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, denn neben mehreren sehr kleinen, einfachen Campingplätzen, gibt es auch zwei recht gut ausgebaute Campingplätze: Den Hole-in-the-Wall Campground in schöner Lage sowie der etwas kühlere Mid Hills Campground.

Beide verfügen über Toiletten, Trinkwasser, Feuerringe und Picknicktische, Hole-in-the-Wall hält auch eine Dump Station bereit. Hookups für Wasser und Strom gibt es allerdings nicht. Ein Stellplatz kostet 12$ die Nacht, es gilt das übliche „First Come, First Served“. Aufgrund des geringen Besucheraufkommens stellt das allerdings in der Regel kein Problem dar.

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